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Titel Ausgabe 18



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Mondknoten in den Zeichen, Teil 5

Louise Huber

Das Zeichen Fische ist das letzte Zeichen im Zodiak und Widder das erste -Anfang und Ende sind hier verknüpft. Damit geht auch unsere Beschreibung des Mondknotens in den 12 Tierkreiszeichen in diesem Heft zu Ende. Im nächsten Heft planen wir eine neue Serie über die drei Hauptplaneten in den 12 Häusern.

Mondknoten in den Fischen

Das Zeichen Fische ist genau wie Widder ein Ich-Zeichen. In den Fischen kehrt das Ich im Rundlauf durch den Zodiak zum Wesenhaften, zum Selbst zurück, im Widder wird das Ich wieder neu in eine Form hineingeboren.

Bereits in den Fischen spürt man diese zwei Kräfte von Ende und Anfang, von Tod und Leben. Ein Mensch mit dieser Stellung des Mondknotens muss bereit sein zur Wandlung; er unterliegt einem ständigen Lernprozess. Sehr oft findet sich beim Mondknoten in den veränderlichen Zeichen eine deutliche Neigung, nicht lernen zu wollen, bei einer festen Meinung zu bleiben. Deshalb soll jede Veränderung, jede dynamische, geistige Bewegung bejaht werden, damit man lernfähig bleibt. Es geht hier nicht um intellektuelles, also verstandesmässiges Lernen, dafür steht Zwilling. Es geht auch nicht um praktisches Lernen, wie bei der Jungfrau, und es geht nicht ums Philosophieren, wie beim Schützen. Es geht in einem tieferen Sinne um ein existentiel-les Dazulernen, nämlich darum, den Sinn des Lebens zu finden.

Man muss sich also mit dem Sinn des Lebens auseinandersetzen, was immer die Antwort sei. Nie wird im Ver-

lauf eines ganzen Lebens die Antwort die gleiche sein, sondern es wird ein immer wieder neuer Sinn gefunden. Wenn wir begreifen, dass das Leben ewige Bewegung ist, dass es keine endgültige Sicherheit gibt, erleben wir ein ständiges Vorwärtsschreiten. Der Fische-Mondknoten gibt die Möglichkeit, zum innersten Wesenskern vorzudringen, in dem die Zugehörigkeit zum Ganzen eine höhere Sicherheit gibt. Dadurch werden wir toleranter zu unseren Mitmenschen und entwickeln die Fischequalitäten der Hingabe, Opferbereitschaft und Feinfühligkeit. Wir lernen auch warten zu können, passiv stillzuhalten, bis sich eine Gelegenheit bietet. Wenn wir so nach innen leben und lauschen, werden sich unsere seelischen Kräfte entfalten. Der tiefinneren Sehnsucht nach einer Vereinigung mit dem Transzendentalen dürfen wir nachgeben und in mystischer Innenschau aus unserer eigenen Quelle die Kraft holen, um anderen Menschen helfen zu können, sich selbst in der gleichen Weise zu finden. Dadurch wird die Ichhaftigkeit aufgelöst, die Grenzen zwischen Individuum und Universum zerfliessen und lassen uns teilhaben am ewigen Sein.

Der absteigende Mondknoten auf der anderen Seite in der Jungfrau macht es einem nicht leicht, diese Ausweitung des Bewusstseins über die normalen Grenzen hinaus zu erringen. Oft verhindern unbegründete Existenzängste das Wirksamwerden des innersten Wesens. Man hält an Kleinigkeiten fest und lebt in einem Drang nach materieller Sicherheit. Fehlt das ursprüngliche Lebensvertrauen, das aus dem Gewahrwerden einer allem zugrundeliegenden Ordnung des Lebens kommt, bleibt einem nichts anderes übrig, als sich mit den Kräften der arbeitsamen Jungfrau abzusichern. Die Selbstsicherheit beruht dann vorwiegend auf dem, was wir tun, können, haben und wissen. Wir sind ängstlich darauf bedacht, unsere täglichen Pflichten zu erfüllen, um damit unsere Existenz zu garantieren, bis wir so stark unter dem Widerspruch des Lebens leiden, dass wir im täglichen Tun keinen Sinn mehr finden. Dann ist die Wandlung, der Weg nach innen durch das grenzauflösende neptunische Fische-Element möglich, der aufsteigende Mondknoten wird wahrgenommen. Das Bewusstsein weitet sich aus in geistige Dimensionen. Von dorther wird der tiefere Sinn des Lebens erfasst und eine Korrektur, eine Wandlung der Lebensmotivation wird folgen.

Mondknoten im Widder

Beim Mondknoten im kardinalen Feuerzeichen Widder geht es um die Selbstmanifestation. Das Ich soll gegenüber der Welt, vor allem gegenüber dem Du, klar dargestellt werden. Ein Mensch mit diesem Mondknoten muss herausfinden, wer er selbst ist und was die anderen von ihm glauben zu sein. Um in der Welt bestehen zu können, brauchen wir eine der Welt gemässe Form. Wenn diese fehlt, werden wir zum Spielball der Umwelt. Deshalb sagt dieser Mondknoten im Widder, dass man ein starkes Ich aufbauen soll, das den Stürmen des Lebens gewachsen ist. Impulse und Handlungen sollen aus eigener Initiative geboren werden und nicht durch andere beeinflusst sein. Von Misserfolgen darf man sich nicht entmutigen lassen, sondern zu einem erneuten Vorstoss ansetzen. Oft braucht man den Mut zur kämpferischen Tat, um sich durchzusetzen.

Widder als Ich-Zeichen lässt der Dynamik der eigenen Selbstverwirklichung freien Lauf. Wichtig dabei ist, dass man eine klare Vorstellung von sich selbst hat. Je unklarer das Ich-Bild ist, umso mehr wird man Gewalt anwenden. Je differenzierter man in seinem Bewusstsein ist, desto subtiler wird man vorgehen, aber nach wie vor mit Schub. Das Ich expulsiert seine Kräfte, stösst sie als Wellen in die Welt hinaus und versucht, sich so zu manifestieren. Genau darum geht es, wenn der Mondknoten im Widder steht. Es geht darum, die eigene Person in der Welt zur Geltung zu bringen, etwas hervorzurufen, einzuleiten, zu bewirken. Dieser Mondknoten ist meistens ein strikter Aufruf zum eigenschöpferischen Tun. Wir haben Mühe, Befehle

auszuführen und das zu tun, was die anderen wollen, sondern wir wollen und sollen uns einen Spielraum für die eigene Ich-Durchsetzung schaffen. Wir müssen etwas ganz alleine fertigbringen, niemand darf uns dabei helfen, denn kein anderer kann es in der Weise wie wir. Nur wenn schöpferische Impulse und Leistungen aus uns selbst geboren werden, können wir uns selbst als Ich spüren. Diese Selbsterfahrung ist der optimalste Selbstausdruck des Widder-Mondknoten.

Der absteigende Mondknoten im Du-Zeichen Waage wird als Gegenkraft gespürt, indem wir uns von anderen, ihrer Unterstützung oder Bestätigung abhängig machen und in vielen Dingen nicht den Mut zur Durchsetzung aufbringen. Wir meinen anderen gefällig sein zu müssen. Es ist eine falsche Kompromissbereitschaft, die überwunden werden muss. Oft sehnen wir uns danach, geliebt zu werden, um uns selbst als wertvoll zu empfinden. Unsere Ansprüche an das Du, an andere Menschen, seien diese materieller oder geistiger Art, haben meistens versteckte egoistische Motive. Wir wollen in Wirklichkeit nicht das Du lieben, sondern es für unsere eigene Sicherheit oder Eitelkeit haben, um dadurch Eigenbestätigung zu finden. Mit dieser falschen Ich-Konzentration haben wir Angst, zurückgewiesen und allein gelassen zu werden. Deshalb sind wir auch oft unentschlossen, schwanken zwischen vielen Möglichkeiten hin und her und können uns nicht entscheiden, weil wir Angst vor einem festen Standpunkt haben, der uns festlegt. Dabei müssen wir lernen, uns festzulegen, zu unserem Wollen zu stehen und für das gerade zu stehen, was wir eingeleitet haben. Nur wenn wir fest in uns verankert für unseren Ich-Standpunkt eintreten, können wir vor der Welt bestehen. Erst dann sind wir fähig, eine harmonische Partnerbeziehung aufzubauen und den absteigenden Mondknoten zu integrieren.