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Titel Ausgabe 22



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• Biografie

Richard Burton

Louise Huber

Richard Burton

10.11.1925 / 23.30 Pontrhydfendigaid GB

Richard Burton, der bekannte Filmschauspieler, starb in diesem Jahr im Alter von 58 Jahren. Er hatte ein bewegtes Leben, und es dürfte unsere Leser interessieren, etwas über sein Horoskop zu erfahren.

Lebensüberblick

Burton kam als eines von 13 Kindern eines Bergarbeiters in England/ Wales zur Welt. Eigentlich hiess er Richard Jenkins; erst in den vierziger Jahren legte er sich den Künstlernamen Burton zu. Schon während seiner Schulzeit machte er die ersten schauspielerischen Gehversuche auf lokalen Bühnen. Nach einer soliden Ausbildung in Oxford begann er 1947 seine Theaterlaufbahn (AP Konj. Merkur). Seine erste Filmrolle erhielt der damals 23jährige Burton 1948 in »The last Days of Dolwyn«. Fünf Jahre sollten vergehen, bis er 1953 in »The Robe« die verdiente internationale Anerkennung fand (AP Konj. Jupiter). Seine grossen Erfolge konnte er in den sechziger Jahren feiern (AP 6. Haus Wassermann). 1959 entstand »Blick zurück im Zorn«, 1964 »Becket« und der Spionage-Bestseller »Der Spion, der aus der Kälte kam«.

Im Historienfilm »Cleopatra« war er zum ersten Mal gemeinsam mit Elisabeth Taylor auf der Leinwand zu sehen. Von da an hielten die beiden heissblütigen Schauspieler mit immer neuen Gerüchten über bevorstehende Heiraten, Trennungen und Scheidungen die Presse in Atem.

Burton war ein überzeugender, kraftvoller Charakterdarsteller. 1971/72 stellte er hervorragend in einer Tito-Biografie den jugoslawischen Staatspräsidenten dar, und in den achtziger Jahren wurde das Leben des Komponisten Richard Wagner mit Burton in der Hauptrolle verfilmt. Noch im Juni 1984 arbeitete er an einer Neuverfilmung des hochaktuellen Romans »1984» von George Orwell.

Am 5. August starb der grosse Schauspieler Richard Burton. Sein Alterspunkt hatte vom Mai bis August 1984 Quincunx-Aspekte (150-Grad- Winkel) zu Saturn, Sonne und zu Jupiter. Eine Anhäufung dieses AP-Aspektes zu den Hauptplaneten ruft häufig eine Lebenskrise hervor, die auch zum Tode führen kann, wenn die Kraft fehlt, eine wesentliche Änderung der Lebenshaltung vorzunehmen. Mehr über die Bedeutung der Quincunx-Aspekte beim Alterspunkt können Sie nachlesen in der »Lebensuhr« Band II, Seite 131-133.

Sonne/Saturn im Skorpion

Diese polaren Kräfte im Skorpion im 4. Haus verschärfen die Tendenz, in Extreme zu fallen. Skorpion, das Zeichen der Transmutation, der Wandlung und der Stirb- und Werdeprozesse lies ihn nicht zur Ruhe kommen. Er wollte an allem teilnehmen, was das Leben bietet, er wollte jeder Liebe, jeder Leidenschaft und jedem Interesse nachgehen und konnte das Leben und seine Liebe dennoch nicht bis auf den Grund auskosten. Das Verlangen nach höchstem Lebensausdruck fand er nur in seinen Rollen. Im Leben war er nicht fähig, die skorpionischen Wandlungen durchzustehen. Wenn die Krisen zu gross wurden, griff er zur Flasche, um dem inneren Zwiespalt Herr zu werden. Dadurch schwächte er seine Lebenskraft und überliess sich den selbstzerstörenden Kräften des Skorpion. Saturn und Sonne in Tieflagerung sind zu sehr von der Bestätigung abhängig und verursachten in diesem Fall einen Identitätsverlust. Er hatte ja auch durch äussere Hilfe den Aufstieg geschafft und beim Übergang über diese Konjunktion eine neue Identität erhalten, die sich in der Oppositionsstellung des AP (Durchgang durch Haus 9 und 10) aufzulösen begann. In seinen letzten Lebensjahren lebte er im Widerstreit zwischen Leben und Tod.

Die losgelösten Planeten

Neben der geometrischen Figur fallen drei losgelöste Planeten auf. Neptun steht alleine auf dem Aszendenten, ebenfalls Merkur und Venus im 4. und 5. Haus; der Mars hat eine losgelöste Quadratur zum Mondknoten. Alleinstehende Planeten oder Aspekte sind fast immer bedeutende Persönlichkeitsprofile und damit Schicksalskomponenten; oft werden diese mehr gelebt als die im Aspektbild eingeschlossenen. Vor allem bei aussergewöhnlichen Menschen spielen sie eine besondere Rolle. Wenn sie dem inneren Wesen als Ausdrucksorgane dienen, werden sie zu höchster Brillanz entwickelt. Das heisst, sie können sich frei entfalten, weil sie nicht durch das Bewusstsein manipuliert werden, sie werden »in Ruhe gelassen« und können so als reine Qualität wirken.

Der Neptun alleine auf dem Aszendenten im Zeichen Löwe deutet auf einen Ich-Nimbus, auf ein Schein-Ich und damit auf falsche Erwartungen und Vorstellungen von Glück und Liebe. Sicherlich spielte der Neptun bei den schauspielerischen Fähigkeiten von Richard Burton eine wesentliche Rolle. Die AC-DC-Achse Löwe/ Wassermann und die Opposition auf der 5/11-Achse mit Jupiter und Pluto gelten schon seit jeher als die Schau-spieler-Achse. Mit dieser markanten Konstellation und mit der Neptunstellung konnte er mit Leichtigkeit sein Ich-Bild wandeln und in Rollen, mit denen er sich identifizierte, hineinschlüpfen. Den Neptun konnte er bewusst in den Rollen leben, in Lebenskrisen jedoch machte er ihn schwach und süchtig; er verfiel zeitweise dem Alkohol. Er hatte auch eine starke erotische Ausstrahlung, das Zeichen Löwe am AC zusammen mit der 5/11-Achse machten ihn faszinierend im Auftreten, die Frauen waren von ihm rasch hingerissen. Natürlich spielt auch die losgelöste Venus im 5. Haus dabei mit sowie der 5.-Haus-Jupiter. Er besass grossen Sexappeal, liebte Frauen und wusste, wie er sie anlok-ken konnte. Er war ein guter Erzähler, hörte aber auch gern zu. Er war auch ein Märchenonkel und sogar Clown, wenn er sich danach fühlte, doch hinter den Witzen lag eine tiefere Präsenz, auf die Frauen ansprachen. Paul Ferris beschreibt in seiner Biographie die Mars- und Venusstellung treffend: »Einige seiner Freunde erinnerten sich mit Respekt an Burtons Mut zum Sex in jungen Jahren. Andere schüttelten die Köpfe und legten beinahe den Finger an die Lippen, um anzudeuten, dass er in seiner Jugend unersättlich gewesen sei.«

Burton selbst hat immer den Eindruck vermittelt, dass er ein Frauenheld sei, doch gleichzeitig die Treue für wichtig halte. Die Skorpion-Löwe-Betonung gab zweifellos entgegengesetzte Charaktereigenschaften. Oft war er im Zwiespalt zwischen Filmemachen und Geldverdienen. Hier spielen auch

die zwei Oppositionen in seinem Horoskop herein. Die eine zeigt eine Problematik auf der Besitzachse 2/8 (hintergründig ein Existenzproblem Jung-frau-Fische-Achse) und die zweite auf der Beziehungsachse 5/11, die bei ihm mit seiner Berufung als Schauspieler zusammenhängt (hintergründig Individualproblem Steinbock-Krebs-Achse). Er selbst sagte: »Ich bin mein ganzes Leben lang in Schwierigkeiten gewesen. Ich habe den unbeschreiblichen Schund gemacht, und das alles nur wegen Geld. Ich hatte es nicht nötig - ich brauchte nie Geld, nicht einmal als Kind, obwohl ich aus einer sehr armen Familie stamme.

Doch es hat Zeiten gegeben, wo die Verlockung durch die Nullen vor dem Komma einfach zu gross war.« Man spricht davon, dass er für einen Film Gagen von l Million Dollar erhalten habe. Mars als männliche Libidokraft steht im fixen Bereich des 3. Hauses, Ende Waage, mit einem Quadrat zum Mondknoten, an die grosse Aspektfigur nicht angeschlossen. Eine losgelöste Strichfigur wirkt sich meistens sporadisch und unkontrolliert aus. Sie läuft parallel zum Sonne/Saturn-Pluto-Trigon und ist deshalb ein paralleli-sierter Aspekt. Das heisst, er wird in den Dienst dieses Tngons mit der Strebertendenz gestellt. Es ist die Motivation, der Beste zu sein und die eigene Person zu idealisieren. Es ist ein Querschläger, der die geometrische Figur durchkreuzt und deshalb viele seiner Unternehmungen vereitelte. Ein typischer Aspekt von Fehlentscheidungen. Den Mondknoten im 12. Haus wollte er einige Male im Leben wahrnehmen, indem er Versuche machte, sich vom Filmgeschäft zurückzuziehen, aber es gelang ihm nicht. Ein weiteres Signal dieser Schicksalsthematik war, das er siebenmal zum »Oscar« vorgeschlagen wurde und ihn nie bekam. Wahrscheinlich war auch diese unkontrollierte Mars-Kraft mit daran schuld, dass Burton übermässig' Alkohol konsumierte und seinen aufwendigen Lebenswandel mit drittklassigen »Kriegsfilmen« finanzierte. Dies und sein ständiger Partnerwechsel wurden ihm übelgenommen.

Der Alterspunkt

Einen noch tieferen Einblick erhält man in das Leben eines grossen Menschen, wenn man den Alterspunkt mit den wichtigsten Lebensstationen betrachtet.

In der Periode des 3. Hauses, in dem der Mars steht, war er sehr dem Sport zugewandt. In der Schülerzeitung nannte man ihn »Richie, den alten Kämpfer«, der Rugby für die Oberklassen spielte. Er war in dieser Zeit aggressiv und schien sich »die ganze Zeit nach Rivalen umzuschauen«. Beim Übergang der Saturn/Sonne-Kon-junktion bestand er die Abschlussprüfung an der Schule und erhielt einen neuen Namen, der ihn berühmt machen sollte.

Bei der Konjunktion Merkur erhielt er den 1. Filmvertrag, und auf der gegenüberliegenden Seite in der Opposition zum Merkur drehte er 1982 seinen letzten Film. Insgesamt machte er beim aufsteigenden Merkur-Alterspunkt-Zyklus 50 Filme. 1949 im Trigon zum Neptun, kurz vor der 5. Spitze, heiratete er seine Frau Sybil und erlebte beim Venusübergang ein »herrliches Jahr«.

1952/53 beim Jupiterübergang hagelte es Erfolge. Die Presse nannte ihn den grössten Hauptdarsteller des Jahrzehnts. Burton verdiente zwischen 50 000 und 60 000 Dollar und war auf der Stelle reicher als irgendeiner seiner Freunde. Es war »unglaublich«, erzählte er ihnen, es war »wie im Märchen«. Nun bekam er laufend grosse Aufträge und stieg die Erfolgsleiter empor.

1962 als sein AP auf den DC und in Opposition zum Neptun kam, traf er Liz Taylor. Es war sofort eine starke Anziehung vorhanden. Sie schrieb: »Mein Herz flog ihm einfach zu.« Es begann eine aufregende Zeit mit vielen Reisen, Hin- und Herjagen und Auseinandersetzungen in der Partnerschaft, wie sie beim AP-Durchgang durch das 7. Haus häufig vorkommen.

1965 am Talpunkt des 7. Hauses entstand der Film »Wer hat Angst vor Virginia Woolf«. Dieser Film galt als Spiegelbild der Ehe Burton/Taylor.

Allen Unkenrufen zum Trotz, liess sich das bestbezahlte Filmpaar erst nach einem zehnjährigen »Eheversuch« 1974 scheiden. Der zweite Versuch hielt kein Jahr stand und ging im Juli 1976 in die Brüche. Bei der 1. Scheidung 1974 war der AP im 9. Haus in Quincunx zur Sonne/Saturn-Konjunktion, das war der Anfang vom Ende, denn beim folgenden Quincunx-Aspekt im 10. Haus starb er. Er konnte die Herausforderung, die ein Quincunxaspekt des Alterspunktes für die geistige Entwicklung darstellt, nicht annehmen. Entweder weil er nicht die Kraft hatte oder weil er die grünen Aspekte nicht kannte.