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Titel Ausgabe 27



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Zurück Ausgabe 27 vom 23.08.1985 • Seite 16ohne Login!

• Unser Zodiak

Himmelsbetrachtung aus astrologischer Sicht

Fred Krotky

Gewöhnlich betrachten wir unser Horoskop nur aus astrologischer Sicht. Es kann aber durchaus interessant sein, diesen Blickwinkel einmal zu erweitern und das Horoskopbnd auf den kosmischen Raum um uns zu verlagern.

Aus dem Zentrum unseres Horoskops schauen wir bei so einer Betrachtungsweise geozentrisch hinaus in den unendlichen Raum und projizieren Quadranten, Tierkreis, Planeten, Mond und Sonne gedanklich auf das uns umgebende Himmelsgewölbe. Innere und äussere Planeten sowie die verschiedenen Mondphasen bringen uns reiches Anschauungsmaterial in bezug auf unser Sonnensystem und wie es sich in unserem eigenen Horoskop spiegelt.

Fliessen dann einmal das Bild des eigenen Horoskops und ein herrlich funkelnder Nachthimmel – vielleicht am Meer oder in den Bergen – ineinander, werden astronomische Erkenntnisse nicht ausbleiben.

Beispiel Venus

Venus am AC kann nur dann Morgenstern sein, wenn die Sonne zur selben Zeit im 1. Quadranten steht. (Venus läuft in diesem Falle dem Tagesgestirn voraus.) Steht die Sonne bei Venus am AC im 4. Quadranten, kann unser hellster Planet nur am Abendhimmel beobachtet werden (Venus läuft der Sonne nach). Als innerer Planet kann sie sich nur bis 48 Grad östlich oder westlich von der Sonne entfernen (Elongation). Hat Venus diesen höchstmöglichen Abstand vom Zentralgestirn erreicht, beträgt die Aufgangsbeziehungsweise Untergangsdifferenz zur Sonne ungefähr drei Stunden. Wir werden den hellen Schein der Venus also nie um die Mitternachtszeit bewundern können.

Venus als sonnennaher Planet läuft immer im gleichen oder einem der benachbarten Tierkreiszeichen wie unser Tagesgestirn. Die Sonne bestimmt also durch ihren Stand, in welchen der fünf Zeichen des Zodiaks die Venus sein kann. (Steht z.B. die Sonne in Krebs, so kann die Venus nur in Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe oder Jungfrau stehen.) Setzen wir nun für einmal unser uns vertrautes Horoskopbild gedanklich an die Ekliptik, wird klar, wie jahreszeitlich unterschiedlich wir den Stand (Deklination) der Venus beobachten können. Hoher Stand über dem Horizont in den Tierkreiszeichen Stier, Zwillinge, Krebs und Löwe sowie flache Stellung (tiefer am Horizont) in Skorpion, Schütze, Steinbock und Wassermann lassen sich auf ihrer Wanderung durch den Zodiakus gut verfolgen.

Bei jeder Konjunktion von Sonne und Venus wechselt der Planet von der Morgenstern-zur Abendsternperiode beziehungsweise umgekehrt. Nun unterscheidet man astronomisch zwischen einer unteren und einer oberen Konjunktion. Bei der unteren wandert der Planet räumlich zwischen Erde und Tagesgestirn (Erdnähe). Bei der oberen läuft die Venus von uns aus gesehen hinter der Sonne (Erdferne). Diese verschiedenartigen Konjunktionen sind neben Elongationen und Helligkeitsschwankungen weitere Gründe, die die Venus zu einem sehr abwechslungsreichen Planeten machen, obwohl sie zeitlich nur beschränkt, nämlich während der Dämmerung, zu beobachten ist. Vielleicht denken wir in Zukunft auch an diese astronomischen Gegebenheiten, wenn wir die Venus in AC- beziehungsweise DC-Nähe sehen.

(Die astronomischen Verhältnisse des sonnennahesten Planeten Merkur sind denen der Venus sehr ähnlich. Sie unterscheiden sich nur in rascherem Wechsel und in weniger guten Sichtverhältnissen.)

Das äussere Trio

Im Unterschied zu den inneren Planeten Merkur und Venus können Mars, Jupiter und Saturn Oppositionsstellungen zur Sonne einnehmen. Ist dies der Fall, erfreuen uns diese Planeten mit ihren verschiedenen Farben und Stellungen von der Abenddämmerung

bis vor Sonnenaufgang. Sie kulminieren (Hochstand im Süden) dann jeweils um die Milternachtszeit. Beste Sichtbarkeit und grösste Leuchtkraft kennzeichnen Oppositionen der drei äusseren Planeten zur Sonne. Durch die langen Sichtbarkeitszeiten – sie erstrecken sich allnächtlich über Monate – lassen sich die Bewegungen dieser Wandelsterne im Tierkreis sehr gut an der jeweiligen Fixstern-Umgebung verfolgen. Uebt man Geduld und beobachtet die Planeten über Wochen, zeigt sich sehr schön ihr konstantes Weiterrücken gegenüber dem Fixsternhimmel. Ihre Wanderung durch die ekliptikalen Konstellationen dagegen erfolgt wesentlich langsamer als bei der Sonne. Wir wissen ja aus unseren Horoskopen, dass unser Tagesgestirn in einem Monat zirka 30 Grad im Tierkreis weiterwandert. Jupiter benötigt dazu bereits annähernd ein Jahr. Und beinahe zweieinhalb Jahre braucht Saturn, um ein Tierkreiszeichen zu Durchwandern. Entsprechend seiner langsamen Bewegung verbleibt der Ringplanet durchschnittlich 14-15 Jahre in der gleichen Tierkreishälfte. Mars steht von den Dreien der Sonne am nächsten. Er bleibt etwa doppelt so lange in einem Zeichen wie die Sonne. Zur Zeit derOpposition übertrifft der rote Planet an Leuchtkraft alle Fixsterne. Und bei den Planeten zeigt dann nur die Venus einen noch grösseren Glanz.

(Gegenwärtig wandert Jupiter seiner Opposition zur Sonne – 4. August – entgegen. Dabei nehmen bis zu diesem Zeitpunkt Sichtbarkeitsdauer und Leuchtstärke ständig zu. Trotz seiner flachen Lage in der Konstellation Steinbock wird dieser mondreiche Planet in den kommenden Wochen bei guten Sichtbedingungen für den Beobachter am südlichen Nachthimmel leicht zu orten sein.)

Die Mondphasen

Beste Beobachtungsmöglichkeiten und somit gute Orientierung auf das sich ständig ändernde Geschehen am Nachthimmel vermittelt uns der Mond. Er durchläuft in weniger als einem Monat den gesamten Tierkreis. Hoch- und Flachstellungen in den ekliptikalen Konstellationen wie auch seine verschiedenen Lichtphasen wechseln in rascher Folge.

Für Beobachtungen mit dem Feldstecher oder Fernrohr eigenen sich vorteilhaft zu-oder abnehmender Mond. Schräge Sonnenbestrahlung lassen dann die Konturen der Mondlandschaft besonders gut zur Wirkung kommen. Interessante Himmelsanblicke bieten sich uns bei einer Sonne-Mond-Konjunktion. Je nach topographischen Verhältnissen am Beobachtungsort bleibt der Erdtrabant in dieser Phase drei oder mehr Nächte unsichtbar. Dafür zeigen sich dann wegen dem dunklen Hintergrund die Fixsterne in besonders hellem Glanz.

Von den vier graphischen Mondsymbolen verwenden wir in der Astrologie nur das zu- und das abnehmende Mondzeichen ( ) ) und ((). Das exakte Einzeichnen der Mondphasen im Horoskop setzt sich erst neuerdings auf breiterer Basis durch. So weisen zum Beispiel alle Megastar-Computer-Horoskope auf die richtige Mondphase hin. Für alle, die dies auch in ihren persönlich gezeichneten Horoskopen tun wollen, veranschaulicht folgende Abbildung das richtige Eintragen der Mondphasen in Horoskope. Ueber die astrologische Bedeutung der Mondphasen (zunehmend / abnehmend), die Mondviertel, die aufsteigenden ("obsigänd") und absteigenden ("nidsigänd") Zeiten, sowie den Phasenwinkel beabsichtigen wir in Zukunft besondere Beiträge zu bringen. (Red.)

Die astronomische Beobachtung der Mondlaufbahn lässt sich gut mit astrologischen Ueberlegungen verknüpfen. So können wir uns in einer klaren Mondnacht zum Beispiel mit folgenden Fragen selbst testen: In welchem Quadranten und Haus befindet sich der Mond? In welcher Konstellation steht der Mond und welches Tierkreiszeichen geht am AC auf? Durch solche Fragestellungen entwickeln wir Astrologen uns allmählich zu guten Himmelsbeobachtern.