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Titel Ausgabe 23



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Zurück Ausgabe 23 vom 21.11.1984 • Seite 16ohne Login!

• Unser Zodiak

Die Zodiakalen Konstellationen Steinbock und Wassermann

Bruno Huber

Nachdem wir in den beiden Sternbildern Skorpion und Schütze eine der gleissendsten und hellsten Himmelsgegenden kennenlernten, hat man hier zunächst das Gefühl, in eine gähnende Leere zu fallen. Das Auge sucht vergeblich Halt, denn in diesem Sternfeld gibt es weder eine Milchstrasse, noch irgendwelche Sterne erster oder zweiter Grosse, an denen man sich sonst sehr leicht orientieren kann.

Wenn Sie also am Jahresende nach dem Einnachten an den südwestlichen Himmel blicken, und da vorwiegend einen dunklen Himmel finden, dann sind Sie schon am richtigen Ort. Denn die hellsten Sterne dieser beiden Sternbilder sind dritter und vierter Grosse.

Wahrscheinlich aus diesem Grunde sind sich die verschiedenen älteren und neueren Quellen (besonders bei Wassermann) gar nicht einig, wie eigentlich die Figur, das Bild der Konstellation zu sehen sei. Die in der nebenstehenden Karte gezeichneten Formen habe ich vorwiegend aus antiken Konstellationsbeschreibungen entnommen.

Steinbock ist leichter zu erkennen. Er hat, wenn man zum Himmel schaut, eine grob dreieckige Form. Die zwei rechts oben stehenden, eingekreisten Sterne sind die Hörner, und der links

oben (Deneb Algiedi) ist der »Fischschwanz«. Bei Wassermann sieht man am leichtesten das aus vier Sternen geformte Y, ganz oben. Es ist der »Krug« aus dem das Wasser (die feinen Striche nach links unten) ausgegossen wird. Die übrigen, dick verbundenen Sterne sollen den Mann darstellen. (Das könnte man in guten Treuen auch anders sehen.)

Der Stern Zeta im Wassermann, der mittlere im Y (Krug), ist ein empfehlenswertes Objekt für ein wenigstens 3-zölliges Taschenfernrohr (mind. 7.5 cm Öffnung). Er ist einer der schönsten Doppelsterne. Seine Entfernung ist 140 Lichtjahre. Die übrigen erstrangigen Sterne dieser beiden Konstellationen haben Distanzen zwischen 50 (Deneb Algiedi) und 1350 (Sadalmelek) Lichtjahren.

Aus diesen enormen Entfernuhgsunterschieden zwischen Fixsternen etwa gleicher Helligkeit, wird deutlich, dass wir einer Täuschung unterliegen, wenn wir meinen sie würden physisch zur selben Konstellation gehören. Sie stehen nur in der gleichen Richtung, sind aber Mitglieder räumlich ganz verschiedener Sternfamilien.

Wirklich interessant für die Himmelsbeobachtung in dieser Gegend des Zodiaks sind aber ein paar Nebel und Sternhaufen. Einige davon können mit blossem Auge, einige wenigstens noch mit einem guten Feldstecher gesehen werden:

7293 -HELLIX, ein sogenannter »planetarischer Nebel«. Eine Sonne steht innerhalb einer leuchtenden Gashülle. Der Nebel ist 600 Lichtjahre entfernt und misst optisch 15 Bogen-minuten quer durch. Er ist am besten mit einem Feldstecher zu sehen.

7009 - SATURN-NEBEL, einer der hellsten planetarischen Nebel, der mit seinen Nebelringen dem Saturn ähnlich sieht. Er ist 1400 Lichtjahre entfernt und misst nur 30 Bogensekunden im Durchmesser. Schon mit dem Feldstecher zu sehen, aber noch schöner im kleinen Fernrohr.

M. 2 - Kugelsternhaufen (s. a. Heft 21). Einer der hellsten seiner Art, kann man ihn schon von Auge erkennen. Je grösser aber Ihr Feldstecher oder gar Fernrohr ist, umsomehr Freude werden sie an diesem erdenthobenen (manche sagen »engelhaften«) kugeligen Gebilde haben. M. 2 ist sehr weit weg: 37'000 Lichtjahre! Das ist am äusseren Rande unseres galaktischen Sternsystems (Milchstrasse). Alle Kugelhaufen sind so weit draussen - sie umgeben sozusagen unser heimatliches Spiralnebelsystem wie eine »schützende Hülle«.