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Titel Ausgabe 10



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Zurück Ausgabe 10 vom 23.10.1982 • Seite 21ohne Login!

• Grundwissen

Die Altersprogression. Auszüge aus Lebensuhr im Horoskop

Bruno & Louise Huber

Auszug aus dem Buch »Lebensuhr im Horoskop«

Bevor wir näher auf die Anwendung der Altersprogression eingehen, müssen wir drei wichtige Punkte klarstellen:

1. Die Altersprogression wird nicht am Zodiak, sondern am Häusersystem gemessen.

2. Die Altersprogression erbringt nur in einem Horoskop mit Koch-Häusern richtige Resultate. Placidus- oder andere Häusersysteme weichen in den Zwischenhäusern 2, 3, 5, 6, 8, 9, 11 und 12 ab. Nur die Hauptachse l, 4, 7 und 10 bleiben gleich.

3. Die Altersprogression ist keine Prognose-Methode, mit der wir Ereignisse voraussagen können, sondern eine psychologische Methode der Zeiterfassung, die die dem individuellen Wesen eigenen Zyklen und Entwicklungsprozesse erfasst.

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Zeitdimension im Horoskop

Die Altersprogressions-Methode basiert auf der Erkenntnis, dass das Horoskop nicht nur statisch-räumlich angesehen werden kann, sondern dass auch eine Zeitdimension darin enthalten ist, die unseren ganzen Lebensablauf beschreibt. Wir können ein Horoskop als eine Art Lebensuhr betrachten, auf der wir unsere persönlichen Dispositionen und deren zeitliche Aktivierung durch die Altersprogression ablesen können. Das Häusersystem als Beziehungsfeld zur Umwelt gibt uns sowohl die Raumorientierung, die wir ausführlich in unserem Buch »Die astrologischen Häuser« beschrieben haben, als auch mit Hilfe der Altersprogression eine Orientierung in der Zeit, Wenn wir die zwölf Häuser oder Felder bei der Betrachtung der Altersprogression nicht nur als klassisches Raumgefüge ansehen, sondern als Zeitabfolge, dann erkennen wir eine Entwicklungsdynamik, die das ganze Leben des Menschen betrifft. Diese neue Progressionsmethode wollen wir im folgenden Schritt für Schritt aufzeigen.

Wir nennen die Altersprogression auch den »Alterspunkt«, weil wir sie als einen fortschreitenden Punkt sehen können, der mit dem fortschreitenden Alter durch die zwölf Häuser unseres Horoskopes wandert und alles aktiviert, was darin enthalten ist. Er beginnt beim Aszendenten und läuft im Gegenuhrzeigersinn durch die Häuser eins bis zwölf, bis er wieder zum Aszendenten zurückkehrt.

In der Astrologie verwenden wir immer diese Drehrichtung, weil sie mit den kosmischen Gegebenheiten übereinstimmt. Die Sonnenbahn als grösste Zeitordnung im Jahr, wandert ebenfalls durch den Tierkreis entgegen dem Uhrzeigersinn. Dies ist astrologisch immer die Richtung vorwärts, sowohl für den Tierkreis, für die Planeten, für die Häuser wie auch für die Altersprogression.

Entwicklungsdynamik

Wir erkennen eine gewisse Entwicklungsdynamik, wenn wir vom Aszendenten aus zur Himmelstiefe (IC), weiter zur rechten Seite (DG) und hinauf zum höchsten Punkt im Horoskop (MC) und dann wieder zurück zum AC gehen.

Am Aszendenten wird der Mensch geboren; es ist das zur Minute der Geburt im Osten aufsteigende Zeichen. Am IC wird er erwachsen und verlässt meistens das Elternhaus. Am Deszenden-ten, dem DU-Raum, setzt er sich mit der Umwelt oder einem Partner auseinander. Am MC reift er zur vollen Individualität aus und geht schliesslich wieder zum AC, zu sich selbst, zurück.

In dieser Wanderung können wir die einzelnen Stationen des Lebens entsprechend der Einteilung des Horoskopes in zwei, drei, vier, sechs und zwölf und später auch noch in sechs-unddreissig Teile genauestens beschreiben. Dadurch erhalten wir ein generelles Bild der Lebensphasen des Menschen. Seine ganz speziellen Entwicklungsmöglichkeiten ergeben sich dann aus der Zeichen- und Planeten-Besetzung im individuellen Horoskop.

Wenn wir annehmen, dass das Leben des Menschen am Aszendenten beginnt und die Achse AC - DC den Horizont oder die Erdoberfläche darstellt, so müssen wir zuerst einmal ins materielle Leben hineintauchen. Wir steigen nach der Geburt mit dem Alterspunkt unter den Horizont, in den unbewussten Raum des Horoskopes. Wir tauchen ins Leben ein. Vom IC an streben wir wieder an die Oberfläche, um am DC ans Tageslicht, in den bewussten Raum zu kommen.

Wenn wir uns aus dem Gedränge im Kollektivraum, in das wir verwickelt wurden, emporgehoben und befreit haben, tauchen wir am DC über die Horizontlinie auf. Und da fängt das Leben erst an, interessant zu werden. Daraus lässt sich folgern, dass die ersten achtzehn Lebensjahre im wesentlichen Formungsjahre sind. Der Mensch ist in dieser Phase passiv dem Leben gegenüber eingestellt; er taucht ein in die Welt, um sich formen zu lassen.

Am IC - dem Gegenpol des MC! -erhält er einen wesentlichen Impuls, der ihn veranlasst, seine eigene Individualität zu suchen, An einem Eck-Punkt oder einer der Kardinalachsen angelangt, streben wir immer zum Gegenpol. Der Lebensimpuls des Geborenwerdens treibt uns am AC unweigerlich mit der Zielthematik des DC ins Leben hinaus. Vom IC zum DC kann man wohl immer noch den Schwung des Geburtsstosses benützen, jedoch muss uns die Kraft des Geistes weiter nach oben tragen. Am MC sollte die Individualität voll zur Blüte und Reife kommen, damit wir den Weg zurück zum Aszendenten voll-bewusst erleben können.

Die Wirkungsweise der Altersprogression

Aus dieser Sicht betrachtet, wandern wir sozusagen im Laufe unseres Lebens durch unser eigenes Horoskop, durch unseren eigenen Charakter, ähnlich einem Bühnenscheinwerfer, der am Anfang des Stückes den Hauptdarsteller in seinen Lichtkegel nimmt und diesen durch das ganze Stück in den verschiedenen Szenen ständig begleitet. Wie der Schauspieler durch das Stück geht, so wandert unser Bewusstsein durch die Zeit und trifft auf die einzelnen Faktoren unseres Charakters und unserer Umwelt, die im Horoskop in den Stellungen der Planeten in den Zeichen und Häusern angezeigt sind.

Beim Übergang des AP über einen Planeten wird diese bestimmte Fähigkeit, die der Planet darstellt, ins Bewusstsein oder ms Scheinwerferlicht gerückt. Ein Planet, eine Grundfähigkeit, wird beleuchtet. Das heisst, man wird in dem Zeitraum, da der Übergang wirksam ist, immer in Situationen kommen, in denen man sich besonders mit den Qualitäten und Eigenschaften dieses Planeten beschäftigen wird. Man muss und kann sie jetzt bewusster erleben und einsetzen.

Eine andere Wirkung ist die, dass der AP beim Durchgang durch ein Haus dessen Qualität in unserem Leben aktiviert. Dadurch entstehen im Verlauf der Altersprogression immerzu neue, in uns selbst vorhandene, psychische Grundwellen. Sie verursachen eine ganz bestimmte Haltung gegenüber der Umwelt, gegenüber Freunden und Bekannten, die einmal positiv oder aktiv, einmal passiv, abwartend oder gar ablehnend sein kann. Dabei spielen auch noch die Zeichenqualitäten in den Häusern eine Rolle.

Bei der Altersprogressions-Methode spielt die Zahl Zweiundsiebzig eine bedeutsame Rolle. Ein Umlauf des Alterspunktes durch das Häusersystem entspricht Zweiundsiebzig Jahren. Das heisst natürlich nicht, dass mit zweiundsiebzig Jahren das Leben zu Ende wäre. Wenn dieses Alter erreicht ist, fängt der Kreislauf von vorne an (Spirale).

Im 360-Grad-Kreis des Horoskopes ist die Zahl Zwölf auf das engste mit der Zahl Sechs und der Zahl Zweiundsiebzig verbunden (12 x 6 = 72). Die Zahl Zwölf stellt den Kosmos als einheitliches Ganzes dar. Bei seiner Teilung in zwölf Einzelbezirke entstehen sechs Polaritätspaare (Achsen). Teilt man die Zahl Zweiundsiebzig durch zwölf (die Anzahl der Häuser), so erhält man die Zahl Sechs.

Daraus folgt:

ein Haus im Horoskop 72:12 = 6 Jahre ein Quadrant

(der 4. Teil = 3 Häuser) 72: 4 = 18 Jahre

ein Drittel ( = 4 Häuser) 72: 3 = 24 Jahre

eine Hälfte ( = 6 Hauser) 72: 2 = 36 Jahre

Bei Pythagoras hatte die Zahl Sechs die Bedeutung »Welt«. Die Welt wurde schon seit jeher durch einen Kreis symbolisiert. Der Kreis wird durch seinen Radius bestimmt. Dieser beträgt die Hälfte seines Durchmessers (Strecke vom Mittelpunkt bis zum Umfang). Wenn wir ein Sechseck in den Kreis zeichnen, dann misst die Strecke von einer Ecke zur anderen genau soviel wie sein Radius. Die Zahl Sechs misst also den Kreis, der als die Urein-heit des Lebens gilt. So wird die Sechs zur Norm des Zahlensystems, zur Masszahl des Alls und zur Schlüsselzahl der Altersprogression.

Altersprogression und kosmische Zeitläufe

Auch in der Astronomie ist die Zahl Zweiundsiebzig eine wichtige Zahl. Die Präzession (rückläufige Bewegung des Frühlingspunktes) läuft in 71,7 Jahren einen Grad im Tierkreis zurück. Zweiundsiebzig Jahre stellen daher fast genau V360 eines vollen Rücklaufs des Frühlingspunktes dar.

Anders ausgedrückt: innerhalb von 72 x 360 Jahren = 25 920 Jahre (genau 25 816 Jahre) wird null Grad Widder am selben Punkt angelangt sein, an dem er jetzt steht. Dieser Zeitraum wird als kosmisches oder ptolemäisches Jahr bezeichnet. Entsprechend wird der Zeitraum von 2160 Jahren (genau 2151 Jahre, das sind 30 Grad der Präzessionsbewegung), als kosmischer Monat und die Spanne von zweiund-siebzig Jahren als kosmischer Tag bezeichnet.

Um diese astronomischen Tatsachen zu veranschaulichen, ergeben sich folgende aufgerundete Zeiteinheiten:

72 J. x 360° = 25920 J.= ein kosmisches Jahr

72 J. X 30° = 2160 J.= ein kosmischer Monat

2160J.: 30° = 72 J.= ein kostmischer Tag

Die 72 Jahre, in denen der Frühlingspunkt um1 Grad fortschreitet, machen genau 25 920 Tage aus, das Jahr zu 360 Tagen (=72x5) gerechnet. Sie stellen also ein makromikrokosmisches Verhältnis von aussergewöhnlicher Ausdruckskraft dar, weshalb die Bibel das Normalalter des Menschen auf zweiundsiebzig Jahre festlegte. Die mittlere Lebenserwartung des heutigen Mittel- und West-Europäers beträgt ebenfalls im Durchschnitt zweiundsiebzig Jahre. Der Mensch ist-kosmisch gesehen - tatsächlich eine »Eintagsfliege«!

Der zyklische Verlauf des AP durch die zwölf Häuser

Der Alterspunkt wandert alle sechs Jahre durch ein anderes Haus, ob das Haus gross oder klein ist, spielt dabei keine Rolle. Alle sechs Jahre ändert sich deshalb auch die psychologische Grundhaltung dem Leben gegenüber. Natürlich nicht abrupt, sondern mit Übergängen.

Im Durchlauf durch die zwölf Häuser zeigt die Altersprogression auf einen gleichmässigen Lebensplan. Im Unterschied zu den anfallenden Aspekten, zu den Zeichenwechseln innerhalb von Häusern, die ganz individuell sind, ist der Sechs-Jahr-Rhythmus uns allen gemeinsam. Er ordnet unser Leben in zwölf wesentliche Themen, die gleichzeitig einen natürlichen Ordnungsund Entfaltungsprozess darstellen. Sie stellen immer neue Lebensaufgaben für uns bereit, an denen wir uns orientieren und uns weiterentwickeln können.

Für die Auswirkung der Sechs-Jahr-Stufen können wir die Bedeutung der einzelnen Häuser, so wie wir sie kennen, direkt übernehmen. Das erste Haus zum Beispiel hat mit der Ich-Bil-dung zu tun, im zweiten Haus von sechs bis zwölf Jahren schafft sich das Kind seinen Lebensraum; im dritten Haus erweitert und festigt es sein Wissen; im vierten Haus setzt es sich mit der Familie auseinander, es will flügge werden und im fünften Haus geht es hinaus in die Welt, um sich selbst zu erproben; im sechsten Haus sucht der Mensch nach der richtigen Arbeit, um seine Existenz zu bewältigen; im siebten Haus eine Partnerschaft; im achten Haus einen Status, um eine anerkannte Persönlichkeit zu sein; im neunten Haus eine eigene Lebensphilosophie; im zehnten Haus hat er etwas erreicht und wird eine Autorität; im elften Haus beschränkt er sich auf einen kleinen Kreis von Menschen, seinen Freunden; im zwölften Haus geht er zu sich selbst zurück, nachdem er sein Lebenswerk vollbracht hat.

Eine ausführliche Beschreibung der Einteilung des Horoskopes in die einzelnen Lebensabschnitte finden Sie in dem Buch:

»Lebensuhr im Horoskop« von Bruno und Louise Huber