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Titel Ausgabe 15



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Zurück Ausgabe 15 vom 23.08.1983 • Seite 18ohne Login!

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Grundwissen: Uranus-Neptun-Pluto

Bruno Huber

In der Neuzeit kamen zu den bekannten sieben Planeten drei neue hinzu: Uranus, Neptun und Pluto. Pluto wurde 1930 entdeckt. Er ist der von den drei Neuen am langsamsten laufende Planet. Er braucht für den Umlauf um die Sonne 246 Jahre. Dies konnte anhand des bisher beobachteten Bahnstückes festgestellt werden. Seit seiner Entdeckung hat der Pluto die Zeichen Krebs, Löwe und Jungfrau passiert und steht nun in den letzten Graden im Tierkreiszeichen Waage. Seine Geschwindigkeit ist unregelmässig; für das Krebszeichen z. B. benötigte er 30 Jahre, für die Waage werden es nur 13 Jahre sein. So färbt Pluto gleichsam ganze Generationen, Epochen ein und gibt den zu dieser Zeit geborenen Menschen eine gemeinsame ideelle Hintergrund-Motivation, die diese Menschen untereinander verbindet, das Verständnis für andere Generationen jedoch unter Umständen erschwert.

Bei den drei Neuen handelt es sich um geistige Planeten, d. h. sie wirken auf das Geistige ein, bzw. aus dem Geistigen heraus. Dementsprechend ist ihre Definition abstrakt, weniger realitätsbezogen. Das soll nicht etwa heissen, dass sie keine physischen Wirkungen hervorrufen können. Die physischen Wirkungen des Pluto betreffen weniger den Einzelmenschen als Kollektivverbände, grössere Gruppen von Menschen, die schicksalsmässig zusammengehören. Erst über diese

Kollektivverbände trifft er dann das einzelne Individuum, und zwar in der Weise, wie es die Pluto-Stellung im Horoskop dieses Menschen anzeigt.

Gerade über Pluto gab es sehr lange Zeit fast nur Negatives zu hören: man redete von ihm als dem grossen Zerstörer, mit oftmals unglücklichen, ja katastrophalen Wirkungen. Er spiele überall dort eine Rolle, wo Leidenschaftlichkeit, Triebhaftes, Aggressionen auftreten. Weg von dieser etwas einseitigen Betrachtungsweise erkennt man heute mehr und mehr die geistige Dimension, die hinter alldem steht.

Beim Pluto geht es immer um Macht oder Gewalt, und seine Wirkung ist am besten zu verstehen nach Laotses altem Spruch: »Macht hört da auf, wo die Gewalt anfängt.« Gewalt ist äusse-re mechanische Macht. Bei ihr ist das Motiv immer egozentrisch. Pluto, wie die übrigen neuen geistigen Planeten, dulden keine ichhaften Motivierungen. Es geht nicht um mich oder andere Personen, sondern um die Erkenntnis, die Erfahrung, das Wachstum im geistigen Sinne. Wo ichhafte Motivierungen bei diesen drei Planeten auftreten, da wirken sie zerstörend entsprechend ihrer speziellen Qualität:

Der Neptun durch Auflösung und Ent-grenzungszustände. Praktisch gesprochen durch Süchtigkeiten und ähnliches, durch die langsam die Persönlichkeitsstruktur zerfällt. Der Uranus

zerstört, indem er zu einer hoffnungslos überkritischen Maschine wird und alles Leben durch Methode und starre Systeme erstickt. Die klassische Krankheit des Uranus ist die Techno-philie. Der Pluto zerstört das Alte, damit das Neue werden kann. Er wirkt also dann zerstörend, wenn man sich dem inneren Werden entgegenstellt.

Pluto »inneres Leitbild«

Bei Pluto handelt es sich in Wirklichkeit um das höhere, das geistige ICH, um eine individuelle geistige Instanz, um das Bild des höheren Menschen, das tief in uns verborgen liegt und zu dem wir uns nur durch intensives geistiges Bemühen Zugang verschaffen können. Pluto wohnt ein zentraler, höherer Wille inne, der uns entscheidend motiviert und unsere stärkste, innere treibende Kraft darstellt. Pluto zeigt an, in welchem Masse wir willig und fähig sind, unser Wesen zu verändern. Er kann also im Sinne einer Metamorphose (Gestaltwandlung) im Laufe des Lebens stark auf die Person einwirken und Veränderungen hervorrufen.

Als zentrales inneres Leitbild gibt uns Pluto hintergründig die perfekteste Vorstellung dessen, was wir uns unter Individualität vergegenwärtigen können bis hin zur transzendentalen Gottvorstellung. Recht häufig ist - vor allen Dingen bei mystisch geneigten Personen -das Erleben des eigenen inneren

Selbst als DU; ein höheres Wesen, dem man gegenübersteht und zu dem man aufschaut. Man korrespondiert dann bewusstseinsmässig mit diesem Du, sieht es als DU und nicht als zu sich selbst gehörig, was dazu führt, dass man geistig steckenbleibt. Man versteht nicht, dass man sich mit diesem DU identifizieren muss, um eigene Qualitäten zugunsten der Mitmenschen ins Leben hineintragen zu können.

Die Stellung des Pluto im einzelnen Horoskop stellt das geistige Vater-Leitbild dar und hängt von der Figur oder der Rolle ab, die der Vater spielt und die das Kind beobachtet. Sie gibt Auskunft über die Einflussmöglichkeiten der Umwelt auf die Entwicklung

des Vater-Leitbildes bzw. des inneren freien Willens im Menschen. Denn im letzteren Fall stellt Pluto eine Kraft dar, die aus dem Innersten kommt und herauswachsen will. Es ist die Macht des sich entwickelnden Selbst und damit eine wesenseigene Qualität.

(Auszug aus: Pluto in den zwölf Häusern von Bruno Huber/Autodidacta Nr. 108 Verlagsauslieferung, Michael + Margrit Huber, Badenerstr. 39 / CH-5452 Oberrohrdorf)