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Titel Ausgabe 164



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Zurück Ausgabe 164 vom 23.07.2008 • Seite 2nur mit Login!

• Astrologie & Kunst

Effekt des Musikunterrichts auf die Persönlichkeit aus Sicht der Astrologie

Chryssoula Wyss-Loulatsou

An die unsichtbare lenkende Kraft,
die uns hilft, das Leben zu begreifen.
Ch. Wyss

Die Wirkung des Musikunterrichts auf die Persönlichkeit aus der Sicht der Astrologie wird hier als Thema behandelt. Meine 21-jährige Erfahrung im Klavierunterricht mit Kindern, Jugendli­chen und Erwachsenen, in Verbindung mit den gewonnenen, einleuchtenden Er­kenntnissen während meines Astrologiestudiums im API, bietet den Stoff für diese Arbeit.

Kurz gefasst handelt es sich um die Erfahrung, dass die Ausstrahlung des Menschen in der Angelegenheit Musikunterricht in seinem Horoskop ersichtlich und nachvollziehbar ist. Ansätze, die man anwenden kann, die musikalische Entwicklung zu fördern, dürfen wohl dem Horoskop entnommen und im Musikunterricht eingesetzt und praktiziert werden. Andersrum bewirkt der Unterricht Entwicklungen in der Persönlichkeit, die ich als „Lösungen" der im Horoskop ersichtlichen „Auf-gaben" darstelle. Im Weiteren können wir jede errungene Qualität als Entwicklungsschritt für die Persönlichkeit verstehen und sie – ganz wichtig – im Leben einfliessen lassen.

Während der Bewältigung einer musikalischen Aufgabe weist die Persönlichkeit die gleichen Züge auf, wie sie es in den alltäglichen Angelegenheiten tut. Im Musikunterricht ist die Persönlichkeit mit ihren gesamten Reaktionsmus­tern „aufgeheizt" und kann durch Schulung in der „Praxis" des Musizierens entwickelt werden. Die Astrologie steht mir bei, sie orientiert und bietet das Konzept der Handhabung an. Wir ha­ben einen Blick für das vorhandene Potenzial und die an­stehenden Aufgaben durch das theoretische Konzept (Astrologie) und einem Übungsfeld für deren Umsetzung (Mu­sikunterricht).

Die kleinen wie die grösseren „vollkommenen" Ausführungen sind Ausdruck einer erschaffenen Grundstimmung, und wenn diese verinnerlicht wird, ermöglichen wir den Kontakt zu grösseren Ordnungen, wie auch zu unserer Seele.

Mein Bericht umschliesst den Klavierunterricht, der aus meiner Erfahrung entstanden ist. Ich kann mir vorstellen, dass für andere Instrumente, oder gar für alle Kunstgebiete Ähnliches gilt. Das Klavier jedoch ist ein Instrument mit enormen Möglichkeiten, das die Persönlichkeit als Ganzes sehr beansprucht. Es fordert Aufmerksamkeit auf vielen Ebenen.

Um einige Qualitäten des Klavierspiels zu erwähnen, muss man die Koordinationsfähigkeit zwischen linker und rechter Gehirnhälfte, also der Verstandes- und Gefühlsebene, entwickeln. Der Student lernt es, eine Melodie zu verstehen und gestalten zu können. Gleichzeitig muss er auch den ganzen Hintergrund (Rhythmus und harmonische Begleitung) sehen und beherrschen. Es ist nötig, die Komplexität der Vielstimmigkeit in der Ausführung zu meistern. Dies fördert und fordert die Strukturierung des Denkens. Weiter braucht es die psychische Kraft, um die inneren Regungen zum Ausdruck zum bringen. Ein gelernter Virtuose ist nicht automatisch ein guter, beseelter Musiker, denn die Klangqualität wird im grossen Ausmass von seiner seelischen Reife bestimmt.

Die oben erwähnten Prozesse befruchten durch Betätigung die Entwicklung der Planetenqualität, wie man sie als Repräsentanten unserer archetypischen Urenergien versteht. Gleichzeitig wird dadurch die Qualität der Aspekte der Planeten – wie aus dem Aspektbild ersichtlich – kultiviert. Mit der Sonne haben wir z.B. den Repräsentanten für das Mentale, mit der Venus den für die Ästhetik. Im Falle, dass diese zwei Planeten im Horoskop des Musizierenden durch einen Aspekt verbunden sind, ergibt sich eine Qualität mit eigener Dynamik, welcher mit dem Klavierspiel jedes Mal stark aktiviert wird und auf die Persönlichkeit entwickelnd einwirkt.

Das Klavierspiel mobilisiert alle We­senskräfte der Persönlichkeit. Es akti-viert und sensibilisiert sie. Man kann „astrologisch" vom Spüren aller Planetenqualitäten, sowie vom intensiven „Das-eigene-Aspektbild-leben" spre-chen. Unsere Persönlichkeitsplaneten, die geistigen und auch die kreatürlichen werden wiederholt angeregt, be­tätigt und koordiniert auf die Art und Weise, wie es das Aspektbild des Horoskops des Spielers ausdrückt. Man schöpft aus seinem ganzen Potenzial, bzw. man „entdeckt" es.

Als Klavierschülerin, Lehrerin und Pianistin kann ich das Obengesagte be­stätigen. Es kommt unweigerlich zu Be­wusstwerdungs- und Erweiterungsprozessen, was das eigene Potenzial, die eigene Struktur und deren Problematik anbelangt. Die Überwindungen von an­stehenden Schwierigkeiten und das Verstehen und Gelten lassen der Musikgesetze können einen erweiternden Effekt auf das Bewusstsein haben.
Wenn der Lehrer auf dieser Basis den Unterricht aufbauen kann, beginnt theoretisch neben dem Erlernen des Stoffes eine spannende persönliche Selbstentdeckungsreise des Menschen.

Dies praktiziere ich mit meinen Schülern. Durch mein „instinktives" In­teresse für das Innere des Menschen ha­ben sich über die Jahre hinweg Ansätze gebildet, die das innere Wachstum fördern halfen. Bei den Kindern zeigte es sich als Festigung in der Persönlichkeit. Auf diese Weise wahrhaftig erarbeitete Tugenden und Qualitäten stärkten zu­dem ihr Selbstbewusstsein. Bei Erwachsenen, welche oft destruktive Verhaltensmuster in sich trugen, hatte die wiederholende Erfahrung einer inneren tiefen Freude einen selbstheilenden Effekt.

Das astrologische Konzept des API weist in Bezug auf die persönliche Entwicklungsdynamik dieselben Wege auf, dieses innere Wachstum zu erlangen. Koppelt man diese zwei Aspekte und setzt sie in Verbindung, gewinnt man an verfügbaren Möglichkeiten, die im Leben einfliessen und als Lebensbereicherungen erlebt werden können.

Gewisse Bedingungen müssen dazu erfüllt werden:


Die goldenen Regeln sind: Vertrauen schenken, Teamarbeitsgeist kultivieren, dem Schüler einen schützenden Raum gewähren (z.B. bei der „Behandlung" einer Blockade, für das, was er noch nicht kann), und ihm die Verantwortung – um der Selbstständigkeitwillen für sein Wachstum zu überlassen.

Zur Ausführung des behandelnden Themas möchte ich mich astrologisch vorstellen. Meine astrologische „Identitätskarte" präsentiert die Ausrüstung, die mich befähigte, mein Werk überhaupt bewerkstelligen und meistern zu können. Es sei betont, dass es um eine le­benslängliche Aufgabe geht, wo die ge­sammelte Erfahrung und deren Verwertung einen langen Bogen spannt, der sich erst mit der Astrologie unter dem Licht der Horoskopdeutung als Entwicklungsdynamik meiner Persönlichkeit manifestiert.

Als Skorpion Geborene, mit Krebs am As­zendenten, bin ich „Wasser" betont. Das heisst gefühlsvoll, einfühlsam, „fa­miliär" in der Begegnung (Krebs), sowie emotional, zäh (Skorpion). Eine gute Voraussetzung, den Menschen als „Ge­fühlswesen" wahr- und anzunehmen. Das ist deswegen von Bedeutung, weil das resonierende Gefühl des Men-schen es anfänglich zulässt, sich zu öffnen, sich angehörig zu fühlen. Da die ganze Angelegenheit eine Teamarbeit ist, sperrt jede kleine Verschlossenheit einen kleinen Weg, der eine Möglichkeit anbieten könnte!

Da jeder Mensch seine eigene „Schaltung" hat und die Arbeit Früchte trägt, so­­bald das Feld des Bewusstseins mit seinen Möglichkeiten abgetastet wird, ist man schon auch aufs Experimentieren angewiesen. Das bekräftigt meine Sonnenstellung im 5. Haus, dem Haus des Experimentierens, der Künste, der kosmischen Spielwiese. „Verstärkt" durch die Konjunktion zum Saturn, bildete sich, natürlich mit den Jahren, eine Persönlichkeitsstärke, die die Ausfüh­rung der vorgenommenen Ansätze be­günstigt. Das „Imponiergehabe" war der kleine „Trick", die vorgenommenen Ziele zu erreichen. An der Spitze des 5. Hauses befindet sich auch Merkur im Skorpion, mein Kommunikationswerkzeug. Tiefgründige Vermittlungsgabe, die vom Skorpion ge­färbt ist und dem Skorpion entspricht: die Prozesse so durchzuführen, dass eine Transformation möglich ist.
An der 6. Spitze steht die Konjunktion Mond-Venus-Mondknoten. Sie sind mei­ne höchsten Planeten im Horoskop, deswegen von spezieller Bedeutung. Vielfältig „nützlich" zum Unterrichten, denn in ihrem Potenzial liegt die Fähigkeit, in Harmonie den Kontakt einzuleiten, oder Harmonie im Kontakt herbeizuführen. In meinem Fall bietet dies die Möglichkeit, den Menschen bzw. den Schüler dort zu empfangen, wo er ist und ihn mit seinen Problemen abzufangen. Der Mondknoten weist mir da­bei den Weg, den ich gehen muss und darf, meine eigene Weiterentwicklung zu fördern. Da es um das Existenzbewältigungshaus geht, ist bei mir viel Ar­beit angesagt. Ich habe es auch so er­lebt. Das Zeichen Schütze gab mir die Anlage, das Ganze „feurig" anzugehen: Mit Begeisterung und Interesse daran, die Freiheit und Bildung der ei­genen Philosophie, als auch jene des Schülers, zu gewähren. Die Unterstützung des Schützen fördert die Entwicklung des au­tonomen Denkens. Für meine Kindheitsprägungen sind die Stellung meines losgelösten Uranus im Löwen im 1.Haus, sowie die gestresste, traumatische Pluto-Jupiter-Konjunktion vor der 3. Spitze verantwortlich. Uranus prägte mich so, dass ich unbewusst unkonventionelle Wege gehen wollte, was mich oft zu plötzlichen Änderungen ge­zwungen hat und ich diese als ganz nor­mal annehmen konnte.

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