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Titel Ausgabe 15



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Das aktuelle Horoskop – Udo Jürgens

Rita Keller

Udo Jürgens Entertainer 30.9.1934 / 19h 30 MEZ Klagenfurt/A 46 N 38 / 14 E 19 (B persönlich an Autor)

Udo Jürgens, ein bekannter Name, aktuell durch die Themen seiner Lieder. Er greift Probleme auf, die so viele Menschen in unserer Zeit beschäftigen. Seine Lieder geben Anstoss zum Nachdenken. Viele spüren, so mancher weiss durch Erfahrung, dass mit alten Schemen aktuelle Probleme nicht mehr lösbar sind. Vieles in unserer Welt ist im Moment im Umbruch; neue Werte werden gesucht, neue Normen, an denen man sich wieder orientieren kann.

Hat Udo Jürgens ein besonders feines Gespür, was die Menschen beschäftigt? Es muss so sein, wenn man bedenkt, wieviele Jahre er erfolgreich ist, wieviel Applaus er geerntet hat. Trotzdem war er nie angepasst, hat eigene Wege gesucht. Ist das sein Geheimnis, dass er heute mit 48 Jahren immer noch auf der Bühne steht - und begeistert gefeiert wird? Seine Zuhörer kommen aus allen sozialen Schichten, jede Altersgruppe ist vertreten. Erstaunlich viele Männer sitzen in den Zuschauerreihen.

Ist es seine Ehrlichkeit, die auf so viel Resonanz stösst, der Mut, sich den Menschen nicht nur als gefeierter Star zu zeigen, sondern auch als Mensch, von dem man weiss, dass auch er mit gewissen Schwierigkeiten zu kämpfen hat? Er hat nie versucht, heile Welt vorzugaukeln. Obwohl er sich als ganz typischen Waagemenschen bezeichnet, der Harmonie sucht mit seiner Umwelt, kann er für manche Menschen, die nicht verstehen wollen und die Schuld für ihre eigene Unzulänglichkeit nur in der Umwelt suchen, recht unbequem sein.

So, scheint mir, übt Udo Jürgens eine wichtige Funktion aus, auf seine Weise, mit seinem Können.

Das Aspektbild

Das Aspektbild ist wie ein Schiff, getragen durch Mond und Merkur auf den Wellen der Wasserzeichen Krebs und Skorpion. Zwei Segel bestimmen die Richtung. Eines straff gespannt durch die Opposition Mars / Saturn, das andere mit dem Mondknoten im 10. Haus, beweglicher, wissend um den Auftrag, wohin sich das Schiff bewegen soll. Diese zweite Figur könnte auch eine Glocke sein, die das Schiff in Bewegung setzt, wenn sie vom Neptun her die entsprechende Schwingung erhält und so zum Klingen gebracht werden kann.

Die Opposition Uranus-Jupiter / Merkur auf der Existenzachse ist wie ein Ruder, mit welchem das Schiff nur durch harte Arbeit wieder in Gang gesetzt werden kann, falls einmal kein Wind weht, keine Resonanz von aussen kommt. In dieser Opposition liegt aber auch das Bedürfnis und die Forderung, sich dem Stress zu entziehen, nachzudenken in der Stille, um wieder schöpferisch sein zu können. Nach solchen Ruhepausen erlebt man Udo Jürgens dann auch immer wieder neu und überzeugend. Über Jupiter / Merkur versteht er es, sich dem Du leicht verständlich mitzuteilen. In seinen Liedern kommt auch immer wieder die Hoffnung auf eine bessere Welt und der Glaube an das Gute im Menschen zum Ausdruck. Es scheint, als würde Saturn im 10. Haus ohne Machtanspruch für jedes Wort die Verantwortung übernehmen, weil er weiss, was Worte bewirken können.

Aber nicht nur Saturn übernimmt in diesem Horoskop eine wichtige Rolle. Pluto, ebenfalls verbunden mit Jupiter/ Merkur, steht am IC wie ein, Samenkorn, das die Kraft in sich birgt, sich im tiefsten Innern zu wandeln, zu wachsen - dann anderen Menschen Vorbild zu sein. Keine Abhängigkeit ist damit gemeint, eher den Menschen Mut zu geben, eigene Kraft zu entdek-ken und zu entwickeln und das Bewusstsein jedes einzelnen zu wecken, um die Wandlung bei sich selber zuzulassen. Pluto an der tiefsten Stelle im Horoskop (IC) ist wie ein Draht zum Kollektiv, seine Lieder korrespondieren mit dem Zeitgeist, er weiss oder spürt, was ankommt, was die Menschen brauchen, Pluto ist hier eine unerschöpfliche Quelle, immer wieder neu zu sein und echte Substanz zu schöpfen.

Pluto verbunden mit Venus im Sextil kennt wohl das richtige Mass, sucht den Ausgleich in sich selber, in der eigenen Selbstdarstellung. Das ist wohl auch Udo's Geheimnis1, auch mit bald 49 Jahren jung zu sein, weil er sich immer wieder mit den Realitäten des Lebens auseinander setzen musste und sich daran immer wieder neu orientiert hat.

Das andere Segel, oder wenn Sie wollen, die Glocke, die Resonanz braucht um in Schwingung zu kommen, ist mehr vom Gefühl bestimmt. Ich selber habe das ganz stark erlebt in einem Konzert. Udo stand auf der Bühne, Sekunden waren es nur, Sekunden voller Spannung. Die Frage stand in der Luft: »Wie komme ich an, wo bleibt die Resonanz?« Nach dem ersten Applaus war Udo gelöst, die Show perfekt. Da die Sonne,die das Selbstbewusstsein symbolisiert, in diese Figur eingebunden ist, jedoch im Schatten der 6. Häuserspitze steht, braucht er immer wieder die Bestätigung von aussen, sozusagen Rückenwind, um die Häuserspitze zu erreichen, um in seiner Arbeit voll wirksam sein zu können.

Mit dem Mond im Krebs möchte er von den Menschen angenommen und geliebt werden, vom Neptun her braucht er die richtige Schwingung, um ganz sensitiv auf das Publikum eingehen zu können. Im Neptun könnte aber auch die Angst verborgen sein, verletzt zu werden, oder durch den horizontalen Aspekt zum Mond die Furcht vorhanden sein, dass ihm viele Menschen blind folgen, ihn verehren wie einen Übermenschen, weil sie sich von ihm angesprochen fühlen. Dies dürfte jedoch kaum sein Anliegen sein, denn die Individualisierung ist in seinem Horoskop ein wesentlicher Bestandteil, obwohl dieses Streben für die Umwelt nicht unbedingt sichtbar ist. Angezeigt ist diese Thematik grundsätzlich durch die ausgeprägte Vertikalanordnung des Aspektbildes, die ins 10. Haus mündet, speziell aber auch durch die Opposition Mars / Saturn in der Individualachse 4.710. Haus, die - in ihrer Lage im eingeschlossenen Zeichen (z. B. Mars in Waage !) - auf einen, in jungen Jahren sicher erheblichen, kompensativen Ehrgeiz schliessen lässt. Der in derselben Richtung weisende Mondknoten dürfte geholfen haben, das richtige Verhältnis zur erstrebten (und erreichten) Macht zu finden.

Lebenslauf im Bezug zum Alterspunkt.

Udo Jürgen Bockelmann, aufgewachsen im elterlichen Schloss Ottmanach in der Nähe von Klagenfurt, entdeckte schon früh seine Liebe zur Musik. Bereits mit 5 Jahren, AP Quadrat Neptun, begann er zu musizieren. Das erste Instrument war die Mundharmonika. Mit 13 Jahren, AP Sextil Neptun, machte er seine ersten Versuche auf dem Klavier, ein Jahr später begann er mit dem Musikstudium am Konservatorium Klagenfurt. Mit 16 Jahren beteiligte er sich an einem Kompositionswettbewerb, AP Quinqunx Saturn, und gewann den ersten Preis. Beim Pluto-Übergang beendete er seine Schulausbildung, legte sich einen Künstlernamen zu und gründete eine eigene Band. Bis 1955, AP Halbsextil Neptun, wartete Udo vergeblich auf Erfolg. Ein Jahr später, AP Mars-Über-gang, singt Udo zähneknirschend, was die Produzenten von ihm verlangen.

Ohne Erfolg! Seine Platten liegen wie Blei in den Regalen! (Interessant, wenn man beachtet, dass Mars im Zeichen Löwe eingeschlossen ist.)

Erst 1960, AP Konjunktion Neptun, feiert der Sänger seinen ersten gros-sen Erfolg mit seinem Lied »Jenny« und erhält den Presse-Preis als bester Sänger des Festivals.

AP-Übergang Venus: Udo findet Arbeit als Filmdarsteller; er spielt eine Frauenrolle. Da weitere Plattenerfolge ausbleiben (AP Sonne), beschliesst Udo, das Singen aufzugeben und nur noch zu komponieren. Ein Musikverleger versteht es jedoch, ihn nochmals zu motivieren - die erste Platte wird ein Riesenhit. AP Jupiter/ Merkur, der Sänger gewinnt am »Grand Prix Eurovision« in Luxemburg mit »Merci Cherie« den ersten Preis und erreicht Spitzenpositionen in den Hitparaden in über 200 Ländern.

Alles, was ich bin

War ich ein Stern,

würde man mich beschwören

als Boten der Sehnsucht,

als gütiges Licht,

würde mit Wünschen und Liedern

mich ehren und manchem Gedicht.

War ich der Wind,

könnt die Welt ich umkreisen

nur so zum Spass

ohne Zweck, ohne Ziel,

könnt mit dem Zuge der Vögel

verreisen,

wohin ich grad will.

War ich das Meer,

oh wie könnt ich mich stellen

dem Kampfe des Lebens mit tosender

Macht,

die Feinde begraben wohl unter

den Wellen in jeglicher Schlacht.

War ich ein Sturm,

oh wie könnte ich wüten

und alles verheeren, was mir missfällt,

blieb unbeeindruckt' von Flehen und Bitten

mein Spiel mit der Welt.

Doch alles, was ich bin, ist ein

Träumer, ein Poet, der mit seinen

Liedern auf Märchenreisen geht.

Alles was ich bin,

ist ein bli nder Passagier auf dem Schiff

der Fantasie -

und wenn du willst,

dann träum mit mir.

War ich ein Bach,

würden Kinder wohl spielen

mit Steinen und Hölzern in meinem Bett.

Sie würden lachen, geborgen sich

fühlen

und fänden mich nett.

War ich ein Berg,

würde man zu mir empor sehn,

denn ich war mächtig und weise und

alt. Man würd mich fürchten und

würde sich

vorsehen vor meiner Gewalt.

Doch alles, was ich bin, ist ein

Träumer, ein Poet, der mit seinen

Liedern auf Märchenreise geht.

Ja, alles, was ich bin,

ist ein blinder Passagier auf dem Schiff

der Fantasie -

und wenn du willst, dann träum mit

mir.