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Titel Ausgabe 15



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Zurück Ausgabe 15 vom 23.08.1983 • Seite 14ohne Login!

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Die klientenzentrierte Gesprächsführung in der astrologischen Beratung, Teil 2

Angelika Stephan

Anwendungsmöglichkeiten in der astrologischen Beratungssituation

1. Den Klienten dort treffen, wo er steht

Wichtig scheinen mir die drei Beratereinstellungen zu sein: die positive Wertschätzung, das einfühlende Verstehen und die eigene Echtheit.

Wenn wir uns diese anzueignen versuchen (wobei sie immer mehr ein richtungsweisendes Idealbild sein werden als ständig praktizierte Realitäten), dann werden wir hellhörig genug für unseren Klienten werden; still genug auch innerlich, um auf die Stimme der eigenen Intuition zu hören, die uns leitet. Wir werden unser Wissen aus dem Horoskop weitergeben, wenn der Klient gerade den Kopf frei hat für neue Information, und werden einfühlend und verständnisvoll »spiegelnd« auf ihn eingehen, wenn er gerade von Gefühlen überrollt wird.

Wir werden auch erspüren, auf welcher Ebene der Klient sein Horoskop lebt (alle Anlagen lassen sich ja auf ganz unterschiedliche Weise leben, je nach dem geistigen Entwicklungsstand - ein betonter Mars kann z. B. sehr destruktiv gelebt werden oder aber diszipliniert -, kraftvoll etc.). Das müssen wir im Gespräch herauszuhören versuchen und uns entsprechend auf ihn und seine Bedürfnisse einstellen.

2. Phasen: Wechsel zwischen Rationalem und Emotionalem

Ich stelle mir ein solches Gespräch als einen Wechsel von Phasen vor: die Besprechung des Horoskops und dazwischen »Exkurse« in die Gefühlswelt - wenn der Klient dieses Bedürfnis erkennen lässt. Dabei können wir ja das Horoskop weiterhin im Blickfeld behalten und das Gesagte mitverfolgen -wenn auch der Schwerpunkt unserer Aufmerksamkeit dann bei dem Menschen sein sollte, der uns gegenübersitzt.

Und nachher, wenn das Wesentliche aus dem Horoskop besprochen ist, oder wenn einfach für eine Sitzung genug gesagt worden ist - denn die Aufnahmefähigkeit ist ja begrenzt -, dann vielleicht Gesprächsführung ganz auf diese Art; vielleicht sogar mit einem Zurückhalten der astrologischen »Erklärungen«, die uns auf der Zunge brennen, um wirklich ganz darauf eingehen zu können, was der andere sagt.

Das mag, wie bei einer Therapie, mehrere Gespräche erfordern, und das können wir ja anbieten.

Es geht also nicht darum, jemand mit unserem Wissen zu bombardieren, es an den Mann / die Frau zu bringen, wobei wir uns ja so gut, weil gescheit fühlen, sondern darum, uns und unser Wissen eher zurückzunehmen, wenn wir spüren: hier ist jetzt ein aktuelles, quälendes Problem, und der Klient will es sich erst mal von der Seele reden, will sich angenommen und verstanden fühlen.

Der Mensch ist ja die Hauptsache und muss im Mittelpunkt stehen, nicht das Blatt Papier zwischen uns, das Horoskop, das zwar ein ausgezeichnetes Hilfsmittel ist, um uns rational besser erklären zu können, das aber nicht das zwischenmenschliche Mitfühlen und anteilnehmende Verstehen ersetzen kann.