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Titel Ausgabe 12



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Zurück Ausgabe 12 vom 19.02.1983 • Seite 14ohne Login!

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Grundwissen: Deutungsgrundlagen,Teil 4. Der Mond

Ursula Hunkeler

Als dritter Persönlichkeitsplanet: er ist astronomisch definiert kein Planet. Er reist in Begleitung der Erde durch den Raum und wird als Erdtrabant bezeichnet. Doch für den irdischen Beobachter und den Astrologen erscheint der Mond als unabhängiger Körper, die natürliche Betrachtungsweise für uns Menschen, die wir auf der Erde geboren werden und eben nicht auf der Sonne, dem Saturn oder gar dem Sirius.

So wie Saturn die äusserste für unser Auge gerade noch sichtbare Grenze in unserem Sonnensystem bildet, ist der Mond das uns am nächsten Liegende. Wohl kaum ein Mensch kann sich der faszinierenden Wirkung dieses Himmelskörpers entziehen, wenn er z. B. zur Vollmondzeit als riesige leuchtende Kugel nach Sonnenuntergang am Osthimmel aufsteigt. Zu dieser -jährlich dreizehnmal wiederkehrenden Zeit - reflektiert der Mond das Sonnenlicht auf unserer Erde. Wir können also gewissermassen in diesen Phasen das Sonnenlicht durch den Mondfilter unbeschadet aufnehmen, während es uns unmöglich ist, über längere Zeit in die Sonne zu schauen - zumindest schmerzen die Augen sehr schnell und wir wenden uns ab.

Der Mond ist auch in der Astrologischen Psychologie das rezeptive, das reflektive Element. Der Mond ist die Gefühlsnatur des Menschen, das Ich-Gefühl. Dieses Ich-Gefühl ist körperlich gesehen irrational, es kann im Körper nicht geortet werden.

Das Gefühl ist schwer definierbar, vergleichbar etwa einer Wolke, in der man sich befindet. Worauf aber beruhen Gefühle? Sie gründen sich im wesentlichen auf Beziehungsmechanismen, d. h. sie sind Reaktionen auf Begegnungen, sei es auf Menschen, Tiere oder Pflanzen. Denn grundsätzlich kann der Mensch zu allem in Beziehung treten. Und der Mensch ist dauernd in Begegnung.

Wir können in einem gewissen Grad beziehungsabgewandt sein, uns nicht um Menschen usw. kümmern, sie nicht einmal wahrnehmen. Dies ist immer der Fall, wenn wir mit Aufgaben beschäftigt sind, die mit dem Existenzkampf im weitesten Sinne zusammenhängen. Sind wir aber nicht mit einer Tätigkeit beschäftigt, die mit dem Existenzkampf zusammenhängt, die nicht sachbezogen ist, »schalten« wir automatisch auf Empfang - ohne es allerdings zu wissen. Wir nehmen die Umwelt wahr -die Beziehungsfunktion arbeitet. Seltsamerweise sind wir uns dieser Tatsache wenig bis gar nicht bewusst, und dies ist einer der Gründe, weshalb wir sehr oft Schwierigkeiten mit der Umgebung, in mitmenschlichen Beziehungen haben. Wir reagieren einfach - und zwar unbewusst.

Wir sind eben zeitweise eine »Berufspersönlichkeit«, die sich bemüht, bewusst an die »Dinge« heranzugehen, und zeitweise sind wir eine »Beziehungspersönlichkeit«, die gefühlshaft auf Reizwirkungen der Umwelt reagiert. Je nach Typus werden wir uns mehr oder weniger nur auf Beruf oder nur auf Beziehungen einstellen. Dadurch ist die Unbewusstheit des Auf-Kontakt-Eingestelltseins erheblich grösser. In Wirklichkeit schaltet diese Beziehungsfunktion nie ganz aus.

Wir wollen sie aber manchmal aus dem Bewusstsein verdrängen, wenn wir uns z. B. auf eine Arbeit konzentrieren und nicht »gestört sein wollen«, so eine Entweder-oder-Haltung, »Brot oder Schnaps?« Zuerst die Arbeit und dann das Vergnügen - und was der extremen Sprüche mehr sind ...

Wir alle kennen wohl das Beispiel derjenigen Menschen, die nach ihrer Arbeitszeit in die Beiz gehen und zuerst »einen heben« müssen, um abzuschalten - wie sie es nennen - oder auf »Empfang« umschalten zu können, wie der Astrologe-Psychologe es nennen würde. Ein ebenfalls häufig zu beobachtendes Phänomen: dass man nicht mehr »zurückschalten« kann, man segelt auf einer »Gefühlswolke« davon... und ärgert sich am nächsten Morgen: immer eine Gefahr bei Entwe-der-oder-Haltungen...

Das Geüihls-ICH und seine Entwicklung

Louise Huber

Der Mond - das Kind

Der Mond als Symbol des Gefühls-ICH ist ein reflektorisches Prinzip, der mit der wässrigen Substanz vergleichbar ist. Das Gefühls-ICH erlebt sich am Anfang des Lebens noch ohne Persönlichkeitsgrenzen. Gleich wie das Wasser überall dort hinfliesst, wo es nicht aufgehalten wird, treibt das Gefühls-ICH das Kind blind dazu an, seinen Instinkten zu folgen. Die Grenzenlosigkeit und das Unbeschränktsein der kleinkindlichen Welt äussert sich auch darin, dass sie nicht durch das Realitätsprinzip begrenzt wird, das erst durch die Mutter, die Umwelt oder die erziehenden Menschen, also durch den Saturn vermittelt werden muss. Das Kind weiss noch nichts von den Gefahren, denen es begegnen kann. Es muss erst lernen, dass es vom Baum, den es erklettert, herunterfallen oder, dass es sich am Feuer verbrennen kann etc.

Es wird aber getrieben durch seine Gefühle, seine Lust sich zu bewegen, seinen Drang, die Welt kennenzulernen, die sich als Neugierde zeigen. Dabei stösst es aber immer wieder auf gewisse Grenzen, die es schützend oder verletzend zurückhalten, die es in eine bestimmte Bahn lenken und mit denen es sich auseinandersetzen muss. Dadurch lernt das Kind nicht nur, sich an die Realitäten des Lebens anzupassen, sondern in dem Anstos-sen an die Grenzen, an die Barrieren, bildet sich erst das Gewahrwerden des ICHs, das sich im Gegensatz und im Unterschied zur Umwelt erfährt und erlebt und damit immer bewusster wird. Die ICH-Erfahrung wird also nur möglich (wenn auch vorerst nur ge-fühlshaft) indem man an den Saturn, d.h. an die notwendigen Schranken und Gesetze stösst.

Der Mond stellt also das kindliche ICH dar. Er zeigt auf, wie sich das Kind fühlt und wie es auf die Umwelt reagiert. In der ersten, der »anonymen Phase der Urbeziehung« ist das Einheitsbewusstsein für das Daseinsgefühl des Kindes verantwortlich. In der 2. Phase beginnt langsam eine ICH-DU-Bezie-hung mit der Mutter und mit der das Kind umgebenden Umwelt. Die Erfahrungen dieser ersten Kontaktnahmen prägen sich tief in die kindliche Psyche ein, weil diese noch ungeformt und weit offen ist. War sie liebevoll, rücksichtsvoll, zärtlich und verstehend, dann kann sich das eigene spätere Kontaktverhalten zum DU und in der Liebe richtig entfalten. War diese erste Berührung roh, schimpfend, laut und rücksichtslos, dann wird dieses Verhalten auch die späteren Beziehungen mitbestimmen. Diese Gefühlsphase ist also auch für die eigene soziale und menschliche Entwicklung, für das richtige Kontaktverhalten wichtig. Wir können bekanntlich aus der Mondstellung im Horoskop darüber viel herausarbeiten.

In der Gefühlsentwicklung, in der sich das Mond-Ich in den Vordergrund schiebt, erlebt sich das ICH vorwiegend als eine Spiegelung der Innen-und Aussenwelt. Dieses reflektierende Prinzip des Mondes oder der Gefühle ist auch Ursache für den Nachahmungstrieb, die Identifikationsfreude, die in den ersten Lebensjahren zusammen mit der Neugierde stark ausgeprägt sind. Davon ist aber auch die spätere Lernbereitschaft und Lernfähigkeit abhängig.

In dieser Phase ist das Kind gleichzeitig auf Betätigung seines Körpers, wie auch auf das In-Sich-Aufnehmen seiner Umwelt eingestellt. Es lebt eigentlich ganz und gar in und von der Nachahmung. Natürlich sind die Erwachsenen und die Spielgefährten die wichtigsten Personen, denen es alles nachmachen will. Das Kind hat aber noch keine Fähigkeit der gedanklichen Erwägungen oder moralischen Unterscheidung, weshalb das einzig wirksame Erziehungsmittel das ständige Vorbild oder gute Beispiel der Erzieher und der Umwelt ist, denn hier wird das Kind vorwiegend durch die Umwelt, die Milieueinwirkung geformt und konditioniert.

Die Grenzsetzung in den ersten Lebensjahren wird fast ausschliesslich durch die Mutter ausgeführt. Durch ihre Schutzfunktion macht sie das Kind auf alle Gefahren des Lebens aufmerksam. Wie oft sagt doch die Mutter: »Das darfst Du nicht machen« .Dieses ständige »Grenzen-Setzen« hat sie mit der Qualität des Saturn gemeinsam. Aus der Saturnstellung im Horoskop und eventuellen direkten Aspekten zum Mond, können wir stets ablesen, welche Schranken, Hindernisse, Hemmungen, Gefahren und Belastungen dem ICH zur Bewältigung und zur Reifung auferlegt sind.

(Auszüge aus »Das Kinderhoroskop als Erziehungshilfe« Autodidacta Nr. 4/API, 1975)