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Titel Ausgabe 10



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The Biennial AFA-Convention in Chicago 1982

Bruno Huber

The Biennial AFA-Convention in Chicago 1982

Es ist eine wahre Monster-Schau astrologischer Talente (und Un-Talente), wie sie besser zu einer Stiersonne am MC gar nicht passen könnte. Denn so steht die Sonne im Gründungshoroskop der veranstaltenden »Gesellschaft amerikanischer Astrologen« (American Föderation of Astrologers [AFA]).

Die AFA ist die grösste astrologische Berufsorganisation, die es gibt. Sie hat über 5000 Mitglieder - übrigens nicht nur in den USA, sondern auch in der ganzen Welt. Und so ist es nicht erstaunlich, wenn alle zwei Jahre an die 2000 Berufs- und Nichtberufsastrolo-gen zur Convention »pilgern«.

Während fünf Tagen kommt man kaum aus dem Hotel heraus. (Das ist auch gar nicht unbedingt notwendig, denn man schläft und isst im Hotel, und man kauft sogar im Hotel ein.) Während diesen Tagen kann man während sechs Stunden - in vier Sektionen zu eineinhalb Stunden - etwa 230 Workshops besuchen.

Selbstverständlich kann man sich nur ein Zehntel davon wirklich anhören - wenn man alle Chancen nutzt! Und dazu kommt die ständige Qual der Wahl. Denn zu jedem Zeitpunkt muss man sich aus 30 gleichzeitig Sprechenden »die guten« heraussuchen. Nach drei Tagen hat man den Trick raus, dass es besser ist, zuerst andere zu fragen.

Denn die Qualität der Vorträge ist, um es freundlich zu sagen, sehr unterschiedlich. Wenn man es genauer besieht, so sind in dem Riesenangebot von 230 Rednern, die stolz zur »Fakultät« gehören (und einen goldenen Bendel tragen dürfen), tatsächlich nur etwa 20-25 es wert, angehört zu werden.

Trotzdem ist diese kunterbunte Schau, die in vielem ein »Jahrmarkt der Eitelkeiten« ist, sehr repräsentativ für das astrologische Leben in Amerika. Man lernt die vielen Strömungen kennen, die es da scheinbar gibt. Und man merkt mit der Zeit, dass es so viele grundsätzlich verschiedene gar nicht sind. Wie das ja auch im deutschen Sprachraum etwa ist.

Tatsächlich scheint seit einiger Zeit der deutschzungige Astrologengenius in Amerika sehr bestimmend und richtungweisend geworden zu sein. So sind die Hamburger Schule (Witte) unter der Bezeichnung Uranian Astrology - und die Ebertinsche Richtung mit dem bekannten Markenzeichen Kosmobiology heute in den USA prozentual eher stärker vertreten als im deutschen Stammgebiet.

Auch die Astrologische Psychologie, die wir seit etwa sechs Jahren durch die AFA-Convention importieren, hat mittlerweile grosse Beachtung und Achtung gefunden und gewinnt ständig an Boden. Sie ist jedenfalls heute in Amerika bereits auch ein »Markenbegriff«. Und bekanntlich bedeutet in diesem Land »Trade Mark« gleich Popularität. (Übrigens ist zu dieser Konferenz unser zweites Buch »Lebensuhr« in Englisch erschienen - drei weitere sind bereits in Übersetzung.)

Einen grossen Raum nimmt in Amerika, wie in allen anderen Sprachräumen auch, die traditionelle Astrologie mit ihren vielen Spielarten und Spezialitäten ein. Die amerikanische Grundform ist hauptsächlich durch Grossen wie Lilly, Alan Leo, Marc Edmund Jones und Däne Rudhyar geprägt, bewegt sich aber im grossen und ganzen im einfachen Ereignisdenken. Deshalb ist die prognostische Methodenvielfalt hier besonders ausgeprägt und ufert vielfach aus im lächerlich erfolgsorientierten Haschen nach immer neuen (besseren?) Methödchen.

Es gilt für völlig normal, wenn ich sage, dass ich zu Hause eine Katze habe, dass man mich nach deren Aszenden-ten befragt. Oder dass man wissen möchte, wie denn das »Horary« (Stundenhoroskop) beim Kauf meines letzten Wagens gestanden habe. Auf solche Fagen wusste ich jeweils keine Antwort und wusste auch nicht, sollte ich mich schämen oder zu einem Vortrag anheben.. .

Ich habe meistens beides gelassen.