Astrolog-Archiv

(Bitte auf den jeweiligen Ausgaben-Block klicken, um die entsprechenden 20 Ausgaben anzuzeigen)
Artikel in grüner Farbe sind ohne Login zugänglich!
Ausgaben » [1-20] [21-40] [41-60] [61-80] [81-100] [101-120] [121-140] [141-160] [161-180] [181-200] [201-218] Aktuelle Ausgabe
• Suche (Autoren, Titel, etc.) » Inhaltsverzeichnis • Suche nach Begriffen in Artikeln »
Titel Ausgabe 10



Archiv-Übersicht
Nach oben Nach oben
Zurück Ausgabe 10 vom 23.10.1982 • Seite 7ohne Login!

• Astrologie & Religion

Astrologie – Lebenshilfe auch für Christen?

Jak Riger, Rita Keller

Vortrag, gehalten von Pfarrer Hans Schildknecht am 18.9.1982 in der ZwingliKirche Schaffhausen.

Erstaunlich genug, dass in jüngster Zeit auf den Astro-Boom vermehrt Reaktionen aus christlichen Kreisen hervorgehen. Mittlerweilen geschieht dies in unserer Medienlandschaft auch in allen denkbaren Schattierungen.

Der nun folgende Vortrag, organisiert von der Arbeitsgemeinschaft der christlichen Kirchen, zeigt eine überaus erfreuliche Trendwende, wie sie so schnell eigentlich nicht zu erwarten gewesen wäre.

Die Einführung beginnt mit einem sehr treffenden Bibelzitat: »Alles, was auf der Erde geschieht, hat seine Zeit.. .«, gesprochen von einem weiteren anwesenden Pfarrer.

Der Hauptreferent, Pfarrer Schildknecht, schildert seinen Einstieg in die Astrologie, vorerst mal aus Neugier, daraus resultierte die Erkenntnis, dass dies ein Weg sein könnte, den Menschen besser zu verstehen, um demzufolge entsprechend besser helfen zu können. Seine weiteren Interessengebiete Psychologie, Physiognomie und Philosophie würden zudem die Transparenz vervollständigen, diesem Vorhaben genügend Rechnung zu tragen.

Er steht auf dem Standpunkt, dass Theologie nicht mit Scheuklappen betrieben werden darf, und er selber sehr offen sei für die verschiedenen Wege, um an das gewünschte Ziel zu gelangen. Sein besonderer Anstoss aber war für ihn das sprichwörtliche Tabu, in christlichen Kreisen diese Erfahrungswissenschaft zu lehren! Trotz seiner Begeisterung, die er nicht nur verbal auszudrücken vermochte, sondern auch durch seine nicht weniger lebhafte Mimik und Gestik, steht er auf dem Standpunkt, dass Astrologie nicht ein Reizthema für Emotionen, sondern möglichst sachlich betrachtet werden sollte. Diese ertrage in ihrer Vielschichtigkeit selbstverständlich auch aufbauende Kritik und er gesteht dies jedem Anwesenden zu.

Eine sehr wichtige Eigenschaft nebst unserem Intellekt sei die Intuition. Er erwähnt die sehr weit zurückliegenden Ursprünge der Bilder- und Symbolwelt (Archetypen) als geschichtliche Urtatsache alter Kulturen, wie die der Babylomer, Maya, etc.

Mit praktischen Hinweisen gibt er den Anwesenden (gläubigen Christen) das prägnante Beispiel von Leonardos »Abendmahl« (siehe auch Leitartikel) und nimmt Bezug auf weitere Stellen in der Bibel.

Etwa in der Halbzeit des Vertrages fordert der Referent alle unter demselben Sternzeichen Geborenen (Sonnenzeichen) auf, sich für ein paar Minuten in einer Gruppe zusammenzusetzen und Erfahrungen bezüglich Charaktereigenschaften untereinander auszutauschen. Mit diesem einfachen, aber gelungenen Beispiel tauchen prompt dementsprechende Fragen auf, da zwar gewisse Grundtendenzen, aber dennoch die Verschiedenartigkeiten trotz Zeichenverwandtschaft festgestellt wird, Er erklärt darauf die Tatsache, dass die menschlichen Eigenschaften nicht allein vom Sternzeichen herausgelesen werden dürfen, sondern der Menschimmer als Ganzes betrachtet werden müsse. In unserem Fall wäre dies eben das Horoskop, mit allen zur Verfügung stehenden Komponenten.

Den Aussagewert z. B. einer »Mondqualität« astrologisch betrachtet, findet er viel grossartiger als etwa die Gesteinsuntersuchungen dieses Planeten, welche mit viel Aufwand und Risiko realisiert wurden.

(Red.: Gesteinsuntersuchungen = linke Hirnhälfte, Erfassen der astrologischen »Mondqualität« = rechte Hirnhälfte).

Nicht zuletzt betont er den Symbolgehalt des Fische-Zeichens im Zusammenhang mit der christlichen Religion und die Tatsache, dass wir eben jetzt im Begriffe seien, in ein neues Zeitalter (Wassermann) einzutreten.

In der nun folgenden Gruppenarbeit zeigte sich, dass von fast allen Beteiligten eine gesunde Offenheit für die Astrologie vorhanden war, obwohl die wenigsten jemals zuvor sich mit dieser Materie ernsthaft auseinandergesetzt hatten. Selbstverständlich war eine natürliche Skepsis vorhanden, etwa im Sinne von: »Ob Astrologie wohl von Gott toleriert werde« u. a. m. Fragen über Fragen tauchten auf, welche in dieser kurzen Zeit unmöglich ausdiskutiert werden konnten.

Der Vollständigkeit halber soll hier auch erwähnt werden, dass eine einzige wirklich negative Stimme zu Worte kam, die einesMannes von der Heilsarmee (bezeichnenderweise? in Uniform), welcher am Schluss empört ausrief: »Im Sinne der Bibel, dies alles ist mir ein Greuel!«, worauf für kurze Zeit eine hilflos bedrückende Stimmung im Saal eintrat. Man muss ihm zugute halten, dass er sich wenigstens den ganzen Vortrag angehört hatte ...

Zusammengefasst darf sicher behauptet werden, dass von den ca. 70! Teilnehmern eine sehr erfreuliche und gesunde Neugier zu verzeichnen war.

Womit die Absicht dieser Veranstaltung, nämlich als Impulsgebung für die Auseinandersetzung mit dem Neuland »Astrologie«, sicher genügend erfüllt wurde.

Zum Abschluss liess Pfarrer Schildknecht die »Befürchtung« offen, dass er mit diesem Vortrag allenfalls An-stoss geben könnte, von der Kirchenkommission als amtierender Pfarrer kritisch unter die Lupe genommen zu werden.

Diesem mutigen Pfarrer gebührt Lob und Anerkennung auf seinem initiativen Weg, in christlichen Kreisen brauchbares Wissen zu verbreiten.

Wenn schon Lupe, müsste man den Herren Kirchenvätern eigentlich vorschlagen, diese einmal gereinigt und segensreich für die Astrologie einzusetzen!