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Titel Ausgabe 25



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• Biografie

Jiddu Krishnamurti 90 Jahre alt!

Marianne Glünz

Jiddu Krishnamurti 12.5.1895 / 18:00 GZ Madanapalle / IND

Unter den zahlreichen indischen Meistern, die in diesem Jahrhundert dem westlichen Menschen geistiges Wissen vermitteln, hat Krishnamurti einen ganz besonderen Platz. Er verkündet das »weglose Land der Wahrheit«, das weder durch einen besonderen Pfad noch durch Jüngerschaft bei einem Meister gefunden werden kann, sondern nur durch aufrichtigste, innere Selbstwahrnehmung, die allein zur Freiheit vom Ich und zur Verschmelzung mit der umfassenden Wahrheit führen kann.

Als Jugendlicher wurde Krishnamurti von der Theosophischen Gesellschaft in Südindien dazu bestimmt, Gefäss für die erwartete Erscheinung des Höchsten Meisters zu sein, und einer entsprechend rigorosen Erziehung unterworfen. Nach Jahren innerer Kämpfe wies er diese Vorstellun-

gen in einem beispiellosen Befreiungsakt von sich und löste den für ihn gegründeten »Orden des Sterns des Ostens« auf. Und seither spricht er als spiritueller Philosoph zu allen, die ihn hören wollen, ohne Schüler und ohne Organisation.

Krisrmamurtis Horoskop ist ausgesprochen vertikal gelagert. Fast senkrecht steht die Sonne-Uranus-Opposition; mit Ausrichtung zum 11. bzw. 9. Haus die Opposition Mond-Venus und die Trigone des Saturn, ein Streben hin zur Geistigkeit also, zu individueller Bewusstwerdung. Der Schwerpunkt dieses Strebens liegt im 9. Haus, dem oberen Pol der Denkachse, mit Uranus am Talpunkt und Saturn an der Häuserspitze, beide im Stirb und Werde-Zeichen Skorpion. Während Uranus die das Aspektbild dominierende Ambivalenzfigur mit Sonne und Mondknoten bildet, »bestrahlt« Saturn eine langgezogene Konjunktion von Venus und Jupiter, an die noch der Mars schwach angehängt ist. Venus ihrerseits bildet den Angelpunkt der Reizfigur Venus-Mond-Merkur, die über eine schwache Konjunktion von Merkur und Sonne mit der Ambivalenzfigur in Kontakt steht. Im Keim angelegt ist eine hohe spirituelle Potenz durch die Konjunktion von Neptun und Pluto, die, kaum berührt von den übrigen psychischen Kräften, in der Seelentiefe (4. Haus, zwischen IP und TP) ihr Eigenleben führt. Tragender Pfeiler von Krishnamurtis Wesen ist zweifellos die Opposition Sonne-Uranus auf der Denkachse. Uranus bekommt nicht nur dadurch Gewicht, dass er zuoberst im Horoskop steht, er ist zudem auch Herrscher des Wassermanns,- des Aszendenten. Krishnamurtis revolutionäre Geistigkeit, sein unerbittliches In-Frage-Stellen von Ideologien und religiösen Dogmen ist in dieser Opposition angelegt: Einerseits seine jugendliche Ausbildung durch die vorgegebenen Lehren der Theosophie unten im dritten Haus, andererseits sein eigenes Überschreiten anerzogener Denkformen, seine schroffe Zurückweisung aller geistigen Aussagen, die nicht der ureigensten Erkenntnis, dem 9. Haus entspringen. Das Überschreiten herkömmlicher Grenzen vollzog Krishna-murti nicht nur geographisch (er reiste sehr viel), sondern darüber hinaus in zweifacher Hinsicht: Einmal liess er durch den Kontakt mit den Theosophen sein familiäres, traditionell hinduistisches Milieu hinter sich, dann befreite er sich auch aus dem Kreis der Theosophie, um seinen eigenen Weg zu gehen. Damit erfüllt er seinen inneren Auftrag (Mondknoten), der ja durch die blauen Aspekte einen möglichen Weg aus der Opposition aufzeigt: Sich verlassen auf seine persönlichste Substanz (Nähe 2. Spitze), die in diesem Fall durch das Zeichen Fische wohl eher spirituell als materiell zu verstehen ist, um dann aus der Fülle des innersten Wesenskerns heraus die Mitmenschen teilhaben zu lassen am eigenen Wissen.

Die Initiantin, die am Anfang von Krishnamurtis geistigem Weg stand, war Anme Besant, Präsidentin der Theosophischen Gesellschaft und für Krishnamurti Mutterfigur (er verlor seine Mutter in jungen Jahren) und geistige Führerin zugleich. Saturn im 9. Haus entspricht dieser Kombination wunderbar, und wir können daher in dieser Stellung seine Beziehung zu dieser Frau gespiegelt sehen. Sie war getragen von grosser gegenseitiger Liebe und Hochachtung (Trigon Saturn zu Venus und Jupiter), die auch durch Krishnamurtis Absage an die Theosophie nicht beeinträchtigt werden konnte.

Neben der Ebene dieser persönlichen Beziehung hat das Trigon Saturnjupiter für seine spirituelle Entwicklung eine besondere Bedeutung: Mit Saturn im 9. Haus und Skorpion haben wir hier eine ausgeprägt philosophische Komponente, das Streben nach letzten Wahrheiten und forschendes Fragen (Saturn) nach dem Sinn des Lebens (Jupiter) - ein Aspekt übrigens, der auch in den Horoskopen von Kepler, G.G. Jung und Heidegger vorkommt.

Am Anfang von Krishnamurtis Weg steht die spirituelle Leitfigur: der Höchste Meister, dessen Gefäss er sein sollte. Doch durch seelisch und körperlich (Saturn!) schmerzvolle Stirb und Werde-Prozesse gelangt Krishnamurti selbst zur allerhöchsten Erkenntnis, aus der heraus die Vorstellung des Höchsten Meisters für ihn hinfällig wird. Dies führt ihn dazu, mit skorpionischer Kompromisslosigkeit jede Meister-Schüler-Beziehung, jegliche Anbetung und Gefolgschaft abzulehnen.

Die zweite nach oben strebende Opposition zwischen Venus und Mond auf der Beziehungsachse zeigt eine gewisse Problematik in seinem Kontaktverhalten auf. Durch sein taktvolles, sensibles Verhalten wurde er zwar schnell überaus beliebt, was bei der Venus-Jupiter-Konjunktion im 5. Haus auch nicht überrascht, dennoch litt er zeitweise unter grosser Einsamkeit und duldete in den Phasen seiner grössten inneren Kämpfe kaum einen Menschen in seiner Nähe. Die Mondstellung an der Spitze des 11. Hauses verbietet es ihm, seine gesellschaftliche Beliebtheit des 5. Hauses auszukosten. Mehr und mehr übernimmt er die Rolle des Lehrers gegenüber der Mitwelt: Vom Gipfel seiner gewonnenen Einsicht aus (11. Haus) versucht er, die breite Öffentlichkeit (4/5. Haus) daran teilhaben zu lassen. Unter anderem zeigt er grosses Interesse an Erziehungsfragen (Jupiter, 5. Haus, Krebs) und gründete verschiedene Schulen, die erste in seiner Heimat Indien.

Die Reizfigur Mond-Merkur-Venus kennzeichnet seine lehrende Tätigkeit: Er versucht mit eindringlichster Beharrlichkeit, die seinen fixen Zeichen Stier, Wassermann, Skorpion entspringt, den Zuhörern durch verbale Weise sein zentrales Anliegen (Merkur Konjunktion Sonne), die Befreiung vom Ich, nahezubringen und sie zur Bewusstwerdung des eigenen Selbst (grüne Aspekte der Reizfigur) aufzurufen. Krishnamurtis Tragik, die er auch selbst oft resigniert erwähnt, ist es, dass seine lehrende Tätigkeit so wenig Früchte trägt: Die blauen Aspekte, die dies ermöglichen würden, fehlen bei der Reizfigur. So bleibt es bei der fortwährenden Kommunikation mit einem Publikum, das ihm ergeben zu Füssen sitzt und von ihm gerade das erwartet, was er niemals tun kann, nämlich seine eigene geistige Erkenntnis ihnen in den Schoss legen.

Krishnamurtis Mond steht an der Spitze eines fixen Hauses im veränderlichen Schützen (in Konjunktion mit dem galaktischen Zentrum!), eine schmerzhafte Stellung, die ihm vorallem in jüngeren Jahren einen massiven Leidensdruck beschert hat. Von der inneren Veranlagung her sensibel und selektiv mit dem Bedürfnis nach grosser, ungebundener Schau (Schütze), wurde ihm die dogmatisch-theosophische Erziehung mit den ungeheuren Erwartungen, die man in ihn setzte, bald zum drückenden Gefängnis. Krishnamurti hat schliesslich sein Gefühlsich (Mond) aus dem starren Druck seiner Umwelt (11. Haus) befreit, aber seine Briefe geben ein beredtes Zeugnis von den enormen Loyalitätskämpfen (im 11. Haus ist man loyal), die er dabei auszufechten hatte. Die Fremdbestimmung, die er durch das 11. Haus früher erlitt, hat er dadurch überwunden und ihm einen neuen, seinen eigentlichen Sinn gegeben, den der geistigen Freundschaft. Er sagt in einer Rede:

»Aber diejenigen, die wirklich verstehen wollen, die Ausschau halten und das Unvergängliche, das Anfang- und Endlose suchen, werden mit grösse-rer Intensität zusammengehen und eine Gefahr werden für alles, was un-

wesentlich ist, für Unwirkliches, Geister. Und sie werden sich vereinigen, zur Flamme werden, weil sie verstehen. Eine solche Gemeinschaft müssen wir erschaffen, das ist mein Ziel. Bei einer solchen wahren Freundschaft - die Sie nicht zu kennen scheinen - hat jeder den Willen zur Zusammenarbeit. Nicht aufgrund einer Autorität oder um errettet zu werden, sondern weil Sie wirklich verstehen und also im Unvergänglichen leben. Das ist grösser als alle diesseitigen Freuden, als alle Opfer.«

Der Alterspunkt in Krishnamurtis Horoskop

Eine der wichtigsten Personen in Krishnamurtis Leben war sein Bruder Nityananda, der ihn auch auf seinen vielen Reisen begleitete und dort engster Vertrauter und zweites Ich war, bis er im jungen Alter von 28 Jahren an Tuberkulose starb. Bei der Geburt Nityas bildete der Alterspunkt von Krishnamurti, der damals dreijährig war, ein schönes Trigon zum Jupiter, ein gutes Fundament für die enge, harmonische Beziehung der Brüder.

Ende 1909 begegnete er, 14 1/2-jährig, Annie Besant und wurde von ihr in seine Aufgabe.Träger für den Höchsten Meister zu werden, initiiert. Der Mondknoten-AP in Konjunktion mit dem Mond, und der Radix-AP bildete mit einem Sextil zu Mars und einem Halbsextil zu Pluto eine Informationsfigur, ein erster Schritt geistiger Bewusstwerdung war damit möglich geworden.

Von grösser Bedeutung war das Jahr 1911, als Krishnamurti 16 Jahre alt war und der AP über die Sonne ging. Der Orden »Star of the East« wurde eigens für ihn und die Rolle, die er zu spielen hatte, gegründet. Ausserdem reiste er zum erstenmal mit Annie Besant und seinem Bruder nach England. Man kann sich vorstellen, welch ein Kulturschock für die elternlosen Kinder damit verbunden war. In diesem bedeutungsvollen Jahr zündete der AP die Ambivalenzfigur Sonne-Uranus-Mondknoten an. Die Auswirkung war die gewaltsame Entwurzelung aus dem heimatlichen Milieu (AP Opposition Uranus 9. Haus) und die ihm auferlegte Lebensaufgabe im Rahmen des »Star«.

1913,als der AP in Konjunktion zu Merkur kam und ein Quincunx auf den Saturn warf, lernte Krishnamurti Lady Emily kennen, eine mütterliche Frau, die ihm die schmerzlich vermisste Geborgenheit und Liebe spendete. Allerdings wurden sie auch immer wieder voneinander getrennt (Quincunx Trennungsaspekt), worunter beide jeweils sehr litten.

Der AP-Übergang über die Pluto-Neptun-Konjunktion hatte keine spektakulären äusseren Ereignisse zur Folge. Aber kurze Zeit später schreibt Nityananda in einem Brief an Annie Besant: »Krishna hat sich unglaublich verändert. Er kann den Menschen ins Herz sehen (Neptun!) und ist fähig, sich sein eigenes Urteil zu bilden. Er steht jetzt viel sicherer auf eigenen Füssen als früher, und obwohl er nicht aggressiv ist und nie sein wird, sind manche Leute irritiert über das, was sie seine plötzliche Festigkeit nennen.«

Wir können wohl daraus schliessen, dass Krishnamurti eine grosse, innere Entwicklung durchgemacht hat. Er wird zusehends zu seiner eigenen spirituellen (Neptun) Autorität (Pluto). Dies zeigt sich auch darin, dass er sich von dieser Zeit an nicht mehr unbesehen den Zielsetzungen der Theosophischen Gesellschaft fügt und auch offene Kritik an seinem Erzieher Leadbeater äussert.

Während des AP-Übergangs über Venus und Jupiter verlebt Krishnamurti eine recht glückliche und unbeschwerte Zeit. Er leitet in überragender Weise den ersten »Star«-Weltkongress, hält öffentliche Reden und reist viel. Im Herbst 1921 verliebt er sich kurzfristig (AP Konjunktion Jupiter), aber sexuelle Beziehungen, Ehe und Familie sind für ihn zeit seines Lebens ohne Bedeutung.

Am 20. August 1922 im Alter von 27 Jahren erlebt er eine völlige Lebenswende. Infolge von intensiver Meditation und unter grossen körperlichen Qualen erlebt er erstmals Samadhi, die Verschmelzung mit dem Göttlichen. Der Alterspunkt hat die Opposition zum Steinbockmond und ein Halbsextil zum Pluto. Ich untersuchte noch sein Mondknotenhoroskop und stellte fest, dass der Mondknoten-AP exakt auf dem Saturn steht und damit auch das philosophische Trigon Saturn-Ju-piter aktiviert, das ins 9. Haus, Bereich religiöser Erkenntnis, zielt. Scheinbar sprengte Krishnamurti in jenem Sommer den Rahmen seiner damaligen irdischen Existenz und bringt von nun an unter grossen Körperqualen (Saturn) geistige Früchte (Trigon) zur letzten Ausreifung, die er schon bei seiner Geburt in sich trug.

Ende 1925 stirbt sein Bruder Nityananda. Dieser Verlust erschüttert sein Vertrauen in die theosophischen Medien, die eine Genesung angekündigt hatten, endgültig und stellt damit einen wichtigen Schritt dar in der Loslösung von der theosophischen Vorstellungswelt. Der Radix-AP bildet ein Quincunx zum Galaktischen Zentrum, der Mondknoten-AP ein Halbsextil zum Uranus und ein Quincunx zum Mondknoten. Diese Aspekte erklären die innere Wandlung, die Krishnamurti mit folgenden Worten ausdrückt:

»Ein alter Traum ist tot und ein neuer Traum wird geboren, wie eine Blume, die durch die feste Erde drängt. Eine neue Vision gewinnt Gestalt und ein neues Bewusstsein ist dabei, sich zu entfalten ... Mein Bruder und ich sind eins. Als Krishnamurti besitze ich jetzt grösseren Eifer, grösseren Glauben, grösseres Mitleiden und grössere Liebe, denn in mir ist jetzt auch der Leib, das Wesen Nityanandas... noch weiss ich zu weinen, aber das ist menschlich. Ich weiss jetzt mit grös-serer Gewissheit als jemals zuvor, dass es wirklich Schönheit gibt im Leben, wirkliches Glück, das nicht durch physisches Geschehen zerstörbar ist, dass es eine grosse Kraft gibt, die nicht durch vergängliche Ereignisse abgeschwächt wird und eine grosse Liebe, die dauerhaft, unvergänglich und unbesiegbar ist.«

Ein Blick auf den Mondknoten-AP zeigt uns im Mai 1926 ein Trigon zum Neptun - die Entgrenzung des eigenen Ich, die Krishnamurti durch diesen Tod erlebt, das Freiwerden überpersönlicher Liebe und schrankenlosen Mitleidens könnte durch keinen treffenderen Aspekt abgebildet werden.

Die entscheidenste Handlung seines Lebens, die öffentliche Erklärung gegen die Lehren der Theosophen und damit gegen die ihm zugedachte Rolle wird durch den Radix-AP nur unbefriedigend gespiegelt: Der Zeichenwechsel von Krebs zu Löwe unterstützt ihn zwar dabei, mit innerer Überzeugung seinen eigenen Weg zu gehen; aber diese »plutonische Wende« in seinem Leben war mir dadurch zuwenig motiviert, auch wenn man mit einiger Grosszügigkeit noch ein etwas später fälliges Quadrat zum Saturn in Betracht zieht. Anders hingegen der Mondknoten-AP: Er hat in jenem Frühjahr 1927 gerade ein Trigon zur Nep-tun-Pluto-Konjunktion abgeschlossen. Diese steht im Mondknotenhoroskop am MC. Die spirituelle Eigenständigkeit, die Krishnamurti in den Tiefenschichten seines Wesens immer hatte, kommt nun voll zum Durchbruch, er geht von nun an seinen eigenen Weg. Die praktische Konsequenz, die er daraus zog, war die Auflösung des »Star« und sein Austritt aus der Theo-sophischen Gesellschaft Ende 1929. Wir finden zu der Zeit ein Sextil des Radix-AP zur Neptun-Pluto-Konjunktion. Nach der grossen inneren Wandlung, die mit dem Trigon Mondknoten-AP-Pluto Höhepunkt und Abschluss fand, führt dieser Sextilimpuls Krishnamurti dazu, aktiv zu handeln und auch die äusseren Konsequenzen zu ziehen. (Trigonalaspekte zeigen ja einen Fundus innerer Möglichkeiten an, haben dabei aber statischen Charakter. Sextilaspekte dagegen sind etwas dynamischer. Das Streben nach der Fülle, die im Trigon schon vorhanden ist, macht aktive Entscheidungen und Handlungsprozesse nötig.)

Der Vergleich Mondknoten-AP und Radix-AP zeigt, dass die Meilensteine von Krishnamurtis Entwicklung seit der grossen Wende, der Samadhi-Er-fahrung, durch das Zusammenwirken beider Alterspunkte besser erfasst werden. Die entscheidenden Bewusstseinsimpulse kommen aus dem Speicher bereits gemachter Erfahrungen und führen Krishnamurtis Geistigkeit zu höchster Entfaltung:

»Ich sage es jetzt - und sage es ohne Eitelkeit - mit vollem Bewusstsein und mit ganzem Verstand und Herzen, dass ich jene volle Flamme bin, die die höchste Blüte des Lebens ist, zu der alle menschlichen Wesen gelangen müssen.«

Krishnamurtis Worte:

»Wenn wir sehen, was in der Welt vor sich geht, beginnen wir zu verstehen, dass es keinen äusseren und inneren Prozess, sondern nur einen einheitlichen Prozess gibt, eine allesumfassende Bewegung, wobei die innere Bewegung sich im äusseren darstellt und die äussere wiederum auf das innere zurückwirkt. Fähig zu sein darauf hinzuschauen - das allein scheint mir notwendig zu sein; denn wenn wir wissen, wie zu schauen ist, dann wird alles ganz klar, und zum Hinsehen bedarf es keiner Philosophie, keines Lehrers, niemand braucht Ihnen zu sagen, wie Sie schauen sollen. Sie schauen eben.«

... Und der esoterische Saatspruch seines Sonnenzeichens Stier: »Ich sehe, und wenn das Auge geöffnet ist, ist alles erleuchtet.«