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• Theorie der Astrologischen Psychologie

Die sieben klassischen Planeten, Teil 1

Bruno Huber

Die sieben klassischen Planeten, 1. Teil

Bruno Huber

bearbeitet von Louise Huber und Rita Schafroth

Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn. Das sind die sieben klassischen Planeten der Astrologie, die schon im Altertum verwendet wurden. Es sind diejenigen, die mit blossem Auge erkennbar sind und auch ohne Fernrohr gesehen werden künnen.

Im astronomischen Begriffsystem gelten Sonne und Mond natürlich nicht als Planeten. Die Sonne ist unser Zentralgestirn. Sie steht im Mittelpunkt unseres Planetensystems und wird sowohl von den Planeten wie auch von der Erde umkreist. Ebenso ist auch der Mond kein Planet. Er ist unser Trabant, der um die Erde kreist.

In der vorliegenden Planetentafel sind die Planeten in drei Reihen übereinander und in drei Kolonnen nebeneinander angeordnet. Am äusseren linken Rand sind die einzelnen Ebenen bezeichnet. Dort finden wir die lebenserhaltenden Funktionen auf der kreatürlichen Ebene im unterbewussten Raum. Im mittleren Balken sind die
Persönlichkeitsplaneten im Tag-Bewusstseins-Raum mit den verschiedenen Rollen des Ichs. Die obere Ebene ist die spirituelle Ebene mit den drei geistigen Planeten im überbewussten Raum. In den beiden unteren Kolonnen sehen wir die sieben klassischen Planeten, die wir nachfolgend in ihrer Funktion beschreiben wollen.

Zunächst sei erwähnt, dass man die beiden Planeten Sonne und Mond auf dem mittleren Band schon seit alters her aus den klassischen Sieben herausgehoben hat. Man hat sie Lichter genannt, weil sie die auffälligsten Himmelserscheinungen sind. Es sind die einzigen, die dem blossen Auge grüsser als nur ein Punkt erscheinen.

Sie sind das Tag- und Nachtlicht. Die Sonne beherrscht den Tag, sie macht den Himmel hell, der Mond ist vorwiegend nachts zu sehen, zwei entscheidende Elemente am Himmel. Die anderen Planeten treten am Himmel als mehr oder minder helle Punkte in Erscheinung. Nur mit einem Fernrohr erblickt man Einzelheiten, beispielsweise erkennt man bei der Venus Phasen, ähnlich denen des Mondes. Im Falle des Mondes kann man die wechselnde Grüsse mit blossem Auge erkennen. Sie nimmt bis zum völligen Verschwinden ab und dann wieder bis zum Vollmond zu.

Die drei Kolonnen (senkrecht)

Die Zusammenstellung in drei Ebenen übereinander und in drei Kolonnen nebeneinander hat naturgemäss ihren Sinn. Die drei senkrechten Kolonnen sind in einer geschlechtlichen Ordnung aufgeteilt. Dort haben wir weibliche, neutrale und männliche Planeten.

Weiblich/Männlich
Weiblich oder männlich bedeutet hier nicht einfach Geschlechtliches, es kann zwar mit inbegriffen sein, doch ist damit eher eine Grundhaltung gemeint. Da Frauen wie Männer die weiblichen und männlichen Planeten in ihrem Horoskop haben, wäre es falsch, nur vom Geschlecht auszugehen.

Als weiblich bezeichnet man eine passive, aufnehmende Haltung, welche die Dinge auf sich zukommen lässt. Unter ihnen wählt man sich das aus, was einem gemäss ist und eignet es sich an. Das Feminine ist anpassungsfähig, geschmeidig und vermeidet Unannehmlichkeiten, geht Konflikten aus dem Weg. Um nur einige der weiblichen Eigenschaften zu nennen.

Männlich nennen wir eine umgekehrte Einstellung. Maskuline Energie ist nach aussen auf Ziele und Objekte gerichtet, die gestaltet und verändert, vielleicht auch zerstört werden sollen. Das Männliche möchte etwas völlig Neues schaffen, räumt Hindernisse aus dem Weg und ist auch zum Kämpfen bereit.

Einfach ausgedrückt: Die männliche Kraft wird auf die Umwelt gerichtet, um Wirkungen hervorzurufen, die weibliche reagiert auf Einwirkungen von aussen. Die Bewegung von innen nach aussen ist männlich, die Bewegung von aussen nach innen ist weiblich. Männer und Frauen kennen beide Haltungen, sowohl die männliche wie auch die weibliche, mag auch die eine vertrauter als die andere sein. Man versteht sie auch oft als zwanghafte Rollenvorstellung aus der Vergangenheit, die heute ihr Gewicht weitgehend verloren hat. Eine vüllig «weibliche» Frau wäre hüchst uninteressant, ein völlig «männlicher» Mann, der nur mit seiner Kraft protzt, wirkt allenfalls als Macho.

In der astrologischen Planetenbetrachtung identifizieren wir das männliche und weibliche Paar nur entfernt mit dem Geschlecht von Mann und Frau, und doch ist diese Unterscheidung sehr hilfreich beim Deuten eines Planeten. Hier wird das astrologische Urprinzip der Polarität angesprochen. Beispielsweise gibt es auch männliche und weibliche Tierkreiszeichen. Sie folgen im Tierkreis aufeinander, Widder ist ein männliches Zeichen, Stier ein weibliches, Zwillinge ist wieder männlich, und so fort.

Körperliche Wirkung

Um den Unterschied der weiblichen und männlichen Planeten zu erfassen beginnen wir mit der körperlichen Wirkung. Die weiblichen auf den Kürper bezogen rufen «biochemische Prozesse» hervor, die männliche Gruppe «motorische Leistung». Die Muskeln sind bei Frau und Mann ein männliches Organ, denn nur sie vollbringen motorische Leistungen. Der Magen ist ein weibliches Organ, er nimmt Nahrung auf und wählt durch seine chemischen Prozesse die Substanzen aus der Nahrung aus, die für den Kürper nütig, gut und geeignet sind, der Rest wird ausgeschieden.

Neutrale Planeten

Planeten, die weder männlich noch weiblich, sondern neutral sind, haben ganz andere Kriterien. Bei den neutralen Planeten geht es um Verstehen der Zusammenhänge. Sie haben nichts mit den Prozessen der Leistung und der Biochemie zu tun. Sie sind empfindungsfähig, kontaktoffen, sensitiv, wahrnehmend, beobachtend und phantasiebegabt. Das Beziehungsfeld zwischen allem, was existiert, ist ihre Domäne.


Die senkrechten Kolonnen

Tabellenmässig gesehen ist es vorteilhaft sich die Planetentafel gut einzuprägen. Sie sollte im Gehirn gespeichert und bei Bedarf abgerufen werden künnen. Diese Einteilung der Planeten ist wohl durchdacht und für die spätere Deutung sehr wichtig.

Die linke Kolonne

Auf der linken Seite der Planetentafel sehen wir unten im unbewussten Raum die Venus, darüber im bewussten Raum den Saturn und im überbewussten Raum den Uranus. Diese drei Planeten haben vom Prinzip her weibliche Qualitäten. Auf der kreatürlichen Ebene entspricht die Venus dem Urweiblichen. Auf der Persünlichkeitsebene ist Saturn als körperliches Ich weiblich. Mit seiner Fähigkeit der Abgrenzung schützt und erhält er das Bestehende. Das ist eine typisch weibliche Funktion. Auf der geistigen Ideen-Ebene ist Uranus weiblich. Er ist das Leitbild des hüheren Mutter-Imagos, dort sucht er die Sicherheit durch Verbesserungen, Neuerungen und Zukunftsorientierung.

Die mittlere Kolonne

In der mittleren Kolonne sehen wir unten Merkur/Jupiter, darüber den Mond und in der oberen Ebene den Neptun. Es sind die neutralen, sensitiven Planeten. Von Natur aus sind sie verwandt und gehören zum gleichen Prinzip der Liebe. Alle sind sie empfindungsfähig, reagieren spontan auf Beziehungen und mitmenschliche Angelegenheiten und sind stets auf Liebe und Ausgleich bedacht. Den Mond könnte man als einen Summenwert der beiden Planeten Merkur und Jupiter bezeichnen. Allen gemeinsam ist ein Symbolanteil in der Symbolzeichnung der Planeten, nämlich das Halbmondsymbol. Es ist ein Teil eines Kreises, ein Ausschnitt davon oder ein geöffneter Kreis. Dieses Element kommt vor beim Mond, beim Merkur nach oben, beim Jupiter nach links gerichtet und auf der dritten Ebene der Tabelle beim Neptun ebenfalls nach oben. Es ist das Symbol der Sensitivität und der Rezeption (Empfänglichkeit), eine hervorragende Eigenschaft aller vier Planeten. Wenn das sensitive Symbol nach links gerichtet ist, hat das die Bedeutung, dass man den Dingen auf den Grund geht, man versucht, in die Tiefe vorzustossen, nach rechts ist man offen für Kontakt. Wenn das Symbol nach oben steht, ist man auf hühere Eingebungen ausgerichtet, wie beim Neptun, man lässt sich beeindrucken, man ist auf Empfangsstation. Beim Merkur ist es der Gütterbote, der von den Güttern die Botschaft aufgenommen und zur Menschheit weitergeleitet hat, deren Symbol das Kreuz ist.

Die rechte Kolonne

Diese Kolonne symbolisiert die männliche Seite des Menschen, wie beispielsweise Aktivität, Willenskraft, Durchsetzungsvermügen. Beim Mars ist der männliche Aspekt neben der Libido die motorische Energie, die Kampfkraft und Leistungsfähigkeit. Bei der Sonne ist es die aus sich selbst erzeugte Willensenergie, die unbekümmert um die Meinung anderer ihre Ziele verfolgt. Beim Pluto finden wir das höhere Leitbild des Vaters, dessen Wille machtvoll ist und die Welt ständig und unwiderruflich nach seinem Urbild verändert.

Die drei Ebenen (waagrecht)

Die untere Ebene
Kreatürliche Planeten
Die Planeten Venus, Jupiter, Merkur und Mars sind bei der waagrechten Einteilung auf der unteren Stufe angeordnet. Diese Planeten dienen weitgehend den kreatürlichen Funktionen. Sie sind auf Trieb- und Instinktleistungen eingerichtet und stellen Automatismen dar, die der Lebenserhaltung dienen. Das heisst, sie funktionieren noch weiter, auch wenn ein Mensch bewusstlos ist.

Nicht nur der Mensch, sondern auch Tiere haben diese Planeten. Bei diesen Planeten handelt es sich nicht um persönlichkeitsaufbauende Kräfte in dem Sinne, dass sie ein Ich enthalten oder dass man mit ihnen in direktem Sinne das Ich meint. Es sind Fähigkeiten, die dem Ich zur Verfügung stehen und ihm als Ausdrucksmittel dienen – aber sie sind nicht das Ich. Unsere Ichkräfte sind in den drei Hauptplaneten Sonne, Mond, Saturn enthalten. Der Mars hingegen ist nur die Leistungskraft an sich, auch die männliche Libido. Als Leistungskraft, als Kampfenergie, Mut und Zeugungskraft muss er betätigt und gesteuert werden. Wir wollen dies an einem Beispiel mit dem Auto erläutern.

Beispiel Auto
Das Auto hat einen Motor. Dieser Motor ist vergleichsweise der Mars. Wirft man den Motor an und überlässt das Auto sich selbst, dann läuft der Motor, bis das Benzin verbraucht ist. Das Auto bewegt sich nicht, es steht da, der Motor läuft weiter, verbraucht Benzin, verpestet die Luft und leistet nichts. Oder man legt einen Gang ein und lässt es alleine fahren. Dann fährt es an die nächste Mauer, vielleicht auch ins nächste Tobel hinunter. Mit anderen Worten: Um mit dem Mars etwas zu erreichen, etwas Sinnvolles zu tun, muss jemand da sein, der ihn führt und lenkt, ihm eine Direktion gibt. Das geschieht mit den Ich-Planeten, die im mittleren Balken stehen. Das ist nicht nur typisch für den Mars, sondern für alle vier Planeten dieser Gruppe. Sie müssen geleitet werden. Leitung kann nur von einem Ich ausgehen, das Ziele verfolgt und die Steuerung übernimmt.

Die mittlere Ebene
Persönlichkeitsplaneten
Die Planeten Saturn, Mond und Sonne auf der zweiten, mittleren Ebene haben mit dem Persönlichkeitsbewusstsein zu tun. Diese bewusste Stufe hängt mit dem Tagbewusstsein zusammen, auf der ein Mensch für sich alleine ist. Hier ist sich der Mensch seiner Eigenheit bewusst und weiss, dass er ein eigenständiges Wesen ist, das eigene Wege gehen kann. Er empfindet das oft als Einsamkeit, etwas, was Tiere, die instinktgeregelt immer mit Artgenossen, mit der Natur und mit der ganzen Umwelt verbunden sind, nicht fühlen.

Diese drei Planeten bauen das Persönlichkeitsbewusstsein auf, die Identität der Person. Diese kann im Wesentlichen nur mit diesen drei Planeten und ihren drei Funktionen etabliert werden. Wir können zwar andere Planeten zu diesem Zweck unterstützend heranziehen und unser Selbstbewusstsein etwa an unseren Leistungen aufbauen oder zum Beispiel an unserer Schünheit oder Genussfähigkeit. Aber das sind immer nur Hilfsmittel. Sie sind nicht substanziell, sondern stellen Umwege dar, ähnlich dem Vorgang, wenn man sich erst im Spiegel betrachten muss, um sich selbst zu erkennen. Dazu braucht man Objekte, Subjekte, Gegenstände, Situationen. Während man mit den drei Hauptplaneten sich selbst sofort und unmittelbar erleben kann. Die Körperlichkeit kann man zum Beispiel erleben, ohne dass irgend etwas um einen herum vorhanden sein muss. Man kann das Licht abschalten, sich in eine Position stellen und sich als Körper empfinden, ohne dass jemand dabei ist. Diese Körperlichkeit ist ein Icherlebnis, genau wie das Gefühl uns ständig im Kontakt Icherlebnisse vermittelt und wir mit dem Denken über uns selbst nachdenken können.

Wir nehmen also drei verschiedene Qualitäten der Eigenbewusstheit an, die insgesamt das Persönlichkeitsbewusstsein formen. Zwei von ihnen sind die «Lichter», dazu kommt Saturn. Es ist in diesem Zusammenhang interessant, dass in der traditionellen Astrologie vor allem Sonne und Mond als Planeten des Persönlichkeitsbewusstseins gelten. Die Sonne symbolisiert seit jeher das Selbstbewusstsein. Auch auf der Tabelle kommt der Begriff Bewusstsein vor, das heisst also, der Mensch ist sich seiner selbst in der Sonne bewusst.

Beim Saturn steht auch noch das Wort «Mutter», das manchen klassischen Astrologen irritiert. Die Körperlichkeit und die Materie werden von Saturn beherrscht. Er gewährt Schutz und Sicherheit vor möglichen Gefahren. Das gleiche gilt auch für die Mutter. Saturn stellt die Mutter, Sonne den Vater und der Mond das Kind dar. Diese Zuteilung ist das Resultat langjähriger Forschungsarbeit, bei der mit überwältigender Sicherheit festgestellt wurde, dass Saturn im individuellen Horoskop genaue Auskünfte über das Verhalten der Mutter dem Kind gegenüber gibt. Der Mond hingegen weist nicht die Mutter, sondern Spuren der Mutter auf, welche diese in der kindlichen Psyche hinterlassen hat.

Die Sonne stellt das hauptsächlichste Prinzip des selbstbewussten Menschen dar. Sie ist die Instanz, die über sich selbst nachdenken, zu sich selbst Bezug nehmen und «Ich bin» sagen kann. Die Sonne draussen im Raum strahlt aus sich selbst heraus, sie benötigt niemanden, der sie anstrahlt. Sie ist autonom und setzt den eigenen Willen ein, um Ziele zu erreichen. Das Symbol der Sonne wird mit einem Kreis und einem Punkt in der Mitte dargestellt. Eine abgeschlossene, in sich ruhende und auf die Mitte konzentrierte Figur. Das galt schon seit jeher als das Symbol der Einheit, des in sich geschlossenen Menschen, der willensfähig ist.

Der Mond ist die Gefühlsnatur des Menschen, die fast immer im Gegensatz zu seiner Verstandesnatur (der Sonne) gesehen wird. Wir haben vielfach Probleme, wenn die Polarität zwischen Gefühl und Verstand in der Umwelt Konflikte hervorruft. Durch die Gefühlsnatur und deren Bedürfnisse sind wir stark mit unserer Umwelt verbunden, werden leicht von ihren Bewegungen erfasst und hin und her geworfen. Mit dem Mond erleben wir uns vorwiegend durch Kontakt und weniger durch Selbstbetrachtung. Früher hat man ganz lapidar die Sonne dem männlichen Geschlecht und den Mond dem weiblichen zugeordnet. Das hat sich mittlerweile als einseitig erwiesen und hält psychologischen Untersuchungen nicht stand. Richtigerweise besteht zwischen Sonne und Mond wirklich eine Polarität, die aber Verstand und Gefühl heissen muss.

Hinzu tritt als dritter Pol der Saturn: Die Körperlichkeit. Auf der körperlichen Ebene erleben wir uns auch als ein Ich. Manchmal fühlen wir uns wohl und gut, zum Baispiel nach einem guten Essen. Der Saturn signalisiert das körperliche Befinden. Geht es einem körperlich gut, ist auch das Selbstvertrauen gut. Geht es einem körperlich schlecht, mindert sich das Selbstbewusstsein. Verletzt man sich körperlich, nimmt Saturn das als Gefährdung und Schmerz wahr. Als körperliches Ich reagiert er sofort mit Gegenmassnahnen, um die Ordnung wieder herzustellen. Er ist in der dreifachen Persönlichkeitsstruktur der Sicherheitschef, der dafür sorgen muss, dass der Körper überlebt und sich wohlfühlt. Wenn es uns gelingt, uns wohlzufühlen, stärkt dies unser Selbstvertrauen. Besser wäre es für den Begriff Selbstbewusstsein das Wort Körperbewusstsein zu verwenden und anstatt Körperlichkeit den psychologischen Begriff Selbstvertrauen.

Drei Persönlichkeitsebenen
Es ist wichtig zu sehen, dass wir drei Ebenen des Menschseins vor uns haben. Wir sind Wesen, die Körper sind, dazu Gefühlswesen und Verstandeswesen. Wir besitzen die Fähigkeit, in den Ebenen täglich mehrfach zu wechseln. Mal sind wir mehr Verstandesmensch, mal mehr Gefühlsmensch, mal mehr Körper. Dies ist eine erlebbare Wirklichkeit. Der Verstand ist dem Männlichen zuzuordnen, das Gefühl und die Körperlichkeit dem Weiblichen, ohne dass hiermit irgendeine Wertung vorgenommen wird. Saturn und Mond sind nicht unintelligent, sie funktionieren nur anders als das, was wir normalerweise als Verstand bezeichnen.

Diese drei Persönlichkeitsplaneten ragen in unserem Bewusstsein besonders heraus, weil sie auch im Sonnensystem eine besondere Position besitzen. Die Sonne ist, wie schon gesagt, zentral im Sonnensystem. Sie strahlt aus sich selbst heraus und ist autonom. Um sie drehen sich alle Planeten, als Gravitationszentrum ist sie das zentrale Gestirn und der Mittelpunkt. Ihre Hauptfunktion ist die vitale Energieausstrahlung, die alles Leben auf der Erde ermüglicht. Gäbe es ein Leben auf anderen Planeten, was wissenschaftlich nicht entschieden ist, wäre auch dafür die Sonnenstrahlung entscheidend.

Der Mond hat eine ganz andere Funktion. Er steht uns am nächsten und ist eigentlich ein toter Planet, er wird nur sichtbar, wenn die Sonne ihn anstrahlt. Astronomisch gesehen ist der Mond sozusagen an die Erde festgebunden. Der Mond ist 385.000 km entfernt. Das ist 7 1/2 mal der Erdumfang. Wenn man die Erde 7 1/2 mal zu einer geraden Strecke aufrollt, dann haben wir die Strecke zum Mond. Die Sonne ist 250 Millionen km entfernt. Das Licht vom Mond braucht bis zur Erde eine halbe Sekunde. Das Licht von der Sonne zu uns benütigt 8 1/2 Minuten. Wenn also die Sonne untergeht, wissen wir dies erst 8 1/2 Minuten später.

Der Mond ist also für uns das Nächste, was uns umkreist, genau wie unsere Gefühle uns auch das Nächste sind und uns ständig umkreisen. Es ist relativ schwer, aus seiner Gefühlsnatur auszusteigen und immer nur vernünftig zu sein. In unserer heutigen Zeit gilt weitgehend das Erziehungsziel, seine Gefühle zu beherrschen, ganz neutral, intelligent und intellektuell zu werden, um im Bewusstsein über allen Dingen stehen zu künnen. Mit dem Willen der Sonnenqualität soll man alles bewältigen, auch seine Gefühle. Psychologisch gesehen ist diese Haltung ein Verdrängungsprozess, der auf die Dauer für die menschliche Entwicklung nicht gut ist.

Saturn hat unter anderem noch eine ganz spezielle Funktion. Er ist unter den klassischen sieben Planeten der äusserste, den wir überhaupt noch sehen künnen. Er kreist aussen um alle Planeten herum und bildet die Grenze des sichtbaren Sonnensystems. Er funktioniert wie ein Grenzring, wie ein Wächter, ein Hirtenhund, der die Herde zusammenhält. Wir werden später noch näher darauf eingehen.

Die obere Ebene
Geistige Planeten
Uranus, Neptun, Pluto stehen draussen, das heisst ausserhalb der Saturnbahn. Diese sogenannten neuen Planeten künnen wir mit blossem Auge nicht sehen. Sie symbolisieren drei Leitbilder, die vorwiegend auf der geistigen Ebene funktionieren und für die physische Ausrüstung, die wir besitzen, immateriell sind. Man könnte sogar sagen, dass wir ohne sie leben können.

Bei den meisten Menschen wirken sie als kollektive Strömungen, denen man blindlings folgt. Um sie zu individualisieren braucht es ein Wissen darüber, damit sie im persönlichen Leben kultiviert werden können. Wir werden später noch mehr darüber hören.

In den Kolonnen sehen wir Uranus auf der weiblichen, Neptun auf der neutralen und Pluto auf der männlichen Seite. Auf dieser transpersonalen Ebene gibt es jedoch keine klare Einteilung in männlich und weiblich, vielmehr kann man diese Planeten als zweigeschlechtlich ansehen, das heisst sie können sowohl als auch wirken.

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