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Titel Ausgabe 6



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Zurück Ausgabe 6 vom 19.02.1982 • Seite 20ohne Login!

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Kleine Aspektfiguren, Teil 1

Louise Huber

Schon seit 1940 kommen die kleinen Äspektfiguren häufig vor. Sie reichten in den 40er Jahren noch bis zum 150°-Winkel, dem langen grünen Quincunx-Aspekt. Oppositionen enthielten sie nicht. 1982 bis 1985 werden sie, vor allem in den Herbst- und Wintermonaten so klein sein, dass ihr grösster Aspekt nur noch das Sextil ist.

Die kleinen Aspektbilder sind nicht einfach zu deuten. Am leichtesten versteht man sie von der Häuserbetrachtung her. Die Planeten sind immer nur in einem kleinen Raum des Horoskopes verteilt. Oben, unten, rechts oder links. Daraus resultiert ein kleiner Blickwinkel, häufig ein Lupeneffekt, eine subjektive Betrachtungsweise auf das entsprechende Lebensgebiet. Statt die ganze komplexe Wirklichkeit zu erfassen, nehmen diese Menschen nur Teile der Wahrheit oder eines Geschehens wahr. Je nachdem in welchen Horoskopraum diese kleine Aspektfigur zu liegen kommt, ist die persönliche Reaktion gefärbt.

Aspektfigur im Ich-Raum

Steht sie beispielsweise im ICH-Raum, also auf der linken Seite des Horoskopes, dann ist das Bewusstsein auf das eigene ICH-Bild konzentriert. Das Ich wird hier wichtig. Dies zeigt sich häufig dadurch, dass es kristallisiert und die Ich-Ansprüche das gesunde Mass übersteigen. Meistens entwickeln sie deutlich narzisstische Züge.

Haben diese Menschen aber eine geistige Orientierung, dann werden die zusammengeballten Ich-Kräfte in den Dienst höherer Ideale gestellt. Sie wirken dann gleichzeitig dynamisierend und überzeugend auf ihre Mitmenschen ein. Ihrem geistigen Bannstrahl kann man sich schwerlich entziehen. Mit grosser Hartnäckigkeit, manchmal auch Kompromisslosigkeit, setzen sie beim Du Entwicklungsprozesse in Bewegung. Sie lassen nicht eher locker, bis sich das DU, entsprechend ihren Idealvorstellungen oder Erkenntnissen, geändert hat. Sie bringen fast immer andere Menschen in ihrer Entwicklung ein Stück vorwärts. Wenn ihr Ich für höhere Qualitäten transparent geworden ist, wirkt es wie ein Brennpunkt geistiger Energien in die Umwelt hinein. Deshalb findet man auch häufig Lehrer, Künstler, Heiler, Therapeuten und Berater, die ein kleines Aspektbild auf der linken Ich-Seite haben.

Für eine echte Kontaktnahme mit dem Du, dem Partner ist diese Stellung jedoch etwas problematisch. Fast immer haben diese Menschen Kontaktprobleme. Es fehlt die Identifikationsfähigkeit mit dem anderen Menschen, weil sie vorwiegend egozentrisch bis monoman auf sich gerichtet sind. Sie nehmen das DU nicht wirklich wahr, denn sie haben eine objekthafte Beziehung. Ihre Lebensmotivation ist es, ihr Ich zur Geltung zu bringen.

Am Anfang des Lebens bestehen meistens Identitäts-Probleme. Dies zeigt sich zuerst als ein Mangel an ICH-Kraft oder auch als Vitalitätsschwäche. Oft machen sie sich ein Bild von sich selbst, von der Welt und vom anderen Menschen, das nicht der Wirklichkeit, sondern ihrer eigenen subjektiven Vorstellungswelt entspricht. In gewissen Situationen nehmen sie sogar Korrekturen an der Wirklichkeit vor, damit das DU, der andere Mensch in das subjektive Weltbild hineinpasst. Es besteht fast immer eine unbewusste Auswahl der Wahrnehmungen. Dinge oder Menschen, die den eigenen Vorstellungen entsprechen, werden williger akzeptiert als jene, die anders geartet sind. Diese werden unbewusst abgelehnt, häufig falsch bewertet und manchmal sogar als Feindbild gesehen.

Leere Horoskopräume

Man darf nicht vergessen, dass die eine Hälfte des Horoskopes meistens vollständig leer ist. Der Leerraum erzeugt fast immer Angst vor den Inhalten der nicht besetzten Quadranten. Er erzeugt auch eine Art »Sog«, der alles Fremde, alles Fehlende automatisch anzieht und bedrohlich herein-fliessen lässt. Einerseits verursacht dies eine erhöhte Fähigkeit, das Fehlende anzuziehen, andererseits aber auch die Angst, fremden Einflüssen hilflos preisgegeben zu sein. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass sich im Laufe des Lebens ein harter, oft kristallisierter ICH-Kern heranbildet, der diesen Menschen aber dann meistens Probleme in der Beziehung zu anderen Menschen schafft. Durch die Leerräume dringen alle Einflüsse direkt ins ungeschützte Zentrum, bis in den Kreis in der Mitte vor. Das ist auch der Grund, warum diese Menschen oft bis ins Tiefste getroffen und leicht verletzt sind - auch wenn es nicht beabsichtigt war. Haben solche Verletzungen stattgefunden, dann fällt es ihnen schwer, sich wieder mit jemandem zu verbinden. Sie verlieren allzuleicht das Vertrauen und den Mut, eine Partnerschaft einzugehen. Das Prinzip der Ergänzung funktioniert bei allen kleinen Aspektfiguren nicht einwandfrei. Deshalb suchen sich solche Menschen auch häufig ein Parallelstück, d. h. einen Partner, der ebenfalls ein kleines Aspekt-büd hat. Mit anderen bekommen sie entweder Probleme oder sie werden vom DU in ihrer Entwicklung gehemmt und total abhängig. Vor dieser Abhängigkeit fürchten sie sich.

Aspektfiguren auf der Du-Seite

Betrachten wir jemanden, der das Aspektbüd auf der DU-Seite hat, dann wirkt sich dieses kleine Aspektbüd als ein erhöhter Selektivmechanismus aus. Das Bewusstsem wird eingeengt zugunsten eines einseitigen Kontaktes mit einer Person, von der sie sich häufig willig beherrschen lassen. Sie sehnen sich enorm nach Liebe, erreichen aber meistens das Gegenteil, weil sie selbst nicht zur Kooperation fähig sind. Es fehlt ihnen die Verankerung im eigenen ICH, da bei einem rechtsgelagerten Aspektbüd die ICH-Seite leer ist.

Bei einer geistigen Einstellung bemühen sie sich häufig um eine Philosophie der selbstlosen Hingabe an das DU. Sie finden dann die schönste Befriedigung in einem Beruf, m dem sie anderen Menschen helfen können, der also mit Kontakt zu tun hat.

In unpersönlichen Kontakten sind sie sehr sensitiv und können auf die Bedürfnisse anderer positiv reagieren. Helfende Berufe sind hier am besten geeignet. Aber in persönlichen Kontakten verlieren sie leicht ihre Identität und laufen Gefahr, ihrer Umwelt zum Opfer zu fallen. Den auf der DU-Seite des Horoskopes automatisch einwirkenden Fremdeinflüssen können sie sich weder entziehen noch einen echten Widerstand entgegensetzen. In der Liebe verlieren sie sich an den geliebten Menschen und sind nicht in der Lage, ihre eigenen Bedürfnisse durchzusetzen. Sie leiden immer unter irgendwelchen Unerfülltheiten. Automatisch, also unbe-wusst, suchen sie sich einen starken Partner, dem sie sich willig unterordnen und an den sie das fehlende ICH-Bewusstsem delegieren können.

Aspektfiguren im unteren Raum

Wenn das Aspektbild im unteren Raum oder links und rechts davon gelagert ist, dann ist der obere Raum leer.

Diese Menschen hängen sehr an ihrer Familie, ihren Angehörigen. Sie sind gemütsmässig von ihnen abhängig und schöpfen meistens nur einen Teil ihrer Möglichkeiten aus. Ihre Bewertungen und Urteile sind subjektiv gefärbt, durch Informationslücken, persönliche Einstellungen, Tradition und Vorlieben entstellt. Trotzdem kann man nicht behaupten, dass sie immer falsch liegen. Sie sind nur ganz anders. Für sie ist die Auswertung einer Erfahrung oder einer Situation, und wenn sie noch so einseitig sein mag, tatsächlich richtig.

Häufig ist die psychische Kraft, die durch die Konzentration der Planeten im Instinkt- oder Triebquadranten verursacht wird, sehr stark. Mit ihr können sie sich, trotz Bindung an das Herkömmliche, selbst eine neue Wirklichkeit schaffen und die sie einengende Realität korrigieren. Es ist eine schöpferische Energie, eine künstlerische Begabung ist nicht selten. Sie haben sogar die Fähigkeit, verändernd auf die Welt um sie herum einzuwirken, ohne dass sie sich besonders darum bemühen müssen. Schon alleine ihr Dasein wirkt manchmal verwandelnd auf die Umwelt ein. Es ist ihr Anderssein und ihr Selbstverständnis, das sowohl durch die kleine Aspektfigur mit ihrer »Prismawirkung« wie auch durch die Untenlagerung verursacht wird. Manchmal wirken sie wie ein Katalysator.

Aspektfiguren im oberen Raum

Bei kleinen Aspektbildern im oberen Bewusstseins-Raum des Horoskopes sind alle Kräfte auf die eigene Individualisierung gerichtet. Die Berufung, das, was sie in der Welt vollbringen wollen, ist für diese Menschen von ausschlaggebender Bedeutung. Eine sinnvolle Lebensaufgabe zu finden ist hier Hauptthema. Meist unter Ausschluss anderer Möglichkeiten wird für eine längere Zeit nur das gesucht, wahrgenommen und erlebt, was der eigenen Selbstverwirklichung dient. Daraufist die ganze Konzentration gerichtet. Sie setzen alles daran, auf irgendeinem Gebiet perfekt zu sein und zum Spezialisten zu werden. Man kann sagen, dass diese Menschen ihre Wahrnehmungs- und Empfangsgeräte gleich einem Radio nur auf einen Sender einstellen. Trotzdem auch andere Sender zur gleichen Zeit senden, nehmen sie nur einen Sender in ihrem Bewusstsein auf, nämlich alles, was mit ihrer eigenen Entwicklung, gleich ob mit einer geistigen oder materiellen Zielsetzung zusammenhängt. Alle Möglichkeiten, ein Stückchen weiter die Leiter hinaufzukommen, werden sofort wahrgenommen. Darauf sind sie sensibilisiert. Sie suchen sich auch immer eigene Wege, steigen aus der Genormtheit aus und werden dafür vom Kollektiv angegriffen. Solche Menschen brauchen einen Beruf, der sie und ihren Ehrgeiz, an die Spitze zu kommen, befriedigt. Sie nehmen auch meistens Entbehrungen auf sich, um ein berufliches Endziel zu erreichen. Vielfach findet man hier den »ewigen Studenten«, der immer noch höher hinauf will.

Esoterische Betrachtung

Wir wollen das Problem der kleinen Aspektfiguren noch von einer anderen, mehr esoterischen Betrachtung aus angehen. Dazu müssen wir unser eigenes Bewusstsein ausweiten und den Evolutionsgedanken heranziehen. Nach esoterischen Aussagen gibt es neben dem Menschenreich auch noch das sogenannte »Devareich«, das in der christlichen Religion mit dem »Engelreich« vergleichbar ist. Nach Alice A. Bailey soll in der jetzigen Zeitenwende eine Verbindung zwischen dem Deva- und dem Menschenreich hergestellt werden. Zu diesem Zweck soll sich eine Gruppe von Egos inkarniert haben, »die sich eine Zeitlang im Devareich aufhielten«. Sie haben den Auftrag, bei der Manifestation einer neuen Lebensqualität mitzuwirken. Wenn man nun die Menschen mit den kleinen Aspektfiguren als Angehörige

dieser Gruppe ansieht, dann verstehen wir ihre tiefere Lebensmotivation und ihr Anderssein besser. Wir erkennen, dass sie einen besonderen Auftrag in der Welt haben. Sie bringen eine Qualität herein, die noch nicht genügend in unserer Welt vorhanden ist. Deshalb fühlen sie sich auch häufig als Fremdlinge auf dieser Erde.

Wenn man mit ihnen darüber spricht, sind sie sofort damit einverstanden. Sie fühlen sich in ihrem wahren Wesen erkannt und bestätigt. Meistens sind sie im tiefsten Innern berührt. Die Zugehörigkeit zu einer besonderen Gruppe von Egos, wie das Beheimatetsein in einer anderen Dimension, bedeutet für sie sehr viel. Auch die Verbundenheit mit einer Gruppe von Gleichgesinnten, die die gleiche Aufgabe haben, erhöht nicht nur ihren eigenen Selbstwert, sondern gibt ihnen auch ein Gefühl, dass sie nicht alleine sind. Dadurch werden die fast immer vorhandenen ICH-Probleme und die naturgemäss damit verbundenen Minderwertigkeitsgefühle zum Teil kompensiert. Auch kann das Bewusstsein, einen Auftrag im Leben zu haben, ihnen sehr oft helfen, aus der Enge ihres kleinen Lebens auszubrechen, eine neue Einstellung zu den eigenen Problemen zu gewinnen und sich an ein grösseres Entwicklungsgeschehen anzuknüpfen.