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Titel Ausgabe 17



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Zurück Ausgabe 17 vom 22.12.1983 • Seite 16ohne Login!

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Saturn in Jupiters Magnetfeld

Bruno Huber

Dass Jupiter das grösste Magnetfeld aller Planeten im Sonnensystem hat wusste man schon seit geraumer Zeit. Dass es aber bis über die Saturnbahn hinausgreift ist eine ganz neue Erkenntnis, die für uns Astrologen von besonderer Bedeutung ist.

Die Magnetfelder aller Planeten werden durch den Sonnenwind (Partikelstrahlung der Sonne) verformt, in die Länge gezogen. Bei Jupiter wird dieser »Schweif«, der von der Sonne wegzeigt, so lang, dass er die Saturnbahn überschreitet. Und bei der alle zwanzig Jahre stattfindenden Konjunktion der beiden grössten Planeten unseres Systems, gerät der Saturn in das so weit ausgedehnte Magnetfeld des Jupiter.

Magnetfeld des Jupiter

Schnitt durch das Magnetfeld des Jupiter nach dem neuesten Stand der Kenntnisse (Raumsonden Pionier 11 und Voyager 1+2). Der kleine Punkt am Schnittpunkt der beiden geraden Linien ist der Planetenkörper. Die Pfeile von links symbolisieren den Sonnenwind. Der lange Schweif der magnetosphäre ist nicht sichtbar. An den Magnetpolen (senkrechte Linie) kann der Sonnenwind bis tief in die Athmosphäre vordringen. Hier entstehen wie bei der Erde Nordlichter mit etwa 50-facher Leuchtkraft der irdischen. (Zeichnung aus: Hunt & Moore, Atlas des Jupiter/Herder Freiburg, 1982)

Den Sonnenwind kann man sich als Energieausstrahlung vorstellen, die durch den »Hochofen« Sonne erzeugt wird, und m alle Richtungen durch das Sonnensystem strömt. Diese Strömung ist eine wesentliche Voraussetzung für das Leben auf der Erde. Sie wäre aber für eben dieses Leben auf der Erde gefährlich, wenn nicht auch ein Schutzmantel und Filter um die Erde liegen würde: das irdische Magnetfeld. Dieses hätte ohne Sonnenwind eine ungefähre Kugelgestalt, wird aber in Wirklichkeit durch die Strömung zur »Stromlinie« einer etwa Tropfenform. Deren Spitze zeigt immer genau von der Sonne weg, und wandert also während des Jahres relativ zur Erdachse einmal rundherum. (Wir können heute annehmen, dass das Phänomen Tierkreis m unserem Magnetfeld lokalisiert ist.)

Während bei allen Planeten ein Grossteü des Sonnenwindes durch das Magnetfeld abgelenkt wird, dringt ein kleinerer Anteil durch dieses hindurch bis zum Planetenkörper vor und bewirkt z. B. bei der Erde beim Auftreffen auf die äusseren Schichten der Lufthülle eine ganze Anzahl von Phänomenen, wie etwa die Nordlichter, Störungen des Funkverkehrs, aber auch Strahlungserscheinungen die für das Leben auf der Erde notwendig sind.

Wenn nun im Fall von Jupiter der Saturn bei der alle zwanzig Jahre stattfindenden Konjunktion der beiden in den »Schweif« des jovischen Magnetfeldes gerät, so wird durch dieses der Sonnenwind um den Saturn herumgelenkt. Was das physikalisch für die beiden Planeten für Wirkungen bringt, wird die Wissenschaft in den nächsten Jahren abklären müssen. In welchem Grade wird der Saturn in eine Abhängigkeit zu Jupiter kommen, besonders wenn -wie bei der GROSSEN KONJUNKTION VON 1980/81 - der Vorgang über ein halbes Jahr dauert?

Für uns Astrologen ist besonders diese letzte Frage von Wichtigkeit, weil wir aus astrologischem Wissen dieser Konjunktion schon immer eine besondere - auch globale - Bedeutung beigemessen haben.

Der Fall demonstriert wie astronomische Erkenntnisse für den Astrologen wesentlichen Denkanstoss bilden können. Oder umgekehrt: dass manchmal uraltes astrologisches Wissen durch moderne Forschung überraschende Bestätigung, ja Begründung - vielleicht aber auch Berichtigung - erfahren kann.