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Titel Ausgabe 17



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Zurück Ausgabe 17 vom 22.12.1983 • Seite 5ohne Login!

• Glosse

Begegnung mit Pluto, Teil 2

Christle Simeaner

Fortsetzung

Es sind machtvolle Worte, die er da ausspricht, und ich spüre ihre Kraft auch in mir. Staunend suche ich wieder einmal nach Worten. »Das ist doch wirklich nicht möglich«, stammle ich verblüfft, »wären wir imstande, Ihre wandelnde Kraft so aufzufassen und so zu verwirklichen, wir könnten die Hölle in den Himmel verwandeln ... « - »Haben Sie Geduld und Vertrauen. Eines Tages wird die Menschheit das begreifen ... « Mir schwindelt schon wieder. Langsam beginne ich mir den Kopf darüber zu zerbrechen, wie ich all dieses neue und doch »uralte« Wissen für jedermann verständlich in Worte fassen könnte. Es ist die Macht der Liebe, die langsam und geduldig, dafür aber um so sicherer alles wandelt, und die seit urdenklichen Zeitenim ganzen Kosmos wirkt... - Und Plutos Aufgabe wäre demnach lediglich, uns zu wandeln, bis wir das begriffen haben und unser Schicksal selbst in die Hand nehmen können.

»Aber das ist doch unheimlich schwierig!« platze ich heraus, »wer bringt es schon fertig, dauernd und bedingungslos zu lieben?« - »Jetzt werde ich Ihnen ein Geheimnis verraten: Öffnen Sie sich meiner schöpferischen Kraft, und es wird Ihnen mehr und mehr gelingen. Und ob Sie mir das glauben oder nicht: Wer imstande wäre, meine Kräfte ganz zu verstehen, verstünde die Schöpfung in ihrer ganzen Grosse.«

»Also, jetzt wird's mir endgültig zuviel. Ich glaube Ihnen ja, dass Sie mir unendlich viele Informationen liefern könnten, aber ich verkrafte sie einfach nicht alle auf einmal!« beschwere ich mich. - »Das macht nichts«, antwortet er mir freundlich, »haben Sie auch Geduld mit sich selber. Für heute habe ich Ihnen das Wichtigste gesagt. Sie haben ! doch mitgeschrieben, oder?« - »Ja, selbstverständlich.«

Wieder wandelt er sich. Ich wundere mich nun schon gar nicht mehr über seine Kunst. Jetzt sieht er wieder eher aus wie mein König. Aber wie einer, der seine Amtsgeschäfte gerade niedergelegt hat und privatisiert. - »Ich glaube, das hast du gut gemacht. Aber ich hab jetzt auch genug von diesem Zeitungsinterview. Leg das Schreibzeug da weg, ich möchte mich mit dir unterhalten. Nachdem du mich jetzt so gut kennst, darfst du mich duzen.« Ich gehorche seinem Befehl. Selbst wenn er sich so leger gibt, hat er noch eine gewisse Autorität.

»Was ist denn, stimmt irgendetwas nicht?« fragt er mich. »Wenn ich dich schon einmal zu einem Gespräch mit mir einlade, möchte ich, dass du fröhlich bist, und ich möchte, dass du dich wohlfühlst!« Er schaut jetzt richtig übermütig drein. »Also weisst du, wenn du so eine Art 'Stellvertreter Gottes' sein sollst, kann ich doch kaum mit dir blödeln!« - »Wieso, hat Gott etwa Blödeleien verboten?« - »Nein, aber wer wird denn auf diese Art den nötigen Respekt vor dir haben?«

»Du zum Beispiel! Jetzt hör mir einmal gut zu und beantworte mir ganz ehrlich die Frage, die ich dir jetzt stelle: Kannst du Respekt vor jemandem haben, der nicht lachen kann?« - Einen Augenblick lang schweige ich verblüfft. »Du hast recht«, muss ich schliesslich zugeben, »sag einmal, du behältst wohl am Ende immer recht?« - »Selbstverständlich.« - »Also gut. Und was habe ich dann als nächstes zu tun, grosser Meister?«

»Ich denke, du solltest das Gespräch niederschreiben. Denn Liebe, Freude und Harmonie sind noch immer die wichtigsten Kraftquellen und die erfolgreichsten Lehrmeister der Menschheit. Halte dich daran und erwähne es in deinem Artikel!«

Ich kann den Blick fast nicht von ihm wenden. Er strahlt heller und lichter als jemals zuvor, eine unendliche Energie, eine unendliche Lebenskraft. Seine ganze Erscheinung bestätigt mir eindrücklich, was er eben gesagt hat. »Das werde ich«, verspreche ich ihm, indem ich meine Sachen zusammenpacke und mich zum Gehen wende. »Und ich werde es ganz dick rot unterstreichen.«