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Titel Ausgabe 18



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• Grundwissen

Aspektbilder und Aspektfiguren, Teil 6

Hans-Peter Sauerwein

Reizfiguren - einfache und doppelte


Die Reizfigur ist eine Kombination von roten und grünen Aspekten, der blaue, substanzhaltige Aspekt fehlt. Die einfache Reizfigur, das Reizdreieck wird durch eine Opposition (rot), ein Halbsextil und ein Quincunx (beide grün) gebildet. Der Opposition ist wieder das Thema der Figur zu entnehmen, Die in ihr gespeicherten Energien suchen einen Weg, den Zustand des gegenseitigen Drucks, der Sperre des Energieflusses und die damit verbundene starre Haltung zu verringern bzw. aufzulösen. Über das Quincunx wird Menschen mit dieser Aspektfigur die Be-, freiung als drängende Sehnsucht quälend bewusst. Doch die Bemühungen reichen nur zu einem permanenten Kommunikationsprozess mit der Umwelt (Halbsextil), der sich hauptsächlich in dem Bereich und Thema manifestiert, in dem die grüne Spitze dieser Figur liegt.

Menschen mit einem stark rot-grünen Aspektbild oder einer Reizfigur in ihrem Horoskop können recht nervös sein. Dies hat seine Ursache in dem hohen Energiepotential, das durch den roten Aspekt der Opposition zur Verfügung gestellt wird; eine Energie, die durch die grünen Sensitivaspekte in ständiger Abrufbereitschaft gehalten wird. So herrscht ein dauernder, die Nerven belastender Spannungszustand, dem die Möglichkeit zur Lösung, zur Entspannung fehlt. Gerade hier wird der Nutzen der dritten Farbe im Aspektbild deutlich: hier fehlt die blaue Aspektierung, die Möglichkeit, eine Form herzustellen, in der Energie (rot) und Intelligenz (grün) sich manifestieren können. Mit der Leistungsbereitschaft, der gespeicherten Energie der Opposition und der permanenten, sensitiven Aufnahmebereitschaft der Nerven und der Wahrnehmungspparatur wird man verständlicherweise sehr unruhig und nervös. Geringste Widerstände und Ungereimtheiten fordern den Widerspruchsgeist heraus. Man unterwirft sich aufgrund des ausgeprägten Leistungsdenkens enormen Anstrengungen. Dabei tendiert man dazu, sich selbst und andere sehr in Bewegung zu setzen und auszubeuten. Doch kommt dabei selten das gewünschte Ergebnis heraus bzw. es ist nicht von Dauer, da einem das Formprinzip fremd ist; man betreibt oft einen fruchtlosen Aufwand.

An der doppelten Reizfigur, dem Reizviereck, wird die Qualität solcher Figuren deutlicher. Bei allen viereckigen Aspektfiguren ist es sehr wichtig, sich die Gestalt genau zu betrachten. Es sind die aussenliegenden Aspekte, die Rahmenaspekte (zu unterscheiden von den innenliegenden), welche die Figur halten, sie an vier Ecken »festzurren«, und einen schützenden Mantel um sie legen. Diese Rahmenaspekte geben das psychische Erscheinungsbild des Themas der Aspektfigur wieder, während die innenliegenden Aspekte über die verborgene Problematik und die zur Lösung notwendige Bewusstseinshaltung Auskunft geben.

Nach dem Leistungsviereck und dem Rechtschaffenheitsviereck ist die doppelte Reizfigur das dritte Aspektviereck, dessen Rahmenaspekte gleichfarbig und die innenliegenden Aspekte zwei Oppositionen sind. Durch das der Figur inhärente, starke Ordnungsprinzip (2 Symmetrieachsen, 4 rechte Winkel) kommt der statische Charakter zum Ausdruck. Damit ist die Motivation dieser Aspektstruktur offenbar, einen sicheren Zustand, eine dauerhafte Form der Kommunikation zu finden. Durch die vier aussenliegenden, grünen Aspekte sucht man von überall her Informationen zu bekommen, und man ist für alle Reize aus der Umwelt offen. Besonders zu beachten ist die Häuserachse, in die diese schmale und langgestreckte Figur fällt. Sie spiegelt die Thematik und den Umweltbezug wider, in der die Informationssuche und die Kommunikation (Halbsextile) widersprüchliche Reize empfängt. Die beiden Oppositionen zeigen eine eher zwanghafte Bindung und eine erstarrte Haltung gegenüber der Achsenthematik an, die aufgrund starker Wünsche und mit grosser Sehnsucht (Quincunxe) zu lösen gesucht wird. Die doppelte Reizfigur ist wie ein Kanal anzusehen, in dessen eines (schmalen) Ende ständige Reize und Informationen einfliessen, die aber durch das oppositionelle Thema des anderen Kanalendes nicht angenommen werden, und umgekehrt. Somit entsteht reizmässig ein »Fass ohne Boden«, bei welchem Menschen das Höchste aus sich herausholen können, aber aufgrund mangelnder Sammlungs- und Konzentrationsfähigkeit (= Gestaltbildung des fixen Prinzips, blauer Aspekt) hohe Energieverluste auftreten. Ein grosser Aktionsaufwand bleibt häufig fruchtlos oder nicht dauerhaft genug, bzw. ein unrentables Ergebnis kommt zustande. Dass Menschen dabei von sich selber und ihrer Umwelt mehr verlangen, als sie erhalten, ist offensichtlich. Dabei treten wechselseitige Ausbeutungsverhältnisse auf, weshalb diese Aspektfigur auch »Ausbeutungsfigur« genannt wird.

Reizfiguren sind ein schwieriges Thema, und auch die betroffenen Menschen haben ihre Probleme damit. Anliegende Aspekte, vor allem blaue, sind deshalb als mögliche Hilfe sehr wichtig. Andererseits sind diese Menschen »Starkstrom« gewohnt, und es macht ihnen weniger etwas aus, »eins gewischt zu bekommen«. Sie haben Talent, mit Energie umzugehen, z. B. mit spannungsgeladenen Kommuni-kationssituationen. Es ist eine Frage der Persönlichkeit, ihrer Kreativität und ihres Intelligenzniveaus, gerade aus einer doppelten Reizfigur einen kreativen Zustand von permanenter Kommunikation zu entwickeln (z. B. Ehe, Beruf). Durch die Viereckigkeit dieser Figur ist das fixe Formprinzip ja mitgegeben. Ansonsten ergeben sich zwanghafte und hochgradig gereizte Bindungen bzw. Kommunikationsstrukturen von sehr unruhiger und nervöser Natur, die einen gewissen »Suchtcharakter« tragen können.

Die Wahrnehmungsfiguren

Suchfigur

Bei diesen drei Aspektfiguren fehlen die roten Aspekte. Wir haben es mit Qualitäten von Substanz, Genuss und Sensitivität zu tun, aber die Spannung und die innere Energie fehlen. Somit entfällt (scheinbar) die Notwendigkeit, etwas leisten, einen Konflikt lösen und eine Entscheidung treffen zu müssen. Menschen mit einem vorwiegend blau-grünen Aspektbild in ihrem Horoskop neigen dazu, Konflikten und Spannungen aus dem Weg zu gehen, Stresssituationen zu vermeiden, und sie suchen den Weg des geringsten Widerstandes. Sie sind sehr wissbegierig und interessiert und haben eine grossartige, oft ausschweifende Phantasie. Aber wenn es darum geht, eine besondere Anstrengung zu machen, um zu einem bestimmten Ergebnis zu kommen oder eine wichtige Entscheidung zu treffen, dann weichen sie aus und die Labilität ihrer Haltung tritt zutage. So macht sich der fehlende rote Aspekt (das Quadrat) in mangelnder Leistungsfähigkeit und -bereitschaft negativ bemerkbar. Je nach Situation kann dies jedoch durch die bemerkenswerte Fähigkeit dieser Menschen ausgeglichen werden, entspannte, sensible, ästhetisch angenehme und feinsinnige Kontaktsituationen zu schaffen und phantasievolle Sichten und Gedankengänge zu eröffnen.

Die Suchfigur sieht aus wie der Lichtkegel eines Autoscheinwerfers. Im blauen Aspekt (Trigon) ist die Fülle der Wahrnehmungen und Erkenntnisse und die Frucht von früheren Leistungen und angeborenen Fähigkeiten enthalten. Er umfasst eine perfekte Haltung im gegebenen Thema der Planetenverbindung, die Fähigkeit zu sinnlicher Freude und Genuss, aber auch den Drang zur Perfektionierung. Zu dieser Ausgangssituation suchen die grünen Aspekte eine Erweiterung, eventuell angeregt durch Kommunikation (Halbsextil), aus der allmählich eine echte Sehnsucht (Quincunx) nach neuen Erkenntnissen und Erfahrungen erwächst.

Der statische Zustand des blauen Aspektes wird durch neue Informa-. tionen und Ideen verunsichert, eingefahrene Strukturen werden in Frage gestellt durch neue Erkenntnisse bzw. solche werden gesucht aus der Erfahrung der Unzulänglichkeit des bisherigen Zustandes. So entwickelt sich eventuell eine labile Haltung, in welcher man sich schweifende Phantasien über alle möglichen Perspektiven und Alternativen erlaubt.

Doch ist das Alte noch ausreichend genug, um aus diesem Erfahrungsfundus auftretende Probleme zu lösen. Deshalb - und weil die konkrete Konfrontation in Form des roten Aspektes fehlt - ist man nicht bereit, Leistungen zu erbringen, sondern begnügt sich, mit der gegebenen Erkenntnisfähigkeit. In der Suchfigur strebt man nach Erweiterung und Ergänzung des Themas, das durch das Trigon gegeben ist. Man ist hauptsächlich an der Verfeinerung der Sensibilität, an Erkenntniszuwachs und Ausweitung der Genuss- und Kommunikationsmöglichkeiten interessiert, ohne allerdings zu grossen, eigenen Anstrengungen bereit zu sein - wenn nicht im übrigen Teil des Gesamt-Aspektbildes entsprechende Fähigkeiten diese Einseitigkeit zu korrigieren vermögen.

(Rest dieser Serie folgt in der nächsten Nummer.)