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Titel Ausgabe 15



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Zurück Ausgabe 15 vom 23.08.1983 • Seite 2ohne Login!

• Unser Zodiak

Planetenkonzentration am Himmel

Bruno Huber

Der dritte Quadrant

Am 18. November erreicht - als letzter - Mars 0° Waage. Damit sind alle Planeten, bis auf den Mond, im dritten Quadranten. Der Mond betritt diesen

am 29. November. Am 3. Dezember wechselt Merkur, am 4. auch der Mond in den Steinbock - und damit zerfällt das Stellium vom 3.12.1983 (siehe

Horoskop) ziemlich rapide wieder.

Sehr schön ist auf dieser Zeichnung sichtbar wie die beiden Planetenpaare Saturn / Pluto und Jupiter / Uranus durch das Jahr (von innen nach

aussen; s. Datenlisten) in Vor- und Rückläufigkeiten engere und weitere Konjunktion machen. Die gestrichelten Bereiche zeigen den Verlauf innerhalb

der Konjunktions-Orbes. In der Auflösungsphase wird der Aspekt zuerst einseitig. Das dauert zwei bis drei Wochen. Umgekehrt ist der Verlauf

beim Aufbau der Konjunktion Jupiter / Neptun.

Die Kurven der schnelleren Planeten verlaufen am ausseren Rand (letztes Jahresdrittel). Sich überschneidende Kurven zeigen exakte Konjunktionen

zwischen den entsprechenden Planeten. Die konzentrischen Kreislinien (mit Datum-Zahlen) weisen die Sonntage des Jahres aus. Der Mond ist nicht

eingetragen.

Diese Zeichnung basiert auf dem »Transit Cycle Graph - 1983« von Mary Brandes, Baltimore © 1982, - und Bruno Huber, Adliswil © 1983.

In den nächsten fünf Monaten rücken sämtliche Planeten im dritten Quadranten des Tierkreises zusammen und markieren mit den Konjunktionen und Zeichenwechseln der langsamen Planeten möglicherweise die nächsten zehn Jahre als die entscheidenden dieses Jahrhunderts.

Es sind die langsamen Planeten (Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto), welche dieser Planetenversammlung das Gepräge geben. Hier zunächst die wichtigsten Stationen chronologisch:

1. Am 24. August wechselt Saturn definitiv in den Skorpion hinüber.

2. Am 25. September ist die dritte Konjunktion zwischen Jupiter und Uranus fällig (die ersten zwei waren am 18.2. und am 14.5.1983).

3. Am 5. November schliesslich erreicht auch der seit August 82 mit Saturn in Konjunktion laufende Pluto das Zeichen Skorpion.

3. Am 3. Dezember haben wir die engste Konstallation dieses Jahres (die drittengste dieses Jahrhunderts!): alle Planeten sind innerhalb 80° 10' versammelt.

5. Am 19. Januar 1984 zu guter Letzt treffen sich Jupiter und Neptun in Konjunktion auf 0 Grad Steinbock und betreten damit - mit nur einundeinhalb Stunden Abstand - gemeinsam dieses Zeichen.

Pluto in Skorpion

Der Eintritt Plutos in den Skorpion wird in astrologischen Kreisen schon seit einiger Zeit diskutiert - und in gar manchem Astroblättchen wurden Unkenrufe ausgestossen und sybillinisch-ahnungsvolle Dunkeltöne an den Himmel gemalt. Ich kann mich diesen düsteren Tönen in guten Treuen nicht anschliessen. (Obschon sie natürlich zu der allgemeinen Missstimmung in der breiten Öffentlichkeit passen.) Astrologisch ist die Situation durchsichtig: Saturn bewegt sich seit einem Jahr im Grenzbereich Waage/Skorpion (immer in Konjunktion mit Pluto), war bis Anfang Mai schon in Skorpion

und wird im August (s. oben) definitiv. Wer selber Saturn in Skorpion hat (z. B. 1924-27 und 1953-56), sollte wissen, dass Klagen zum Selbstverständnis gehört - ja, dass es sicherer ist, auf Vorschuss zu jammern, denn »dann kann's ja nur besser werden«.

Saturn ist Wegbereiter für Pluto beim Eintritt in Skorpion, und für zweieinhalb Jahre bleibt er im Zeichen - kann somit den mit Donnerschlag erwarteten Pluto-Ingress besänftigen oder abfangen. Man sollte sich bewusst sein, dass hier schon seit einem Jahr zwei stark gegensätzliche Kräfte miteinander wirksam sind. Saturn wollte von der Waage her die menschlichen Beziehungsformen und will aus dem Skorpion die bestehenden Gesellschaftsstrukturen bewahren. Pluto aber, der in allem, was Menschen machen, die Beweggründe (Motivationen) überprüft, will in Skorpion die Strukturen im Sinne »reiner Motive« wandeln. Er kann aber, wie das allgemein von seinem Durchgang durch das marsisch/plutonische Zeichen erwartet wird, nicht einfach geradeaus zerstörerisch werden. Er muss in der Gegenwart von Saturn gemässigt versuchen, die etablierten Formen zu reinigen und zu rekonstruieren.

Den Augiusstall aufräumen,... Pluto-Ingress m Skorpion: 5.11.1983 / 19h47, berechnet für Zürich.

Es mag also in den nächsten Jahren zu allerhand Skandalen und Zusammenbrüchen in allen gesellschaftlich oder staatlich strukturierten Bereichen kommen. Wo überspitzter Fortschrittsglaube, aufgeblähtes Wirtschaftswachstum und Korruption der Macht und Autorität zu ökonomischen Gleichgewichtsverlusten geführt haben, da muss aufgeräumt werden. Beispiele dieser Art haben wir schon: die sich in den letzten zwölf Monaten häufenden Firmenzusammenbrüche (die Ausnahme bestätigt natürlich auch hier die Regel!).

Pluto macht Geschichte

Pluto kann man zu Recht als Generationenplanet bezeichnen. Das hängt mit seiner langen Durchlaufzeit durch ein Zeichen zusammen: Durch das Zeichen Stier lief er von 1820-1852, also während 32 Jahren - durch das Gegenzeichen Skorpion wird er »nur« elf Jahre und zwei Monate brauchen. Das sind seine Extreme!

Pluto bedingt in der Vorstellungswelt der breiten Masse das »Ideal vom Menschen« oder den Wunsch nach dem »perfekten« Menschen. Wenn man die Bewegungen Plutos durch den Tierkreis geschichtlich zurückverfolgt, so muss man mit Erstaunen feststellen, dass immer im Durchlauf durch den dritten Quadranten, besonders aber durch den Skorpion, eine Welle neuer Leitideen entstanden sind, die in der Folge während bis zu 200 Jahren die Geschichte, die Kultur und die Lebensform der verschiedenen Teile der Menschheit beeinflusst haben.

Also kann es auch dieses Mal nicht nur um Auflösung und Zerstörung gehen. Auch wenn wir aus Gegenwartsnähe der Doppelkonstellation Saturn-Pluto etwas »trübsinnig« schauen und uns vielleicht zu viel Angst machen, um das, was wir haben und behalten wollen.

Im Gegenteil - wir sollten unseren Geist aufmachen für die neuen Leitbilder und Ideale. Die alte Welt wird nämlich nur in dem Grade untergehen (oder zerstört werden müssen), als wir uns an ihr festhalten. Die Geschichte früherer solcher Perioden macht das deutlich: Die Entdeckung Amerikas (Kolumbus, 1492) war ein Pluto-Ingress in Skorpion. Ihm folgten die Entdek-kungsreisen in der ganzen Welt im Schützen - die Reformation im Steinbock, und in der restlichen Zeit bis zum Eintritt in Widder lebten so grosse Köpfe wie Kopernikus, Leonardo, Michelangelo, Paracelsus, Dürer, Henlein - und die Fugger und die Medicis hatten ihre grosse Zeit.

Ähnlich der nächste Durchlauf durch den dritten und vierten Quadranten ab 1725: Die Aufklärungszeit, dann die amerikanische Revolution, die Entdek-kung des Uranus 1781, die französische Revolution und last but not least, Napoleon ...

Planeten-Versammlung

Man kann die Geschichte der Pluto-Umläufe weiter zurückverfolgen, und man findet immer wieder ähnlich weitreichende, ja globale Umwandlungsprozesse um die Zeiten der Skorpion-Perioden. Die weitaus ähnlichste mit unserer jetzigen Zeit ist diejenige des Kolumbus. Es standen damals nicht nur die langsamen Planeten in den Zeichen Skorpion, Schütze und Steinbock wie in den nächsten Jahren, sondern auch ein anderes astrologisches Phänomen unserer Zeit war damals ausgeprägt. Auch da gab es die besonders starken Planeten-Konzentrationen in den

Herbst- und Winterzeichen, wie wir sie jetzt in der ersten Hälfte der Achtzigerjahre erleben (sog. kleine Aspektbilder).

Viel ist über das »Alignment« oder die »Ausrichtung aller Planeten auf einer Linie jenseits der Sonne« je im Herbst 1982 und 1984 geschrieben worden. Die damals weltweit verkündete Katastrophe ist nicht eingetreten (wenigstens diejenige im letzten Herbst nicht!). Die zweite, ebenso enge Konstellation in 1984 (alle Planeten innerhalb 72°) wird uns auch nicht die Knochen brechen. Und die diesjährige, nur acht Grad grössere (80°) kann uns also schon gar nicht erschrecken (s.a. Artikel im Astrolog Nr. 6).

... die Kräfte konzentrieren und Neubeginnen...

STELLIUM 83 (engste Konzentration): 3.12.1983 / 06h06, Zürich

Jupiter und Uranus

Interessant ist in unserem Zusammenhang auch der Verlauf der beiden Planeten Jupiter und Uranus im Jahre 1983. Die beiden laufen während elf Monaten - zwischen Weihnachten 1982 und 14. November 1983 - ständig in Konjunktion (siehe grosse Zeichnung), wobei sie dreimal in exakter Zusammen-gestirnung stehen (siehe oben: Punkt 2). Auf der Zeichnung sieht das aus wie

ein seltsam exaltiertes Paar, das sich immer wieder bespricht, um neue Streiche auszuhecken. Wenn Jupiter seinen Tanz um Uranus beendet haben wird, dauert es nur zwei Monate, bis er sich diesmal in Neptuns Arme wirft.

... und einen möglichen Frieden möglich machen!

Neptun / Jupiter-Ingress in Steinbock: 19.1.1984 / 02h33, Zürich

Jupiter und Neptun

Die Begegnung Jupiter-Neptun (siehe oben Punkt 5) findet auf exakt 0 Grad Steinbock (am Winter-Solstizium) statt. Ein Ereignis, das man sicher als ausser-gewöhnlich bezeichnen kann und das an Bedeutung dem Einzug Plutos in den Skorpion wohl in nichts nachsteht. Ich habe für diese beiden Ereignisse sogenannte Ingress-Horoskope erstellt (f.d. Moment des Zeicheneintritts).

Ich möchte den Lesern empfehlen, die beiden Horoskope sorgfältig zu studieren. Nach uralter Regel soll das In-gress-Horoskop die Qualität der Auswirkungen der Durchlaufzeit des Planeten durch das entsprechende Zeichen darstellen. Neptun bleibt im Steinbock bis Januar 1998 - Pluto bis Januar 1995 in Skorpion.

Neptun in Steinbock

Neptuns grundsätzliche Wirkung auf das kollektive Bewusstsein der Menschen ist das »Idealbild der Liebe« oder der Wunsch nach Frieden in allen menschlichen Belangen. Die daraus entstehende Forderung ist oft pefektionistisch bis irreal. Aber die Einwirkung des Erdzeichens Steinbock einerseits und die Starthilfe des gleichzeitig eintretenden Jupiter mit seinem Gespür für Machbares wird die Menschen nicht nach einem vollkommenen Ideal, sondern nach den optimalen Möglichkeiten suchen lassen.

Das gibt Hoffnung - denn die Toleranz für andere Leitbilder in religiösen und politischen Vorstellungen kann hier vielleicht verwirklicht werden. Die Zeit des Neptunlaufes durch Skorpion und Schütze (ab 1956) war eher durch eine Verhärtung fanatischer Positionen im ideologischen Bereich gekennzeichnet. Diese Periode scheint nun zu Ende zu gehen. Die Aera Pluto/Skorpion - Neptun/Steinbock (praktisch der Rest dieses Jahrhunderts) kann also zu einer Zeit der allseitigen Verständigung und der Bereinigung von Ungereimtheiten und Ungerechtigkeiten - und damit der Neuformung der Strukturen unserer Gesellschaft im individuellen, nationalen und internationalen Beziehungsfeld werden.

... WENN WIR DAS SO WOLLEN und jeder von uns auch das seine dazu tut...!