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Titel Ausgabe 14



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Zurück Ausgabe 14 vom 22.06.1983 • Seite 19ohne Login!

• Glosse

Mars und Venus im Gespräch

Fritz Gehre

Venus

sich ihrer Schönheit wohlbewusst, wirft ihre dunklen Locken zurück und erwidert lächelnd seinen Gruss. Dann sagt sie: Müssen wir denn gleich mit dem belastenden Alltag beginnen? Ich meine, es wäre zunächst gut zu wissen, wie jeder von uns beiden den Alltag überhaupt sieht.

Mars

Ich freue mich, wenn ich etwas vollbracht habe, denn ohne Tätigkeit werde ich zornig aus dem Nichtstun, vielleicht gegen mich selbst.

Venus

Ich kann das nur halb verstehen, denn die Schönheit der Blumen, des Himmels und der Menschen wird mir im Nichtstun einfach bewusster; damit lade ich mich auf und werde glücklich.

Mars

Ich frage Sie ganz bescheiden, schon jetzt, können Sie denn vor Ihrem Gewissen ruhig einen Tag beenden, wenn Sie sich nur aufladen und meinetwegen bewusster werden?

Venus

Ja, das kann ich!! Viel unnützes Hin und Her, viele Dauerbewegung wird sinnvoll, denn alles reduziert sich bewusst gesehen von selber. Ich weiss nicht, ob Sie verstehen, wenn ich sage, dass die Liebe vor dem Tun da sein muss.

Mars

Ich verstehe es teilweise, doch umsetzen kann ich es nicht! Ich falle in die Schwarz-weiss-Thema-tik zurück, und selbst trotz jener vielgepriesenen Wandlungskraft (8. Haus) fühle ich mich immer genötigt, etwas Sichtbares zu tun.

Venus

Natürlich, wir alle sind genötigt, etwas zu tun, aber kann es jenes liebende Vorgefühl uns nicht leichter machen? Ich male Bilder, koche besonders gutes Essen und richte Wohnungen ein (2. Haus), - tue etwas, was mich freut.

Mars

Der mich belastende Alltag hängt davon ab, dass ich nicht »nein« sagen kann - nun, vielleicht sind auch egoistische Gründe dabei.

Venus

Nein-sagen wird mir dann notwendig, wenn andere meine Kräfte benutzen. Ja-sagen würde mich auf die Dauer frustrieren oder langweilen.

Mars

Vielleicht brauchen wir höhere Werte, ganz naiv gesagt einen göttlichen Schutz, der uns selbst die Fragen beantwortet?

Venus

Ich nehme den Neptun, die Liebe wird wie von selber umfassender. Mit ihrer Hilfe kann ich tausendmal mehr tun, wenn ich es echt damit meine!

Mars

Wen soll ich denn nehmen, wer versteht meine monotone Unablässigkeit, mein Kopfweh, mein Zurückschlagen zuweilen?

Venus

Ganz einfach, nehmen Sie den Pluto, öffnen Sie die Arme nach oben und lassen Sie diese gigantische Kraft hinein, sie wandelt wirklich!

Mars

Ich sage danke, denn bereit bin ich schon immer für alles gewesen.

Der ist für mich kein freier Mensch, der sich nicht auch einmal dem Nichtstun hingeben kann.

Cicero

Auf das menschliche Gedächtnis ist kein Verlass. Leider auch nicht auf die Vergesslichkeit.

Stanislaw Jerzy Lee

Alles, das unser Nahrung ist, dasselbig ist das, was wir sind ... Solches lass dich nicht befremden: denn Ursachen, ein Baum, der auf dem Feld stehet, wäre sein Nahrung nit, er war kein Baum

Paracelsus