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Titel Ausgabe 21



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Zurück Ausgabe 21 vom 23.08.1984 • Seite 18ohne Login!

• Grundwissen

Die Persönlichkeit, Teil 3

Louise Huber

In der letzten Nummer haben wir die Ich-Planeten im 1. Haus, dem kardinalen Widderhaus besprochen. In den kardinalen Häusern finden immer Prozesse statt, d.h. wir müssen an unserem Ich-Bild in positiver Weise arbeiten, im Sinne einer ständigen Verfeinerung, Kultivierung, Verbesserung. Im 2. Haus geht der Prozess der Ich-Werdung weiter, Hier müssen wir Substanz anreichern und die eigene Existenz absichern. Es geht um die Ausprägung des eigenen Lebensraumes, um Abgrenzungen, Schutzverhalten. So wie das Ich im 1. Haus sagt »da bin ich, seht mich, beachtet mich«, so sagt das 2. Haus »hier ist meine Grenze, bis dahin darfst Du kommen, und dann fängt mein Bereich an; bitte, nicht betreten«.

Zwei Leser haben angefragt, ob wir in diesem Artikel auch die drei Bereiche in jedem Haus entsprechend den Kreuzqualitäten: kardinal, fix, veränderlich speziell beschreiben wollen. Wir werden im folgenden Text ein paar Hinweise geben. Nach einiger Übung sollte im Prinzip jeder selbst in der Lage sein, diese drei Bereiche zu definieren.

Sonne im 2. Haus

Das 2. Haus gehört zum fixen Kreuz des Zodiaks und entspricht dem Erdzeichen Stier. Deshalb ist der mittlere fixe Bereich und der Talpunkt typisch für das 2. Haus.

Bei der Sonne im 2. Haus geht es im wesentlichen um den eigenen Selbstwert. Man fühlt sich als wertvoll, wenn man eigene Substanz, eigene Mittel oder eigenen Besitz hat. Hat man nichts vorzuweisen, dann ist man auch weniger wert als die anderen. Im Vergleich mit ihnen fühlt man sich unterlegen, minderwertig. Haben andere mehr als man selbst, dann kann ein quälender Neid das Selbstvertrauen und die Lebensfreude untergraben. Deshalb wird eine solche Sonne immer danach streben, sich etwas anzueignen, womit das Ich m der Welt bestehen kann, sich etwas zu schaffen, was nur ihr gehört, das sie auch mit niemandem teilen will, Dabei handelt es sich sowohl um materielle, psychische oder geistige Werte, um psychische Potenzen, Talente oder Fähigkeiten, um das eigene Können, um den eigenen Lebensraum. Je mehr man kann, umso stärker und sicherer fühlt man sich.

Vor allem im kardinalen Bereich des 2. Hauses (Spitze bis IP) misst man sein Können mit anderen und wird im Konkurrenzkampf wachsen. Mit wenig Einsatz den grössten Effekt erzielen, ist die Devise. Kräfte- und Substanzverluste erschüttern das Selbstbewusstsein und werden mit allen Kräften vermieden oder rasch wieder ausgeglichen.

Im fixen Bereich (IP bis TP) werden die Absicherungstendenz und die Abgrenzung vorherrschen. Deshalb wird ein Mensch mit der Sonne im fixen Bereich des 2. Hauses danach streben, sich reichlich mit Substanz zu versehen, sich gegen Verluste zu schützen und Vorräte zu halten. Man hält das, was man hat, fest. Von allem muss man immer ein wenig mehr haben, als man braucht, damit man für evtl. Notfälle gerüstet ist. Je nach Aspekten, die die Sonne hier erhält, kann auch eine Neigung zur Völlerei vorhanden sein. Im veränderlichen Bereich (TP bis Sp) ist man bemüht, substantielle Vorräte anzulegen und vorhandene Fähigkeiten auszubauen und möglichst optimal auszuwerten -und zwar im ökonomischen Sinn. Im Schatten der 3. Achse bildet sich unter gewissen Umständen ein angstbedingtes Kompensationsverhalten. Die veränderliche Qualität und das fixe Prinzip rufen Widersprüche hervor, auch Unsicherheit, Angst vor Verlusten, der man durch Überaktivität oder andere Kompensationen entgegenwirker will. Je nach Zeichen, in dem die Sonne steht, wird die Stärke des Selbstbe wusstsems von der Fähigkeit abhän gen. das Ich vor Verletzungen unc Wertminderungen zu schützen, dami es unangreifbar bleibt. Es ist der un mittelbare Ausdruck des Ichs, das; man Lebenssubstanz zur Verfügung hat, und dass man diese auch schütze] kann durch Abgrenzung der eigenen Person. Neben der Absicherungstendenz ist es eine natürliche und gesunde Selbstverteidigung, die das Ich zur Verfügung hat. Die Zurückweisung von Fremdeinflüssen kann aber auch als konservative Haltung, als Einseitigkeit oder als Sturheit auftreten, die Selbstverteidigung als übertriebene Reaktion gegen Angriffe, indem man mit »Kanonen auf Spatzen« schiesst.

Mond im 2. Haus

Der Mond als unser Gefühls-Ich hat das Bedürfnis, sich am Du zu erleben. er sucht die Begegnung. Steht er nun im 2. Haus, so wirkt das fixe Prinzip einschränkend auf die spontane Kon-taktnahme ein. Er muss seine Beziehungen von substantiellen Quanntats-massstäben leiten lassen. Deshalb ist er vorsichtig in seinen Begegnungen. denn er befindet sich hier innerhalb eines Geheges, einer Eingrenzung zum Schütze der Sicherheit Psychologisch zeigt sich das dadurch, dass man Bedingungen für die mögliche Annäherung eines potentiellen Kontaktes aufstellt. Das kann sehr frustrierend auf die Gefühls- und Kontaktbedürfnisse einwirken. Nämlich dann, wenn dieser Mond in einem veränderlichen Zeichen steht. Bekanntlich sind diese ja auf Kontakte ausgerichtet, und im fixen 2. Haus kann man aus Sicherheitsgründen sich nicht so bewegen, wie man gerne mochte.

Gefühle sind deshalb von Vorstellungen und Kriterien abhängig. Gefühle der Zuneigung entfalten sich erst dann richtig, wenn Sicherungsbedingungen erfüllt sind, sehr häufig, je nach Zeichen, durch die Beschaffung und Bereitstellung materieller Mittel. Man achtet sehr darauf, dass der andere, der einem begegnet, die eigene Substanz nicht m Gefahr bringt; im Gegenteil, er soll helfen, diese zu mehren. Der Mond im 2. Haus bedingt meistens einen Besitzanspruch gegenüber Menschen, die man liebt und in den eigenen Lebensraum eingelassen hat. Steht der Mond auch noch m einem fixen Zeichen, dann werden diese gewisse rmassen in den persönlichen Bestand einverleibt, sie gehören zu einem. Leicht entsteht ein symbiotischer Anspruch mit daraus resultierenden Loslösungsschwierigkeiten. Diese Unbeweglichkeit der Gefühle, vor allem im fixen Bereich des Hauses, macht sehr abhängig von Gefühlsge-wohnheiten. Kontakte sollen immer wieder in der gleichen Weise ablaufen Je nach Zeichen erfolgt eine Gefühlsbefriedigung nur bei einer geregelten Wiederkehr von Erlebnissen. Wenn Kontakte sich nicht so gestalten lassen, wie man sich diese wünscht, dann können die Gefühle leicht erstarren oder einfrieren. Man fühlt sich um den Genuss betrogen, woraus selbstverständlich Frustrationen der Gefühle resultieren. Mondstellungen im fixen Bereich der fixen Häuser nennen wir »Sandwich-Mond«.

Saturn im 2. Haus

Saturn gibt hier ein besonderes Verhältnis zu selbsterworbenen Dingen, wie Einrichtungsgegenstände und Anschaffungen. Daran hängt man mit Leib und Seele, sie gehören gewisser-massen zum eigenen Körper. »Das Haus - die dritte Haut.« Alles, was einem selbst gehört, erhöht das Wertgefühl und unterstützt das Sicherheitsbedürfnis. Das, was man errungen und sich angeeignet hat. wird nach allen Seiten hin abgesichert. Es ist ein starkes Bedürfnis vorhanden, seinen eigenen Lebensraum und alles, was darin enthalten ist. abzugrenzen und zu schützen Niemand darf unerlaubterweise über diese Grenzen vordringen. Jeder Gefahr, dass einer einem etwas wegnehmen könnte, wird durch entsprechende Schutzmassnahmen vorgebeugt.

Alles wird mit Quantität gemessen. Lernprozesse laufen quantitativ ab. Häufig müssen Erfahrungen wiederholt werden, bis man etwas begreift. Wenn sich jemand z.B. ein Fachwissen aneignet, dann muss er alles darüber wissen und noch ein bisschen mehr, um sicher zu sein, mitreden zu können. Desgleichen spielen Gewohnheiten eine grosse Rolle, man hat Mühe, eingefahrene Zustande zu verändern.

Da Saturn unser körperliches Ich darstellt, so ist das körperliche Eigenwertgefühl stark ausgeprägt. Man lässt nicht so leicht jemanden an sich heran. Die Selbstsicherheit hängt von der Unversehrtheit des Körpers ab. Daraus entwickeln sich Abwehrreaktionen, Verteidigüngsmechanismen, die alle Eindringlinge energisch zurückweisen. Da Saturn in seiner Qualität dem fixen Prinzip entspricht, ist die Besorgnis um das Schützenkönnen der eigenen Substanz und des eigenen Besitzes ausserordentlich ausgeprägt. Dies führt häufig zu einer ausgesprochenen Defensivhaltung dem Leben gegenüber. Besonders im kardinalen Bereich kann leicht Raffgier entstehen. Die Verteidigung des eigenen Besitzes, auch des eigenen Körpers, steht im Vordergrund. Besonders im veränderlichen Bereich können hier Krankheitsängste dominant werden. Überhaupt Angst vor Verlusten jeglicher Art, Verlust von Gesundheit, Geld, Personen, Stellung etc. können so stark werden, dass man zu Blockbildungen und Verhärtungen im Kontaktbereich neigt, auch zu Geiz. Die natürlichen Grenzen können sich zu undurchdringlichen Mauern, zu einer Burgfestung auswachsen, in der man seine Schätze horten kann, so dass sie einem immer zur Verfügung stehen und andere nicht etwa von diesen Schätzen ziehen können. Dies besonders im fixen Bereich.