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Titel Ausgabe 48



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Zurück Ausgabe 48 vom 18.02.1989 • Seite 8ohne Login!

• Wissen

Frau und Astrologie

Renata Klaesi

Es ist Ihnen sicher auch schon aufgefallen, dass es vor allem die Frauen sind, die die Astrologiekurse füllen. Das ist allerdings nichts Aussergewöhnliches, sondern liegt in einem allgemeinen Trend, denn in allen Kursen der Erwachsenenbildung, die sich mit persönlicher Weiterentwicklung und Lebenshilfe beschäftigen, sind die Frauen in der Überzahl. Die Astrologie macht da also keine Ausnahme. Die Frauen haben sich auf den Weg gemacht, sie hinterfragen sich und ihre Rolle. Sie suchen ein besseres Verständnis ihrer selbst, aber auch ihrer Mitmenschen und der Welt, in der sie leben. Sie sind auf der Suche nach ihrer Identität, ihrem Platz und ihrer Aufgabe in dieser Welt.

Was ist es nun im speziellen, das die Astrologie von anderen Ansätzen unterscheidet und für Frauen so anziehend macht? Ich glaube, vor allem ist es die Tatsache, dass die Astrologie eine Bildersprache ist und das Unbewusste anspricht. Sie erfordert Vorstellungsvermögen, Imaginationskraft und vor allem ein assoziatives und ganzheitliches Denken, was alles der rechten Hirnhälfte entspricht, die man früher die weibliche nannte, und die eine Ergänzung ist zur sogenannten männlichen linken Hälfte, der das rationale Denken entspricht, auf das unser wissenschaftlich materialistisches Weltbild aufbaut. Da nun die Astrologie, im Gegensatz zur patriarchalen Gesellschaft, beide Hälften einbezieht, vermittelt sie ein ganzheitliches Weltbild. Sie bevorzugt weder das männliche noch das weibliche Prinzip, sondern umfasst beide ohne Wertung. Sie ist auch keine von Menschen aufgestellte These, wie die Welt, einschliesslich der Frauen, zu sein habe, und die sie dann zu untermauern versucht. Sie ist auch keine Ersatzreligion mit matriarchalen oder patriarchalen Göttern, obwohl immer wieder versucht worden ist, das in die Astrologie hineinzuprojizieren. Sondern sie geht von genau beobachteten Tatsachen am Himmel aus. Sie versucht die Muster der Erscheinungswelt und die (dahinterstehenden) Gesetze des Kosmos zu verstehen. Sie versucht, hinter die Dinge zu schauen und die Zusammenhänge des Ganzen zu begreifen. Und sie lehrt uns die richtige Distanz zu den Erscheinungen.

Nun zeigt die Astrologie zwar die zeitlosen Gesetze und Wahrheiten auf, aber in der praktischen Deutung ist auch sie nie vom Zeitgeist und dem Geist ihrer Interpretation verschont geblieben. Sie ist zwar aus der Beobachtung entstanden, aber sie steht und fällt mit dem Wahrnehmungsvermögen und dem Horizont des Beobachtenden, dessen persönlichen Anschauungen, Vorurteilen und eigener Geschichte, geprägt durch Kultur und Epoche, was sich auch im Wandel des weiblichen Rollenbildes in der Astrologie spiegelt, wie wir noch sehen werden. Die Astrologie ist eine Kunst, und die Kunst besteht in der Deutung.

Dabei möchte ich etwas Grundsätzliches in Erinnerung rufen. Das Horoskop ist eine Momentaufnahme der Qualität der Zeit, die gerade herrscht, nicht mehr und nicht weniger. Es hat nichts Menschliches, geschweige denn Geschlechtliches. Es muss sich nicht einmal etwas ereignen, die Zeit kann auch einfach so verrinnen. Es ist ein Anlagepotential von Problemen und Möglichkeiten, das sich in diesem Moment im Falle einer Geburt oder eines Ereignisses manifestiert und in die Zeit umgesetzt und mit Leben gefüllt werden will.

Es ist uns selbstverständlich, bei der Deutung die kollektiven Gegebenheiten der Zeit zu berücksichtigen, in die ein Mensch hineingeboren wird, von denen er auch ein Teil ist, und die er auch ausdrückt, das heisst, dass wir immer den aktuellen Bezug zur Zeit herstellen müssen. Als Frau geboren zu sein bedeutet, dass ich das kollektive Schicksal mit allen Frauen teile, in diesem speziellen Rahmen eine Frau zu sein, was mit meinen individuellen Problemen und Talenten noch gar nichts zu tun hat. Denn wie ich mein Potential leben kann, hängt auch mit diesen äusseren Bedingungen zusammen, und ich muss die individuelle Aufgabe meines Horoskops auch in diesen Zusammenhang stellen und verstehen.

Es ist sicher für viele Frauen ein befreiendes Erlebnis, wenn sie im Horoskop schwarz auf weiss sehen, dass alle Menschen die gleiche Grundausstattung haben. In der Praxis zeigt es sich aber, dass die Voraussetzungen, mit diesem Material etwas anzufangen, doch immer noch recht unterschiedlich sind. Wir haben zwar alle das gleiche Handwerkszeug zur Verfügung, um das Leben zu meistern, aber wir lernen nur mit einem Teil davon umzugehen, während uns andere Teile fremd bleiben. Wir haben Angst, sie in die Hand zu nehmen, ja manchmal wissen wir nicht einmal, dass wir sie besitzen, weil wir nicht darin bestätigt wurden, sie zu entwickeln. Und wir vergessen sie oder sehen sie nur bei anderen. Die Astrologie kann uns helfen, alle unsere Schätze zu entdecken und zu heben. Wir müssen uns aber auch fragen, was uns daran hindert, diesen Weg zu gehen. Dazu möchte ich mich mit dem Weiblichen und den weiblichen Rollenbildern in der traditionellen und in der modernen Astrologie beschäftigen, und zwar anhand der Häuser, der Persönlichkeitsplaneten und der Elemente des Tierkreises.

Die Häuser

Die Wiege der klassischen Astrologie stand in Babylon. Sie stammt also aus einer matriarchalen Zeit. Das drückt sich auch im Tierkreis aus, wo das weibliche Zeichen Steinbock mit seinem Herrscher Saturn, der Mutter, an höchster Stelle steht und damit eindeutig die Werte der Mutterschaft repräsentiert.

Das Häusersystem entspricht unserer dualistischen Welt, wie wir sie mit ihrem Wechsel von Tag und Nacht erleben. Es unterteilt in Rechts und Links, Oben und Unten. Dabei herrscht das, was oben ist über das, was unten ist. Und da im Häusersystem die Sonne am MC, wo sie dem hellen Tagesbewusstsein entsprechend ihren Glanz am besten zur Geltung bringen kann, als bestmögliche Plazierung gesehen wird, herrscht das männliche Prinzip über das weibliche und gibt den Ton an.

Das Häusersystem ist unsere äusserste Schicht im Horoskop, die uns mit der Welt verbindet, und durch das uns durch die Erziehung ihr Stempel aufgedrückt wird. Es spiegelt die jeweilige gesellschaftliche Realität mit ihren Wertvorstellungen, Normen und Ambitionen, denen wir uns nicht so ohne weiteres entziehen können, die es aber zu durchschauen gilt, um zu unseren tieferen Schichten und zu unserem wahren Wesen vorzudringen.

Durch die Jahrhunderte hindurch hat es daher auch verschiedene Häusersysteme gegeben, und es gibt sie heute noch, mit wechselnden Interpretationen der einzelnen Lebensgebiete. Es ist übrigens bezeichnend, dass Horoskope noch in diesem Jahrhundert viereckig gezeichnet wurden.

Die Häuser sagen etwas über die praktischen Möglichkeiten aus, unser Potential zu verwirklichen. Die Häuser zeigen, wo wir wachsen, wo wir Zufriedenheit und Bestätigung finden können, wo wir gefördert und gefordert, aber auch wo wir gebremst und zurechtgebogen werden, wo wir unserem Schatten begegnen, wo wir unsere Niederlagen erleben, kurz wo wir in diesem Leben Glück und Leid erfahren.

Während im Tierkreis noch die Unterscheidung zwischen männlichen und weiblichen Zeichen gemacht wird, ist dies bei den Häusern allgemein nicht üblich, auch wenn manchmal von männlichen und weiblichen Achsen gesprochen wird.

Und doch sind es gerade die Häuser mit ihren Drücken und Zwängen, wo wir am meisten mit dieser Thematik konfrontiert werden. Es scheint, als ob es im Horoskop männliche und weibliche Domänen gäbe, und als ob die Frauen für bestimmte Häuser prädestiniert seien, nämlich für die, die um das Thema Familie und Beziehung kreisen. Die berühmten drei K´s, heute heisst das Kinder, Küche, Krebs. Frauen scheinen sich nur in bestimmten Zonen ihres Horoskops auszukennen und zuhause zu fühlen.

Es ist erschreckend festzustellen, dass trotz individuellem Horoskop ein grosser Teil der Frauen aufgrund ihrer Rollenfunktion lange Zeit ihres Lebens den gleichen Beruf ausübt, unabhängig von ihren persönlichen Talenten, Neigungen und Eignung, nämlich den der Hausfrau und Mutter. Sie treiben alle im kollektiven Fahrwasser.

Das Horoskop verlangt aber von uns, dass wir mit dem Alterspunkt immer weitergehen und uns mit allen Lebensbereichen auseinandersetzen, um zu wachsen und zu reifen. Für die Frauen, die sich mit ihrer Rolle identifiziert haben, bedarf es dann grosser Anstrengungen, aus diesem Fahrwasser wieder herauszukommen, wenn sich, meist in der Mitte des Lebens, diese Rolle erübrigt.

Die Identifizierung mit nur Teilbereichen, mit oft nur einer Seite einer Achse, führt zu deren Aufspaltung. Das zeigt sich am deutlichsten beim kardinalen Kreuz.

Das kardinale Kreuz bezieht sich auf die beiden Hauptthemen unseres Lebens, die von den anderen Kreuzen nur noch vertieft, modifiziert, abgewandelt und wieder in Frage gestellt werden, nämlich Begegnung und Individuation. Und obwohl die beiden Achsen in sich je eine Opposition darstellen, kann man sie auch gegenseitig durchaus als Opposition auffassen, und ihre Eckpunkte stehen ja auch zueinander im Quadrat. Auf dieses Kreuz sind wir aufgespannt, und wir werden ein Leben lang zwischen Beziehungen und Individuation hin und her gerissen, bis wir auch hier die Mitte gefunden haben. Interessant ist dabei, dass die Horizontale, die man als weiblich bezeichnen könnte, von zwei männlichen Zeichen besetzt wird, und die Vertikale, die eher männlichen Charakter hat, von zwei weiblichen.

Begegnungsachse 1/7

Im ersten Haus geht es um die Entwicklung eines eigenständiges, starken Ichs, im siebten um die Fähigkeit, sich auf den ändern einzulassen, ihn hereinzulassen und in seiner Andersartigkeit zu akzeptieren, diese Andersartigkeit als Bereicherung und Ergänzung zu erkennen. Es geht auf dieser Achse darum, eigene und gemeinschaftliche Interessen auszubalancieren, fähig zu sein, auf den ändern zuzugehen, auf ihn einzugehen, mit ihm Kompromisse zu schliessen, ohne sich selber aufzugeben und ohne den ändern zu vergewaltigen.

Frauen haben aber meistens grosse Mühe, in einer Partnerschaft sich selber zu bleiben, denn sie sind nicht dazu erzogen worden, sich durchzusetzen, mit ihren Aggressionen umzugehen, Eigeninitiative zu entwickeln, «ich» zu sagen. Sondern sie werden für das siebte Haus erzogen, nämlich nachzugeben (der Klügere gibt nach), aufzugeben, auszugleichen und auszuglät-ten, zu harmonisieren, Beziehungsarbeit zu leisten, ihre Aggressionen zu unterdrücken und statt dessen nett und gefällig zu sein, stets um den ändern besorgt zu sein, sich anzupassen, gemeinschaftlich und nur ja nicht egoistisch zu sein, aber nicht Konflikte auszuhalten und auszutragen aus Angst, nicht mehr geliebt zu werden. Ein starkes Ego wird mit Egoismus verwechselt. Dabei kann nur ein selbstbewusstes Ich dem Partner etwas geben und ist nicht von dessen Ideen, Anregungen, Vitalität und Bestätigung abhängig.

Das siebte Haus wird auch heute noch von vielen Frauen als Lebensziel angepeilt und hat als solches nichts von seiner Attraktivität verloren. (Da gab es früher mal einen Schlager: Im Arme seiner Gattin, sie hats geschafft, sie hat ihn.) In dem Moment, wo dieses Ziel erreicht ist, werden alle Kräfte in die Partnerschaft investiert, der Partner unterstützt bis zur Selbstverleugnung. Durch diese Fixierung und die Verdrängung der eigenen Wünsche und Ziele wird der Partner überfordert, denn er hat für dieses Opfer Genugtuung zu leisten. Er muss all das erfüllen, wozu man selber nicht in der Lage ist oder wozu man keine Lust hat. Er wird als Alibi benutzt, um sich selber nicht entwickeln zu müssen und auf eigenen Beinen zu stehen. Die Identifikation mit fremden Interessen und Zielen wird einerseits als Selbstlosigkeit deklariert, wobei nur selbstlos sein kann, wer ein Selbst entwickelt hat, und führt anderseits zu aufgestautem Groll und Wut gegen den Partner, weil die eigene Identität nicht gelebt wird.

Das Gelingen des siebten Hauses ist also von der Entwicklung des ersten Hauses abhängig. Wenn wir uns unserer selbst bewusst sind und uns annehmen können, können wir auch den ändern annehmen und müssen ihn nicht aus einem missverstandenen schwachen ersten Haus heraus als Bedrohung bekämpfen.

Das selbe spielt sich auch in grösserem Rahmen zwischen den Nationen ab. Das siebte Haus ist analog der Waage, dem Zeichen der Partnerschaft, der Gerechtigkeit und des Friedens. Solange wir nicht imstande sind, in unseren Zweierbeziehungen Frieden zu schliessen, solange werden wir auch zwischen den Völkern nicht dazu in der Lage sein. Dass wir noch lange nicht so weit sind, zeigen die vielen gescheiterten Beziehungen, ob mit oder ohne Trauschein, ob mit oder ohne Scheidung. Dass in der Schweiz jede dritte Ehe geschieden wird zeigt, dass wir wirklich dabei sind, eine Vorstellung davon zu entwickeln, was Partnerschaft nicht ist und was sie sein könnte. Das Thema Partnerschaft ist sicher das Thema unserer Zeit. Es ist seit Jahren ein Dauerbrenner in Literatur, Theater und Film. Und es sind häufig Partnerschaftsprobleme, die die Menschen in die Beratungen und zur Astrologie bringen.

Wachstumsachse 4/10

Auf dieser Achse geht es um unsere seelische Verwurzelung und die Kraft, die wir aus ihr schöpfen können, um über uns selbst hinauszuwachsen und ein selbständiges und selbstverantwortliches Individuum zu werden. Es ist die Senkrechte, auf der der Mensch sich aufrichtet und sich seiner selbst bewusst wird. Wir kennen hierzu das Bild des Baumes, der fest und tief im vierten Haus verwurzelt ist und mit seiner Krone den oberen Raum füllt und sich der Weite des Himmels öffnet. Um zu wachsen braucht es den richtigen Boden, die richtige Nahrung und Pflege, einen geschützten Raum und Zeit. Das vierte Haus ist sicher eine Schlüsselstelle des Horoskops, denn es entscheidet über das Schicksal des Baumes, ob er je zur vollen Entfaltung kommt oder schon vorher verkümmert. Im vierten Haus erwarten wir Geborgenheit, Verständnis und Liebe, um später die Kraft zu haben, mit den Schwierigkeiten des Lebens fertig zu werden. Es ist ein intimer und verletzlicher Raum. Hier wollen wir ganz wir selber sein können und angenommen werden. Aus diesem Raum beziehen wir die Sicherheit und das Vertrauen, wirklich zu wachsen.

Nirgends gibt es eine stärkere Aufspaltung der Achse als auf dieser mit ihrer genauen Rollenverteilung, und nirgends ist der kollektive Druck auf Frauen so gross wie hier. Vom Mann wird verlangt, dass er über das Persönliche hinausgeht, er muss etwas leisten und ist entschuldigt, wenn er seinem Privatleben nicht gerecht wird. Von Frauen wird verlangt, dass ihre erste und oberste Pflicht ihrem Privatleben zu gelten hat. Frauen sind daher auch bereit, die ganze Last der Verantwortung dieses Hauses, nämlich die für das Wohlbefinden und die Entwicklung ihrer Kinder, allein zu tragen. Sie haben Angst, dieser Rolle nicht gerecht zu werden und fürchten die Kritik und Ablehnung des Kollektivs, wenn sie aus dieser Rolle ausbrechen. Bei Erziehungsschwierigkeiten wird dann auch meist den Müttern die ganze Schuld in die Schuhe geschoben. Dabei sagt das vierte Haus etwas über den Zustand und die Dynamik des Elternhauses aus, über die Atmosphäre, die dort herrscht, zu der beide Eltern beitragen, und die häufig durch deren Beziehungsprobleme getrübt ist.

Nirgends gibt es soviel Idealisierung, Verdrängung und Heuchelei wie beim vierten Haus. Wir neigen dazu, es im Nachhinein als Idylle zu verklären und uns nur an die schönen Erinnerungen zu halten. Aber die grossen Dramen im Leben spielen sich oft in eben diesen vier Wänden ab, vor allem für die Kinder. Und da es ein privater, und somit von der Umwelt abgeschirmter Raum ist, der nicht so leicht einzusehen ist, dringt davon nur selten etwas ans Licht der Öffentlichkeit. Ich denke da an die hohe Dunkelziffer von körperlichen und seelischen Misshandlungen von Kindern, die täglich stattfinden. Das Karrieredenken und Erfolgsstreben im zehnten Haus ist dann oft nichts anderes als die Kompensation für seelische Verkrüppelung und Ohnmachtsgefühle, der Versuch, die Anerkennung und Liebe, die man im vierten Haus nicht erhalten hat, so zu erheischen.

Umgekehrt kann für Frauen das vierte Haus eine Kompensation für ein nicht gelebtes zehntes Haus sein. Wenn sie in der Welt schon nichts zu sagen haben, dann wenigstens zuhause. Im vierten Haus kann man sehr direkt oder subtil Macht ausüben. Man kann versuchen, sich unersetzlich zu machen, Kinder und Ehemann durch Bemutterung zu bevormunden und abhängig zu machen. Gerade die Mütter, die voll mit ihrer Rolle identifiziert sind, sind nicht so schnell bereit, ihren Lebensinhalt aufzugeben und ihre Kinder loszulassen. Die Kinder werden ausserdem oft als Ersatz für ein unbefriedigendes Eheleben missbraucht und in die elterlichen Machtkämpfe verwickelt. Der eigene Ehrgeiz kann auf Mann und Kinder projiziert werden.

Das zehnte Haus wird für viele Frauen erst aktuell, wenn sie über den DC kommen, sich selber aus Distanz zum AC betrachten und sich fragen, wer sie überhaupt sind und wohin die Reise geht, denn da oben wird auf einmal ganz klar ein Gipfel sichtbar. Aber es zieht nicht unbedingt dort hinauf, denn dafür müssen der Schutz und die Sicherheit des Kollektivs aufgegeben werden. Dazu kommt oft das mangelnde Verständnis in der nächsten Umgebung und damit das Gefühl der Isolation. Es kommt die Angst dazu, vom Mann als Konkurrenz betrachtet zu werden, und so stellt man sich lieber zurück. Es braucht viel Mut, diese Angst zu überwinden und den eigenen Weg zu gehen.

Besitzachse 2/8

Auch diese Achse ist mit dem Thema Partnerschaft verknüpft. Es geht um den Eigenwert und die Werte des ändern, um «mein» und «dein», um Geben und Nehmen. Diese Achse hat viele schöne Namen, Louise Huber nennt sie die älteste Achse seit Methusalem, die älteste Achse der Welt, auf der das Gesetz von "Äug um Äug, Zahn um Zahn" gilt, die Achse Sex und Crime oder Sex und Money.

Das zweite Haus sagt etwas über das Bewusstsein unseres Eigenwerts aus und ob wir bereit sind, anderen von unserer Substanz zu geben. Frauen neigen wegen ihres mangelnden Selbstwertgefühls dazu, ihre Fähigkeiten zu unterschätzen und ihr Licht unter den Scheffel zu stellen. Ihren Körper sehen sie oft als ihren grössten Besitz an, aus dem es gilt, Kapital zu schlagen. Sie werden ja auch häufig nach ihrer äusseren Erscheinung taxiert. Denken wir an die Frauen der Dritten Welt, die sich aus materieller Not prostituieren und damit ihre Familien erhalten, weil sie keine andere Möglichkeiten haben, zu Geld zu kommen. Oder an die Frauen, die hierher heiraten, um aus ihrer materiellen Misere herauszukommen. Oder denken wir daran, wie es vor noch nicht allzu langer Zeit bei uns war, als die Frauen keine Ausbildung hatten und es nur darum ging, eine gute Partie zu machen, und wo sie wirtschaftlich von ihren Männern total abhängig waren (wie sie es übrigens heute noch teilweise sind, wenn sie ihren Beruf aufgeben). Diese wirtschaftliche Abhängigkeit kann dann als Druckmittel benutzt werden, um den Partner zu binden. Und bei Scheidungen findet die letzte entscheidende Schlacht oft auf dieser Achse statt, wenn scheinbar nur noch ums Geld gekämpft wird, wenn es aber in Wirklichkeit darum geht, sich am ändern für scheinbar erlittenes Unrecht zu rächen, es ihm nicht so leicht zu machen und es ihm heimzuzahlen.

Das achte Haus zeigt, wie wir mit fremden Mitteln umgehen, ob wir unseren Partner als Leiter für den Weg nach oben benutzen, um einen Status zu haben oder um uns in ein gemachtes Nest zu setzen, ob wir von seinen Mitteln und seiner Substanz zehren und ihn aussaugen (nicht nur materiell). Als Folge des siebten Hauses ist das achte ein Prüfstein für unsere Beziehungen. Hier finden die harten Beziehungskämpfe statt, die Kämpfe um die Verteilung der Rechte und Pflichten, die Kämpfe um die sexuelle Vormacht. Hier werden wir mit unseren tiefsten Trieben und Urinstinkten konfrontiert wie Neid, Geiz, Eifersucht, Leidenschaft usw., auch mit unserer Angst, verlassen zu werden. Es ist das Haus der Krisen und Wandlungen durch die Partnerschaft. Hier können wir die Beziehungshölle erleben, wo mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln gekämpft wird, wo wir uns das Leben gegenseitig zur Hölle machen und sagen, die Hölle, das ist der andere, nur um nicht in den eigenen Abgrund sehen zu müssen. Es ist das Haus der lebenslangen Patts, wo wir uns wehren, Beziehungen loszulassen, die schon lange gestorben sind. Der Partner wird als Besitz angesehen und nicht losgelassen. Im achten Haus müssen wir aber unser Besitzdenken aufgeben.

Beziehungsachse 5/11

Auf dieser Achse geht es um die erotischen und die freundschaftlichen Beziehungen, um Eigen- und Fremddarstellung, um Selbst- und Gruppenbewusstsein. Im fünften Haus wollen wir auf das andere Geschlecht Eindruck machen und uns durch unsere Eroberungen darstellen und bestätigen lassen. Es hat den hübschen Namen Spielwiese. Es ist allerdings zweifelhaft, ob Frauen sich auf dieser Wiese auch immer so unbekümmert tummeln konnten wie die Männer, da wegen der Doppelmoral mit zwei Ellen gemessen wurde und eine Frau sich bei weitem nicht die sexuelle Freiheit leisten konnte wie ein Mann. Ausserdem hatte sie für eventuelle Folgen zu bezahlen. Erst seit der Pille hat sich das geändert.

Diese Achse heisst aber auch Kreativitätsachse, und das fünfte Haus ist das des künstlerischen Selbstausdrucks. Aber wenn es darum geht, schöpferisch zu werden, etwas zu erschaffen und zu gestalten, fehlt den Frauen oft das Selbstbewusstsein und der Mut. Es fehlt vor allem der Antrieb, da es von ihnen gar nicht erwartet wird, kreativ zu sein. Anais Nin schreibt: "Wir haben Schuldgefühle, wenn wir nicht kreativ sind, und wir haben Schuldgefühle, wenn wir kreativ sind, aus Angst, anderen den Platz wegzunehmen. Dabei würde unsere Entfaltung nur positiv auf unsere Umgebung abstrahlen (wie das ja auch beim Löwen der Fall ist). Statt dessen ziehen wir es vor, den Mann auf einen Sockel zu stellen, seine kreativen Fähigkeiten zu bewundern und als seine Assistentin oder Muse zu fungieren. Die ganze Lebensdynamik wird vom Mann bezogen, durch ihn gelebt. Ohne Mann sind wir hilflos und nicht fähig, das eigene Leben kreativ zu gestalten." Der einzige schöpferische Akt, dessen sich die Frauen immer bewusst waren und den sie den Männern voraushaben, ist der des Kindergebärens. Dem fünften Haus wurden in der mittelalterlichen Astrologie die Kinder zugeordnet, und damit erschöpfte sich dieses Haus. Leider können auch Kinder ein Mittel zur Selbstdarstellung sein.

Das elfte Haus ist das des Gruppenbewusstseins. Haben wir im fünften Haus unsere Einzigartigkeit entdeckt und uns von den ändern bestätigen lassen, wie einmalig wir doch sind, so entdecken wir jetzt das Gemeinsame, das uns mit allen Menschen verbindet. Wir fühlen, dass wir mit einem grösseren Ganzen verbunden sind und begreifen uns als Zelle im riesigen Organismus der Menschheit, als eine Zelle, die vom Ganzen beeinflusst wird und umgekehrt. Wir merken, dass wir alle im selben Boot bzw. Raumschiff sitzen.

Indem wir uns in Gruppen zusammenschliessen, erfahren wir, dass wir mit unseren Problemen und Nöten nicht allein sind auf der Welt, sondern dass andere mit den gleichen Schwierigkeiten zu kämpfen haben, und das allein ist schon tröstlich. Gemeinsam können wir nach Lösungen suchen, wo wir allein längst entmutigt aufgegeben hätten.

Ich glaube, die Frauen haben das elfte Haus begriffen, denn sie sind es, die sich am stärksten in Gruppen engagieren, zum Beispiel in Elterngruppen, Bürgerinitiativen, in der Friedensbewegung, aber auch in Selbsterfahrungs- und esoterischen Gruppen.

Auch eine Gruppe ist ein Organismus und hat eine eigene Dynamik, ja sogar eine eigene Seele. Sie ist immer mehr als die Summe ihrer Mitglieder. Wenn wir unsere Talente und Kreativität – die aus dem fünften Haus, die brauchen wir jetzt nämlich – für gemeinsame Ziele einsetzen, können wir viel erreichen. Da wir in dem berühmten Netzwerk alle miteinander verknüpft sind, kommt dabei schliess-lich jedem zugute, was dem Ganzen zugute kommt und leidet das Ganze unter dem, worunter ein Teil leidet. Dazu gehört auch das Verhältnis der Geschlechter zueinander. Solange sie sich bekämpfen und nicht das Gemeinsame betonen, nämlich das Menschliche, leiden beide. Wenn eines versucht, das andere zu unterdrücken wie im Patriarchat oder auszuschliessen wie im radikalen Feminismus, schneiden wir uns ins eigene Fleisch. Im elften Haus haben wir die Chance und die Freiheit, uns von alten Normen zu befreien und neue Lebensformen auszuprobieren. Wir können uns gemeinsam darüber Gedanken machen, wie die Welt von morgen aussehen könnte, und was wir dazu beitragen können, dass die Horrorvision nicht Wirklichkeit wird.

Denkachse 3/9

Diese Achse scheint neutral und harmlos, aber in ihr liegt Zündstoff, denn sie beinhaltet Sprache, Kommunikation und das ganze Bildungswesen. Wissen ist Macht, und dieses Wissen war den Frauen lange verschlossen. Noch in diesem Jahrhundert war den Frauen der Zugang zu den Universitäten verwehrt. Auf ihre Bildung und Ausbildung wurde kein grosser Wert gelegt. Es lohnte sich nicht, darin zu investieren, wenn sie Wissen und Bildung als Hausfrauen sowieso nicht mehr brauchen konnten. Heute stehen den Frauen alle Türen offen. Aber seltsamerweise lichten sich die Reihen, je weiter die Ausbildung fortschreitet, und Dozentinnen sind zum Beispiel auch heute noch dünn gesät. Es scheint, als ob die Frauen selber nicht sonderlich daran interessiert seien. Es ist ja auch interessant, dass die Mädchen den Jungen bis zur Pubertät im Lernen voraus sind und dann zurückfallen. Verlagert sich das Interesse auf private Bereiche? Haben sie Angst, als Intelligenzbestien verschrien zu werden (früher wurden sie als Blaustrümpfe tituliert), verringert es die Chancen beim ändern Geschlecht? Die Ansprüche werden grosser und die Auswahl geringer.

Frauen steckt man gern ins dritte Haus als Klatschbasen, die im Treppenhaus die letzten Neuigkeiten austauschen, wobei ich darauf hinweisen möchte, dass das Niveau der Stammtische dem in keiner Weise nachsteht.

Das dritte Haus ist das Haus der Information und Kommunikation. Aber gerade mit den Kommunikationsmöglichkeiten der Frauen hapert es, sobald sie nicht unter sich sind. Die Kommunikation wird von den Männern beherrscht, ob in kleineren oder grösseren Gruppen. Untersuchungen belegen, dass Frauen sich viel seltener zu Wort melden, dass sie Mühe haben, zu Wort zu kommen und dass sie, wenn sie es endlich haben, viel öfter unterbrochen werden als Männer und dann aufgeben, während Männer ums Wort kämpfen. Frauen werden nicht gehört, ihre Meinung scheint nicht wichtig zu sein. Ausserdem bestimmen die Männer die Gesprächsthemen und den Gesprächsverlauf, wobei sie von den Frauen unterstützt werden. Zum Denken gehört auch das Sprechen. Frauen wurde lange die Fähigkeit zu denken abgesprochen, was mit ihrem geringeren Gehirngewicht begründet wurde. Ich wundere mich, dass ihnen überhaupt ein Gehirn belassen wurde.

Dadurch haben die Frauen aber im Laufe der Jahrtausende, wenn auch gezwungenermassen, eine unerhörte Übung im Zuhören entwickelt, eine Fähigkeit, die ihnen in vielen helfenden Berufen zugute kommt.

Frauen sind auch ständig beflissen, sich weiterzubilden, und zwar aus Interesse an der Sache, ohne dass es sich beruflich auszahlt. Sie sammeln Wissen um Wissen, aber nur wenige getrauen sich, den nächsten Schritt zu machen, sich von all dem wieder zu lösen und aufgrund ihrer gemachten Erfahrungen ihre eigenen Gedanken zu postulieren und ihre Anliegen und Ideen zur Sprache zu bringen. Wir lassen uns gerne von irgendwelchen Autoritäten und Koryphäen beeindrucken, anstatt auf unsere eigenen Erfahrungen aufzubauen und selber zu forschen. Früher wurden die Frauen nicht für fähig gehalten, sich eine eigene Meinung zu bilden, sondern sie hatten die des Mannes zu übernehmen. Das zeigt sich ja sehr krass an der Tatsache, dass die Frauen lange Zeit kein Stimmrecht hatten, der Mann stimmte für sie mit. Sie wurden mundtot gemacht und hatten öffentlich nichts zu sagen.

Wissen ist Macht, und es ist nicht egal, wozu wir unsere Intelligenz einsetzen: um der Natur die letzten Geheimnisse zu entreissen, um auszuprobieren, was alles machbar ist, oder für ein menschenwürdigeres Dasein für alle Menschen. Es ist wichtig, dass weibliches Denken zum Zuge kommt. Diese Achse ist auch deshalb so enorm wichtig, weil in Worten und Gedanken grosse Magie liegt, denn die Welt wird so, wie wir denken, und so wie sie geworden ist zeigt, wes Geistes Kinder wir sind.

Existenzachse 6/12

Auf dieser Achse geht es darum, Praktisches und Mystisches in Einklang zu bringen, die Brötchen zu verdienen und zu erkennen, der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Es geht um Ordnung und Chaos, um helfen und heilen, um das "bete und arbeite", um Doppelbelastung und Isolation.

Im sechsten Haus müssen wir uns den äusseren Bedingungen zwecks Überlebens anpassen und uns in ein grösseres Ganzes einfügen. Die glanzvollen Tage des Löwenhauses sind vorbei, die Erde hat uns wieder. Frauen scheinen für das sechste Haus bestens geeignet zu sein. Wir müssen aber aufpassen, dass wir das sechste Haus nicht missverstehen. Denn leider wird aus dem Einordnen allzu leicht ein Unterordnen unter den Ehemann oder Chef. Zuhause und im Beruf werden den Männern die Routinearbeiten abgenommen, damit sie frei sind für "Höheres", "Kreatives". Sei es als Hausfrau, die den täglichen Kleinkram, das sich ständig wiederholende Einerlei der Hausarbeit erledigt, die mit keinem Status und mit keiner gesellschaftlichen Anerkennung verbunden ist, sei es im Beruf, wo sie die schlecht bezahlten Jobs übernehmen und den Männern zudienen. Die Frauen sorgen für Ordnung, räumen auf und hinter den ändern her, dienen nicht der Menschheit, sondern der Bequemlichkeit der ändern, kurz, sie lassen sich ausnutzen und verwechseln das oft noch mit helfen. Ich glaube aber nicht, dass das der Sinn des sechsten Hauses ist. Als berufstätige Mütter sind sie der Doppelbelastung ausgesetzt, ständig gestresst und haben kaum noch Zeit für sich selber. Als sogenannte "Nur-Hausfrauen" und "grüne Witwen" sind sie isoliert mit Kindern, Alten und Kranken, die sie gratis betreuen, und nicht weniger gestresst. Als austauschbare Nüm-merchen in den grossen Betrieben verrichten sie unbefriedigende, unselbständige und sinnentleerte Arbeiten. Die Arbeit wird als notwendige Pflicht und nicht als Erfüllung erlebt. Bei soviel Ordnung, Gleichmass, Eintönigkeit und Enge kann es nicht ausbleiben, dass automatisch der Wunsch und die Sehnsucht nach Abenteuer und Freiheit wächst, nach Bedeutung, aber auch nach dem schöpferischen Chaos, dem Unfassbaren und den unendlichen Räumen des zwölften Hauses.

Dabei bietet sich das zwölfte Haus mit seinen Illusionen aber oft als Flucht vor den Alltagsproblemen an, um der Anpassung, der Langeweile oder dem Stress des sechsten Hauses zu entrinnen und in schönere Welten zu entfliehen, sei es als heimliche Säuferinnen oder Medikamenten- oder Fernsehsüchtige. Es besteht auch die Möglichkeit, in Krankheiten zu fliehen, wenn aus Anpassung Resignation wird. Umgekehrt können wir die Workalcolics, die Arbeitssüchtigen des sechsten Hauses, als einen Versuch ansehen, vor dem zwölften Haus zu fliehen, sich ja nicht auf das Chaos und Irrationale einzulassen. Dazu gehören auch die Frauen mit ihrem Putzfimmel. Im sechsten Haus können wir die Zusammenhänge zwischen seelischen Belastungen und körperlichen Beschwerden erkennen und durch Behandeln und Heilen den seelischen und körperlichen Haushalt wieder in Ordnung bringen, ganzmachen, indem wir zuerst einmal seelisch saubermachen, damit wir uns dem zwölften Haus öffnen können. Im zwölften Haus ist es uns möglich, von den Alltagsproblemen Abstand zu gewinnen und alles wieder in der richtigen Relation zu sehen. Im zwölften Haus können wir in der Meditation neue Kraft schöpfen, unserer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, und wir können kreativ sein. Wir sind wieder mit unserem Innersten verbunden und sehen uns in einen grösseren Zusammenhang gestellt. Indem sich unsere Perspektive ändert, können wir dem sechsten Haus gegenüber eine andere Haltung einnehmen, zum Beispiel eine meditative, den Alltag als Übung sehen, wie Graf Dürckheim sagt, und uns nicht mehr von den täglichen Pflichten auffressen lassen. Wir können die Schönheit, die immer und überall, sogar in den alltäglichsten Dingen vorhanden ist, erkennen, wenn wir sie nur sehen wollen, und dass wir das Ewige nicht in der Ferne suchen müssen, sondern dass es immer und überall gegenwärtig ist, in uns selbst und sozusagen vor der Haustür. Erkennen, dass das Grosse im Kleinen und Winzigsten enthalten ist. Dann können wir auch die Opferrolle des sechsten Hauses loslassen, denn wir helfen nicht, weil wir uns dazu verpflichtet fühlen oder weil es von uns als Rollenfunktion erwartet wird, sondern wir geben aus dem Überfluss des zwölften Hauses heraus. Es spielt dann keine Rolle mehr, ob das bemerkt und gewürdigt wird. Dafür braucht es aber wirkliche Stärke, und die das geschafft haben, sind für mich die wahren Helden und Heldinnen, die keinen Wert mehr auf äusseren Ruhm legen oder einen Lohn im Himmel erwarten, sondern einfach das übernehmen, was getan werden muss, ohne viel Aufhebens und aus Liebe.