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Titel Ausgabe 9



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Zurück Ausgabe 9 vom 23.08.1982 • Seite 16ohne Login!

• Unser Zodiak

Unser Zodiak. Himmelskarte mit Planetenlauf. Uranus – Neptun – Pluto

Bruno Huber

Die astronomische Einheit

Innerhalb des Sonnensystems werden Distanzen in einem Einheitsmass gemessen. Die astronomische Einheit (kurz AE) entspricht dem mittleren Abstand SONNE-ERDE. Das sind rund 15O'000'000 km (150 Millionen Kilometer). So hat z. B. der Saturn 9.55 AE, d. h. er ist neuneinhalbmal weiter von der Sonne entfernt als die Erde (l'428'OOO'OOO km).

Gravitation

Die Bahnen, welche Himmelskörper (Planeten, Kleinplaneten, Meteoriten, Kometen, etc.) für uns Erdenbewohner als scheinbar gerade und gekrümmte Linien in den nächtlichen Himmel zeichnen, sind in Wirklichkeit fast kreisförmige ELLYPSEN verschiedener Grossen. Ellypsen haben zwei Brennpunkte (Kreise nur einen). Jeweils in einem dieser beiden »Mittelpunkte« steht bei jeder Bahnellypse die SONNE. Sie ist das ZENTRUM aller Bewegungen.

Die Bewegungen sämtlicher Körper im Sonnensystem erzeugen mit der Sonne zusammen ein gemeinsames Kraftfeld. Die wirkende Kraft nennen wir Schwerkraft oder Gravitation. Zwar hat Jsaac NEWTON schon im 18. Jahrhundert diese »Kraft« erkannt und formuliert. Ja sogar KEPLER hat am Anfang des 17. Jh. bereits mit ihr gerechnet. Er hat die Formel für die Bewegungen der Planeten entwickelt und damit Auswirkungen der Gravitationsgesetze erfasst. Aber bis heute weiss in Wirklichkeit noch immer niemand, was Gravitation eigentlich ist.

Die Bode'sche Regel

(0.4 + n x 0.3 = X AE)

[n = 0,1,2,4,8,16,32,64,128 usf.]

Entfernung nach Bode

wahre Entfernung

Merkur 0.4 + 0 •0.3= 0.4 0.39

Venus 0.4 + 1 •0.3= 0.7 0.72

Erde 0.4 + 2 •0.3= 1.0 1.0

Mars 0.4 + 4 •0.3= 1.6 1.52

Kleinplaneten 0.4 + 8 •0.3= 2.8 etwa 2.9

Jupiter 0.4 + 16 •0.3= 5.2 5.2

Saturn 0.4 + 32 •0.3 = 10.0 9.55

Uranus 0.4 + 64 •0.3= 19.6 19.2

Neptun 30.1

Pluto 0.4 + 128 0.3 = 38.8 39.5

Diese Entfernungsregel sagt, in welchen Abständen von der Sonne überhaupt Planeten ihre Bahn ziehen können. Sie wurde arn Ende des 18. Jh. von Titius und Bode aufgestellt. Nach ihr hat man festgestellt, dass zwischen MARS und JUPITER eigentlich ein Planet sein müsste. Worauf man anfing, den Himmel systematisch nach Kleinplaneten (Planetoiden, Asteroiden) abzusuchen. Bis heute sind über 3000 gefunden worden, von denen sich die meisten in der vorerwähnten Lücke bewegen.

Die wahrscheinlichste Erklärung: Es handelt sich um die Bruchstücke eines ehemals zwischen Mars und Jupiter orbitierenden Planeten.

Uranus, Neptun, Pluto

Durch diese Funde hat sich die Bode'sche Regel bestens bestätigt - auch wenn sie, mit bis zu fünfprozentiger Abweichung von der Wirklichkeit, nicht astronomisch präzis ist.

Am 13. März 1781 entdeckte HERSCHEL, mit seinem Teleskop den Himmel durchmusternd, den Planeten Uranus. Und es erwies sich, dass auch er dem Bode'schen Zahlenspiel mit nur 2 % Fehler gehorchte.

Doch dann kam mit der Auffindung eines weiteren -übrigens vorher von Leverrier errechneten- Planeten die Ernüchterung. Neptun wollte von Bode nichts wissen! Damit war für viele Astronomen die Titius-Bode'sche Regel erledigt. (Übrigens: am 23. September jährt sich die Entdeckung des Neptun zum 136. Mal.)

Schliesslich fand man - nach komplizierten mathematischen Ermittlungen Lowells und über 20-jähriger Fernrohrsucharbeit - am 21. Januar 1930 den bisher letzten Planeten Pluto.

Er hat von allen Planeten zwar die exzentrischste Bahn - sein sonnennächster Bahnpunkt (Perihel) ist innerhalb des Neptun-Orbit - aber sein mittlerer Entfernungswert entspricht wieder der Bode'schen Regel.

Pluto wurde übrigens gefunden, als er im Orb seines aufsteigenden Knotens stand:

18°16 Krebs (Knoten = 19°24 Krebs). Und sein Perihel (s. oben) ist auch an einem besonderen Punkt, nämlich auf 12°30 Skorpion), dem Goldschnittpunkt des gesamten Tierkreises (Talpunkt).

Das Planetensystem von ausserhalb gesehen

Die Zeichnung veranschaulicht die Planetenbahnen. Sie verlaufen - mit Ausnahme von 2 - annähernd in der Ebene der EKLIPTIK (Widder, Krebs, Waage, Steinbock). Die proportionalen Verhältnisse der Umlaufbahnen sind ungefähr naturgetreu; die Planeten sind alle optisch vergrössert (ca.: l : 100). Die feinen Pünktchen stellen den Planetoiden-Ring dar. Die Erdbahn ist die 3. von innen ( O – Merkur, Venus, ???, Mars, Planetoiden). Auffallend ist die starke Bahnneigung von Merkur : (7°00') und Pluto: (17°09'),

Sonderlinge ...

Von den drei neuen Planeten lässt sich also allerhand seltsames berichten. Und wir können aus ihrer Entdeckungsgeschichte, wie aus ihrer Gravitationslage im Sonnensystem einiges an Deutungsqualitäten im astrologischen Sinne ableiten. Ich will es hier nur anreissen:

URANUS: Er ist eine Zufallsentdeckung, bedeutet also das Erkennen des Unbekann-

ten oder Unerwarteten. Seine Polachse liegt in der Ebene der Ekliptik (bei allen anderen Planeten ist sie aufgerichtet). Er hat also seine eigene »Tour«, ohne im solaren Kraftfeld zu stören - originell, was?

NEPTUN: Er hat die kreisförmigste (also ebenmässigste) Bahn von allen Planeten. Und das, obschon er sich in einem Raum des planetaren Systems bewegt, den es

eigentlich nach den Regeln der Kunst nicht geben kann. Er macht also das Unmögliche möglich, und seine Gesetzmässigkeit gibt er nicht preis. Übrigens liest sich seine Entdeckungsgeschichte wie ein Krimi. Hiezu zu empfehlen: Morton Grosser, ENTDECKUNG DES PLANETEN NEPTUN, Suhr-kamp Wissen, Frankfurt/M 1970.

Datum und Zeit seiner Entdeckung sind von Galle genau notiert worden.

PLUTO: Mit seiner Bahn-Exzentrizität und seiner ungewöhnlichen Bahn-Neigung (17°!) ist er ein Beispiel extremer Bewegungen. Ausserdem ist er womöglich system instabil. Astronomen vermuten es jedenfalls - manche meinen, er könnte auch ein Fremdling in der Planetenfamilie sein. Ist er der »Aufbruch zu neuen Ufern«? Oder, durch seine Onentiertheit ins Skor-pionzeichen (Perihel), der Einbruch in die Unterwelt des Archetypischen?

Zwischen November 1988 und August 1989 läuft Pluto dreimal durch seinen Perihel in 12°30 Skorpion. Vielleicht verrät er uns dann seine Absichten....?

Scheint die Welt so gross,

weil der Kopf so klein?

Auch das kleinste Ding hat seine Wurzel

in der Unendlichkeit,

ist also nicht völlig zu ergründen.

(Aus Wilhelm Busch: »Reime und Sinnsprüche«)