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Titel Ausgabe 13



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Zurück Ausgabe 13 vom 20.04.1983 • Seite 19ohne Login!

• Grundwissen

Deutungsgrundlagen, Teil 1. Merkur Jupiter

Ursula Hunkeler

Merkur

Intellekt - Information - Kombinatorik -so lässt sich die merkurische Qualität stichwortartig umreissen.

Merkur oh Merkur ... »en Schnurri« (zu hochdeutsch: ein Schwätzer) meinen die einen; ein brillanter Redner, ein faszinierender Wortjongleur die ändern. Ja beides kann sehr richtig sein ...

Merkur ist äusserst neugierig und begierig, jedwelches theoretisches Wissen aufzusammeln. Theoretisches Wissen deshalb, weil es nicht um Wissen aus Eigenerfahrung geht. Ein stark merkurischer Mensch wird regelmäs-sig Zeitungen und Bücher (mindestens diagonal!) lesen. Er wird sich am Radio, am Televionsapparat, auf der Strasse, am Stammtisch, wo auch immer das Neueste angeboten wird, orientieren, um sein Wissen up to date zu halten. Er will informiert sein und mitreden können.

Merkur schleppt gewissermassen containerweise Wissen an, aber er wertet nicht, dafür ist Jupiter zuständig -. Ihm obliegt die Aufgabe, den Spreu vom Weizen zu trennen.

Da wir gerade von Merkur reden, ein paar Gedanken zu Merkur als »Kontaktplanet«. Immer wieder treffe ich in der Astrologie auf Menschen, die Kontaktfähigkeit oder Kontaktschwierigkeit mit Merkur in Zusammenhang bringen. Um es bildlich auszudrücken:

Kontakte werden nicht mit dem Kopf gemacht, sondern sie entstehen aus dem Bauch. Schon der Begriff »Kontaktmachen«, dem wir dauernd begegnen, ist falsch. Denn für die menschliche Kontaktfähigkeitist nicht das kardinale oder gar fixe Kreuz zuständig, sondern das veränderliche. Kontakte werden nicht gemacht, sondern sie entstehen, ich kann sie zulassen oder nicht; ich kann sie in der Folge pflegen oder vernachlässigen.

Das merkurische, eben das rationale Verstehen ist begrenzt, denn es versteht die Sache, aber noch lange nicht den Menschen, um den es schliesslich in Kontakten oder Beziehungen gehen sollte.

Es ist symptomatisch, dass gerade in unserer Zeit, einer intellektuellen, zweck- und leistungsorientierten Welt, Merkur mit einem Kontaktplaneten verwechselt wird. Merkur im Horoskop zeigt lediglich die Fähigkeit (oder Schwierigkeit) auf, uns verbal ausdrücken oder verständigen zu können. Aus der Umwelt kommt immer wieder die Erwartungshaltung oder gar Forderung an diejenigen Menschen, die nicht eben gesprächig sind: »Drück Dich aus, Du musst Dich doch formulieren können ... «

Es gibt Menschen, die zu Zeiten viel schwatzen oder aber stumm sind. Und es gibt Menschen, die bewusst reden oder dann schweigen. Ich meine, es sind diese letztgenannten Menschen, die wir in unserer Welt als gesundes Gegengewicht brauchen, denn es sind diese Menschen, die sich die Zeit nehmen und die innere Ruhe haben, auch mal zuzuhören.

Des Merkur körperliche Organe sind die Ohren und der Kehlkopf.

Jupiter

Wertbewusstsein - Gerechtigkeit -Sinnfinden. Hier geht es um Eigenerfahrung; Eigenwissen. Jupiter ergänzt das theoretische Wissen mit seinen persönlichen Eindrücken, seinen persönlichen Erfahrungen und kommt so zu Eigenerkenntnissen.

Wie bereits vorhin erwähnt, trennt er den Spreu vom Weizen. Er entscheidet darüber, was wertlos und was wertvoll ist. Und es geht dabei um meinen Lebenssinn: was muss ich in mein Weltbild miteinbeziehen, was kann ich vergessen, ist quantite" nögligeable. Jupiter ist die Fähigkeit zu sehen - nicht nur im realen Sinn, also mit unseren Augen -sondern in einem erweiterten Sinne - hinter die Dinge schauen. Jupiter ist Wahrnehmfähigkeit, die Summe unserer fünf Sinne. Jupiter m seiner reinen Qualität ist hellwach für alles, was meine Sinne wahrnehmen, für alles, was meine Haut - im körperlichen wie im geistigen Sinne - berührt. Und so gesehen ist er der Sinnlichkeitspla net. Oft lassen wir das leider nicht zu, wir glauben, Sinnlichkeit sei eine Angelegenheit von Venus und Mars. Das ist allerdings nur sozusagen amputierter Sex, eine Suppe ohne Gewürz, ohne Salz und Pfeffer, erst wenn wir Jupiter miteinbeziehen, wird das ganze bekömmlich und schmackhaft...

Jupiter = Gerechtigkeit - es geht hier um soziale Gerechtigkeit, denn Jupiter hat den Menschen zum Mittelpunkt. Es geht nicht darum, »Gerechtigkeit« anhand eines Gesetzbuches mit x-100 Paragraphen zu üben, sondern dem einzelnen Menschen in seiner jeweiligen Situation gerecht zu werden. Eine beachtliche, weil ständige Forderung, die Jupiter an uns stellt. Da sind wir halt leider so und so oft zu träge, ihr Folge zu leisten, sie im praktischen Leben umzusetzen ...

Seit alters her wird Jupiter der Glücksplanet genannt. Das ist er, wenn wir lernen, mit hellwachen Sinnen durch unser Leben zu gehen. So haben wir eine optimale Chance uns zu entfalten, uns vorwärts zu entwickeln. Wir werden im richtigen Moment das Richtige tun.

Jupiter entspricht körperlich den fünf Sinnen, besonders aber den Augen.