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Titel Ausgabe 13



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Zurück Ausgabe 13 vom 20.04.1983 • Seite 20ohne Login!

• Grundwissen

Jupiter und Merkur im Gespräch

Fritz Gehre

Wie wir wissen, gehört sowohl der Jupiter wie der Merkur m den Kontaktbereich, und wie wir ebenfalls wissen, will Merkur möglichst viel wissen, um dies so oder so in seiner Vielfältigkeit zu verwenden! An den Jupiter glauben wir, fast blind, denn seine überzeugt vorgebrachten Ideale können eigentlich gar nicht falsch sein - wozu darüber nachdenken! - Diese beiden sitzen sich nun gegenüber, Merkur mit leuchtender Krawatte, gut gebügelter Hose, sauberem Hemd und ein kleines Notizbüchlein zur Hand. Jupiter lässig m einen blauseidenen Umhang gehüllt, die Beine übereinandergeschlagen und statt des Notizbüchlems ein Kelch Spätburgunder. Da Jupiter in seiner Art grosszügig ist, lässt er Merkur den Vortritt im Gespräch.

Merkur:

»Ich habe viele Bücher gelesen - noch dazu in verschiedenen Sprachen -, meine Aufzeichnungen dazu gemacht, und möchte heute Abend einen Vortrag in Astrologie halten. Bisschen Angst habe ich schon, denn wie soll ich die vielfache Kombinatorik der Aspekte zueinander auf 2 Stunden Vortrag zusammenpressen?«

Jupiter:

»Nimm paar Aspektbilder als Beispiel, gehe gleichsam m sie hinein, empfinde sie, lass1 die Zuhörer mitsprechen, und siehe da: auf einmal wird die Kombinatorik lebendig und erklärt sich als eigene Wahrheit! Noch was: trinke davor etwas Wem, das beschwingt, denn was soll der Vitaminstoss von Orangensaft, den Du jetzt zu dir nimmst?«

Merkur:

»Du hast leicht reden!! Wo bleibt die Gründlichkeit, die begriffliche Auseinandersetzung?. Die hörenden Menschen wollen doch lernen! Andernfalls wäre mein Vortrag nichts anderes als eine grossangelegte Wiedergabe meiner eigenen, womöglich ethischen Empfindung. Mir erscheint Dein Rat nur für Fortgeschrittene brauchbar. -«

Jupiter:

»Ob das ein sogenannter Anfänger ist oder einer, der schon 102 Jahre Astrologie betreibt, das dürfte gleichgültig sein! Ich gehe ganz einfach vom Lebendigen aus, vom Lebenssinn, und der zeigt sich in/e-dem Horoskop, sonst wäre die betreffende Person ja nicht am Leben. Der Glaube an eine höhere Macht ist für die Astrologie Voraussetzung, und dies sollen wir uns bewusst machen.«

Merkur:

»Ich kann doch keinen Glauben voraussetzen, wenn das Wissen nicht zuvor da ist -, das klingt mir überheblich, entschuldige, da sagen wir 'der gibt ganz schön an'. Mit dem Kleinen beginnen, das verlangt die menschliche Bescheidenheit. Und noch was: Der Merkur ist der Hermes tnsmegistos, das heisst: ihm stehen alle drei Bereiche des Lebens offen, und das trifft nur auf Merkur zu!!«

Jupiter:

Einen kräftigen Schluck trinkend und mit einer grosszügigen Geste sich die nächste Zigarette anzündend: »Zu Anfang, ob bei den alten Kulturen oder beim Kind, war alles ein Bild, und diese Bilder soll der Merkur eben in allen Ebenen bewusst machen. Macht sich dieser kleine Hermes selbständig, dann vergisst er, woher er kommt. Dies nenne ich Bescheidenheit, wenn er also weiss, woher er kommt. Und dann entsteht daraus die persönliche Freiheit im Denken!«

Merkur:

»Ja, Du hast schon recht, aber nur von Dir aus, ganz subjektiv; aber ich muss jetzt zu meinem objektiven Vortrag schreiten, ich möchte ja, dass mich jeder versteht!«

Jupiter:

»Auf Wiedersehn, wichtig ist für mich, dass wir noch ein paarmal miteinander sprechen, doch so, dass jener freie mittlere Kreis, das Menschliche, dabei ist. Wir haben ja alle sowohl das Merkurische wie das Jupiterische oder Joviale zugleich in uns!!«