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Titel Ausgabe 45



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Zurück Ausgabe 45 vom 22.08.1988 • Seite 18ohne Login!

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Das Rad des Lebens – die dynamischen Quadranten

Rita Keller

Wenn wir ein Horoskop betrachten, sehen wir auf einen Blick 12 Häuser, unterteilt in vier Quadranten. Sie sind klar begrenzt durch die Häuserspitzen, wobei die Hauptachsen (AC, DC, MC, IC) jeweils einen neuen Quadranten einleiten. In bezug auf Häuser und Quadranten wäre dies die klassische statische Betrachtungsweise: ich werde aktiv, tue etwas (kardinal), um es in eine Form zu bringen (fix), und ich frage mich schliess-lich, was ich als weiteres tun könnte (veränderlich)! Wenn wir vom Aszendenten von dieser Reihenfolge ausgehen, erleben wir die drei Kreuze kardinal, fix, veränderlich vom AC bis zum IC usw.

So wie wir in der Huber-Methode jedoch mit den dynamischen Häusern arbeiten, sehen wir auch die Quadranten dynamisch: Anfang und Ende sind dann nicht die Hauptachsen, sondern die Talpunkte der fixen Häuser (die Punkte grösster Festigkeit und Ruhe im Häusersystem). Die Kardinalspitzen (AC etc.) liegen dann in der Mitte der dynamischen Quadranten. Und damit verschiebt sich auch die Reihenfolge der Kreuze «= innerhalb eines Quadranten: Gedanke, Energie, Form; zuerst sind die Zweifel und die Fragen (veränderlich), wofür ich meine Kraft und Energie einsetzen will (kardinal), um etwas Beständiges zu schaffen (fix)!

Wenn wir den statischen und den dynamischen Quadranten aufzeichnen und deren Grenzpunkte verbinden, ergibt sich ein interessantes Bild.

Wir sehen in beiden Varianten ein Viereck. Ist es noch eine Frage, welche Betrachtungsweise idealer ist? Ein Viereck will Sicherheit. Steht es auf den kardinalen Spitzen, braucht es dauernd Energie, damit es das Gleichgewicht behält. Ist das Viereck in den fixen Häusern an den Talpunkten verankert, kann es in Ruhe die Energie, die darin enthalten ist, zum Ausdruck bringen und fühlt sich sicher.

Zeitliche Betrachtung

Wenn wir nun mit dem dynamischen Quadranten arbeiten wollen, gehen wir ähnlich vor wie mit dem dynamischen Häusersystem. So wie am Talpunkt jedes Hauses ein neuer Bereich des Lebens vor uns steht, ist ein wesentliches Thema in jedem dynamischen Quadranten gegeben, das wir kennenlernen müssen. Immer am Talpunkt eines fixen Hauses ändert sich ein Grundthema über einen längeren Zeitabschnitt des Lebens. Es sind dies 18 Jahre. So wie in den Häusern das neue Thema im veränderlichen Bereich seinen Anfang nimmt und die Abfolge veränderlich, kardinal, fix beinhaltet, können wir, wenn wir mit den dynamischen Quadranten arbeiten, das gleiche Schema verwenden. Wie wir im Kleinen nach dem mittleren, fixen Bereich am Talpunkt ein Haus-Thema verlassen, weil wir uns in diesem Abschnitt Substanz erarbeiten mussten und dadurch eine gewisse Sicherheit gefunden haben, fordert uns das Leben auf, uns zu verändern. Genau so gehen wir vor, wenn wir mit dem dynamischen Quadranten arbeiten. Am Talpunkt des 11. Hauses, (ein fixes Haus), beginnt der Ich-Quadrant und geht bis zum Talpunkt des fixen zweiten Hauses. Danach folgt der Kollektiv-Quadrant bis zum Talpunkt des fixen fünften Hauses, der Du-Quadrant bis zum Talpunkt des achten Hauses und der Individual-Quadrant bis zum Talpunkt des elften Hauses. Damit ist der Kreis geschlossen. Da jeder der vier Quadranten drei Häuser beinhaltet, sind wir wieder bei der Zahl zwölf, der wir in der Astrologie immer wieder begegnen, und es zeigt sich auch hier ein organischer Ablauf.

Wir gehen davon aus, dass wir am Aszendenten geboren werden und nur neun Jahre Zeit haben, uns mit unserem Ich zu befassen.(Wir werden mitten im Ich-Quadranten geboren.) Es ist die Phase, wo wir ichbezogen, abhängig und unbewusst leben. Für die zweiten neun Jahre müssen wir warten, bis wir gelernt haben, uns in ein Kollektiv einzufügen und uns anzupassen. Wir spüren, dass wir einer von vielen sind. Dann im Du-Quadranten sammeln wir Erfahrungen im Bezug zum Du. Wir müssen da einsehen, dass eben jeder Mensch ein anderes Muster in sich trägt, auch ein Ich ist, mit all seinen Wünschen, Hoffnungen und Erwartungen an das Leben. Wir beginnen zu unterscheiden. Zuerst läuft dieser Prozess eher unbewusst, die Umwelt ist bestimmend, wir müssen ihr dienen. Nach neun Jahren sind wir am Deszendenten angelangt, wir beginnen bewusst zu unterscheiden und wollen unsere Umwelt selbst bestimmen. Im Du-Quadranten erleben wir natürlich das ganze Spektrum der Abhängigkeiten vom Du. Ich bringe das in Zusammenhang mit dem ersten Quadranten, wo wir, wie beschrieben, nur die Hälfte des Themas bewältigen konnten.

Deshalb geht es glücklicherweise (!) weiter, doch wie bekannt ist der Talpunkt des achten Hauses nicht ganz leicht zu bewältigen, fällt doch der Talpunkt des ganzen Kreises ebenfalls in diese Zeitspanne! Aber wir sind aufgerufen, weiterzumachen, und wir sollen nicht übersehen, dass wir viel Lebenserfahrung für den weiteren Weg zur Verfügung haben. Doch wir müssen mitberücksichtigen, dass wir viel Ballast mitgeschleppt haben, den wir zurücklassen müssen, der uns zwar lieb geworden ist und uns Sicherheit gegeben hat, uns aber behindert, weil etwas Neues entstehen will.

Im Individual-Quadranten geht es darum, unabhängig und frei zu werden von der Meinung anderer Menschen. Wir müssen uns unserer Verantwortung im Denken und Handeln voll bewusst werden. In dieser Phase muss man lernen allein zu sein, dass man nicht verstanden wird auch von Menschen, auf die man sich im Du-Quadranten so sehr verlassen und konzentriert hat. Wir waren ja 18 Jahre damit beschäftigt, auf andere Menschen einzugehen und haben uns zwangsläufig auch in Abhängigkeit begeben. Wir suchten in Wahrheit Bestätigung für unser Ich, das in sich noch nicht so gefestigt ist, weil wir bei der Geburt in den statischen Quadranten eintreten und die Dynamik erst im zehnten Lebensjahr beginnt.

Dazu kommt, dass sich auf der gegenüberliegenden Seite (unten) das Kollektiv befindet, wir gewissermassen zu Einzelgängern werden, die von vielen Menschen beobachtet und kritisiert oder bewundert werden, je nachdem, wie wir diesen Quadranten bewältigen.

Davon dürfte es abhängen, wie wir uns fühlen, wenn wir am Talpunkt des elften Hauses angelangt sind, Interessant ist, dass der Ich-Quadrant erst im Alter von 72 Jahren abgeschlossen werden kann! Das heisst, dass wir Menschen mit ca. 63 Jahren nochmals mit unserem Ich konfrontiert werden. Dann gibt uns das Schicksal nochmals die Chance, unsern Ich-Standort zu überprüfen und zu kultivieren. Wir sehen ein, dass wir zwar ein winziger, aber einmaliger Teil im grossen Ganzen sind, der im Laufe des Lebens vieles bewirkt hat, im positiven wie im negativen Sinne.

Dann mit 72 Jahren können wir auf ein reiches, ausgefülltes Leben zurückschauen, wenn wir es geschafft haben, in dieser Ordnung mitzuschwingen, nichts auszulassen, sondern zuzulassen. Das bezeichne ich als Glück, nachdem es sich lohnt zu leben und zu streben.

Dies ist eine Betrachtung, die das dynamische Quadranten-System beinhaltet, das Bruno Huber in einer seiner schöpferischen Phasen entwickelt hat.

Eine andere Sichtweise ist möglich, wenn man das Ganze aus einer anderen Perspektive betrachtet. Man kann die vier dynamischen Quadranten alle aufeinanderschieben.

Grafik als PDF

Es ist die praktische Anwendung in der Realität des Lebens jedes Menschen in all seinen Prozessen. Auch da zeigt sich das Individuelle, so wie wir das ebenfalls deutlich sehen im Aspektbild. Es ist dies nur eine andere Sichtweise. Wir sehen, wenn wir mit dem dynamischen Quadranten praktisch arbeiten, wie ein Mensch an eine Sache herangeht, sei dies eine grössere oder kleinere "Bestellung". Dieser Ablauf kann eine Stunde dauern oder Jahre, zum Beispiel 18 Jahre, in denen ein dynamischer Quadrant durchlaufen wird. Es spielt dabei keine Rolle, ob Sie etwas ganz Alltägliches tun, oder ob eine ernste Lebenskrise, die Jahre dauern kann, bewältigt werden muss.

Wennllfch aus dem Gesagten bei Ihnen der Forschertrieb meldet, tragen Sie Ihre Planeten im Schema 4 ein. (Am einfachsten ist es, dazu das Häuser-Horoskop zu verwenden. Die Planeten sind da in "Häusergraden" eingetragen, die sie in unserem Schema 4 wiederfinden.) Beginnen Sie mit den Planeten im Schattenbereich der fixen Häuser und tragen Sie diese in der entsprechenden Quadranten-Kolonne ein. Fahren Sie fort mit den Planeten auf der Spitze der veränderlichen

Häuser bis ztrrh Invertpunkt, dann bis zum Talpunkt usw. Sie sehen dann, in welcher Weise Sie eine neue Problematik angehen, etwas tun, um schliesslich zu einer Lösung, wieder zu einem Zustand der Ruhe und Sicherheit zu finden. Es ist immer wieder phänomenal, wenn man sich selber ehrlich beobachtet, wie man diesen Weggehen muss oder bewusst gehen kann.