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Titel Ausgabe 16



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Mondknoten in den Zeichen, Teil 3

Louise Huber

Mondknoten im Skorpion

Skorpion ist ein Wasserzeichen auf dem fixen Kreuz, beherrscht vom Pla-netenMars. Diese Kombination ist nicht einfach zu bewältigen, deshalb ist Skorpion ein schwieriges Zeichen. Das Wasser darf nicht stillstehen, es muss bewegt werden, damit keine Unreinheiten entstehen.

Ein aufsteigender Mondknoten im Skorpion ist deshalb ein Zeichen dafür, dass wir für Reinigung, Wandlung und Neuwerden (Stirb- und Werde-Prozesse) offen sein müssen. Wenn wir bewusst leben, dann spüren wir mit diesem Mondknoten selbst einen Drang zur Wandlung, zur Veränderung. Meistens befriedigt uns das, was wir erreicht haben, nicht in dem Masse, dass wir es uneingeschränkt gemessen könnten.

Jemand mit diesem Mondknoten untersteht den rhythmischen Zyklen von Ebbe und Flut, den Wandlungen des Lebens. Wenn er diese Gesetze akzeptiert, dann wird er selbst immer wieder neu werden. Das, was einmal gut und schön war, wird er hinter sich lassen, für das Neue offen und bereit sein, wenn es notwendig ist. Veränderungen wird er positiv annehmen. Er überwindet alte Verhaltensweisen, indem er bereit ist, sich zu gegebener Zeit aus alten Verpflichtungen und Bindungen zu lösen, wenn sie der Entwicklung entgegenstehen.

Er muss aber Verpflichtungen anderen und vor allem der Gesellschaft gegenüber strikte einhalten. Im Skorpion geht es auch um den Besitz anderer, um die Verwaltung der Substanz oder der Errungenschaften anderer. Deshalb hütet, vermittelt und verwertet er die Fähigkeiten und Besitztümer sowie die Dienste der anderen. Im Prinzip ergeht hier die wesentliche Forderung, fähig zu werden, sich für andere einzusetzen, in ihrem Interesse und in ihrem Sinne ihre Substanz zu verwalten, wobei die Eigeninteressen deutlich zurücktreten müssen. Der aufsteigende Mondknoten im Skorpion lehrt uns, dass es auch andere gibt, die die gleichen Rechte haben. Mit diesem Mondknoten wissen wir auch, was für die anderen richtig ist. Wir wissen, wie man sich der Infrastruktur bedient, wir kennen das »Know-how«, wie man sich einen Platz in der Gesellschaft erringt, wie man zu Erfolg kommt. Diese Fähigkeiten können wir jetzt dafür einsetzen, dass andere zum Zuge kommen. Wir haben immer einen guten Rat, wie sie ihre Substanz umsetzen können. Wir sind fähig, für Menschen optimale Möglichkeiten ausfindig zu machen und ihnen möglicherweise den Weg zum Erfolg zu öffnen. Der Lohn ist dann das Bewusstsein, etwas Gutes getan zu haben, selbst wenn man auf den eigenen Lohn verzichten muss.

Der absteigende Mondknoten steht im gegenüberliegenden Zeichen Stier. Er stellt die Weigerung zur Veränderung dar und gibt das Gefühl, selbst zu kurz zu kommen. Der Drang nach Profit, nach dem verdienten Lohn, nach eigenem Besitz, nach absoluter Sicherheit, nach einem Status-Quo-Zustand, in dem wir unsere Ruhe, unsere Sicherheit und unseren persönlichen Komfort haben, ist der Weg rückwärts. Oft nehmen wir zuerst den absteigenden Mondknoten wahr, denn er stellt die Summe aller vergangenen Verhaltensstrukturen dar, die wir sofort zur Verfügung haben. Diese werden wir nicht ohne weiteres aufgeben wollen. Deshalb sind wir zuerst intensiv damit beschäftigt, alle Dinge des Lebens in den Griff zu bekommen, das heisst unter Kontrolle zu bringen. Wir setzen unsere ganzen Fähigkeiten dafür ein, dass nichts Unvorhergesehenes passieren kann. Im Stier für uns selbst, im Skorpion für die anderen. Es geht um die Wandlung der Lebensmotivation, vom egozentrischen zum altruistischen Menschen.

Mondknoten im Schützen

Der aufsteigende Mondknoten im beweglichen Feuerzeichen Schütze deutet auf ein zentrales Bedürfnis nach Selbständigkeit, nach Unabhängigkeit. Wir streben danach, Unfreiheiten loszuwerden. Der Freiheitswunsch kann sehr mächtig werden, vor allem, wenn sinnlose Verpflichtungen, die wir aus dem Skorpionzeichen mit hinübergenommen haben, uns zu viel Zeit und Kraft kosten. Es geht hier um das sinnvolle Tun.

Dieser Mondknoten veranlasst uns auch, über unsere eigenen Gedanken, Weltanschauungen, Philosophien selbst zu verfügen. Wir widersetzen uns mit Recht, etwas ungeprüft nachzubeten, nur weil es die Mehrzahl der Menschen so handhabt oder es schon immer so gewesen ist. Wir sollen den notwendigen Mut und die Kraft aufbringen, uns von genormten Vorstellungen, wie das Leben sein sollte, frei zu machen und unsere eigenen Wege zu gehen. Also geht es beim Mondknoten im Zeichen Schütze darum, geistige Autonomie zu erarbeiten und zu leben, das eigene Denken zu kultivieren und selbständig zu eigenen Anschauungen zu kommen und nicht von der Meinung anderer abhängig zu sein.

Da der aufsteigende Mondknoten häufig auch als Korrekturpunkt im persönlichen Horoskop angeschaut werden kann, ist dieser Mondknoten vor allem dann vorhanden, wenn im Horoskop starke Tendenzen angezeigt sind, sich zu sehr nach der Meinung anderer zu richten. Wenn eine gewisse Unselbständigkeit des Denkens, ein sich von anderen führen, anleiten oder bestimmen lassen im Denken vorherrscht, dann tritt dieser Mondknoten auf, der ganz deutlich sagt: Du musst selber denken, selbständig deine Gedanken erarbeiten und zu eigenen Anschauungen kommen. Mit anderen Worten, es ist eine echte Kampfansage an Denkfaule. Wir müssen jedoch auch die Verantwortung für unsere Meinung tragen - und dies ist vielleicht der noch schwierigere Teil. Der Mondknoten umfasst hier ziemlich viel, er ruft auf zu einer eindeutigen Haltung gegenüber der Umwelt, die wahr und echt sein muss, damit man unanfechtbar wird.

Durch das Feuerzeichen haben wir hier wiederum das Selbstverständnis der eigenen Person im Vordergrund. Widder wie Löwe überschäumen ja manchmal mit Selbstverständnis. Der Schütze kann jedoch nicht so vorgehen, er kann sich nicht einfach hinstellen und Anerkennung fordern, er muss seine Meinung durch eigene Autonomie begründen, er muss geistige Substanz vorweisen. Wenn wir mit diesem Mondknoten den Mut zur individuellen Wahrheit haben, dann werden wir überrascht sein, wie die anderen das akzeptieren. Nur das Herumlavieren, das sich nach dem Wind drehen, führt rückwärts und bringt uns nicht voran.

Der absteigende Mondknoten steht im Kollektivzeichen Zwillinge. Neben dem Hang, sich kollektiven Meinungen anzupassen, ist es die Fähigkeit, momentane Notwendigkeiten aufzugreifen, nur weil es so üblich ist und die anderen es - von uns erwarten. Dies macht uns unfähig, eigene Gedanken zu denken und verhindert die eigene Reifung. Es ist also die Unterscheidungslosigkeit im Urteilen und Handeln, die wir überwinden müssen. Man nimmt uns nicht ernst, man glaubt uns nichts mehr, wenn wir zu viel versprechen und nichts halten können. Der aufsteigende Mondknoten im Schützen fordert uns ganz - Halbheiten und Unwahrheiten duldet er nicht. Echtheit der Haltung wird verlangt, das heisst, wir müssen durch eigene Erfahrungen belegen, was wir behaupten. Das können wir nur, wenn wir uns von den kollektiven Zwängen befreien und den Mut haben, selbst zu denken, sonst werden wir gedacht und versäumen unsere wirklichen Chancen.