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Titel Ausgabe 14



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• Grundwissen

Aspektbilder und Aspektfiguren, Teil 3

Hans-Peter Sauerwein

Die Drachenfigur besteht aus einem grossen Talentdreieck, einem kleinen Talentdreieck und einer Opposition. Während wir bei dem »Rechtschaffenheitsviereck« das Verhältnis von 4 blauen zu 2 roten Aspekten hatten, ist das Verhältnis bei der »Drachenfigur« 5 zu l. Für blaue Aspekte stehen einem roten Aspekt gegenüber, der in der Mitte eingepackt ist, den keiner sieht.

Menschen mit dieser Aspektfigur neigen dazu, ihre innere Spannung zu verdrängen. Sie bauen sich aus der Fülle ihrer Selbstempfindung das Bild einer heilen Welt auf und sehen die Welt so, wie sie sie sich wünschen. Aufgrund der eigenen harmonischen Wahrnehmung und Strukturierung strahlen solche Menschen eine gewisse Souveränität und Selbstverständlichkeit aus. Wenn man mit solchen Menschen Kontakt hat, übernimmt man leicht deren Bild einer heilen Welt, denn sie haben die Fähigkeit, ihre Anschauung nach aussen zu übertragen und selbst durch ihr eigenes Beispiel zu zeigen: »So ist es!«

Menschen mit der Drachenfigur in ihrem Horoskop neigen dazu, die innere Spannung (die Opposition) zu verdrängen, sie orientieren sich mit ihrem Bewusstsein am Thema des stumpfen Ende der Aspektfigur. Sie sehen die Welt von diesem Punkt aus, der zum inneren Zentrum durch das Trigon entschärft und harmonisiert ist und versuchen, über die beiden Sextile mit der Umwelt in einer konfliktfreien, harmonischen, ästhetisch angenehmen Art und Weise umzuehen und zu leben. Diese Haltung führt zu einem ausgeprägten Selbstgenuss, einer narzistischen Selbstempfindung der Persönlichkeit, die bei Verletzungen sehr gekränkt werden kann. Allerdings können Menschenmit solch einer Drachenfigur in ihrem Horoskop auch dasjenige anziehen, das ihnen wohltut, und demjenigen aus dem Weg gehen, das sie gefährdet.

Die Schicksalsaufgabe für diese Menschen besteht darin, sich mit der Thematik des Planeten an der Spitze der Figur auseinanderzusetzen, weil hier die Polarität von Innen und Aussen, von der inneren Konfliktspannung und der nach aussen gezeigten harmonischen Haltung zum Ausdruck kommt. Wenn diese Menschen dieses Thema leben und bewältigen lernen, dann wird die Welt nicht mehr so naiv gesehen, wie es bei einem weniger entwickelten Bewusstseinszustand der Fall ist. Sie können ihren Konflikt an der Spitze bewusster erleben als am stumpfen Ende der Figur oder als an den beiden Ecken, die nur blau bestrahlt sind, wo nicht genügend oder gar keine Spannung vorhanden ist. An der Spitze trifft der Energiepol mit einem Substanzpol zusammen. Diese Orientierung ermöglicht eine bessere Steuerung des Lebens und erlaubt, die Fülle der Substanz zu entdecken, die in dieser Figur enthalten ist. Dann kommt ein weiterer, besonderer Name

der Figur zur Geltung: »Einweihungsfigur«. Es geht um die Einweihung in die eigenen Fähigkeiten, in die sinnerfüllte Substanz der Trigonaspekte, mit denen man fähig sein kann, eine trans-zen-dente Ruhe und Harmonie auszustrahlen und karmische Pflichten vollbringen kann.

Aber es besteht wie bei allen Substanzfiguren, wie beim Talentdreieck, eine Neigung zum Perfektionismus. Gerade mit einer Drachenfigur können Menschen etwas unangenehm wirken, weil sie diejenigen sind, die am meisten zum Perfektionismus neigen.

Die »Wiege« füllt immer eine ganze Hälfte des Horoskopes aus. Sie enthält je nach Lagerung die Thematik dieser Hälfte. In der Wiegenfigur ist die Opposition nicht eingeschlossen, sondern sie wirkt wie eine Mauer, eine Barriere gegenüber dem unaspektierten Teil des Horoskopes. Der Spannungsaspekt liefert mit seiner Achsenthematik die energetische Grundlage für die inhärente Genussneigung der blauen Aspekte. Wie bei der Ambivalenzfigur ist hier die Verdrängungsneigung sehr gross. Zu dem Thema wird leicht eine Weltsicht fixiert, von der ausgehendein möglichst problemfreies Leben einzurichten versucht wird,

Gehalten wird die Wiegenfigur in der Mitte von zwei Trigonen, vom inneren Zentrum aus in die entsprechende Horoskophälfte gesehen, ist damit ein innerer Sinn gegeben. Eine innere Harmonie ist vorhanden, und es besteht die Fähigkeit, durch die 3 Sextile nach aussen hin in einer harmonischen Form mit der Umwelt zu leben. Man kann sich anpassen, kommt mit den Forderungen der Umwelt zurecht (Häuserstellung beachten!). Man kann auch seine eigenen Interessen anbringen, seine Bedürfnisse verpflegt zu werden, geborgen zu sein.

Es ist ein Kennzeichen von Menschen mit einer Wiegenfigur, dass sie dazu neigen, bewusstseins- und handlungs-mässig, in ihrer Lebensführung und in ihren Verhaltensweisen im blauen Teil der Figur zu bleiben. Bei ihnen ist ein ausgesprochen starkes Bedürfnis nach Geborgenheit vorhanden. Je nach Lagerung der Figur im Horoskop suchen sie dort Sicherheit, Wärme und Harmonie, und finden sie in der Regel auch. Sie sind deshalb sehr wenig gewillt, über die Barriere der Opposition hinaus in den anderen Raum zu treten. Im Zweifelsfall ist es dort nur kalt, unfreundlich, unangenehm.

Bei Aspekten (Konjunktionen) des Alterspunktes mit Stellen dieser Figur kommt es allerdings häufig zu Erschütterungen des Geborgenheitsgefühl. Das Bewusstsein soll damit auf veränderte innere oder äussere Bedingungen aufmerksam gemacht werden. Der Mensch soll nicht in der »Wiege« verbleiben, sondern am Wachstumsprozess des Lebens teilnehmen.

Dynamik-Figuren

Zu der Gruppe der blau-roten Aspektfiguren gehören noch drei weitere, die sogenannten »Dynamik-Figuren«. Ihr Aussehen hat dynamischen Charakter, es sind Dreieckstrukturen durch sich kreuzende Aspekte.

Die Figuren kommen zustande, wenn die konstellierenden Planeten mit ihren Orbes (Wirkungskreis) zwar rote und blaue, aber keine grünen Aspekte (Halbsextil und Quincunx) bilden können. Wäre dies der Fall, würde jeweils eine Viereckfigur entstehen. Dieses inhärente Streben nach einem statischen Zustand, nach Sicherheit, kennzeichnet das Defizit der drei Figuren. Alle drei Figuren können als Endlosschlaufen betrachtet werden, in denen immer Energie fliesst und ein Zustand der Ruhelosigkeit herrscht.

»Schmetterlingsfiguren«

Menschen mit einer solchen Figur nehmen viele Dinge leichter als andere. Bei der kleinen Schmetterlingsfigur treibt eine innere, widersprüchliche Spannung (die beiden Quadrate) den Menschen an, während er nach aussen hin relativ ruhig erscheint. Für die Umwelt kann er in zwei Bereichen harmonisch funktionieren, bzw. zwei harmonische Verhaltensweisen zeigen, während ihm selber dies grosse Mühe und Anstrengung bereitet, da innerlich ein ständiger Leistungszwang herrscht und Entscheidungen getroffen werden müssen. Diese Figur verleiht besonders einen unruhigen Charakter. Aus dem Bereich des fehlenden Halbsextils vor allem werden störende Einflüsse erwartet, die durch eine Barriere abgewehrt werden, die durch die Kreuzung der beiden Quadrate gebildet wird,

Die grosse Schmetterlingsfigur hat aufgrund der beiden innenliegenden Trigone eine grössere Tragkraft und Ruhe, die in einer beachtlichen Leistungsfähigkeit (in den Bereichen der beiden Quadrate) sich ausdrücken kann. Die Leistungsanforderungen aus der Umwelt können hier durch die innewohnende Ruhe akzeptiert werden, und aus dem Bereich des fehlenden Halbsextils werden die wahrgenommenen Widersprüche eher als schöpferische Anstrengung aufgenommen, Bei beiden Schmetterlingsfiguren sollte man in der Analyse die beiden möglichen Flussrichtungen der Energien in den Endlosschlaufen betrachten, um dann im Zusammenklang der Zeichen-, Häuser- und Planetenstellungen das Thema zu erkennen. Je nach dem führt der Kraftstrom entweder zu den beiden spitzen »Flügelenden«, und damit zu einer Kraftverteilung, oder er fliesst zu den stumpfen Enden, die, da sie doch relativ eng zusammenstehen, eine Konzentration bewirken.

Dem Schwingungsdämpfer oder der Feder, wirken alle vier Aspekte wie eine elastische Barriere gegenüber dem Bereich, in dem das Sextil liegt. Vom inneren Zentrum her gesehen, stellt das Trigon eine grundlegende Zustimmung zu dem Thema des jeweiligen Horoskopdrittel dar, dessen Tiefe und Sinn dem Tagbewusstsein, das in der Schicht des Häusersystems liegt, aber weitgehend verborgen ist. Dieses orientiert sich primär an dem Thema des Sextils, d. h. es versucht harmoniestrebig und konfliktvermeidend mit der Umwelt zurecht zu kommen. Doch durch die beiden Quadrate kommt eine starke energetische Spannung hinzu, die untergründig wirkt und ein einfaches Leben in diesem Bereich erschwert. Die beiden Quadrate bilden eine Mauer, die ein wechselseitiges Durchdringen der Impulse aus dem Zentrum einerseits, und eine Verinnerlichung der Erfahrung aus der Umwelt andererseits fast unmöglich macht. Vor allem die von aussen kommenden Impulse werden, wie bei einer Feder zur Schwingungsdämpfung, von den beiden Quadraten elastisch aufgefangen, die ja jeweils an dem Trigon verankert sind. Für Menschen mit einer solchen Figur ist es kennzeichnend, dass sie ihre Erfahrungen absolut setzen, die sie in dem Häuserbereich machen, in dem das Sextil liegt. Nur durch grosse innere Leistungen werden sie fähig, den persönlichen und oberflächlichen Horizont ihrer Erfahrungen zu erweitern, um so an die Substanz des grösseren Sinnzusammenhangs und zu einer grösseren inneren Ruhe zu gelangen (Thema des Trigons). Sie neigen dazu, eine schöne Fassade aufzubauen, um die tieferliegenden, erheblichen Konflikte zu verbergen, deren klärende Funktion von ihnen selber kaum durchschaut wird.