Astrolog-Archiv

(Bitte auf den jeweiligen Ausgaben-Block klicken, um die entsprechenden 20 Ausgaben anzuzeigen)
Artikel in grüner Farbe sind ohne Login zugänglich!
Ausgaben » [1-20] [21-40] [41-60] [61-80] [81-100] [101-120] [121-140] [141-160] [161-180] [181-200] [201-218] Aktuelle Ausgabe
• Suche (Autoren, Titel, etc.) » Inhaltsverzeichnis • Suche nach Begriffen in Artikeln »
Titel Ausgabe 11



Archiv-Übersicht
Nach oben Nach oben
Zurück Ausgabe 11 vom 22.12.1982 • Seite 23ohne Login!

• Grundwissen

Aspektbilder und Aspektfiguren, Teil 1

Hans-Peter Sauerwein

Neben den astrologischen Häusern, den Tierkreiszeichen und den Planeten sind die Aspekte und die von ihnen gebildeten Figuren das vierte wichtige Element in der Astrologie. Aspekte,

d. h. die Winkelverhältnisse, in denen sich die Planeten gegenseitig »anschauen« = aspectare (Lat), sind seit dem Altertum in der Astrologie bekannt. Sie wurden früher meistens nur in Tabellenform aufgeführt, selten aber, wie in der heutigen modernen Astrologie, direkt in das Horoskop eingezeichnet, Dort geben sie nun eine direkte Anschauung, ein Bild, ein Muster, das in seiner Eigenart allein schon Aussagekraft hat, unabhängig von den die Figur bildenden Planeten und deren Haus- und Zeichenstellung.

Wurden die Aspekte früher nur in den Kategorien »gut - schlecht«, »harmonisch-disharmonisch« etc. betrachtet, wie die Planeten sich wechselseitig beeinflussen, so wird diese Betrachtungsweise heute als unpsychologisch abgelehnt. Es gibt keine »guten« und »schlechten« Aspekte, sondern jeder Aspekt beinhaltet bestimmte, definierte Qualitäten, die als Herausforderung, Chance, Talent oder Sensibilität gesehen werden wollen. Als wirkungsmächtig für die Charakterstruktur eines Menschen haben sich die 30-Grad-Winkel und ihr Vielfaches erwiesen (0 Grad = Konjunktion. 30 Grad Halb-sextil, etc.). Zwischenwinkel (45°, 135°, 72°) werden von der Huber-Schule nicht eingezeichnet, sie sind als »Lücken« jedoch im Horoskop erkennbar und können entsprechend interpretiert werden.

So wie ein einzelnes Horoskopelement oder ein einziger Aspekt analysiert werden kann, kann die Aspektfigur als Ganzes unmittelbar Auskunft geben über die Proportionen und Profile der Persönlichkeit eines Menschen. Die Aspektfigur kann man als »Schaltplan des Bewusstseins« verstehen, der die tiefliegende, unbewusste Motivation eines Menschen anzeigt. Unbewusst ist sie deshalb, weil diese Struktur am tiefsten unter den Schichten des Häusersystems liegt, der Sphäre des Tagbewusstsein in seiner sozialen Umwelt, unter dem Zodiak, der ererbten energetischen Ausstattung und unter den Planeten, den archetypischen Organen der Seele, durch die dieses individuelle Muster gebildet wird.

Formbewertung

In der Gesamtbetrachtung des Aspektbildes lässt sich oft ein Grundtenor feststellen, der entweder mehr dynamisch oder mehr statischen Charakter hat. Bei dieser Klassifizierung kann und soll man sich ruhig auf seine Intuition und sein ästhetisches Empfinden verlassen. Vierecke haben statischen Charakter, Dreiecke einen dynamischen und einzelstehende Aspekte, sog. »Striche«, stellen durch ihre Aus-gerichtetheit eine Steigerung der Dynamik dar. Hinzu kommt die Symmetrie einer Figur. Je symmetrischer, um so statischer; je mehr eine Figur asymtrisch ist, um so dynamischer ist der Charakter eines Menschen.

Farbaussage

In dieser Dreiteilung der dynamischstatischen Betrachtungsweise findet man die drei Grundmotivationen Kardmal, Fix und Veränderlich wieder, die als Kreuze in den Häusern und Zeichen bestehen und als Qualitäten durch die Planeten und Aspekte wirken. In der dreifarbigen Darstellung der Aspekte sind diese Motivationen sofort erkennbar:

die roten (Opposition und Quadrat) sind die kardinalen Energieaspekte,

die blauen Aspekte (Sextil und Trigon) die ruhenden Substanzträger der Talente (fix) und

die grünen, veränderlichen (Halbsextil und Quincunx) als Informations- und bewusstseinsbildende Sensitivaspekte.

Zur Analyse der Gesamtstruktur gibt es einen Formen-, einen Färb- und einen Raumschlüssel, Letzterer ergibt sich aus der Lagerung der Aspektfiguren in den Quadranten, durch die eine mehr bewusste, erkenntnisorientierte Lebensweise (oben) von einer mehr unbewussten, tatorientierten sich unterscheiden lässt.

In der Kombination des Form- und Farbschlüssel können z. B. blaue, ruhende Aspekte alleinstehend als sog. »Striche« dynamischen Charakter haben und rote Figuren (Viereck) sta-üschvriiken. Es kann aber nicht genug betont werden, das eine endgültige Bewertung nur durch genaueste Betrachtung und Abwägung gebildet werden kann.

In Fortsetzung werden die 20 Aspektfiguren besprochen werden, die am häufigsten in der Praxis vorkommen, und die als Blatt im Studienmaterial des API enthalten sind. In der Praxis gibt es noch mehr als allein diese 20 Aspektfiguren, doch sind diese dann erweiterte Konstruktionen, die sich wieder auf die 22 Grundfiguren zurückführen lassen.