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Titel Ausgabe 6



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Zurück Ausgabe 6 vom 19.02.1982 • Seite 25ohne Login!

• Grundwissen

Das Familienmodell, Teil 3

Bruno Huber

Hinweise zur Praxis

Ich möchte zu Anfang noch einmal darauf hinweisen, dass die heutige Hierarchie im Häusersystem eine andere ist als im Tierkreis.

Es wird sich gelegentlich bei Ihrer Arbeit herausstellen, dass z. B. eine Person, der Sie aus einer Hochstellung des Saturn schliessend sagen, dass die Mutter in ihrer Familie dominiert habe, sich entschieden dagegen verwahrt.

Das verletzt nicht unbedingt die in dieser Artikelreihe dargelegte Regel. Denn in einer patriarchalen Gesellschaft kann nicht sein, was nicht sein darf. Wenn eine Mutter »die Hosen anhat«, so mag das zwar durch die Lebensumstände erzwungen sein, aber »offiziell« darf es nicht sein. Und so wird der wirkliche Tatbestand schon in der Kindheit ins Unbewusste verdrängt. Meistens wird auch die Mutter versuchen, ihre unvermeidliche Dominanz nicht offenkundig auszuspielen, wie das Männer normalerweise tun.

Die Elternrollen

wie sie vom Kind subjektiv erlebt wurden:

Sie lassen sich durch die genauere Definition der Häuser- und Zeichen- Stellungen von Sonne und Saturn erfassen. Die Hausstellung ist dabei im Sinne der Rolle wichtiger und vorwegzunehmen. Das Zeichen hat eine oft eher verborgene Bedeutung der zwar vorhandenen, aber häufig nur teilweise gelebten Motivation des entsprechenden Elternteils. Eine besondere Häufung dieses Umstandes ist bei Sonnenstellungen (Vater) in unteren Häusern und/oder in tal-punktnahen Positionen, ausserdem auch bei extrem rechts gestellten Sonnen (besonders nahe des DC) zu beobachten (vaterlose Gesellschaft?). Solchen Vätern erlaubt eventuell das umgebende Kollektiv (drittes und viertes Haus) oder die Rollenzwänge des Berufes und der Karriere (besonders 6. und 7. Haus), gelegentlich auch das eigene Imponiergehabe (2., 5., 7, und 8. Haus) nicht die volle Entfaltung angeborener Fähigkeiten.

Ähnliches gilt für Saturnstellungen im Ich-Raum (Häuser 12 und 1) - beides sind Angststellungen (Ich- und Versager-Ängste, die auf Kinder übertragen werden) - wie auch häufig für Positionen im neunten bis elften Haus (Verantwortungsängste, die meist zu Überkompensationen führen). Auf Talpunktstellungen ist der Saturn weit weniger empfindlich als die Sonne.

Diese Regeln sind etwas knapp formuliert (zweimal lesen lohnt vielleicht), deshalb will ich dazu ein paar Beispiele anführen.

Die Rolle als Kind (Mondstellung)

Auch hier handelt es sich um die subjektive Erlebnisweise des Kindes, die beim Erwachsenen meistens nur noch verfälscht in Erinnerung ist. Dies hängt davon ab, inwieweit die Eltern in ihrer Erziehungsbemühung dem Kind seine Situation interpretiert (beziehungsweise zurechterklärt) haben.

Von der Stellung des Mondes (wieder Haus und Zeichen, in dieser Reihenfolge) hängt die Kontaktbereitschaft, die Kontaktfähigkeit und die schliessliche Kontaktbefriedigung (z. B. Streicheleinheiten, die man als Erwachsener wirklich erhält) ab.

Qualitativ befriedigende Kontakte ergeben sich am ehesten aus horizontnahen Positionen: Häuser 12 und 1 mit eher spärlicher Häufigkeit, weil das Kind zu sehr auf sich selbst verwiesen wurde, Häuser 6 und 7 mit grösserer Häufigkeit, weil man als Kind mehr Kontakt- »Übungsmöglichkeiten« mit Gleichaltrigen hatte.

Je höher im Häusersystem der Mond steht, um so mehr wurde man durch die Eltern oder die Umstände dazu angehalten, sich beim »Publikum« beliebt zu machen. Die Eltern waren vielleicht stolz auf »ihr besonderes Kind« oder bei Schwachstellung der Elternplaneten wollten sie unbedingt, dass es »unserem Kind mal besser geht als uns«. Solche Stellungen sind auch Ursache für Einsamkeitsgefühle »inmitten der Menschenmenge«. Tiefstehende Monde zeigen starke Familien- oder Kollektivbindungen.

Die Aspekte

als Ausdruck der Beziehungen in der Familie. Hier sind zwei Aussagen zu unterscheiden:

1. Aspekte des Mondes zu Sonne und/oder Saturn. Wo solche Aspekte vorhanden sind, deuten sie (wie in Heft 4 schon erwähnt) auf deutliche Bindungen bis Abhängigkeiten zum entsprechenden Elternteü. Die Art des Aspektes bezeichnet die Beziehungsqualität. Findet sich der Mond nur indirekt über Drittplaneten mit Sonne und Saturn bezogen, so handelt es sich um lockere Beziehungen, die aber kaum je als Manko erlebt werden (diese indirekte oder funktionale Beziehungsform ist der statistische Normalfall).

Wenn vom Mond zu einem Elternplaneten überhaupt keine Verbindung über Aspekte zu finden ist, so wurde vom Kind ein substantielles Beziehungsmanko erlebt.

Auch bei diesen Beziehungsdefinitionen ist oft die Erinnerung des entsprechenden Erwachsenen gegenüber der kindlichen Realität bis zum Gegenteil verkehrt. Aus den selben Gründen, wie oben bei Saturnhochstand erklärt (z. B. Eltern-Pietät).

Wie aus der Psychologie bekannt, bestimmen die Elternbeziehungen sehr stark das Auswahlverhalten im Suchen des Erwachsenen nach Partnerschaft.

2. Aspekte zwischen Sonne und Saturn.

Sie spiegeln das Rollenverhalten der beiden Eltern zueinander. Das Kind neigt dazu, wenn es als Erwachsener in einer Partnerschaft lebt, dieses elterliche Rollenspiel zu wiederholen - auch wenn es fatal ausläuft. Die hier vorliegenden oder nicht vorhandenen Aspekte werden nach obigem Muster bewertet (siehe 1)

Zu guter Letzt noch ein Wort zur Bewertung der Aspektqualitäten im Beziehungszusammenhang:

Konjunktion = Extreme Bindung

Halbierungswinkel (Quadrate, Oppositionen) = gespannte, reibende Beziehung oder Leistungsforderung.

Drittelungen (Trigone, Sextüe) = »harmonische«, leichtgängige Beziehung, aber auch starke Bindung. Oft Zwang zum Wohlverhalten.

Zwölftelungen (Halbsextile, Quincunxe) = je nach Zeichen- und Hausbeteiligung unbestimmte oder Sehnsuchtsbeziehung oder zu stark kopflastig oder betont sinnliche Bezüge. Hier muss auch auf eventuell in Konjunktion stehende Drittplaneten geachtet werden. Sie können zusätzliche Bedürfnisse, aber auch Bedingungen anzeigen.

Ich hoffe, dass es mir in diesen drei Aufsätzen gelungen ist, Ihnen, lieber Leser, die Grundlagen dieser neuen Betrachtungsweise verständlich zu machen und Ihnen wenigstens Ansätze zur praktischen Deutung gegeben zu haben und damit auch die Möglichkeit zur Nachprüfung.

Das letzte Wort in dieser Sache ist sicherlich damit nicht gesprochen. Die Praxis und Erprobung vieler mag hier noch manches an Präzisierung bringen. Ich würde mich freuen, wenn Sie Ihre diesbezüglichen Erfahrungen mitteilen würden. In späteren Nummern werde ich gerne auf Ihre Reaktionen eingehen.