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Titel Ausgabe 11



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Zurück Ausgabe 11 vom 22.12.1982 • Seite 2ohne Login!

• Astrologie & Religion

Was sagen Theologen zur Astrologie? Mein Verhalten zur Astrologie

Jose Amrein

Ein katholischer Laientheologe und eine reformierte Pfarrerin beziehen Stellung …

Mein Verhältnis zur Astrologie

José Amrein

kath. Laientheologe

Es gibt nicht so viele Theologen, die sich mit der Astrologie auseinandersetzen. Erfährt jemand, dass ich dies tue, ist das Erstaunen oft recht gross und er oder sie stellt dann jeweils verschiedene mehr oder weniger kritische Fragen. Ich möchte in diesem Beitrag auf einige solche Fragen eingehen.

Wie kamst du dazu, dich mit der Astrologie zu befassen?

Etwa vor einem Jahr anerbot sich ein Freund, mir und meiner Frau das Geburtshoroskop auszurechnen. Ich war sehr verblüfft über diesen Vorschlag. Bis dahin war für mich die Astrologie eher Humbug und Geldmacherei. Da ich aber sehr viel von diesem Freund hielt, nahm ich an, dass meine Vorstellung über die Astrologie wohl falsch und ein Vorurteil sei. Zudem hatte ich immer schon ein grosses Interesse, mich selber besser kennenzulernen. So sagte ich gerne zu. Einige Zeit später besuchte uns der Freund. Er hatte die Horoskope bei sich. Bevor wir sie interpretierten, gab er uns eine Einführung m die Symbole, mit denen die Astrologie arbeitet: die Sternzeichen, die Planeten und die Häuser. Ich war dabei sehr bald fasziniert von der Breite, Tiefe und Fülle des Lebens, die mit diesen Symbolen angesprochen wurden. Als wir dann auf dieser Grundlage unsere Geburtshoroskope betrachteten und interpretierten, wuchs mein Staunen weiter. Ich nahm wahr, wie das Interpretieren eines Ho-roskopes eine Kunst ist, die Intuition, Inspiration, Kombination und Logik erfordert.

Hattest du dabei nicht Angst, schubladisiert zu werden?

Ich hatte dieses Bedenken schon. Aber es kommt eben entscheidend darauf an, wer ein Horoskop interpretiert. Wenn dies ein eher ganzheitlicher und reifer Mensch macht, wird auch die Interpretation ganzheitlicher ausfallen. Ein Interpret aber, der sich vor allem daran labt, mit geheimem Wissen auftrumpfen zu können, wird eine entsprechende einseitige Interpretation vorlegen, Was ich bei meinem Freund auch als sehr angenehm empfand, war, dass er nicht mit Urteilen aufwartete wie: »Du hast ein gespanntes Verhältnis zwischen den Planeten Merkur (Denken) und Mars (Energie), das bedeutet, dass dem Denken impulsiv und rücksichtslos ist!« Er sagte eher: »Im Geburtshoroskop zeigt sich eine Frage, eine Spannung im Verhältnis von Merkur und Mars. Fällt dir dazu etwas ein? Wie erlebst du dich, wenn du zum Beispiel diskutierst?« Es ging ihm also nicht um das Horoskop, das ja nur ein Abbild des Lebens ist und nicht das Leben selbst, sondern um mich.

Ich verlor die Angst, schubladisiert zu werden auch deswegen, weil mir klar wurde, dass jede Interpretation immer nur eine Annäherung an das Ganze ist, das das Horoskop symbolisiert. Dieses ist, wie das Leben, noch immer viel reicher als jede Aussage darüber.

Wie wirkte sich die Kenntnis deines Geburtshoroskops aus? Änderte das etwas in deinem Leben?

Ja, ich glaube schon. Dabei ist es aber die Auseinandersetzung mit der ganzen Astrologie, die mich prägte. Mehr als mein Geburtshoroskop. So beschäftigte mich zuerst einmal die Tatsache, wie oberflächlich ich über die Astrologie dachte und urteilte, ohne sie zu kennen. Und ich fragte mich, wo ich wohl noch mehr solche Vorurteile und starre Ansichten hätte. Es vertiefte sich mein Staunen und die Dankbarkeit für die Schöpfung, für diese Welt. Ich dachte darüber nach, wie viele Geheimnisse in ihrer Tiefe verborgen sind und darauf harren, von uns entdeckt zu werden, und wie wenig Menschen diese zu entdecken suchen. Dabei wuchs aber auch wieder mein Zorn über unsere kapitalistische Konsumgesellschaft, die den Menschen nicht als staunenswertes Geheimnis behandelt, sondern ihn hier, bei uns, zu einer Konsummaschine degradiert und in vielen Ländern der Dritten Welt in physische und psychische Knechtschaft zwingt. Ich stellte erneut Fragen an das gegenwärtige kirchliche Leben, wo die Köpfe (der Intellektuellen) zuviel und die Herzen (der Einfachen) zuwenig zum Zuge kommen. Hat St.Exupöry nicht recht, wenn er schreibt: »Nur mit demHerzen sieht man gut?« Wenn wir die Dinge des Lebens nicht mehr nur als Fakten in den Griff bekommen wollen, sondern uns von ihnen als Geheimnis beschenken lassen möchten, dann ist der Verstand nicht mehr unser wichtigstes Organ.

Was die Bedeutung des Geburtshoroskops betrifft, möchte ich erzählen, wie ich damit umgehe: Ab und zu nehme ich mein Horoskop hervor, sei es, weil mich irgend etwas beschäftigt oder weil ich ein neues Buch über Astrologie lese. Ich betrachte es ruhig. Dann stellen sich Gedanken, Erfahrungen, Sehnsüchte, Enttäuschungen und anderes mehr ein. Manchmal fliesst dieser Strom sehr spärlich, manchmal sprudelnd. Nach einiger Zeit fällt mir dann meist eine Erkenntnis zu, die zugleich orientierend und ermutigend ist. Man könnte dies vielleicht am ehesten mit der Meditation eines Traumes vergleichen.

Wenn man sein Geburtshoroskop so ernst nimmt, geht das dann nicht auf Kosten der menschlichen Freiheit? Besteht da nicht die Gefahr, dass du dich vom Horoskop zu sehr beeinflussen lassest?

Ja, die Gefahr existiert schon. Aber die gibt es nicht nur in der Astrologie, sondern überall. Ob ich mich von etwas oder von jemandem determinieren (bestimmen) lasse, hängt nicht so sehr von diesem Etwas oder von diesem Jemand ab, sondern von mir. Es gibt Menschen in den Gefängnissen Südamerikas (politische Gefangene), die in dieser Situation der Unfreiheit unendlich viel freier sind als viele Schweizer, die das scheinbar freie Leben eines Schweizer Bürgers »gemessen«.

Ich kann das Horoskop als Ermutigung und Orientierung verstehen, damit ich meine spezifische Aufgabe für eine menschlichere Welt immer besser wahrnehme. Ich kann es aber auch missbrauchen, indem ich ihm eine Macht zugestehe, die es gar nicht hat. Zum Beispiel wenn ich Angst habe vor meiner Freiheit, die ja immer auch das Risiko des Schuldigwerdens enthält. Es ist -zumindest vordergründig - einfacher, einen egoistischen Lebenszug mit einer spezifischen Planetenstellung im Horoskop zu begründen, als sich zu bemühen, schwesterlicher und brüderlicher zu leben. In Wirklichkeit ist jede Konstellation im Geburtshoroskop eine Aufforderung zum Wachsen in der Liebe, Ein Astrologe bezeichnete die Astrologie als Charakterarbeit.

Wie beurteilst du dann das Verhältnis von Astrologie und Christentum? Schliesst das eine nicht das andere aus?

Es scheint mir falsch, Astrologie und Christentum auf eine gleiche Ebene zu stellen. Das Christentum ist keine Lehre, die eine andere ausschliesst, sondern die Zusage, dass Gott einen jeden von uns zärtlich liebt. Er hat uns nicht nur in Liebe als seine Abbilder geschaffen, sondern hat uns in Jesus auch aus unserer Ausweglosigkeit befreit, in die wir wegen unseres Egoismus, wegen des Neins zu seiner Liebe geraten sind und immer wieder geraten. Im Christentum geht es also ganz einfach um die Liebe, Was nun aber Liebe ist, das können und müssen wir als Christen an Jesus ablesen. Mir scheint, dass sich seine Liebe vor allem durch zwei Dinge charakterisiert: Sie geht bis zum Ende (vgl. Joh. 13, 1), und sie bevorzugt die Armen (das zeigen die Seligpreisungen Lk. 6, 20-26 und der Text über das letzte Gericht, wo Jesus sich mit den Hungrigen, Durstigen, Fremdländern, Nackten, Kranken und Gefangenen identifiziert, Mt. 25, 31-46). Auf diesem Boden möchte ich die Frage beantworten, ob sich Astrologie mit christlichem Leben vereinbaren lässt. Die Antwort müsste dann meines Erachtens so lauten: Wenn die Astrologie mir hilft, in der Weise Jesu etwas besser zu lieben, dann ist sie gut. Fördert sie meinen Egoismus, meinen Kleinmut, verhärtet sie mich, dann ist sie schlecht. Vielleicht könnte man hier auch die Worte Jesu anwenden.

»Nichts, was von aussen in den Menschen kommt, kann ihn unrein machen, sondern das, was aus dem Menschen herauskommt, das ist es, was den Menschen unrein macht« (Mk. 7, 15).

Dann würdest du auch den Vorwurf nicht gelten lassen, die Astrologie sei eine Nabelschau frustrierter Wohlstandsmenschen, die keine grösse-ren Sorgen hätten? Das kann durchaus so sein, muss aber nicht. Ich glaube, dass Gott jedem von uns eine besondere Mission, eine besondere Aufgabe zuteilt zur Befreiung aller Menschen und des ganzen Menschen. Das Beste, das ich für meinen Mitmenschen tun kann, liegt darin, die-, sen Auftrag immer deutlicher zu entdecken und zu leben. In der Tiefe bildet die Treue zum Mitmenschen, die Treue zu mir selbst und die Treue zu Gott ein Einziges und Ganzes. Das Geburtshoroskop kann-neben vielen anderen Möglichkeiten - helfen, diese Berufung besser wahrzunehmen.

Was denkst du von den Horoskopen, die in Zeitungen und Illustrierten abgedruckt sind?

Diese Horoskope haben etwa soviel mit Astrologie zu tun wie der Weihnachtsrummel mit der Geburt Jesu. Irgendwo besteht da eine Beziehung, aber unter vielem Schutt. Interessant ist auch diese Parallele: Über die Zeitungshoroskope wird gelacht - und trotzdem werden sie gelesen. Über den Weihnachtsrummel wird geschimpft - und trotzdem nimmt er nicht ab. Warum wohl? Das Lesen von Zeitungshoroskopen und das Kaufen von Weihnachtsgeschenken scheint von Kräften getragen zu sein, denen mit moralischen Appellen nicht beizukommen ist. Handelt es sich da letztlich nicht um Sehnsucht nach Glück? Biblisch gesprochen: um die Sehnsucht nach dem gelobten Land, wo Milch und Honig fliessen? Aber wie kommt man dahin? Die Israeliten mussten durch die Wüste. Das ist ein Lebensgesetz, dem der Mensch aber immer wieder ausweichen will, weil Wüste mit Leiden und Einsamkeit zu tun hat. Dem Leiden und der Einsamkeit wurde wohl kaum je so total ausgewichen wie heute.

Jesus lehnte die Flucht vor dem Leiden ab: »Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachgeht, kann nicht mein Jünger sein« (Lk. 14,27). Dabei kann man Jesus bestimmt keine masochistischen Tendenzen nachsagen, obwohl diese Texte in der kirchlichen Tradition oft so

angewendet wurden. Es geht ja nicht um das Kreuz um des Kreuzes willen, sondern: »Das habe ich zu euch geredet, damit meine Freude in euch sei und eure Freude vollkommen werde« (Joh. 15, 11).

Erfahrungen mit der Astrologie

Veronika Thurneysen

protest. Pfarrerin

Meine erste Begegnung mit der Astrologie geschah vor etwa fünfundzwanzig Jahren. Durch Freunde war ich zu einer Besprechung meines Geburtshoroskops mit einer Astrologin gekommen. Ich war überwältigt von der Tatsache, dass ein Mensch, der mich nicht gekannt hatte, mir aufgrund meines Horoskopes im Gespräch so viele tiefe Zusammenhänge und verschiedene Seiten meines Wesens aufzeigen konnte. Ich beschloss, der Sache nachzugehen und suchte in Kursen und Stunden bei einem Lehrer dem Geheimnis der Astrologie näherzukommen. Seither hat mich das Interesse an der Astrologie nie mehr verlassen; im Gegenteil, je länger ich mich damit befasse, desto mehr fasziniert sie mich. Im Gegensatz

zu heute war damals die gute astrologische Literatur noch sehr spärlich, denn in der Zeit des Nationalsozialismus wurden die meisten astrologischen Bücher verboten und vernichtet. Die Flut der schlechten Literatur wie auch oberflächliche Sendungen in den Massenmedien in unserer Zeit sind dem Verständnis der Astrologie schädlich.

Wer bin ich?

Wenn ich früher etwa in meinem Bekanntenkreis etwas von der Astrologie verlauten liess, gab es meist ein staunendes Kopfschütteln und vielleicht die Frage: Hast du nicht Angst, dass das Wissen um dein Schicksal dich lahmt oder fatalistisch macht, wenn du glaubst, es sei alles vorausbestimmt? Das ist wohl die häufigste und grundlegendste Fehlansicht über die Astrologie, der ich immer wieder begegne. Ich selber habe genau das Gegenteil erlebt: Einmal, weil das Grundanliegen der ernsthaften Astrologie nicht in erster Linie die Prognosen sind. (Wenn man schon von Prognosen reden will, dann dürfen diese nur sehr vorsichtig, offen und mit grösster Verantwortung gemacht werden.) Zum ändern hat mir die immer wiederkehrende Beschäftigung mit meinen Grundveranlagungen (d. h. mit meinem Geburtshoroskop) eine Fülle von Möglichkeiten aufgezeigt, die zu leben ein ganzes Leben nicht ausreichen würde.

Es hat mir immer wieder neu das Verständnis für meine Schwierigkeiten, d. h. für meine Grenzen, wie auch für meine guten Möglichkeiten, aufgetan. Es hat mich auch immer wieder davor gewarnt, eigene Schwierigkeiten in andere Menschen oder äussere Umstände zu projizieren. Anders ausgedrückt: Ich habe erfahren, dass das, was mir sogenannt »von aussen« entgegenkommt, zu mir, zu meinem mnern Schicksal gehört. Ich möchte hier an die ganz lapidare Aussage von Paracelsus erinnern: »Wie oben, so unten«; man könnte abgewandelt sagen: »Wie innen, so aussen«. Ich muss dann nicht mehr mit dem Kopf gegen eine Wand rennen, denn ich erkenne meine Grenzen klarer, auch muss ich nicht resignieren, denn es ist immer wieder eine Hilfe da, auf die ich mich einstellen kann.

Die Beschäftigung mit der Astrologie hat mir aber nicht nur geholfen, mich selber besser zu verstehen, sondern auch den Menschen meines Umkreises toleranter und verstehender zu begegnen. Nicht zu werten, sondern zu verstehen - zu dieser zutiefst christlichen Haltung werde ich gerade durch die Astrologie immer neu aufgerufen.

Einsicht in den grösseren Raum

Es gibt kein »sogenannt schlechtes Horoskop«. Ja, ich würde heute sogar sagen, dass schwierige Aspekte, Spannungen in unseren Veranlagungen, uns mehr herausfordern; zwar machen sie uns mehr leiden, aber sie bieten uns auch mehr Möglichkeiten zur Entwicklung, weil sie uns zur Auseinandersetzung zwingen. Die harmonischen, guten Seiten spüren wir oft gar nicht, denn dort gibt es eben keine Probleme, dort läuft alles rund, dort stossen wir nicht an und nehmen es darum als selbstverständlich, weil es »einfach geht«.

Wenn ich mich mit der Astrologie befasse, erfüllt mich immer von neuem ein Staunen darüber, wie »es stimmt«. Mit anderen Worten: über die Stimmigkeit zwischen dem Grossen und dem Kleinen, zwischen dem Irdischen und dem Himmlischen. Das Bewusstsein, dass unser Leben nicht einem blinden Zufall überlassen ist, dass der Mikrokosmos unseres kleinen Lebens eine Entsprechung hat im Makrokosmos, erfüllt mich mit staunendem Vertrauen. Das einzelne Leben bekommt eine Würde, einen Reichtum und eine Weite, die ich in dieser Art ohne Astrologie wohl kaum erkannt hätte. Es ist also genau das Gegenteil eingetreten von dem, was so viele befürchten: die Astrologie schränkt mich nicht ein, sondern weitet mich aus. Auch wenn die Kenntnis des Horoskopes gewisse Grenzen zieht (die spüren wir ja im Verlauf unseres Leben sowieso), so öffnet sie ebenso grosse Möglichkeiten.

Wir verstehen nur das, was wir lieben

Wenn nun einige noch einwenden möchten, man dürfe Gott nicht über die Schulter schauen, so kann ich nur sagen: Das tut die verantwortungsvolle Astrologie nicht, denn sie kann es nicht. Die Einsicht und das Wissen, das der Astrologie gegeben ist, ist eine der Möglichkeiten neben ändern, sich über den Sinn des menschlichen Lebens bewusstzuwerden. Die Astrologie ist keine Magie, aber sie hat ihre Wurzeln in der Esoterik. Ich erfahre immer wieder, wie die Astrologie in Verruf gerät, oft einfach durch Unkenntnis, das heisst falsche Vorstellungen, aber ebensosehr durch oberflächliches Populärwissen und Prognosen oder durch Pauschalurteile.

Aussagen wir zum Beispiel: »Er ist ein Egoist, das ist ein typischer Löwe«, oder: »Ein Krebs sollte nie eine Steinbockfrau heiraten« sind so nichtssagend wie wenn ich sagen würde: »Alle Rothaarigen essen gern Äpfel« oder: »Ein Schweizer sollte nie eine Deutsche heiraten«.

Immer wieder habe ich erfahren, wie Menschen, die bereit waren, sich auf gute und verantwortungsvolle Weise mit der Astrologie zu beschäftigen, einen erweiterten Horizont bekamen und eine Ausweitung und Vertiefung ihres Bewusstseins erlebten. Es braucht aber viel Zeit, Geduld und Einfühlungsgabe dazu, denn Astrologie können wir nicht nur mit dem Kopf erlernen, es ist nicht intellektuelles Wissen, das man sich aneignen kann; es ist vielmehr eine immer neue Bereitschaft, sich in etwas zu vertiefen, immer wieder einen neuen, ändern Standpunkt einzunehmen; nur so kann man einseitige, starre Urteile und Wertungen vermeiden. Für die Astrologie braucht es darum viel Liebe, Weite und Verantwortungsgefühl, ohne das wird sie leicht zu einer Scharlatanerie oder zur gesellschaftlichen Unterhaltung. »Wir verstehen nur das, was wir lieben«, sagt Goethe, das gilt hier in hohem Maße.