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Titel Ausgabe 43



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Zurück Ausgabe 43 vom 19.04.1988 • Seite 13ohne Login!

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Übergang ins Wassermannzeitalter

Dr. Hans Endres

Durch die Präzession der Erdachse entsteht das Platonische Weltenjahr, d.h. der Zeitraum, den der Frühlingspunkt der Sonne braucht, um einmal den ganzen Tierkreis zu durchlaufen: 25'868 Jahre. Ein Weltenmonat ist also identisch mit einem Tierkreiszeichen und dauert rund 2155 Jahre. Nach esoterischer Geschichtsauffassung wird dadurch der Zeitgeist einer Menschheitsepoche oder eines Äons (Zeitalter) bestimmt.

Da die Grenzen der Sternbilder sich überschneiden, dauert der astronomisch genaue Übergang vom Fische- ins Wassermannzeitalter allerdings mehrere Jahrhunderte seit dem Beginn ca. 1960. Immerhin steht fest, dass der «Wasser-mann-Einfluss» von Jahr zu Jahr immer deutlichere Formen annimmt. Als «New-Age-Gruppen» oder «Aquarians» bezeichnen sich demnach Menschen, die ihr Bewusstsein nicht mehr nach dem Zeitgeist des vergangenen Zeitalters (Pisces = Fische), sondern nach demjenigen des kommenden (Aquarius = Wassermann) ausrichten. Der jeweilige Zeitgeist ist durch das Symbol des betreffenden Tierkreiszeichens gekennzeichnet.

Das Fische-Zeichen bedeutet: auseinanderstrebende Gegensätze (Diskrepanz) in zwingender Koppelung.

Hierbei ist man durch krasse Ablehnung oder gar wütendes Sich-Bekämpfen ebenso zwingend aneinander gebunden wie durch fanatische Anhängerschaft oder gar sklavische Abhängigkeit. Darum bestehen einerseits lauter religiöse, wirtschaftliche und politische Institutionen mit Absolutheitsanspruch, innerem wie äusserem Zwang und Machtmissbrauch, andererseits blinde Leidenschaft, kopflose emotionale Reaktionen, verheerende Süchte und Massenpsychosen.

Die unvereinbaren Gegensätze bedeuten Kampf aller gegen alle, vom «Kampf der Geschlechter» bis zu den katastrophalsten Weltkriegen der Menschheitsgeschichte, von der Zerstörung der eigenen Lebensgrundlagen durch naturwidrige Technik bis zur planetarischen Bedrohung durch nukleare Vernichtungswaffen. Das unversöhnliche «Entweder-Oder» («Willst Du nicht mein Bruder sein, so schlag ich Dir den Schädel ein») kennt nur das extreme «Freund-Feind-Bild», die sezierende Analyse und die zersetzende Kritik intellektueller Einseitigkeit bzw. Ausschliesslichkeit.

Biologisch wie psychologisch glei-chermassen verhängnisvoll hat sich das Auseinanderfallen der menschlichen Gemeinschaft ausgewirkt: Entweder Übersteigerung der egozentrischen Individualität (herausragende Einzelpersönlichkeiten) zu selbstherrlicher autoritärer Willkür, – oder Entartung des sozialen Kollektivs (nivellierende Gesellschaft) zur stumpfen, total manipulierbaren Masse. Entweder stures konservatives Festhalten an überholten, entwicklungsfeindlichen Lebens- und Herrschaftsformen, – oder wirklichkeitsferne revolutionäre Utopien, illusionäre Wunschträume und chaotische Auflehnung gegen jegliche Ordnung.

Im künstlerischen Niederschlag des Zeitgeistes entweder reali-stisch-gegenständliche Darstellung und Abbildung der Natur – oder surrealistisch-abstrakte Phantastik und Abkehr von der Natur. Ebenso im Musikalischen entweder klassische harmonikale Symphonik und «kultivierte» Tonfolgen, – oder moderne atonale Dissonanzen und «wilde» Diskorhythmen an der Grenze des Gesundheitsschädlichen.

Demgegenüber bedeutet das Wassermann-Zeichen parallele Schwingung (Konsonanz) ohne direkte Verbindung (Synchronizität).

Zwang und Abhängigkeit werden abgelöst durch Freiheit und Unabhängigkeit. Induktionsstrom, Magnetfeld und viele andere indirekte Energiewirkungen ohne materielle Berührung in der Natur verdeutlichen entsprechende Möglichkeiten bei den menschlichen Energieformen von Gedanken, Gefühlen und Willensimpulsen. Die Verschmelzung bisheriger Gegensätze zu einer neuen übergeordneten Ganzheit nennen wir Synthese. Gerade das Wasser H2O ist ein besonders sinnfälliges Beispiel dafür: hier sind zwei gegensätzliche Gase zu einer völlig neuen, andersartigen Substanz verschmolzen und dennoch essentiell darin erhalten geblieben, so dass sie jederzeit wieder eliminiert werden können. Und genau das bedeutet auch eine geistige Synthese: aus der schroffen Gegensätzlichkeit des «Entweder-Oder» ist ein beide Seiten versöhnendes «Sowohl-Als auch» geworden, in dem nichts mehr bekämpft oder gar vernichtet zu werden braucht, sondern Gegensätzlichkeiten nur so weit abgewandelt und angeglichen, modifiziert und transformiert

werden, dass sie als Pole einer umfassenden Einheitlichkeit eingeordnet werden können. Aus der feindseligen und leidvollen negativen Gegensatzspannung wird so die friede- und freudevolle positive Spannweite eines immer gewaltigeren schöpferischen Kraftfeldes zunächst im menschlichen Bewusstsein und dann auch in der von diesem geschaffenen Realität.

Nun erst ist echte Demokratie möglich, d.h. weder kapitalistischer «Eigennutz vor Gemeinnutz», noch sozialistischer «Gemeinnutz vor Eigennutz», sondern wechselseitiges partnerschaftliches Füreinander-Einstehen: «Alle für Einen – Einer für Alle». Also sowohl eine tragende Gemeinschaft, die jedem Einzelnen die best mögliche individuelle Entfaltung ermöglicht, – als auch die voll integrierte Persönlichkeit, die ihr Bestes zum Allgemeinwohl beiträgt. Diese ideale Gesellschaftsform kann man am treffendsten als «Harmonie der Originale» bezeichnen.

Infolgedessen wird es auch keinerlei Uniformen (von Militärs, Beamten, Geistlichen, Sektenangehörigen, usw.) als Zeichen des Sich-Ab-heben-Wollens gegenüber allen Nicht-Uniformierten mehr geben, denn alle Uniformen betonen ja das Trennende, Distanz Schaffende, und erschweren so den Kontakt mit dem individuellen Menschen hinter der nivellierenden «Uni-Form».

Ebenso besteht wahre Erkenntnis stets sowohl aus grösstmöglichem intellektuellem Wissen, aber nicht mehr als angemasster «Herr» des Bewusstseins, sondern als sein unermüdlicher «Diener», – als auch aus unbegrenztem intuitiven Glauben, aber nicht mehr als fragwürdiger «Wissensersatz», sondern als fraglose Gewissheit jener höchsten Intelligenz, die erst Ein-Sicht und Über-Schau ermöglicht. Dem-gemäss bedeuten nun «Diesseits» und «Jenseits» nicht mehr getrennte Welten, sondern nur zwei Aspekte ein- und derselben Wirklichkeit, die sowohl aus der «Aussenseite» vielfältigster relativer Erscheinungsformen und Wirkungsweisen, – als auch aus der «Innenseite» absolut einheitlicher Wesensnormen und Grundprinzipien besteht. Diese vollkommene Verwobenheit

von «esoterischer Geistesfülle» und exoterischer Lebenshülle» (wissenschaftlich «psycho-physische Identität», symbolisch «wie Oben, so Unten, wie Innen, so Aussen») findet entsprechenden künstlerischen Ausdruck in allen klassischen «Symbolikern» und neuerdings besonders in den Werken von Sulamith und Escher, Roland Frey und Heita Copony, ebenso in der spirituellen Musik aller Kulturen und Kulte.

Literatur:

Bailey: Wandlung esoterischer Werte

Endres: Das spirituelle Menschenbild

Kakuska: New Age – was ist das?

Meier-Parm: Ein Blick ins Wassermannzeitalter

Rosenberg: Durchbruch zur Zukunft

Schmidt: Der kosmische Weg der Menschheit

Spangler: New Age – die Geburt eines neuen Zeitalters

Sterneder: Das kosmische Weltbild

Trevelyan: Eine Vision des Wassermannzeitalters