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Titel Ausgabe 45



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Zurück Ausgabe 45 vom 22.08.1988 • Seite 24ohne Login!

• Glosse

ASTRO-logie-psycho-DRAMA

Hans Planje

Astrologie

Astrologie ist in der letzten Zeit sehr im Schwang. Immer mehr Menschen entdecken, dass die Astrologie ihnen mehr zu bieten hat als die Rubriken der durchschnittlichen Tages- und Wochenzeitungen. Gerade jetzt, in der Zeit, wo Pluto durch den Skorpion läuft, hat das Interesse an der eigenen Psyche stark zugenommen, was zur Folge hat, dass viele den Weg in den alternativen Bereich suchen.

Saturn und Uranus im Schützezeichen sind sicherlich indikativ für den Markt, der mit «alternativen» Ausbildungen reagiert, die in den letzten Jahren wie Pilze aus der Erde schiessen. Mit dem Übergang dieser beiden Planeten vom Schütze- ins Steinbockzeichen Mitte Februar 1988 wird auf die Dauer auch der Spreu vom Weizen getrennt werden.

Auf der Suche des Menschen nach seinem eigenen Wesen bietet die Astrologie ein wirkungsvolles Hilfsmittel. Die fatalistische Astrologie, die vor etwa 20 Jahren noch reichlich ausgeübt wurde, weicht immer mehr einer psychologischen Astrologie, in der das Geburtshoroskop nicht mehr als ein mehr oder weniger festgelegtes Schicksal angesehen wird, sondern als ein dynamisches Energiemuster, das auf verschiedenen Ebenen (aus)gelebt werden kann. In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf die viele astrologisch-psychologische Literatur der letzten Jahren hinweisen. Vielgehörte Begriffe der letzten Zeit sind psychologische Astrologie, Astrotherapie, Astrosynthese, Astrodrama usw. Wesentlich ist aber, dass es immer darum geht, den Menschen in seiner Ganzheit von Körper, Seele und Geist, als ein kreatives Geschöpf, das für sein eigenes Schicksal verantwortlich ist, zu betrachten.

Psychodrama

Psychodrama ist eine anfangs der zwanziger Jahre von J. L. Moreno entwickelte Gruppentherapiemethode, worin das Drama – die Handlung – zentral steht. Das geschieht mittels einem Rollenspiel, das vom Protagonisten – dem Hauptrollenspieler – inszeniert wird. Die Antagonisten – die vom Protagonisten ausgewählten Mitspieler – geben dem Protagonisten nach dem Spiel aus ihrer Rolle heraus Feedback. So können bestehende (Konflikt-)Situationen ausgespielt werden, die dem Protagonisten mehr Einsicht in seinen Umgang mit dem Thema geben, was er dabei projiziert, und was er durch sein Verhalten beim anderen hervorruft. Gleichzeitig kann die Sicherheit und der Schutz der Gruppe dazu benutzt werden, in Phantasiespielen neue Verhaltensweisen ausfindig zu machen und auszuprobieren und so das Risiko zu verringern, sich in den durchschnittlichen Kästchengeist seiner gewohnten Umgebung festzufahren.

Astrodrama

Astrodrama ist die Dramatisierung von astrologischen Prinzipien. Es versucht die Verbindung zwischen Mensch und Kosmos ("Wie oben, so unten"), die in der Technologi-sierung und Verwirtschaftlichung unserer Gesellschaft grösstenteils verloren gegangen ist, wieder herzustellen. An erster Stelle steht die eigene Erfahrung, das Erleben der Astrologie. Das geschieht mittels Musik, Tanz, Bewegung, (Rollen-) Spiel, Arbeit mit Ritualen, geführter Phantasie, Meditation usw. Energien können so aktiviert und die damit verbundenen Planeten, Tierkreiszeichen oder Häuser sichtbar und lebendig gemacht werden. Diese Erfahrung lehrt Menschen zu beobachten, wie jeder damit umgeht, und wie jeder von uns das unterschiedlich macht. Jeder Mensch hat Energien, mit denen er sich leicht identifiziert, und die somit auch leicht geäussert werden können. Andere Energien sind nicht überzeugend vorhanden, z.B. weil sie mit Angst, Unsicherheit oder Mangel an Selbstvertrauen verbunden sind. Wenn diese verdrängt werden, werden sie nur in der Projektion erlebt und kommen einem immer wieder von aussen her entgegen, solange bis man in der Lage ist, sie als Teil seiner eigenen Psyche anzusehen.

Für mich ist Astrodrama nicht zuletzt eine Verbindung zwischen und der Verschmelzung von Astrologie und Psychodrama. Hier liegt auch die Grundlage für einen therapeutischen Ansatz. Die Astrologie verschiebt sich dann in den Hintergrund und wird vor allem ein unterstützendes Element des begleitenden Therapeuten. Für den Klienten, der im allgemeinen mehr Interesse an seinem persönlichen Wohl als an der Astrologie hat, liegen im Astrodrama die Möglichkeiten offen, Einsicht in die Art und Weise, wie er mit seinen Energien umgeht, zu gewinnen; welche er geneigt ist zu verdrängen und deswegen meistens in der Projektion erlebt.

Die Intimität der Gruppe kann ihm helfen, sich mit angst- und schmerzverbundenen Themen auseinanderzusetzen und nach Möglichkeiten zu suchen, anders damit umzugehen – zu üben –, um sie schliess-lich als Teil der eigenen Psyche zu akzeptieren und zu integrieren. So kann er zu einem geheilten Menschen werden, in voller Selbstverantwortung handelnd und mehr im Einklang mit sich selbst und seiner Umgebung.

Astrodrama kann so auf verschiedenen Ebenen erlebt werden. Für den Laien ist es ein Kennenlernen der Astrologie auf eine ganz andere Art als im gängigen Kurs, in dem die vielen Rechenarbeiten oft ebensoviel Kopfzerbrechen verursachen, während der Eingeweihte eine ausgezeichnete Ergänzung zu den oft ausschliesslich theoretischen Kenntnissen der Astrologie findet, die eine sinnvolle Vertiefung veranlasst. Für den Hilfesuchenden bietet Astrodrama viele Möglichkeiten, sich selbst besser kennenzulernen, um mit sich und dem Kosmos mehr ins Gleichgewicht zu kommen.