Astrolog-Archiv

(Bitte auf den jeweiligen Ausgaben-Block klicken, um die entsprechenden 20 Ausgaben anzuzeigen)
Artikel in grüner Farbe sind ohne Login zugänglich!
Ausgaben » [1-20] [21-40] [41-60] [61-80] [81-100] [101-120] [121-140] [141-160] [161-180] [181-200] [201-218] Aktuelle Ausgabe
• Suche (Autoren, Titel, etc.) » Inhaltsverzeichnis • Suche nach Begriffen in Artikeln »
Titel Ausgabe 12



Archiv-Übersicht
Nach oben Nach oben
Zurück Ausgabe 12 vom 19.02.1983 • Seite 18ohne Login!

• Grundwissen

Die Mondknoten, Teil 5

Louise Huber

In diesem Heft sind wir mit der Beschreibung des aufsteigenden Mondknotens in den letzten zwei Häusern angelangt. Wir haben im April 1982 (Heft Nr. 7) mit dem 2. Haus begonnen, weshalb wir heute die Häuser 12 und l besprechen. Wenn Sie die gesamte Serie haben möchten, können Sie sich die entsprechenden Hefte nachbestellen.

Im 12. Haus

(entsprechend Fische)

Das 12. Haus liegt am weitesten vom DU-Punkt (DG) entfernt. Hier erleben wir mit dem Mondknoten intensiv unsere eigene Innensphäre. Bei der Mondknotenbetrachtung in den Häusern erfahren wir, was wir sofort tun können, um entweder aus Schwierigkeiten herauszukommen oder um unser geistiges Wachstum zu fördern. Hier heisst es: wir sollen uns immer wieder von allen Aktivitäten zurückziehen, um »im stillen Kämmerlein« mit uns alleine zu sein, um aus uns selbst neue Kräfte zu schöpfen. Wenn wir das nicht freiwillig tun, wird uns das Schicksal gelegentlich dazu zwingen. Meistens sind es Krankheiten, die bei einer zu großen Nachaussenwendung auftreten. Wir werden für eine Weile von der Umwelt abgeschlossen, wenn wir zum Beispiel bettlägerig sind. Dann haben wir Zeit und Müsse, über uns selbst nachzudenken.

Der absteigende Mondknoten stehtim 6. Haus, dem Haus der Existenzbewältigung. Die starke Veräusserlichung, das Getriebenwerden von grossen und kleinen Pflichten, die täglichen Verrichtungen, die Angst ums Überleben, die Existenzkämpfe und der Brötchenerwerb sind die Dinge, die uns von unserem inneren Wachstum abhalten können. Die Polarität 6/12 ist in der astrologisch-psychologischen Häuserbetrachtung die Existenzachse. Es geht dabei um die Frage »Sein oder Nichtsein«. Im 6. Haus wird diese Frage in einem diesseitigen Sinn gelöst, im 12. Haus in einer von der Welt losgelösten, transzendentalen Weise; es geht hier um unsere geistige Existenz.

Diese können wir nur erfahren, wenn wir alle weltlichen Massstäbe fallen lassen, uns in den grenzenlosen Raum des 12. Hauses hineinbegeben, alles loslassen, was uns an diese Welt bindet. Dann werden wir aufgefangen von einer transzendentalen Dimension, in der alles verschwindet, was uns geänstigt oder gequält hat. Es ist die Seinserfahrung, die alles im richtigen Sinn zusammenfügt. Manchmal müssen wir unseren durchaus natürlichen Anspruch auf Liebe, auf Beachtung und Sicherheit aufgeben, uns der Wandlung, die in allen »Wasserhäusern« verlangt wird, hingeben, um teilzunehmen an der All-Liebe. Es ist die Seinserfahrung, die Heimkehr zum Urgrund, die Geborgenheit im grossen Ganzen, die wir im 12. Haus erleben dürfen und die uns in geheimnisvoller Weise trägt und schützt.

Leitsatz

Der Aufstieg wird in der Bereitschaft gefunden, Isolation und Alleinsein auf sich zu nehmen, nachdem alles, dem man einstmals gedient hat, aufgegeben wurde.

Im 1. Haus

(entsprechend Widder)

Wie aus obenstehender Zeichnung hervorgeht, sind das 12. und das 1. Haus der ICH-Raum im Horoskop, in der Mitte steht der Ich-Punkt, der As-zendent (AG). Im introvertierten Ich-Raum des 12. Hauses sind wir mit uns allein und bringen uns in Distanz zur

Welt. Im 1. Haus hingegen extravertieren wir uns als ICH, wenden uns der Welt zu.

Mit dem Mondknoten im l. Haus sollen wir die Umwelt auf uns aufmerksam machen, indem wir sagen: »Hier bin ich.« Wir müssen hervortreten, unsere Scheu überwinden und der Welt zeigen, wer und was wir sind. Dabei wird eine klare Identifizierung der eigenen Person verlangt, wir müssen ein »Image«, ein Ich-Bild von uns aufbauen, das überzeugend wirkt. Oft erfordert es Mut und Überwindung der Angst, zu sagen, was wir denken, was wir wollen. Es ist viel leichter, sich z. B. hinter einem Partner zu verstecken.

Das wäre dann der absteigende Mondknoten im gegenüberliegenden 7. Haus, dem Haus der Partnerschaft; er zeigt den Weg rückwärts. Dies äus-sert sich in der Neigung, sich dem DU unterzuordnen, das zu tun, was es von uns erwartet. Wir liefern uns dem DU aus, versäumen unsere eigene Ich-Entfaltung, wenn wir das fehlende Selbstvertrauen und die Sicherheit in der Beziehung zu einer starken Persönlichkeit suchen, in der Hoffnung, dass sie uns gibt, über was wir selbst nicht zu verfügen scheinen.

Dabei müssen wir gerade mit dem Mondknoten im 1. Haus in uns selbst diese Sicherheit erringen, an unserem eigenen ICH arbeiten und Selbstvertrauen kultivieren. Dadurch befreien wir uns von der DU-Abhängigkeit und erfüllen gleichzeitig unseren Entwicklungsauftrag. Oft ist der Mondknoten auch ein Korrekturpunkt für eine Fehlhaltung. Es gibt viele Fehlformen des ICHs. Vielleicht akzeptieren wir uns nicht so, wie wir sind, glauben kein Recht auf Eigenständigkeit zu haben. Wir meinen, dass wir nichts für uns selbst verlangen dürfen, das sei egoistisch, urteilen nach einem aufoktroyierten Wertsystem, das das ICH verdammt, usw. In Wirklichkeit müssen wir unser Ich entwickeln, in uns selbst stark werden. Wenn wir uns selbst nicht lieben können, dürfen wir das auch nicht von anderen erwarten. Der Aufstieg mit diesem Mondknoten heisst demnach: wir sollen an unserem eigenen »Bild des Ichs« arbeiten. Wenn wir das nicht tun, haben wir keine Chance, jemals eine echte Vertrauenssituation mit irgend einem Menschen herzustellen, weil wir unser Misstrauen gegen uns selbst auf andere Menschen projizieren.

Leitsatz

Der Aufstieg wird schliesslich im eigenen selbständigen Auftreten, im klaren Einnehmen eines Ich-Standortes, gefunden, nachdem die Hoffnung auf die Unterstützung von anderen aufgegeben wurde.

Astro-Limmerick

Eine Frau aus Hinwil

bestieg'nen Besenstiel -

Wollt' ihre Vorbilder besuchen,

die Hexen im Entlebuchen.

Blind Glauben scheint viel zu wagen;

sie ist überfällig seit jenen Tagen.