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Weltkongress Astrologie 1984

Bruno Huber

Weltkongress Astrologie 1984

Pressecommunique: Schlussbericht

Vor mehr als 1200 Astrologen und Astrologiefreunden eröffnete Louise Huber am 19. April im Kongresshaus Luzern den 2. Astrologie-Weltkongress in der Schweiz mit 6 Minuten Verspätung gegenüber dem Programm, das von da ab zeitlich und thematisch wie am Schnürchen ablief. Sie stellte die drei Veranstalter als Träger des Kongresses vor, die die Risiken, die immense Vorbereitungsarbeit und die Verantwortung in gleichen Teilen bestritten: Ueli Sauter, bekannt durch seine Ferienkurse auf dem Stoos, Claude Weiss, bekannt durch seinen Computer-Ausrechnungsdienst Astrodata in Zürich und Bruno und Louise Huber, bekannt durch ihre Schweizer Astrologenschule, das Astrologisch-Psychologische Institut (API) in Adliswil.

Der 2. Weltkongress der Astrologen in der Schweiz stand unter anderen Sternen als der erste vor drei Jahren in Zürich. Sinn und Zweck des internationalen Treffens wurden auf originelle und effiziente Weise erfüllt. Die zahlenmässige Beteiligung war etwas geringer, die Qualität der Referate um einiges besser. Sie enthielten viel mehr von der Substanz, welche die Astrologie als das fördern, was sie ist: Lebenshilfe nämlich.

Vorträge

Der prominente Arzt und Psychiater Stanislav Grof aus Esalen USA brach mehr als nur eine Lanze für die von den etablierten Wissenschaften immer noch kritisch beobachtete Horoskopie. »An der Astrologie kann man als Seelenforscher schon allein deshalb nicht vorbeigehen, weil sie seit Jahrhunderten die Auffassung vertritt, dass die Seele unsterblich ist. Wir beobachten ihr Wirken in Raum und Zeit und stellen zugleich fest, dass sie weder an Raum noch Zeit gebunden ist.« Zu diesem Schluss kommt er nach 20 Jahren intensiver wissenschaftlicher Forschung, nicht nur an Patienten sondern auch an Hunderten von Studenten, Psychologen, Medizinern und anderen Fachleuten, die sich um das Verständnis des Menschen bemühen.

Dass viele erst noch lernen müssen auf zwei Beinen zu gehen, brachten die Psychologen Peter Niehenke (Freiburg i.Br.) und Prof. H.J. Eysenck (London) zum Ausdruck. Eysenck zitierte den Wissenschaftstheoretiker Karl Popper: »Wissenschaftlich sind Theorien erst dann, wenn sie falsifiziert werden können.« Wissenschaftler wie Eysenck leben noch in dem Aberglauben, man könne die Seele, die Gefühle und Stimmungen messen, wägen oder auszählen. Wenn dabei wenig oder nichts herauskommt, projizieren sie allzuoft ihren Aberglauben auf die Astrologie. Eysenck ging nicht so weit.

Das Wenige genügt schon, was Michel Gauquelin (Paris) mit seinem Referat über statistische Forschungen in der Astrologie auf dem Kongress vertrat, nämlich, der Astrologie die gleichen Chancen einzuräumen, wissenschaftlich anerkannt zu werden, wie etwa der Parapsychologie. Diese hat es geschafft, im Laufe der vergangenen 20 Jahre die Skepsis der Akademiker aufzuweichen.

Wenn jedoch Psychologien mit Statistikern zusammen den wissenschaftlichen Wert der Astrologie prüfen wollen, dann ist dies etwa so, wie wenn einer mit seinen Augen einen Zentimeter vor einer Wand steht und dann mit Recht behauptet, er sehe kein Zimmer.

Eine zweite wesentliche Grundlage für das heutige Selbstbewusstsein der Astrologie ist das langsam aber stetig sich verbreitende neue Denken. Bruno Huber, der bekannte Schweizer Psychologe und Präsident des Schweizer Astrologenbundes, will mit seiner Astrologischen Psychologie die Ganzheit des Menschen erfassen und naturgegebene Zusammenhänge aufdecken, statt zerstückelte Teile allein für sich sprechen zu lassen. Er lehrt die richtigen Fragen zu stellen. Und das ist viel schöpferischer als sich mit oberflächlichen Antworten oder Methodenstreit zufrieden zu geben. Solange sich etwas als hilfreich erweist und schöpferisch ist, fragt der Mensch nicht nach seinem wissenschaftlichen Wert. In den vergangen Dezennien, als es dank den Naturwissenschaften äusserlich bergauf ging, blieben die Warner ungehört. Jetzt, da Erde, Luft und Wasser dem Abfall des einseitig naturwissenschaftlichen Denkens nicht mehr gewachsen sind, wäre es an der Zeit, etwas vom astrologischen Ganzheitsdenken zu übernehmen. Wenigstens den Grundgedanken, dass der Mensch ein Teil des Sonnensystems ist und dass es ihm viel besser ergeht, wenn er im gleichen Rhythmus mit dem Kosmos lebt, als wenn er sich gegen die Natur stellt.

Louise Huber brachte in ihrem Vortrag eine neue Dimension in der Astrologie zur Geltung, nämlich die Esoterik. Sie sprach von der Wandlung des Bewusstseins in der ganzen Menschheit. Dies zeigt sich darin, dass viele Menschen den starken Wunsch nach geistiger Entwicklung haben und nach neuen Richtlinien im Leben Ausschau halten. Sie entfernen sich häufig von den notwendigen Lebensaufgaben, geraten in ernsthafte Schwierigkeiten und

in Entwicklungskrisen, die niemand versteht. Deshalb ist es für alle, die anderen Menschen helfen wollen, wie Psychologen, Astrologen, Ärzte, Erzieher, usw. eine Notwendigkeit, etwas über die geistigen Entwicklungsgesetze, über die Transformation des Bewusstseins zu wissen. Hier kann die Astrologie als wesentliches Erkennt-nis-Instrument eine wichtige Aufgabe erfüllen.

Claude Weiss, Vizepräsident des Schweizer Astrologenbundes, brachte in seinem Vortrag die Astrologie in Verbindung mit neuen Erkenntnissen des Raum-Zeit-Kontinuums. Die Bewusstwerdung einer Zeitqualität, wie sie die Astrologie vermittelt, liefert den Schlüssel zu einem neuen Bewusstsein.

Er schälte den Unterschied zwischen Zeitquantität und Zeitqualität, zwischen gemessener und erlebter Zeit heraus und brachte dies mit den Planeten Saturn und Uranus in Zusammenhang. Er schilderte den uranischen Einfluss von der französischen Revolution bis zum Uranus als Herrscher des Wassermann und damit zum kommenden Zeitalter.

Die Computer-Technik in der Astrologie

Neben dem hohen Niveau verschiedener Vortragenden war auch die Computertechnik am Kongress reichlich vertreten. Abgesehen von der Firma Astrodata Zürich, welche schon am Kongress 1981 in Zürich unter Beweis stellte, dass sie die präzisesten und schönsten Horoskope der Welt zu günstigen Preisen anbietet, und neben der erstmals erschienenen Firma Astro-dienst Zürich, die darüber hinaus schön und sauber gezeichnete Horoskope in Visitenkartengrösse auf gold-, silber- und kupferfarbenen Folien prägt, erschien Borg Software mit seinem Home Computer NANO, der in wenigen Minuten auf eine Bogenmi-nute genau die Planetenstellungen einer eingegebenen Zeit ausrechnet und graphisch auf dem Bildschirm darstellt. Eine wahre Zeitmaschine für Astrologen zu einem machbaren Preis. Von 5000 vor Chr. bis 5000 nach Chr. hat man in Kürze die Konstellationen vor Augen, z.B. von der Gründung der alten Eidgenossenschaft, oder das Horoskop von Leonardo da Vinci in den 22 verschiedenen Häusersystemen. Ein geistiger Schmaus auch für den Archäologen, Historiker und Kultur-philosophen, der sich für die Astrologie klärend und befruchtend auswirken wird. Bis jetzt kaufte man sich die Ephemeriden (Gestirnsstandtabellen)in Buchform.

Workshops

Ein Fortschritt gegenüber dem 1. Kongress bedeuteten die im Teilnehmerpreis inbegriffenen Workshops. Da war es möglich, den Referenten Fragen zu stellen. In diesem oder jenem entwickelten sich klärende Diskussionen. Am meisten Zulauf hatte Stanislav Grof mit dem Thema »Das Konzept des geistigen Erwachens«. Gegen 250 Teilnehmer schrieben sich bei ihm ein. Grossen Erfolg mit gegen 200 Teilnehmern hatte der Präsident des europäischen Verbandes der Humanistischen Psychologie Prof. Arnold Keyserling mit seinem Thema »Chakren-Integration und Selbstaktualisierung auf astrologischer Basis«. Begreiflich, dieser souveräne Geist bringt es fertig, nicht nur den Verstand, vielmehr auch Herz und Seele seiner Zuhörer direkt anzusprechen. Gegen 180 Teilnehmer interessierten sich für die »Initiatische Astrologie« von Dr. Rüdiger Müller und Lucile Enzensberger. Als ehemalige Mitarbeiter von Karlfried Graf Dürckheim und als gute Kenner der Jung'schen Psychologie erwies es sich bei ihnen, dass man erst von Praktikern das zu hören bekommt, was man gut brauchen kann. Heidi Dohmen, Leiterin der Kosmobiologischen Akademie Schweiz, buchte gegen 100 Teilnehmer für ihr »Astrodrama«. Da wird nicht gedeutelt und psychologisiert, das Horoskop wird selbst erfahren durch schauspielerische Darstellung. Ungefähr 100 Teilnehmer buchten auch Angel Thompson »Die Venus, der Weg der Liebenden«, Edith Wangemann »Horoskop und Gesicht - Resultate aus der Zwillingsforschung« und Jeff Jawer mit seiner Version von Astrologischem Psychodrama, das er glanzvoll in Szene setzte. »Joga und Astrologie« von B. Walser zog immerhin gegen 70 Teilnehmer an. Enttäuschend war der Workshop von W.Angermeyer (BRD), der versuchte, Antwort zu geben auf die Frage, ob man Konjunkturkrisen und den Dow Jones Index voraussagen kann. Nur 33 Teilnehmer riskierten einen Reinfall.

Dass der Astrologie eine vermittelnde Rolle zukommt, zeigte der Kongress sehr deutlich. Wie all die unterschiedlichen Theorien und Auffassungen aus vielen Wissensgebieten, die sich um die Seele des Menschen kümmern, in der Astrologie Platz finden, von ihr befruchtet werden, war sehr schön zu sehen. Frei von Fanatismus, Ideologie und Sektierertum, frei von Machtansprüchen, hat die Astrologie neuen Boden gefunden. Wir haben es den Initianten und Verantwortlichen dieses Kongresses zu verdanken, dass die heutige Astrologie wieder Gelegenheit erhält, ihre integrierende Qualität unter Beweis zu stellen und ihren Auftrag der Entwicklung des menschlichen Bewusstseins zu erfüllen. Wir danken Radio, Presse und Fernsehen von Herzen für das rege Interesse an unserem Anliegen und für das Verantwortungsbewusstsein, das sie als Kulturförderer unserer Zeit aufbringen.

Wir sind stolz sagen zu können, dass der Kongress für alle ein Erlebnis war, das zu schönen Hoffnungen für die Zukunft berechtigt. Q

Auf Wiedersehen in drei Jahren.

Michael A. Vescoli

Am Pressetisch...

Fast alle kamen sie - die eingeladenen Presseleute. Und ihre Wünsche hatten keine Grenzen. Angefangen beim Elektroanschluss bis zu sämtlichen Biographien - übersetzt in alle Sprachen, versteht sich. Man konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass manch einer die Vorträge in Kurzfassung, versehen mit der passenden Biographie und Bild des betreffenden Referenten, am liebsten noch vor Ostern druckfertig bei sich zu Hause gehabt hätte. War das wunderschöne Osterwetter daran schuld?

Doch es gab eine Ausnahme. Pascale, die Journalistin aus Frankreich. Soviel Begeisterung und Enthusiasmus wirkte ansteckend. Unermüdlich besuchte sie Vorträge, verhandelte Interview-Termine mit Referenten, hielt Interviews, war interessiert an der Arbeit der Organisatoren, überging sprachliche Hindernisse mit Leichtigkeit und erreichte ihr Ziel mit viel Charme und Ausdauer.

Man spürte es. Dieser Kongress lag ihr wirklich am Herzen. Sie hatte sich für eine astrologische Sendung bei Radio France International und für die Teilnahme am Weltkongress eingesetzt. Nun wollte sie das Beste daraus machen.

Meiner Meinung nach ein Vorbild für viele Journalisten, die sich leider all-zuoft die Sache sehr leicht machten. Ich jedenfalls wünsche Pascale viel Erfolg in der Ausübung ihres Berufes.

Ellen Schaad

Eine Zuhörerin

Einem Vortrag sah ich mit Neugierde entgegen-dem von Liz Greene. Nachdem ich ihr Buch über den Saturn gelesen hatte, schien mir das gewählte Thema reichhaltigen Stoff für eine Gegenüberstellung und Diskussion zu liefern.

Die Enttäuschung war gross - schon am Anfang. Wurde uns Zuhörern doch mit Bedauern mitgeteilt, dass das zum Dokumentieren des Vertrages benötigte Diapositiv leider in London liegengeblieben sei.

Eigentlich eine Zumutung den Zuhörern gegenüber. Wenn man schon an einem Weltkongress vor einem interessierten Publikum einen Vortrag auf einem Horoskop aufbaut, dann dürfte dieses Horoskop ganz sicher nicht fehlen.

EMS

Am Rande des Weltkongresses

trafen sich die Referenten aus aller Welt. Noel Tyl, Jeff Jawer und andere der »AFA-Network«-Gruppe aus Amerika hatten ins Hotel Metropol geladen. Sie stelltenihre vor zwei Jahren in Chicago gegründete Gruppe und ihre Ziele vor. Ich war bei der Gründung dabei. Diese junge Vereinigung zielt, neben ihren spezifisch amerikanischen Aufgaben, auf ein internationales Kommunikationsnetz unter Astrologen, das zur Grundlage gegenseitigen Verständnisses aller Richtungen werden soll.

Aus dem daraus folgenden, intensiven Gespräch ergab sich, dass die vier gröss-ten deutschen Gruppierungen, unter der Federführung von Peter Niehenke, ein gemeinsames Grundsatzpapier erarbeitet und unterzeichnet hatten (siehe nebenstehenden Kasten).

Ich erklärte als Präsident des SAB, dass ich in dem Papier keinen Punkt finde, der von unserer Vereinigung nicht unterzeichnet werden könnte. - Und ich möchte heute, nach Absprache mit dem Vorstand, diese Grundsatzerklärung offiziell im Namen des Schweizerischen Astrologen Bundes mitunterzeichnen.

Auch bei den Amerikanern löste das Papier Begeisterung aus. Es wird zur Zeit übersetzt, und dann an der Convention Ende Juli in Chicago zur Zeichnung aufgelegt.

Mir scheint diese Erklärung nicht nur als Einigungsbasis für die Astrologen weltweit wichtig, sondern auch als gewichtiges Argument gegen manche Kritik, die aus verschiedenen Lagern gegen die Astrologie ins Feld geführt wird.

SCHWEIZERISCHER BUND der Präsident

ASTROLOGEN Bruno Huber

GRUNDSATZPAPIER

der unterzeichnenden Vereine zur Astrologie

These 1

Astrologie ist die älteste Typologie der Menschheit und damit die älteste Lehre von den Erscheinungsformen körperlicher, seelischer und geistiger Beschaffenheit des Menschen. Sie ist die Deutung räumlicher Verhältnisse und zeitlicher Abläufe in unserem Sonnensystem, d. h. sie ist das einzige Wissensgebiet, das sich der Bewegung der Planeten und Bezugspunkte unseres Sonnensystems bedient, um das Wesensgefüge eines Menschen zu erfassen.

Ein für Astrologen bedeutsamer Zeitpunkt ist der Augenblick, in dem ein Prozeß seinen Anfang nimmt; für das eigenständige menschliche Leben ist dies der Geburtsmoment. Die Struktur der kosmischen Situation dieses Moments spiegelt die Struktur des hier beginnenden Ablaufs als Ganzheit.

These2

Die Konstellation der Gestirne unseres Sonnensystems bildet in jedem Moment eine „Gestalt". Die Arbeit des Astrologen besteht in der Entschlüsselung der Bedeutung dieser Gestalt.

Astrologische Prognose beruht auf der Deutung der Veränderungen dieser Gestalt durch den Lauf der Gestirne.

These 3

Die Existenz des angesprochenen Zusammenhangs ist eine Realität, die der empirisch-wissenschaftli-chen Überprüfung prinzipiell zugänglich ist, wie eine Reihe sehr sorgfältig durchgeführter wissenschaftlicher Untersuchungen neuerer Zeit eindeutig belegen (Literaturhinweise!)

These 4

Welcher Natur dieser Zusammenhang ist - ob es sich also z. B. um physikalisch nachweisbare „Wirkungen" der Planeten handelt oder eher um die Wirkung eines „kosmischen Analogie-Prinzips" - läßt sich beim heutigen Wissensstand nicht entscheiden. Die eindeutig bestehenden rein physikalischen Einflüsse kosmischer Prozesse auf irdische Abläufe (deren augenfälligstes Beispiel wohl die Jahreszeiten und die Ge-zeiten der Meere darstellen) sind nicht ausreichend, den komplexen kosmisch-irdischen Zusammenhang im Sinne der Astrologie umfassend beschreiben zu können.

These 5

Wie in anderen Wissensgebieten mit komplexen Fragestellungen (etwa in der Psychologie) gibt es in der Astrologie unterschiedliche Auffassungen über methodische Einzelheiten. Viele dieser Auffassungen beruhen auf den Erfahrungen einzelner Astrologen. Aus diesem Grunde besteht Einvernehmen über die Notwendigkeit des Aus-tauschs solcher Erfahrungen sowie der Objektivierung persönlicher Erfahrung durch Bemühen um Vergleich und wissenschaftliche Überprüfung.

Damit weist die Astrologie ein Vorgehen auf, das auch von anderen Wissens- und Fachdisziplinen praktiziert wird.

These 6

Das Horoskop, auch Kosmogramm oder Geburtsbild genannt, ist die graphische Darstellung der Konstellation der Gestirne unseres Sonnensystems für den Moment der Geburt eines Menschen. Es zeigt die Konstellation so, wie sie sich einem Beobachter vom Standpunkt des Geburtsortes aus darstellt. Aus diesem Grunde ist das Horoskop geozentrisch berechnet. Der Tierkreis ist für Astrologen ein „Meßkreis". Er nimmt seinen Anfang im sog. „Widderpunkt" (eine der beiden Tag- und Nachtgleichen). Hier beginnt das Zeichen Widder, das erste Zeichen der zwölf Zeichen des Tierkreises. Es ist den Astrologen seit dem Altertum bekannt, daß dieser Widderpunkt (durch eine Kreiselbewegung der Erdachse bedingt: die Präzession) bezüglich der als feststehend zu betrachtenden Fixsterne „wandert", so daß sich die Tierkreiszeichen des tropischen Tierkreises nicht mit den Sternbildern des siderischen Tierkreises decken. Die in Jahrtausenden gewonnene Erfahrung hat jedoch gezeigt, daß die Stellung der Gestirne unseres Sonnensystems im tropischen Tierkreis zu treffenderen Deutungen führt.

Die Wanderung des Widderpunktes durch den siderischen Tierkreis wird allerdings mit epochalen Veränderungen auf der Erde in Verbindung gebracht. Die Dauer für einen vollständigen Umlauf beträgt etwa 26 000 Jahre. Man nennt diesen Zeitraum ein „platonisches Weltenjahr".

These7

Für alle astrologischen Aussagen gilt, daß sie auf „Strukturentsprechungen" beruhen. Die Verwirklichung jeder Struktur ist vielfältig denkbar. Man kann beispielsweise auf viele Weisen ein Dreieck zeichnen, dennoch ist ein Dreieck immer etwas anderes als ein Viereck. So auch kann jede Struktur sich zwar auf verschiedene, nicht aber auf beliebige Weise realisieren. Im Bewußtsein dieses Unterschieds zwischen Struktur und Verwirklichung löst sich der Scheinwiderspruch von „Willensfreiheit" und „Determiniertheit": Unsere Struktur ist determiniert, in ihrer Entfaltung aber sind wir frei. Aus diesen Überlegungen ergeben sich für die Deutung klare Aussagegrenzen: So kann man keine Aussage über das Niveau (etwa der Intelligenz) eines Menschen machen, wohl aber über die Struktur (im Falle der Intelligenz etwa mehr theoretischer Schwerpunkt oder mehr Schwerpunkt auf praktischer Intelligenz etc.). Auch bei der Prognose ist nicht das „konkrete Ereignis" faßbar, sondern seine sich aus der Struktur ergebende „Bedeutung", eine Bedeutung, die sich in verschiedenen „sinngemäß gleichen" Ereignissen manifestieren kann.

Die Prognose muß also auf ein bestimmtes Umfeld bzw. eine Umweltsituation wie Elternhaus, soziale, politische oder andere Einbindung bezogen sein. Die Deutung des Geburtsbildes ist eine Hilfe auf dem Weg zu mehr Selbsterkenntnis und zur Bestimmung von Begabungen und Schwächen des Menschen. Diese Erkenntnis kann von der Kindheit bis zum Alter Wegweiser sein für Erziehung, Bildung und Wirkungskreis. Damit ist der Schwerpunkt der Diagnose erkennbar.

Deutscher Astrologenverband (DAV)

Peter Niehenke

Kosmobiologische Akademie Aalen (KAA)

Herbert Boss

Astrologische Studiengesellschaft (Hamburger Schule) e.V.

Udo Rudolph

Kosmobiosophische Gesellschaft e.V.(KBSG)

Edith Wangemann