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Titel Ausgabe 11



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Grundwissen. Deutungsgrundlagen, Teil 3. Der Saturn

Ursula Hunkeler

Der Saturn

Betrachten wir einmal Sonne und Saturn sozusagen mit astronomischen Augen:

Die Sonne (das lebenspendende oder Vitalprmzip) besteht aus dichter plasmatischer Materie und ist von einem gasförmigen Strahlenkranz - der Corona – umgeben.

Die Korona der Sonne während der Sonnenfinsternis im Jahre 1999, kurz vor dem Sonnenfleckenmaximum. Die Strahlen verlaufen nach allen Seiten.

[Bild von Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Korona_(Sonne) ]

Saturn (das begrenzende Prinzip) besteht aus einem gasförmigen Kern und ist von einem aus Materie bestehenden Ring umgeben. Vereinfacht ausgedrückt, ist Saturn das umgekehrte Sonnensymbol.

Saturn in natürlichen Farben,

fotografiert am 6. Oktober 2004 von der Raumsonde Cassini

[Bild von Wikipedia : http://de.wikipedia.org/wiki/Saturn_(Planet )

Saturn ist für uns Menschen, die wir unser Sonnensystem von der Erde aus betrachten, die Sichtbarkeitsgrenze, ihn können wir mit unbewaffnetem Auge gerade noch wahrnehmen.

Saturn ist auch im psychologischen Sinne das Prinzip, das abgrenzt. In positivem Sinn ist er Schutzfunktion, das alles Störende und Schädigende abhält. Im negativen Sinn ist er Eingrenzung.

Saturn ist von den drei Persönlichkeitsplaneten das Körperbewusstsein. Er ist die äusserlich sichtbare Form - er ist Körper.

Körperbewusstsem: sich im körperlichen Sinne geborgen und wohl zu fühlen, das gibt uns physische Sicherheit. Ist meine materielle Situation gesichert, habe ich z.B. zu essen, zu trinken, ein Zuhause, bin ich gesund, dann kann ich mich wohl fühlen. Sind aber diese elementarsten Dinge in Frage gestellt, entsteht Angst, Existenzangst. Ich habe Angst, mein Überleben im materiellen Sinn nicht gewährleisten zu können. Eine daraus resultierende Reaktion kann z. B. Krankheit sein; es sind dann andere, die die Verantwortung für mein Überleben übernehmen. Der Arzt verschreibt mir Medikamente, das Pflegepersonal sorgt für mich und »es geht mir wieder besser«.

Die Funktion, körperlich überleben zu müssen, hat uns die Natur eingepflanzt. Sie wird durch den Saturn versinnbildlicht. Gelingt es uns, die Sicherheit des materiellen Lebens zu gewährleisten, so fühlen wir uns sicher. Diese Form der Sicherheit können wir als Selbstvertrauen bezeichnen.

Gerade in unserer Zeit liegt das gesunde Körperbewusstsein brach. Es beginnt sich meist erst dann zu regen, wenn unser Körper negativ reagiert. Haben wir Schmerzen oder werden wir gar krank, möchten wir plötzlich »alles« tun, um uns wieder gesund und wohl zu fühlen. Wir versuchen meist, mit dem Intellekt zu »korrigieren«, was wir durch Nichtbeachten unserer eigenen Signale verursacht haben.

Es ist sicherlich kein Zufall, dass wir in den letzten Jahren geradezu überschwemmt werden mit Büchern, TV-Sendungen etc., die uns beibringen wollen, wie man »gesund lebt«. Sie machen uns geneigt, nach Rezepten zu leben, dies zu essen, jenes zu trinken, da es wissenschaftlich erwiese-nermassen äusserst gesund ist. Denn wir haben ein so schlechtes Gewissen bekommen, da wir uns ja soviel »Ungesundes« zumuten, das hören und lesen wir immer wieder. Nur, wer sagt denn, dass dieses oder jenes Rezept gerade für mich gesund ist? Der eine isst Äpfel und sie tun ihm gut, der andere kriegt Blasen im Mund. Es gibt keine generellen Rezepte. Einseitige Betrachtungsweisen führen in die Sackgasse; das Gefährliche daran ist zu glauben, man befinde sich auf der Hauptstrasse. Astrologisch gesehen, ist Saturn die Instanz meines Wesens, die mir sagt, was für mich »gut« ist. Wir müssten ganz einfach wieder lernen, auf unsere eigenen (manchmal leisen) Signale zu hören, ihnen zu vertrauen und sie zu befolgen . . .

Ich kann den Körper nicht isoliert betrachten. Sondern ich muss miteinbeziehen, dass seine Funktionsweise, seine Reaktionen eng verbunden sind mit dem menschlichen Wesen, das in ihm wohnt. So reagiert der Körper eben auch individuell verschieden auf äussere und innere Einflüsse, z. B. auf psychische Spannungen, Hemmungen, Blockaden etc. Und diese Zusammenhänge zu erhellen, ist das Horoskop ein ausgezeichnetes Diagnoseinstrument. In welchem Zeichen, welchem Haus steht z, B. Saturn, wie ist er aspektarisch mit anderen Planeten verbunden?

Saturn orientiert sich an allem Vorhandenen und schon Erlebten. Er interessiert sich für das, was die Zeit überdauern soll und für alles, was noch mehr Sicherheit verspricht.

Er kann sich am klarsten und organischsten durchsetzen, wenn er im unteren Bereich des Horoskopes steht - im Kollektivraum des Horoskopes. Hier, in den Häusern drei und vier, kann er Sicherheit und Geborgenheit garantieren.

Steht er im oberen Bereich des Horoskopes, so wird Angst zum ständigen Faktor seines Denkens. Hat Saturn Angst, dann verkrampft er sich. Das kann momentan oder permanent sein. Bei einem dauernden Angstzustand, finden wir hier den ständig misstrauischen Menschen, der hinter allem eine mögliche Gefahr vermutet.

Befindet Saturn sich in der Horizontalen (Häuser eins, sechs, sieben und zwölf), dann wird er durch die ständig geforderten Kontakte verunsichert. Er wird sich deshalb auf wenige Kontakte beschränken und versuchen, diese festzuhalten, auszubauen und zu vertiefen. Er trifft Vorkehrungen - bewusst oder unbewusst diese nicht zu verlieren.

Abschliessend noch ein Gedanke zum »bösen« Saturn, den man - auch heute noch gerne - für menschliches »Unglück« verantwortlich macht. Eigentlich eine Definition eines Angst-Saturn, einer negativen Saturn-Aus-wirkung. Man lehnt die Eigenverantwortung ab, man schiebt sie jemandem zu. Der positive Sinn des Saturn wäre aber gerade: Eigenverantwortung - wenn wir diese akzeptieren, so wird Saturn plötzlich nicht mehr zum Un-, sondern zum Glücksplanet!