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Titel Ausgabe 24



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Zurück Ausgabe 24 vom 18.02.1985 • Seite 19ohne Login!

• Grundwissen

Die Persönlichkeit, Teil 6

Louise Huber

Das 5. Haus ist ein Feuerhaus auf dem fixen Kreuz und entspricht dem Zeichen Löwe. Wie in allen Feuerzeichen geht es auch hier um die Persönlichkeitsentwicklung. Im 1. Haus wird das Ichbild geschaffen, im 5. Haus erprobt man den Einfluss seines Ichs, im 9. Haus reift man zur autonomen, unabhängigen Persönlichkeit heran.

Das 5. Haus zählt zu denjenigen Häusern, die man meistens falsch oder einseitig interpretiert. Liebe und Erotik, Kinder, Risiko, Abenteuer, Spekulation, Kunst stehen in den Büchern. Von der Persönlichkeitsentfaltung aus gesehen ist es das Haus der Selbsterprobung, wobei man lernen sollte, sich Verhaltensweisen anzueignen, mit denen man am besten mit anderen Menschen auskommt und die der eigenen inneren Strahlkraft Ausdruck verleihen. Es ist ein formendes fixes Haus, in dem sich Verhaltensstrukturen im Kontakt mit dem einzelnen Menschen auskristallisieren. Die Planeten im 5, Haus zeigen an, wie wir uns im engeren Kontakt verhalten und welche Kontaktformen wir entwickelt haben, die uns unwiderstehlich, sympathisch oder auch abweisend, unnahbar erscheinen lassen. Es geht bewusst oder unbewusst immer darum, welchen Eindruck wir auf die Umwelt machen, damit wir geliebt oder gefürchtet werden. Es ist das Imponiergehabe vom verhaltenspsychologischen Standpunkt aus, das sich das Ich zulegt, um sich einen Standort in der Welt zu schaffen, der von anderen respektiert wird.

Die Sonne im 5. Haus

Die Sonne als Planet des autonomen Ichbewusstseins weiss instinktiv, wie sie im 5. Haus durch eigene Ausstrahlung auf andere Eindruck machen kann. Das Selbstbewusstsein ist stark entwickelt und wird oft davon abhängig gemacht, wieviele Menschen man in seinen Bann zieht, wieviel Feedback man bekommt, auch im geschlechtlichen Bereich. Man will schon hier ein gewisses Mass an Selbstbestimmung erreichen und baut sich sein eigenes »Reich« auf, sein eigenes Kollektiv. Auf dieses muss man sich verlassen können, Loyalität und absolute Treue wird verlangt, dann setzt man sich auch 100%ig für diese Menschen ein, macht sie aber auch von sich selbst in irgendeiner Weise abhängig. Sonne im 5. Haus ergreift Besitz von den Menschen, die ihm na-hestehen, sie gehören zu seinem »Reich« und erhöhen das eigene Selbstwertgefühl (wie in allen fixen Häusern). Eigenschöpferischer Ausdruck sollte mit der Sonne angestrebt, erprobt und entwickelt werden, dann gewinnt man diesem Haus den höchsten Gewinn ab.

Im kardinalen Bereich, also nach der 5. Häuserspitze, ist jemand meistens erfolgreich in eigenen Unternehmungen, man setzt sich ein, ist risikofreudig und dynamisch im persönlichen Engagement. Diese Sonne will sich selbst erleben und will ihr eigener Herr und Meister sein. Hier ist der Wettbewerbsgedanke zu Hause, der auch Regeln annimmt. Man weiss sehr geschickt, wie man andere ausstechen kann, um der Beste zu sein im Sport, im Geschäft oder bei Ritterspielen. Das Abenteuer, das Spiel reizt, hier muss man etwas wagen, um etwas zu gewinnen. Die Sonne verleiht meistens an dieser Stelle dynamische schnelle Handlungsbereitschaft, Unternehmertum, selbstsicheres Auftreten. Dieser Mensch hat keine grosse Mühe, andere für sich eingenommen zu machen. Wenn er es darauf anlegt, verfällt mancher seiner Ausstrahlung, seinem Charme, kommt in seinen Bann. Wenn man damit Erfolg hat, dann bildet sich eine Form, ein Imponiergehabe, das automatisch funktioniert. Wenn es einmal nicht mehr »hinhaut«, dann wird man sich rasch eine neue Masche ausdenken, um Erfolg zu haben. Viele neigen dann zum Angeben, um eine Niederlage zu vertuschen. Man kann nicht gut zugeben, dass man versagt hat, weil man um keinen Preis das Gesicht verlieren will. Weil man im 5. Haus immer zum Experiment geneigt ist, kann man in einer Notsituation entweder raffinierte Kontaktmechaniken entwickeln, die manipulativen Charakter haben, also unecht sind, oder es werden echte schöpferische Potenzen frei, die die eigene Kreativität steigern und Ausdruck des eigenen Selbstes sind.

Mit der Sonne im fixen Bereich des 5. Hauses sind wir je nach Zeichen unbeweglicher. Deshalb reagiert die Umwelt nicht so, wie man das gerne hätte. Oft werden die eigenen Sicherheitsbedürfnisse zu wichtig genommen, man hält an Strukturen fest und glaubt, dass sie immer in der gleichen Weise funktionieren. Oft ist ein Mangel an Selbstkritik damit verbunden, und das eigene Selbstverständnis zwingt die Umwelt zum Respektieren der Eigenarten. Man möchte, dass die Menschen von einem beeindruckt sind oder gar ehrfürchtig staunen. Tun sie das nicht, kann man tief gekränkt sein. Man will die Umwelt mit seinem Persönlichkeitsimage kontrollieren. Wir legen alles darauf an, dass sich Menschen in einer ganz bestimmten Weise zu uns verhalten, zu uns Stellung nehmen. Das tut man mit Schablonen, mit Maschen. Im fixen Bereich sind diese eingeübt, werden zu Automatismen oder Reflexen, denen man selbst zwangshaft folgt. Oft erlebt man das mit eigenen Kindern. Im 5. Haus sind ja auch unsere Kinder angezeigt. Die Verewigungstendenz ist stark, wir wollen unsere Eigenarten in ihnen weiterleben lassen und sind deshalb in irgendeiner Weise besitzergreifend, lassen die Kinder (oder auch die geliebten Personen) nicht ihren eigenen Weg gehen. Am Talpunkt erleben wir eine Wandlung, besitzergreifende Liebe wird oft von der Umwelt mit Füssen getreten. Die Sonne an diesem Transformationspunkt muss lernen, dass sie nicht der Mittelpunkt der Welt ist, dass es noch andere Menschen gibt, die eigene Vorstellungen haben. Sie muss sensitiv für die Nöte anderer Menschen werden und darf diese nicht zwingen, einem gefällig zu sein. Je mehr wir uns weigern, dies einzusehen, umso mehr leiden wir. Daraus entsteht oft ein maskenhaftes Verhalten, ein zwanghaftes, kompensatives Festhalten an den eigenen Ansprüchen.

Im veränderlichen Bereich spielt im Kontaktverhalten wie auch in der Liebe die Existenzthematik mit herein. Im Schatten der 6. Spitze ist auch häufig ein überkompensatives Verhalten sichtbar, das mit der Sonne einem Leistungsdruck unterliegt, der oft vom Vater stammt, dem man beweisen will, dass man nicht auf ihn angewiesen ist und selbst etwas zustande bringt - ja, dass man sogar besser ist als er.

Fortsetzung folgt