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Titel Ausgabe 18



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Zurück Ausgabe 18 vom 19.02.1984 • Seite 16ohne Login!

• Astronomie

Vor 54 Jahren

Bruno Huber

Seine Entdeckung verdanken wir einem damals zweiundzwanzigjährigen Abiturienten und 'vergifteten' Amateur-Astronomen:

Clyde Tombaugh.

Er liess sich vom Lowell-Observatorium für eine ganz spezielle Arbeit mit einem Monatsgehalt von 90 Dollar anheuern. Er musste die Photoplatten vergleichen, die allnächtlich aufgenommen wurden, um so an der eventuellen Verschiebung einesLichtpünktchens auf den Aufnahmen von verschiedenen Tagen Planeten, Planetoiden oder Kometen zu entdecken. Eine sehr ermüdende Arbeit, die auch ein gutes Auge erforderte.

Percival Lowell, Astronom von Rang, hatte schon Anfang des Jahrhunderts einen Planeten jenseits des Neptun nicht nur vorausgesagt, sondern auch schon - aus den Bahnstörungen der anderen Planeten - eine mathematisch mögliche Bahn für ihn errechnet. In Fachkreisen waren seine Theorien zunächst umstritten (es gab noch andere mathematische Hypothesen). Er starb 1916 ohne die Sicherheit, dass es seinen Planeten X überhaupt gäbe.

1929 wurde dann in seiner Sternwarte in Flagstaff (Arizona) ein neues, stärkeres Teleskop (33 cm) montiert, dessen photo-graphische Ausbeute der angehende Student Tornbaugh alltäglich zu verarbeiten hatte. Der heute 77-jährige Professor der Universität von Neu-Mexico erinnert sich sehr genau an jenen 18. Februar:

»Es war nachmittags vier Uhr. Immer wieder prüfte ich die beiden Photoplatten aus dem 33cm Teleskop. Gebannt starrte ich auf das winzige Pünktchen -ein Tüpfelchen unter Tausenden von Sternabbildungen auf jeder Platte. In acht Nächten beobachtete ich jeweils eine Verschiebung von Platte zu Platte um drei Milimeter. Das muss er sein, sagte ich zu mir selbst.«

APPARENT PATH OF THE TRANS-NEPTUNIAN PLANET FROM FEBRUAR Y 19 TO APRIL 20,1930, äs shown on photographs made by C. O. Lampland with the 42-inch reflector of the Lowell Observatory. The positions are plotted upon the photograph of March 4. The photographic image of the planet is the white dot marked by two black dashes, just above the figure 4. The great white image is that of the starä Geminorum; the four rays extending from it are caused by diffraction of light around the steel Supports of the secondary mirror of the telescope. Scale of photograph: i mm = 7".

Auf dem Bild sind (in schwarz) die Positionen Plutos vom 19.2. bis 20.4.1930 eingetragen. Die Aufnahme wurde am 4. März, also 14 Tage nach der Entdeckung, gemacht. Beim weissen Pfeil über der Zahl 4 ist das Konterfei PLUTOS von jenem Tag (weisses Pünktchen) zu sehen. Dies ist das älteste Foto von PLUTO das es heute noch gibt - sozusagen das Baby auf dem Bärenfell aus dem Familienalbum. Es stammt aus dem Asronomischen Lehrbuch von J.C. Duncan, zweite Auflage von 1930 bei Harper & Brothers, N.Y.

Übrigens, der grosse Stern auf dem Foto ist WASAT, oder Delta Geminorum, der vierthellste Stern in der Konstellation Zwillinge. Das enspricht astrologisch 17°36 Krebs. Nachfolgend das Horoskop jener denkwürdigen Entdeckung.

Interessant scheint mir in diesem Zusammenhang, dass PLUTO in den letzten paar Jahren richtig populär geworden ist. Man kann gelegentlich von einer eigentlichen »Plutomanie« sprechen. Der Alterspunkt hat in dem Horoskop am 18. Februar den MC erreicht... (nur so nebenbei...).

Bruno Huber