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Titel Ausgabe 7



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Zurück Ausgabe 7 vom 20.04.1982 • Seite 5ohne Login!

• Biografie

Jubilare

Bruno Huber

• Heinz Rühmann 80 Jahre alt.
Goethe seit 150 Jahren tot.
400 Jahre Gregorianischer Kalender.
Seit 300 Jahren Astrologie im Untergrund.

Jubiläum über Jubiläum!

Man könnte jeden Tag eins feiern. Aber was soll man da eigentlich feiern? Das Datum? Den Menschen? Das Ereignis?

Jubiläum sollte man eigentlich als Gedenktag verstehen. Oder vielleicht besser als DENK-TAG? Denken ist aber schwierig - besonders wenn man nicht weiss was.

Mit Heinz Rühmann geht das noch. Da sieht man gelegentlich noch Filme. Beim Goethe wird's schon schwieriger. »Ach ja, von dem musste ich doch mal ein Gedicht lernen.«

Aber wer weiss schon etwas vom Gregorianischen Kalender. Hat das etwas mit den Choraelen zu tun?

Wir bei der Redaktion haben ein etwas gestörtes Verhältnis zu Gedenkfeiern. Es scheint uns, dass dabei im allgemeinen zuviel geredet, und zuwenig gesagt wird. Und so haben wir bis jetzt mit Jubilaren etwas Zurückhaltung geübt. Aber an den oben angeführten vier Fällen schien uns doch einiger Bezug, der unsere Leser interessieren könnte. Deshalb haben wir mal wieder das unter Astrologen vielzitierte Horoskop von Goethe aus der Schublade geholt - und ihm, dem Giganten der Geistesgeschichte, mit einem Artikel einen kleinen Tribut gezollt.

Den Beitrag über das Untergrund-Dasein der Astrologie haben wir eingebracht, weil auch wir Astrologen mal etwas in Sachen Vergangenheitsbewältigung tun sollten.

Und schliesslich möchte ich an dieser Stelle auch den Menschen Heinz Rühmann nicht unerwähnt lassen. Er ist einer jener seltenen Schauspieler und Filmstars, der trotz Ruhm und

Ehren nicht nur ein ganz normaler und bescheidener Mensch geblieben, sondern auch ein weiser Mensch geworden ist - ein schönes Beispiel für einen echten Fischegeborenen. Ich möchte Ihnen deshalb sein Horoskop zur näheren Betrachtung empfehlen.

Der Gregorianische Kalender

Am 6. März 1582 unterschrieb Papst Gregor XIII ein Dekret zur Kalender-Reform, das dann am 15. Oktober 1582 in Kraft trat.

Seit der römischen Epoche hatte man mit dem Julianischen Kalender gerechnet, der von Julius Caesar eingeführt wurde, aber ungenau war. Nach jeweils 128 Jahren fehlte ein voller Tag. Und das hatte sich bis zum 16. Jahrhundert bereits auf 10 Tage summiert.

Papst Gregor XIII beauftragte' den französischen Gelehrten Josef Scali-ger, Vorschläge für die Bereinigung der Kalenderregel zu machen. Nach diesen wurde dann zur Einführung der Reform nach dem 4. Oktober 1582 nicht der 5. sondern der 15. Oktober gezählt. Die Einteilung in ungleich lange Monate wurde vom Julianischen Kalender übernommen.

Die neue Schaltjahrregel verlangte, dass alle durch vier teilbaren Jahre einen Tag zugeschaltet bekommen (29. Februar). Davon ausgenommen sind die vollen Jahrhunderte, es sei denn sie sind durch 400 teilbar. Diese Regelung ist so genau, dass erst nach 3300 Jahren wieder ein Tag fehlt.

Trotz der vielen Vorteile dieses neuen Kalenders, sperrten sich die nicht römisch-katholischen Länder gegen dessen Einführung noch längere Zeit. So führten die protestantischen, deutschen Länder und die Schweiz den sogenannten 'Neuen Kalender' erst 1700, England und Schweden erst 1752 ein. Die griechisch-orthodoxen Gebiete warteten damit bis zu diesem Jahrhundert.

Womit diese Länder uns Astrologen ein immerwährendes Problem geschaffen haben! Während fast vierhundert Jahren weiss man nun vielfach nicht mit letzter Sicherheit, wann und wo welcher Kalender gebraucht wurde. Und das in unserer zivilisierten, westlichen Kultur, die soviel von ihrer rationalen Vernunft hält!

Wir werden versuchen, eine Liste der Länder christlicher Zeitrechnung zusammenzustellen, in der die jeweiligen Einführungsdaten für den Gregorianischen Kalender erwähnt sind. Wir hoffen, diese in einem der nächsten Hefte veröffentlichen zu können, um Sie vom jetzt entstandenen Dilemma zu befreien.

(Übrigens - die GREGORIANISCHEN CHORÄLE haben natürlich nichts mit dem KALENDER zu tun, denn das war ein viel früherer GREGOR. Möglicherweise unter Gregor I (540-604) wurden die bekannten liturgischen Gesänge zur kirchlichen Usanz - also rund 1000 Jahre früher.)