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Titel Ausgabe 10



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Zurück Ausgabe 10 vom 23.10.1982 • Seite 20ohne Login!

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Die Mondknoten, Teil 3

Louise Huber

In diesem Heft wollen wir fortfahren mit der Beschreibung des Mondknotens im 8. und 9. Haus, Der aufsteigende Mondknoten zeigt in seiner Stellung im Haus (nicht im Zeichen) in jedem Horoskop den Weg für den geistigen Aufstieg des betreffenden Menschen.

Im 8. Haus

(entsprechend Skorpion)

Steht der Mondknoten im 8. Haus, dann ist es im Horoskop die Besitzachse 2/8, die durch die Mondknotenlinie aktiviert wird. Im 2. Haus geht es um den eigenen Besitz, die eigene Substanz, im 8. Haus um den Besitz der anderen sowie um die Gesellschaftsstruktur, die uns schützt. Mit dem Mondknoten im 8. Haus sollen wir in der Gesellschaft unseren Platz finden, unseren Status festigen und für Recht und Ordnung sorgen. Übergriffe werden korrigiert, entweder durch die Gesetze oder durch andere Menschen, denen wir etwas zuleide getan haben. Hier ernten wir, was wir säen. Die Lektion, die wir lernen müssen, heisst: »Gib dem Kaiser, was des Kaisers ist«. Es ist das Gesetz von Geben und Nehmen, das auf der Achse 2/8 herrscht. Sich gegen seine Pflichten sträuben, bringt Verluste und Zurückstellungen. Es ist ein Weg auf Messers Schneide, den der Mondknoten im 8. Haus anzeigt. Früher war das 8. Haus das Haus der Erbschaften. Wenn wir uns nicht anständig verhalten haben, drohte uns die Enterbung. Aber auch eine berechnende Freundlichkeit war keine Garantie, dass wir etwas bekommen würden. Nur echte menschliche Qualitäten, eigenes Format zählen schlussendlich. Zuerst müssen wir immer etwas vorweisen, bevor wir etwas zurückerhalten.

Der absteigende Mondknoten im 2.Haus (Stier), dem Haus der eigenen Mittel, deutet auf materielle Hintergrundmotive, denen wir uns bewusstwerden sollen. Wenn wir uns nur aus Berechnung mit den Gesetzen oder den uns verbundenen Menschen gut stellen und diese zu eigenen Zwecken missbrauchen, ist das der Weg rückwärts. Wenn wir nur an uns denken, dann wird uns eines Tages die Rechnung präsentiert, indem wir alleine dastehen, wenn wir in Not geraten. Deshalb wird das 8. Haus auch das Haus der Prüfungen und der »Stirb-und-Werde-Prozesse« genannt. Unsere Motive werden einer Reinigung unterzogen. Wie der Phönix, der aus der Asche steigt, müssen wir immer wieder diese Wandlungen durchmachen.

Leitsatz:

"Der Aufstieg wird durch das Zerbrechen alter Fesseln und falscher Neigungen gefunden, nachdem man vom alleinigen Vertrauen aufs Materielle abgekommen ist und sein Leben nach ethischen Leitlinien ausrichtet."

Im 9. Haus

(entsprechend Schütze)

Mit dem Mondknoten im 9. Haus, dem Haus des eigenen Denkens, der Weltanschauung, kommt es darauf an, seinen eigenen Standpunkt zu finden und dafür einzutreten. Im 9. Haus sollen wir auf unsere eigenen Beobachtungen und Empfindungen vertrauen und uns von Beeinflussungen frei machen. Es geht hier um die Autonomie des Denkens, um die geistige Unabhängigkeit, die individuelle Freiheit. Wenn wir uns von der Welt in einer möglichst wertfreien und objektiven Weise ein Bild formen, kommen wir der Wahrheit am nächsten. Dann werden wir auch von der Umwelt ernst genommen und können anderen Menschen ebenfalls helfen, ihre eigene Orientierung und Wahrheit im Leben zu finden. Das eigene Weltbild ist der Schlüssel zur Echtheit, zur Individualisierung und Eigenständigkeit.

Mit dem Mondknoten im 9. Haus sollen wir uns kraftvoll und voller Überzeugung für das einsetzen, was wir als richtig erkannt haben. Indem wir selbst beobachten, uns selbst von der Wahrheit überzeugen, kommen wir zu richtigen Konklusionen und Urteilen. Daraus entsteht eine eigene Haltung, die sich nicht so leicht umwerfen lässt, auch wenn Verluste oder Schmähungen drohen.

Der absteigende Mondknoten im 3. Haus (Zwillinge) wäre dann der Weg rückwärts. Das hiesse, unseren Standpunkt aufgeben und uns den kollektiven Denkstrukturen beugen. Wir dürfen nicht meinen, wir hätten nicht das Recht, selbständig zu denken. Das Kollektiv enthält nicht nur Wissen, sondern auch typische Denkstrukturen, die wie Mechanismen eingebaut sind und uns reflexhaft in bestimmten Strukturen denken lassen. Uns davon zu befreien bedarf viel Mut und innerer Kraft, vor allem, wenn eine Autorität oder geliebte Menschen behaupten, unsere Selbständigkeit sei etwas Negatives. Ohne Zivilcourage kommt man nicht zu geistiger Autonomie und ohne Autonomie im Denken gibt es keine bewusste Individualität. Die Prüfung, die wir mit dem Mondknoten im 9. Haus bestehen müssen, ist die, dass wir mit unserer Wahrheit oft ganz alleine dastehen. Aber auch das müssen wir lernen, um gegen Versuchungen immun zu werden. »Der Starke ist am mächtigsten alleine«.

Leitsatz:

Der Aufstieg wird in der Erneuerung des Denkens und zielgerichtetem Eintreten für Wahrheit und Gerechtigkeit gefunden, nachdem wir von der Neigung abgekommen sind, dem Reiseprogramm anderer nachzufolgen.