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Titel Ausgabe 9



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Zurück Ausgabe 9 vom 23.08.1982 • Seite 18ohne Login!

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API-Berater-Ausbildung

Dr. Klaus Veil

API-Berater-Ausbildung 1982

Dr. Klaus Veil

Welche Möglichkeiten in der Horoskop-Deutung für vertiefte Selbsterkenntnis und reiferen Umgang mit sich selbst und mit anderen Menschen liegen, das erlebten einmal mehr in eindrücklicher Weise ca. 60 Teilnehmer an der API-Berater-Ausbüdung vom 17.-25, Juli 1982 im Internationalen Kulturzentrum Achberg.

Diese Begegnungsstätte, ca. 7 km nördlich von Lindau am Bodensee, bot einen idealen, seit Jahren bewährten Rahmen für die von strahlendem Sommerwetter begünstigte Ausbildungsveranstaltung.

Allen Teilnehmern war gemeinsam, dass sie sich schon seit Jahren seriös mit Astrologie befasst, oft andere »Schulen« kennengelernt und sich nun durch den Besuch grundlegender API-Kurse für diese anspruchsvolle Lernveranstaltung gualifiziert hatten.

Anspruchsvoll nicht nur im Hinblick auf die Fülle des Angebotenen. Anspruchsvoll vor allem deswegen, weil man Berater-Ausbildung nicht mehr einfach als »Wissens-Konsum« mitmachen kann. Hier geht es, neben der Wissensvertiefung, vor allem um Fragen der inneren Einstellung, des verantwortungsbewussten Verhaltens gegenüber »Nicht-Wissenden«, »Rat-Suchenden« - wie leicht sind wir da alle versucht, Überlegenheit, ja Macht zu gemessen, um uns dadurch zugleich nach ehernen Gesetzen als Berater ins Abseits zu manövrieren.

Eine wohlausgewogene Mischung von Vorträgen, Gruppenarbeit und genügend Pausen für zwanglose persönliche Begegnungen sorgte dafür, dass Menschen, die sich gestern noch fremd waren, heute »sich aufschlos-sen«, um sich als handelnde, fühlende, erkennende Individualitäten wirklich zu begegnen. Dies geschah selbstverständlich und ohne sektiererisches Krampfen, jedoch höchst wirksam unterstützt durch die objektivierende Wirkung der Horoskopdeutungen sowie die qualifizierten Vorträge von Bruno und Louise Huber, wirksam ergänzt durch Wolfhard König und Fritz Gehre.

Bruno Huber führte uns mit sicherer Hand den »messerscharfen Pfad« geistiger Erkenntnis entlang. Er wusste dabei starre Dogmen wie auch nebulöse Wortwolken zu vermeiden und lockerte mit seinem ständig bereiten, sich selbst nicht schonenden Humor, das Vorgetragene immer wieder auf. Ob zum Häuser-Horoskop, zur Synastrie (Partnerschafts-Horoskop-Ver-gleich) oder zur astrologischen Abstützung der Psychosynthese - stets hatten seine Ausführungen Evidenzcharakter. Er weitete den Blick in jene überpersönliche Dimension, die dem Einzelnen eine Entwicklungsherausforderung, im fachpsychologischen Sinne Charakteristikum der Transpersonalen Psychologie ist, jener »dritten Kraft«, die heute neben den klassischen Richtungen der Psychoanalyse und dem Behavionsmus zunehmend wissenschaftliche Bedeutung und Anerkennung erhält.

Zeigte Bruno Huber, wie wir über unser kleines Ich - »trans-personal« -hinauswachsen können, so stellte Louise Huber in bewährter Weise immer wieder den kosmisch-rhythmischen Weltentwicklungsprozess vor uns hin, der nur durch empfangs- und wirkbereite Menschen hindurch – »trans-personal« heilend konkretisiert werden kann: Ihre Ausführungen über das dreidimensionale Verständnis der Planetenkräfte wie auch die von ihr angeführte Tierkreis-Meditation machten die Verantwortung deutlich, die der astrologisch-psychologische Berater mit jeder helfenden Aktivität übernimmt.

Wolfhard König, Dipl. Psychologe, konnte aus einer umfangreichen Beratungs-Erfahrung schöpfen, als er die modernen fachpsychologischen Erkenntnisse der Paar- und Familien-Dynamik vor den Teilnehmern auffächerte. Seine plastische Charakterisierung der Phasen des Partnerschafts-Prozesses »Euphorie/Krise/Vertiefung« leuchtete nicht nur ein zentrales Betätigungsfeld für die angehenden Berater aus, er hat gewiss auch manchem der Teilnehmer sehr persönliche Aha-Effekte vermittelt.

Fritz Gehre vermochte mit seinem beim Altmeister der deutschen Psychologie, Philipp Lersch, entwickelten phänomenologischen »Gespür« die geistigen Planeten Uranus, Neptun und Pluto so trefflich zu charakterisieren, dass wir sie als vertraute »Freunde und Helfer« in den Lebens- und Arbeitsalltag mitgenommen haben.

Nach dem morgendlichen Vortrag folgte am frühen Nachmittag der von Bruno Huber entwickelte Farbdialog. Eine zweistündige Malübung in Kleingruppen, die wortlos, dafür aber umso intensiver Gelegenheit zur Selbsterfahrung und nicht selten auch zu »nervender« Fremderfahrung bot. Dort, wo die Malgrupen der Versuchung widerstehen konnten, die Malübung abzukürzen, um sich im Schwimmbecken zu tummeln, konnten die Übenden von Bild zu Bild die für jeden Berater so wichtige dialogische Sensibüisierung erleben. Aus gemalten Monologen wurde ein intensiver »Multilog«, der sich an beeindruckenden Farbsymphonien unmittelbar erkennen und mit sachkundiger Hilfe durch Bruno Huber deuten liess.

Eine weitere sehr intensive Erfahrung bot das abendliche wechselseitige Studium der Horoskope in Kleingruppen, dem täglich durch einen anderen API-Senior-Berater thematische Akzente aufgesetzt wurden. Fragen wie: »Wie helfe ich mir selbst in meiner derzeitigen geistig-seelischen Entwicklungs-Situation?« »Was nehme ich am ändern wahr?« »Wo liegen meine ganz persönlichen Kommumka-tions-Barneren?« usw. dürften für jeden einigermassen wachen Menschen von zentralem Interesse sein. Sie fanden mit Hilfe einer schwer-punkt-orientierten Horoskopdeutung oft verblüffend überzeugende Antworten von wesenhafter Bedeutung für den Horoskopeigner. Bei den Gruppenmitgliedern führten sie zu einem wechselseitigen »erkennenden Verstehen«, für das der oft missbrauchte Begriff »All-Liebe« neuen Glanz erhält. In diesen Stern-Stunden - der zeitliche Rahmen von 20.00 -22.00 Uhr wurde durchweg weit überschritten - vollzog sich die Entwicklung der inneren Einstellung und der zwischenmenschlichen Reife, von der eingangs die Rede war, ohne Pathoseinfach so!

Wer, wie der Berichterstatter, umfassende Erfahrung mit Selbsterfahrungs-Seminaren hat, der weiss, dass die hier stattfindenden vertieften zwischenmenschlichen Begegnungen oft zu einer emotionalen Euphorie führen, weil derartige Begegnungen im Alltag unserer Klassengesellschaft so selten geworden sind.

Die API-Berater-Ausbildung war offensichtlich für jeden, der bereit war, sich zu öffnen, auch ein sehr begeisterndes Erlebnis. Es kam aber kaum zu jenem realitätsfremden, euphorischen »Abheben«, der die Ernüchterung »back home« zwingend folgen muss. Vielmehr kann ich jetzt noch, d. h. Wochen nach diesem Erlebnis, an mir und auch an anderen Teilnehmern ein intensiviertes Lebensgefühl feststellen, das sachlich-wach und zugleich begeisternd ist.

Was ist dieses besondere, offensichtlich nachhhaltig wirkende Element der API-Berater-Ausbildung? Verläuft nicht unser Alltag üblicherweise zweckgerichtet und weitgehend frei von Gefühlen der Sympathie und Antipathie, ganz gleich ob wir uns durch das Verkehrsgewühl schlängeln, im Supermarkt einkaufen, einer Lehrveranstaltung an der Uni folgen oder uns in einer Klinik medizinisch behandeln lassen.

Gefühle stellen sich allenfalls als Ärger über Nachbarn, Kollegen am Ar-beits-XStudienplatz oder Familienmitglieder ein. Gefühle der Sympathie oder gar des liebevollen Denkens über, Fühlen mit oder Handeln für andere Menschen scheinen ein Luxus, den wir uns nur ganz ausnahmsweise leisten.

Um »verstehend« mit sich selbst oder anderen Menschen umgehen zu können, bedarf es schon »wissenschaftlicher« Kriterien oder Typologien, z. B. der Temperaments-Arten (Choleriker, Sanguiniker usw.) oder etwa der C. G. Jung'schen Funktionstypen (Denk-, Fühl-Typ usw.), die jedoch meist »zu allgemein« sind. Psychologische Test-Batterien bringen im Verhältnis zum Aufwand für den Ratsuchenden relativ wenig Erkenntniswert. Auf jeden Fall ist dieser Zugang zur geistig-seelischen Kernschicht des Mensch-Sems umständlich und teuer. Die Horoskop-Deutung stellt demgegenüber, wie sich in Achberg täglich immer wieder überzeugend erleben Hess, einen relativ einfachen, der Individualität m höchstem Masse Rechnung tragenden Zugang zur geistig-seelischen Struktur eines Menschen dar - wenn sie nach wissenschaftlichen, d. h. Punkt für Punkt nachvollziehbaren, wiederholbaren, lernbaren Deutungsgesichtspunkten erstellt und in einem einfühlenden Dialog mit dem Horoskop-Eigner gemeinsam erarbeitet wird.

Hier liegt nach meiner Beobachtung das Besondere der »Huber-Methode«, die gerade Menschen, die mit beiden Beinen im Leben stehen, anspricht. Bei diesem Vorgehen ist der Horoskop-Eigner zugleich Objekt und Subjekt eines transparenten Selbsterkenntnis-Prozesses, und das entspricht seinem zeitgemässen Mündigkeitsbewusstsein. Berater und Ratsuchender finden sich hier gleichberechtigt zu einem gemeinsamen Erkenntnis-Prozess zusammen. Dieser Prozess ist aufwühlend und befreiend zugleich, weil er stark motiviert, in die jetzt erkennbar werdenden Entwicklungsziele hineinzuwachsen, um dem geistig-seelischen Leidensdruck, den wir alle mehr oder minder stark mit uns herumtragen, zu entwachsen.

Sich selbst und andere Menschen in einem ständigen Entwicklungspro-zess zu erkennen und anzunehmen ist begeisternd. Es macht den Umgang mit sich selbst und mit anderen Menschen wesentlich leichter. Der API-Berater versteht sich daher nicht zuletzt als Entwicklungs-Berater. Er unterstützt damit auch seine eigene Persönlichkeitsentwicklung. Ca. 30 Berater-Praktikanten konnten nach Abschluss der Ausbildungswoche noch für eine weitere Woche in Achberg bleiben, um der Schar neu angereister »Astro-Novizen« beratend zur Seite zu stehen. Es war für sie sehr ermutigend zu erleben, wie ihre grundsätzlich stets unvollkommene Hilfe gesucht und angenommen wurde.