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Titel Ausgabe 11



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Zurück Ausgabe 11 vom 22.12.1982 • Seite 21ohne Login!

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Die Mondknoten, Teil 4

Louise Huber

Wenn Sie in Ihrem Horoskop den aufsteigenden Mondknoten im 10. oder im 11. Haus haben, dann gilt für Sie nachfolgende Beschreibung. Andere Hausstellungen des Mondknotens wurden in den vorhergehenden Nummern behandelt.

Im 10. Haus

(entsprechend Steinbock)

Das 10. Haus ist das Haus der Individualität, weshalb es im wesentlichen darum geht, selbständig zu werden, Selbstverantwortung zu tragen, eigene Entscheidungen zu treffen und sich nicht beeinflussen zu lassen. Mit dieser Entwicklung ist meistens eine gewisse Isolation verbunden und oft muss in einer Lebensperiode Einsamkeit ertragen werden.

Der absteigende Mondknoten steht im 4. Haus - Die Abhängigkeit von der kollektiven Meinung, das Suchen nach Schutz und Sicherheit in der Tradition oder in der Familie stehen der individuellen Entwicklung entgegen. Deshalb müssen wir zunächst auf Nestwärme und Zugehörigkeit zu einem Kollektiv verzichten. Entweder freiwillig oder indem wir allein gelassen werden. Im Alleinsein werden wir unabhängig und innerlich stark. Wenn es um persönliche Entscheidungen geht, sollen wir nicht andere Menschen fragen und kollektiven Klischees folgen, sondern das tun, was unserer Überzeugung nach richtig ist und wofür wir selbst die volle Verantwortung übernehmen können. Dazu gehört auch der Mut zur individuellen Tat, die uns oft schlagartig von kollektiven Zwängen befreit. Auch wenn andere Menschen oder die eigene Familie dagegen sind, müssen wir konseguent und stark bleiben.

Dann entwickeln wir uns zu einer autonomen, aus sich selbst bestehenden Individualität. Dies gelingt uns am besten, wenn wir uns irgendeine besondere Fähigkeit aneignen, Meisterschaft über etwas erringen oder ein berufliches Ziel anstreben. Wenn wir etwas vorzuweisen haben, ein bestimmtes Können, Substanz und Echtheit, dann erhalten wir auch die notwendige Bestätigung durch entsprechende Aufgaben. Im Annehmen solcher Aufgaben entwickeln wir uns und können immer mehr der Trägheit eines »sichernden Nestes« im 4. Haus widerstehen. Mit dem Mondknoten im 10. Haus dürfen wir uns also nicht vor Aufgaben drücken, die uns fordern könnten, sondern wir sollen bewusst die notwendigen Fähigkeiten entwik-keln, diese zu erfüllen. Sobald wir uns mit ihnen identifizieren und uns voll engagieren, werden in uns Kräfte zur Verwirklichung frei, die ein individuelles Wachstum bewirken. Im 10. Haus wachsen wir an der Bemeisterung unserer Aufgaben,

Eine Gefahr des 10. Hauses wäre es, wenn wir einen falschen Autoritäts und Machtanspruch an die Menschen unserer Umgebung stellen. Wir würden nicht nur zurückgewiesen, sondern wir finden auch keine Erfüllung, wenn wir nur eine Rolle spielen, die nicht echt ist und nicht der Realität entspricht. Beim Individuationspro-zess geht es im wesentlichen darum, dass die Aufgaben mit unseren Fähigkeiten - ohne Überschätzung oder Unterschätzung - übereinstimmen. Das ist das Kennzeichen einer integrierten, individualisierten Persönlichkeit.

Leitsatz

Der Aufstieg wird im Selbständigwerden und im Erfüllen seiner Aufgaben gefunden, nachdem man auf alle Bequemlichkeiten eines ruhigen Lebens zu Hause, bei Familie und Tradition, verzichtet hat - und im Alleinsein stark geworden ist.

Im 11. Haus.

(entsprechend Wassermann)

Der Mondknoten im 11. Haus, dem Haus der Freunde, der Vereinigung Gleichgesinnter, bringt uns in Beziehung mit Menschen, die uns etwas bedeuten und denen wir etwas geben können. Wir entwickeln uns, wenn wir das Vertrauen in andere nicht verlieren und zu ihnen stehen, auch wenn evtl. Dinge dagegen sprechen. Freundschaften pflegen ist das Resultat unserer ethischen Einstellung. Wenn wir eine faire und menschliche Haltung anderen gegenüber einnehmen, dann sind wir nicht allein. Menschen suchen uns auf, weil sie wissen, dass wir für ihre Sorgen einen guten Rat oder ein offenes Ohr haben. Wir werden geschätzt, weil wir gerecht und ehrlich sind. Aber wie in allen fixen Häusern müssen wir immer zuerst etwas geben, bevor wir etwas zurückerhalten.

Im gegenüberliegenden 5. Haus ist der absteigende Mondknoten, der uns dazu verleitet, an Menschen, die wir gerne haben, einen Besitzanspruch zu stellen. Dies würde einen Rückschritt in unserer Entwicklung bedeuten. Ein Freiwerden von triebhaften unbewussten Reflexen in unseren Beziehungen, ein Widerstehen, Freunde für egoistische Zwecke zu missbrauchen, bis hin zum bewussten, feindifferenzierten und kultivierten Umgang mit anderen ist die Spannweite dieser Beziehungsachse 5/10. Wie in allen fixen Häusern haben wir auch hier fixierte Vorstellungen, wie Freunde oder andere Menschen sein oder sich verhalten sollten. Wenn diese eigene Wege gehen oder Dinge tun, die uns ganz zuwiderlaufen, dann sind wir entweder entrüstet oder wir leiden darunter.

Mit dem Mondknoten im 11. Haus müssen wir lernen, uns zu anderen Menschen frei in Beziehung zu setzen, sie als Individuum anzuerkennen, sie so zu nehmen, wie sie wirklich sind. Wir sollen ihnen das Recht zugestehen, das zu tun, was sie für richtig halten. Das verlangt vor allem Toleranz gegenüber Andersdenkenden wie auch menschliche Reife und Fairness. Die Gefahr im 11. Haus ist, dass wir durch Ideologien anderen Gewalt antun, indem wir sie mit Hilfe doktrinärer Denk-Stfukturen einengen und festhalten. Deshalb sollten wir immer einen möglichst unpersönlichen Standpunkt einnehmen, in unseren Urteilen die Ge-setzmässigkeiten des Lebens berücksichtigen, Fanatismus vermeiden und uns des Zusammenhangs vom Einzelmenschen zum Ganzen bewusst werden. Solch eine klare Ethik ist ein Rahmen der echten Begegnung von Mensch zu Mensch. Es ist die Vereinigung mit jenen, die auf dem gleichen Entwicklungsniveau stehen. Deshalb deutet der aufsteigende Mondknoten im 11. Haus auch darauf hin, dass wir selektiver in der Auswahl unserer Freunde sein sollen. Nicht jedem und jedermann gefällig sein wollen, wie wir es gerne im 5. Haus tun.

Leitsatz

Der Aufstieg wird schliesslich im Fördern von brüderlichen Beziehungen gefunden, nachdem man selbst alle Gefühle des Stolzes und der Überlegenheit wie auch der persönlichen Wunschbefriedigung überwunden hat.