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Titel Ausgabe 10



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Zurück Ausgabe 10 vom 23.10.1982 • Seite 18ohne Login!

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Deutungsgrundlagen, Teil 2

Ursula Hunkeler

Die drei Persönlichkeitsplaneten

Es sind diese drei Planeten, die das Persönlichkeitsbewusstsem ausmachen. Das ICH setzt sich zusammen aus:

Sonne = Selbstbewusstsein, Drang nach Expansion
Saturn = bewahrendes Prinzip, Streben,nach Sicherheit
Mond= sensitives Instrumentarium, das Ich-Gefühl

Die Sonne

Sie stellt das Selbstbewusstsein an sich dar. Bewusstsein in dem Sinn: »Ich denke, also bin ich«. Die Sonne ist der Fokus unseres Bewusstsems. Sie ist die Fähigkeit, in bewusste Beziehung zu treten mit der Welt, in die wir geboren wurden. »Ich bin so und die Welt ist so«.

Diese Feststellung führt zu einer Abgrenzung der Eigenheit, zu einer Bewusstheit der eigenen Wünsche und Bedürfnisse einerseits. Anderseits führt sie zu einer graduierten und differenzierten Bewusstheit über meine Umwelt. Anders ausgedrückt, dies ist der Weg des Menschen zur Individualität.

Wie ist nun dieses Selbstbewusstsein im individuellen Horoskop zu deuten?

Es ist nicht der Sinn dieser Artikelserie, ein Nachschlagwerk für Sonnen- oder andere Planetenstellungen zu liefern. Denn es ist gefährlich, weil irreführend, mit einem »Rezeptbüch-lem« an Horoskope herangehen zu wollen. Betrachtet man nur einzelne Stellungen - isoliert vom Gesamtbild -im Horoskop, verliert man sich im Detail und kann wichtiges nicht mehr von weniger wichtigem unterscheiden.

Sicherlich haben Sie - da Sie sich für Astrologie interessieren - aufmerksam »Ihr« Tierkreiszeichen studiert. Dies ist nichts anderes, als eine ausgedehnte Betrachtung des Sonnenstandes in einem bestimmten Tierkreiszeichen. Um nun aber ein genaueres Bild des Sonnenstandes (oder eines anderen Planetenstandes) zu erhalten, sind differenziertere Betrachtungsweisen notwendig. Wie ist nun diese Sonne ins Aspektbild des persönlichen Geburtshoroskopes eingebaut?

In welchem Bereich des Horoskopes steht sie?

Durch das Fadenkreuz (= die Linie vom AC zum DC sowie die Linie vom MC zum IC) wird das Horoskop in 4 Teile geteilt - die Quadranten (s. Skizze). Sie sind Themenbereiche, die uns eine deutliche Orientierung geben.

Im Folgenden wollen wir die Sonnenstellung in diesen 4 Quadranten einer näheren Betrachtung unterziehen:

1. Quadrant (L, 2. und 3. Haus) Hier lebt das ICH im Bereich der undifferenzierten, triebgesteuerten Selbsterhaltungsfunktion.

Dieser Sektor sorgt dafür, dass wir überhaupt existieren und überleben. Wir müssen uns ernähren, uns schützen und für Fortpflanzung sorgen. Dies sind Triebfunktionen, die wir mit der Sonne (steht sie in diesem Teil) zu lenken versuchen. Doch neigt man hier dazu zu reagieren, bevor man sich einer Situation bewusst geworden ist. Denn das Leben ist hier dinghaft, auf sich bezogen, defensiv. Das Erkennen erfolgt durch das Tun. Man lernt aus Erfahrung.

2. Quadrant (4., 5. und 6. Haus) Er liegt unten rechts zum Deszenden-ten hin, stellt das Unbewusste dar, das vom Kollektiv und vom DU her bestimmt wird. Hier zeichnet sich die sogenannte Konditionierung ab, also das, was sich in der Jugend in uns als Reaktion auf die Einflussnahme der Umwelt bildet. Aus diesen frühen Erlebnissen und Erfahrungen entwickeln sich gefühlshafte Aktions-Reaktions-Mechanismen; man reagiert oder agiert reflexmässig und instinktiv. Das Leben wird in diesem Quadranten als eine Welt der Subjekte erlebt. Die Grundhaltung ist offensiv und emotional. Auch in diesem Quadranten herrscht das unbewusste Tun vor. Man lernt durch die Erfahrung mit dem DU. Denn dieser Quadrant (rechtsliegend) hat mit dem DU zu tun. Man lernt hier mit den Werkzeugen des Lebens umzugehen, seien sie nun körperlicher oder psychischer Art. Die Gefahr besteht hier, dass man sich im Tun verlieren kann, dass man alles nur noch am Massstab der Leistung misst.

Menschen mit der Sonne in diesem Quadranten erleben sich selbst im Kontakt mit dem DU. Es ist deshalb wichtig, sein Selbstbewusstsein wahrzunehmen.

3. Quadrant (7., 8. und 9, Haus)

Hier beginnt der Aufstieg in den bewussten Raum des Horoskopes. Kennzeichnend für diesen Quadranten ist das Denken. Das DU wird hier bewusst wahrgenommen. Das erfordert bewusste Anpassung und zwingt zur Auseinandersetzung mit dem DU, mit der menschlichen Gesellschaft an sich. Man sucht nach Formen des Zusammenlebens, nach Wertmassstäben im Kontakt. Während man im 2. Quadranten noch stark von der Umwelt geformt wird und instinktiv reagiert, versucht man hier, auf bewusste Art, seiner Umwelt gerecht zu werden.

Mit der Sonne in diesem Quadranten, sind wir darauf aus, einen Platz in der menschlichen Gesellschaft zu erobern. Die Sonne deutet hier auf den Versuch selbstbewussten Wirkens nach aussen. Extraversion des Bewusstseins ist hier die treffendste Bezeichnung.

4.Quadrant (10., 11. und 12. Haus)

Hier, im Seins-Quadranten geht es um die bewusste Selbstwahrnehmung. Der Massstab ist nicht mehr das DU sondern das ICH. Hier wissen wir, was wir sind, wer wir sind und wo wir stehen. Hier ist der Raum der bewussten Individualität. Das theoretische Erkennen ist deshalb besonders ausgeprägt, weil es von Trieb - und Instinktreaktionen frei ist. - Introversion ist hier die treffende Bezeichnung für diesen Sonnenstand. Man betrachtet sich selbst und schenkt nur denjenigen Menschen sein Vertrauen, die auf gleichem Niveau stehen und einem von Fall zu Fall nützlich sind. Die Gefahr ist hier, dass der Mensch nur noch mittelbaren Kontakt zur Welt hat, sich auf einen »elfenbeinernen Turm« setzt.

Im III. Teil: Saturn und Mond