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Titel Ausgabe 14



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Zurück Ausgabe 14 vom 22.06.1983 • Seite 20ohne Login!

• Grundwissen

Mondknoten in den Zeichen, Teil 1

Louise Huber

Der aufsteigende Mondknoten steht im individuellen Horoskop sowohl in einem Zeichen wie in einem Haus. Mit der Hausstellung befassten wir uns im vergangenen Jahr (Astrolog Nr. 7 bis 12); in der letzten Nummer haben wir mit der Beschreibung der Stellung in den 12 Tierkreiszeichen begonnen. Diese gibt uns darüber Auskunft, welche Grundausrüstung ein Mensch mitbekommen hat und wie fähig er ist, den Mondknoten als Aufstiegspunkt wahrzunehmen.

Mondknoten im Krebs

Jedes Tierkreiszeichen besteht aus der Kombination von Kreuz und Temperament. Krebs ist ein kardinales Wasserzeichen. Dieses Wissen gibt im wesentlichen darüber Auskunft, welche Motivation ein Mensch mitgebracht hat. Beim Zeichen Krebs geht es sowohl um die Entwicklung von Gefühlswerten (Wasser) wie auch um eine willentliche Manifestation ins Gesamtkollektiv hinein (kardinales Kreuz). Ein Mondknoten im Krebs sagt deshalb aus, dass dieser Mensch einen Zugang, eine Beziehung zum Kollektiv schaffen soll, er muss Anschluss an andere Menschen finden wollen. Er braucht ein Nest, Zuneigung und Wärme, damit er sich entwickeln kann; er muss zu einer Gemeinschaft gehören, Alleinsein ist nicht gut für ihn. Die Angst vor Gefühlsbindung, Zurückweisung oder Blossstellung muss er überwinden und sich auf den Weg machen, die Liebe zu suchen. Gut ist es für ihn, eine eigene Familie zu gründen, damit er Teil eines Ganzen, eines Kollektivs, einer Gruppe wird. In der Gemeinschaft erhält er inneren Schutz, Pelzwärme oder Nestgefühl. Das braucht er, ohne Gefühlsbindungen wäre er nur ein halber Mensch.

Der absteigende Mondknoten steht ja dann im Steinbock,

dem Zeichen der autonomen, selbständigen Persönlichkeit. Dies ist der Zug nach rückwärts, zur Vergangenheit hin, welcher die Entwicklung hemmt. Das heisst, dass ein Hang nach Macht, Autorität, Würde und Prestige überwunden werden muss. Der aufsteigende Mondknoten steht meistens in Horoskopen von überstarken Individuen im Zeichen Krebs, die sehr zur Einsamkeit neigen und sich von der Masse abheben wollen. Im Extremfall sind es Einsiedler, das geht bis zum geistigen oder gesellschaftlichen Snob, wobei man sich besser und höher vorkommt als die anderen. Auch hier können wir den Mondknoten vom Standpunkt der Entwicklung aus als Korrekturpunkt ansehen. Ein Krebs-Mondknoten besagt, dass man »heruntersteigen« und sich mit dem Kollektiv befassen muss, dass man versuchen soll, traditionsgebundene Gefühle, über die man sich erhaben fühlt, zu verstehen, diese sogar in sich selbst kultivieren soll. Das heisst auch, Althergebrachtes mit in sein Weltbild einzubeziehen und nicht voreingenommen abzulehnen; das, was zum Beispiel Eltern, Pfarrer und Verwandte für gut befunden haben, gelten zu lassen und zu respektieren. Es ist von Vorteil, mit dem Krebs-Mondknoten sich beispielsweise mit Kulturwerten aus dem Altertum zu befassen und vielleicht auch alte, sogenannte ver-staubte »kitschige« Gefühle wieder neu zu betrachten und selbst zuzulassen - sich ihrer nicht zu schämen.

Mondknoten im Löwen

Beim fixen Feuerzeichen Löwe geht es darum, irgendeinen gesicherten Lebenszustand anzustreben und zu erreichen. Der Löwe ist darauf konzentriert, seine eigene Person optimal zu gebrauchen, sich eine eigene Welt zu schaffen, in der er alleine herrscht. Ein Mensch mit dem Löwe-Mondknoten braucht einen eigenen Kompetenzbereich, der nur ihm gehört und den er mit niemanden teilen muss, wobei Personen der Inhalt dieses Lebensraumes sind. Mit seiner selbstgeschaffenen Welt und mit den Menschen, die zu seiner Welt gehören, muss er sich auseinandersetzen, sich selbst erproben, sich bewähren und sich selbst verwirklichen. In Wirklichkeit geht es darum, diese seine Welt in den Griff und unter Kontrolle zu bekommen. Die Absicherung von Lebensumständen ist seine Sicherheit, wobeiMenschen eine entscheidende Rolle spielen.

Er muss lernen, sich einen eigenen Hoheitsbereich abzustecken, indem er sagt: Das oder jenes gehört zu mir und das nicht; hier bin ich zu Hause, hier will ich aktiv werden, hier übernehme ich die volle Verantwortung - und das andere will ich nicht. Mit dem Löwe-Mondknoten muss man also eine positive, aber ebenso eine individuell definitive Stellung zu seiner Umwelt finden. Dazu muss man aus sich herausgehen, den Mut zum Experiment entwickeln und sich mit der Umwelt aktiv befassen. Meistens lässt sie einen auch gar nicht in Ruhe, sie fordert ständig zu irgendeiner Stellungnahme heraus. Auch diese Mondknotenstellung hat einen Korrekturwert für die eigene Entwicklung; sie lockt einen »hinter dem Ofen hervor«, wenn man sich hinter Gleichgesinnten verstekken will, damit man sich auch mit Andersgearteten auseinandersetzt und dadurch etwas dazulernt. Mit Mondknoten im Löwen muss man raus, man muss sich mitten in die Welt hineinstellen, sich mit ihr einlassen, damit man über sich und die Welt Neues erfährt. Das verlangt Handlungsbereitschaft und ein ständiges »Sich-selbst-exponieren«.

Der absteigende Mondknoten im Wassermann

als Zug nach rückwärts wäre ein starker Wunsch nach Sicherheit innerhalb einer Gruppe von Freunden, eines Kreises von Gleichgesinnten, in dem man geschützt ist. Man meint, damit wären alle Probleme gelöst und man bliebe verschont von Gefahren, Niederlagen, Ausgeschlossenwerden, Zurückweisungen etc. Und gerade das ist es, wovor man Angst und eine gewisse Scheu hat. Mit dieser Angst ist man immer konfrontiert, und man muss lernen, trotzdem aus sich herauszugehen, sich zu präsentieren, zu exponieren. Wobei immer das Risiko getragen werden muss, dass man abgelehnt werden kann - dass man nicht ankommt. Bei dieser Mondknotenstellung geht es ja um die Selbsterprobung in der Welt, mit allem, was dazugehört wie erfolgreiches, schöpferisches Schaffen, strahlende Siege, Beliebtheit, euphorisches Selbsterleben usw; aber auch um das Verlieren - das Einstecken von Niederlagen, Rückschlägen, Verlusten und allem, was dazwischen liegt. Das hilft der Selbsterfahrung, und daraus lernt man, seine eigenen Grenzen abzustecken.