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Titel Ausgabe 10



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Zurück Ausgabe 10 vom 23.10.1982 • Seite 16ohne Login!

• Zeitgeschichte

Machtübernahme

Bruno Huber

Bundeskanzler Schmidt durch das Parlament gestürzt.

Konstruktives Misstrauensvotum bringt Kohl an die Macht.

Wir möchten Ihnen vor allem die drei massgeblichen Horoskope präsentieren: Bundesrepublik Deutschland, Helmut Schmidt, Helmut Kohl. Und dann ein paar Hinweise zu Ihrem näheren Studium der Zusammenhänge.

Es geht um Macht. Also ist die »Macht« -Achse im Zodiak (Krebs-Steinbock) und im Häusersystem (vier und zehn) zu beachten. Die BRD hat keine Planeten in Krebs oder Steinbock, aber diese Zeichen stehen in der entsprechenden Häuserachse (IC, MC). Das macht dieses Land für Machtdenken sehr empfindsam nicht mehr.

Diese »leere« Machtachse ist während der letzten acht Jahre durch Helmut Schmidts mehrfache Oppositions-Spannung in Krebs und Steinbock »aufgefüllt« worden. Des öftern wurde zwar sein autoritärer Führungsstil kritisiert. Aber Machtfähigkeit beeindruckt die Deutschen. Und so hat man ihm in neuerer Zeit sogar das Gegenteil, nämlich Führungs-»Schwäche« vorgeworfen.

Schmidts Machtachse liegt im »Schatten« der fünften und elften Spitze. Das zwingt ihn, aus milieubedingter Moral die Anwendung von Macht ideell zu begründen. Und gerade in den letzten Monaten wäre die Anwendung von »Macht an sich« notwendig gewesen, hätte er seine Position um jeden Preis halten wollen. Aber das konnte er bei seiner Motivation nicht. . . Führungsschwäche?

Auf der anderen Seite nämlich wurde seit der Wahlschlappe 1980 ganz offen das Spiel um die Macht gespielt. Helmut Kohl ist der Mann, der in Begriffen der reinen Macht denkt. Auch hat er eine Opposition in Krebs / Steinbock - aber diese steht in den »richtigen« Häusern (4/10), und sehr stark: direkt am Meridian. Auf dieser Opposition baut sich ein Leistungsdreieck auf, das anzeigt, dass sein Bedürfnis nach Machtausübung eine Kompensation seiner Minderwertigkeitsgefühle sein könnte. Die zwei Quadrate treffen nämlich auf eine Sonne-Merkur-Uranus-Konjunktion nahe dem Talpunkt des zwölften Hauses. Und Zwölfthaus-Son-nen weisen häufig auf sogenannte repressive (d. h. das Ich unterdrückende) Erziehung. Interessant ist, die Geschehnisse dieses denkwürdigen 1. Oktobers mit den Alterspunktbewegungen in etwas erweiterter Perspektive zu sehen.

Bei allen drei Geburtsthemen ist ein deutlicher Einschnitt sichtbar - allerdings zwei sehr verschiedener Prägungen.

Bei BRD und Kohl besteht die Aspektfigur aus zwei getrennten Teilen. Und in beiden Fallen wandern die Aspekte des AP von der einen in die andere Figur. Ich habe in diesen Horoskopen jeweils die Figur dicker ausgezogen, aus welcher der AP zur Zeit »auswandert«. Bei den Aspekttabellen sind entsprechende Randbemerkungen angebracht.

Bei Schmidt liegt der Fall anders. Der Zeiger seiner Lebensuhr wies am 7. September auf einen Talpunkt - und nicht auf irgendeinen, sondern den des elften Hauses. Die Talpunkte der soge-nannten fixen Häuser (2, 5, 8, 11) kann man bekanntlich als die entscheidenden Lebenswenden bezeichnen, an denen man sein Leben neu orientieren sollte. Wer das nicht selbst tut, der wird vom »Schicksal« belehrt! Und das kann schmerzhaft sein. Im elften Haus sollte man »seinen Altersstü finden«. Oder anders gesagt, es wird naturbedingt Zeit, sich zu überlegen, wieweit man von äusserlich-weltlichen Aktivitäten Abstand nehmen sollte.

Wobei einem extravertiert-machtbe-tonten Menschen wie Helmut Schmidt schmerzlich bewusst werden muss, dass Abstand nehmen auch eine Ein-busse an direkter Einflussnahme bedeutet.

Ein Tag nach Durchgang durch den Talpunkt war das Quincunx zur (talpunktnahen) Sonne exakt. Was zeigt, dass ihm die folgenden Ereignisse scharf ans Lebendige gingen. Für ihn selbst war seine Identität in Frage gestellt. Vielleicht sollte er sich seinen Vorgänger Brandt als Beispiel nehmen, der dieses Problem offensichtlich rechtzeitig löste noch im aktiven Bereich der elften Spitze (dessen Geburtsdaten sind auf Seite 32 verzeichnet).

Schmidt ist noch nicht über den Berg. Am 29. Dezember wird noch die Opposition zu seinem fast losgelösten Mars (stark umweltgesteuerter Aktivitätsreiz) exakt.

Wenn das Aspektbild aus zwei voneinander getrennten Teilen besteht, so erzeugt das im Bewusstsein zwei Funktionskreise, die unabhängig tätig sein können - und je nach beteiligten Planeten auch verschieden motiviert. Bei Kohl ist der Unterschied der zwei Figuren sehr gross.

Die kleinere Figur - durch welche die AP-Aspekte seit 1979 gelaufen sind -ist von den Planeten her sehr weich, auf harmonischen Kontakt ausgerichtet und überempfindlich. Durch die Venus am AC kann sie ausgesprochen opportunistisch reagieren, um das Gesicht eines liebenswerten Menschen zu wahren.

Ganz anders die grössere, durch die Ich-Planeten Saturn und Sonne gesteuerte Konfiguration. Sie ist von den Planeten her, wie auch durch die Betonung der Kardmalzeichen, durch ein Leistungsdreieck mit »Eckbindung« (Hauptachsen) geprägt. Sie enthält das Machtstreben und das kompensative Bedürfnis, sich durch ausserordentliche Leistung zu bewähren. Dahinter steht ein Elternproblem: eine starke Mutter, die einen angstgehemmten Vater dominiert (Saturn MC Quadrat Sonne in TP 12).

In diese Figur wandern die AP-Aspekte jetzt hinein. Der erste Aspekt dieser Gruppe (Quadrat Uranus) wird Ende Mai 1984 fällig. Das Timing des Herrn Kohl für eine Machtübernahme hätte nicht besser sein können - von seinem wie von des Opponenten Horoskop her! Er wird die Macht bis 1984 behalten, wenn er Neuwahlen im Frühling verhindern kann, ohne sich dabei selbst zu exponieren.

Um mit La Fontaines Fabel zu sprechen: „Wird sich der deutsche Rabe vom Fuchs mit dem niedlichen rheinischen Akzent übertölpeln lassen, weil ihm der »starke Mann« lieber ist als eine wirklich weise Regierung? Auch das BRD-Horoskop ist in einer schwachen Phase: der AP läuft Anfang Februar in den Talpunkt 6.

Schliesslich sind Talpunktdurchgänge die richtigen Zeiten, um wesentliche und grundsätzliche Entscheidungen zu fallen.