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Titel Ausgabe 49



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Zurück Ausgabe 49 vom 20.04.1989 • Seite 22ohne Login!

• Grundwissen

Die dreidimensionale Häuserlehre, Teil 4

Louise Huber

Der 3. Quadrant die Häuser 7 und 8

Bei der dreidimensionalen Häuserbetrachtung kommen wir jetzt zum dritten Quadranten, den wir "Denk-Quadrant" nennen. Beim Deszendenten beginnt er und reicht bis zum MC, dem höchsten Punkt im Horoskop. Mit dem DC sind wir über den Horizont aufgestiegen und damit in den Bewusstseinsraum des Horoskopes eingetreten. Deshalb wird dort alles, was vorher hautnah erfahren wurde, mit Denkprozessen angereichert. Wir denken darüber nach, warum oder wozu wir das oder jenes erlebt haben. Das bringt neben weiteren Erkenntnissen auch ein tieferes Verstehen des Daseins mit sich. Bei der dreidimensionalen Betrachtung dieses Quadranten handelt es sich vorwiegend um Denkinhalte, weshalb wir wir von einer materiellen, gefühlsmässigen und mentalen Denkart sprechen können.

Hinweis:

Um Ihr eigenes Horoskop besser zu verstehen, müssen Sie bei den folgenden Texten auch die Bedeutung der Zeichen, die in diesen Häusern stehen, berücksichtigen.

Das 7.Haus

Im 7. Haus, dem Partnerschaftshaus, sind wir immer auf ein Du bezogen, sei es der Ehepartner, die Arbeitskollegen, der Geschäftspartner oder das einzelne Du, dem wir gerade gegenübersitzen. Wir versuchen, mit dem Du eine persönliche Beziehung herzustellen, manchmal gelingt es uns, aber plötzlich taucht wieder etwas Störendes auf und wir müssen vielleicht unsere Haltung korrigieren. Immer sind wir damit beschäftigt, einen harmonischen Zustand oder ein Gleichgewicht zu erlangen. Vielfach schaffen wir uns Probleme mit dem Du, wenn wir nicht hellwach sind, wenn wir entsprechend dem unteren Quadranten einfach automatisch funktionieren. Jegliches Selbstverständnis ist hier im 7. Haus gefährlich, weil es unbewusste Komponenten in die Du-Beziehung hereinbringt, die uns immer wieder zurückwerfen. Hier im Lufthaus Waage heisst es, bewusst zu funktionieren, d.h. möglichst optimal über das Du und seine Stärken und Schwächen orientiert zu sein, seine Vorlieben zu kennen, seine Abneigungen zu erspüren, damit wir eine Stellung dazu beziehen können. Obwohl wir die freie Wahl haben, annehmend oder abweisend zu reagieren, müssen wir uns vorher die Konsequenzen unserer Haltung überlegen.

Die drei Ebenen dieses Hauses könnte man wie folgt einteilen:

1. Materielle Ebene

Blinde Du-Zuwendung, Kompromissbereitschaft aus egoistischen Gründen, Verträge zwecks Absicherung der Beziehung, materielle Abhängigkeiten. 2.Gefühls-Ebene

Liebes-Beziehungen, gefühlsmässi-ges Eingehen auf den Partner, Kompromissbereitschaft aus Harmomiebedürfnis, Ich-Verluste aus über-grosser Zuneigung oder Anpassung.

3. Mental-Ebene

Ausgleich zwischen den Geschlechtern, Partnerschaft auf der Basis von echter Toleranz, erfolgreiche Geschäftsbeziehungen durch gute Verträge.

Auf der materiellen Ebene gleichl das 7. Haus einem abgekarteten Spiel. Die Spielregeln sind festgelegt, niemand darf sie missachten Jeder passt auf den anderen auf dass er keinen Fehler begeht. Geringe Abweichungen werden registriert, zurückgewiesen oder zumindest kritisiert. Man ist darauf bedacht, dass jeder die gleiche: Rechte hat und kann es nicht vertragen, wenn sich der andere mehr Freiheiten herausnimmt als man selbst. Entsprechend dem Waage Zeichen, das immer den Ausgleich die Balance sucht, reagiert man empfindlich auf die Nichteinhaltum von Vereinbarungen. Auf diese ersten Stufe ist man noch unbewusst und deshalb nach allen Seiten hier gebunden, an einen Partner oder an irgendetwas, was einem den Selbstwert garantiert. Viele habe auf dieser Stufe berechnend Motive. Sie wollen einen Partner finden, von dem sie das Optimal zurückbekommen. Sie lassen sie nur auf Menschen ein, die etwas zu bieten haben, die sie verwöhne und "auf Händen tragen". Hier ist man besonders fähig, Nutzniesser zu sein, vom Du, von den andere das zu bekommen, was man selbst nicht hat. Mit grosser Geschicklickeit nimmt man alle Vorteile wahr und erlangt die grösste Selbstbestätigung, wenn man jemanden "ausgenommen" hat. Die ganz Geschickten unter ihnen bringen fertig, andere an ihren Versprechungen festzunageln (Loyalität) und dann das, was sie haben wollen durch ausgeklügelte Verträge zu erhalten.

Auf der Gefühlsebene wirkt sich die Du-Aktivität des 7. Hauses mehr auf dem Gebiet der Liebe und persönlichen Zuneigung aus. Man ist gefühlsmässig vom Du abhängig und reagiert automatisch auf das, was der Partner in der Zweierbeziehung von einem erwartet. Man gibt einem Partner fast alles, was man hat mit der Hoffnung, eines Tages das zurückzubekommen, was man in die Partnerschaft investiert hat. Aber das ist oft nicht der Fall, wenn von Anfang an ein Ungleichgewicht bestand. Da auf der subjektiven Gefühlsebene die emotionale Gestimmtheit mit all ihren Schwankungen vorherrscht, ist es schwierig, das Gleichgewicht zu finden und eine stabile Partnerschaft zu etablieren. Immer wieder treten Störungen auf. Je nach Planetenstellung im 7. Haus ist man emotional Du-abhängig, verliert häufig die Selbständigkeit und begibt sich in die Hände des Partners, man kann keine Selbstverantwortung tragen und wird leicht das Produkt der Umwelt. Emotionale Unverträglichkeiten in der Partnerschaft können schmerzliche Störungen der Verhältnisse bringen und auch zu Trennung führen. Missverständnisse aus dem Zusammenleben heraus lassen die Schwächen und wunden Punkte des Partners immer wieder aufbrechen und Konflikte bereitstellen. Es ist schwierig, Verträge auszuhandeln, die beide Partner befriedigen. Die ausgehandelten Verträge enthalten meistens einen Haken, irgendeiner ist dann zum Schluss der Betrogene, häufig kommen sich sogar beide als die Betrogenen vor, weil man von Anfang an nicht hellwach war. Dieses Denkhaus sollte Klarheit und Gerechtigkeit anstreben; auf der emotionalen Ebene wird man durch Schaden klug, das nächste mal passiert es einem nicht mehr, dass man übervorteilt wird.

Auf der Mentalebene ist das 7. Haus ein bewusstes Feld der Kontaktnahme. Hier ist man zu Verhandlungen bereit, man lernt schnell das Wesentliche vom Unwesentlichen zu unterscheiden und achtet darauf, dem anderen gerecht zu werden. Unterscheidungsfähigkeit ist meistens vorhanden. Man ist offen für den anderen, geht auf ihn ein und reagiert sensitiv auf den geistigen Zustrom aus Gesprächen, Verhandlungen und kommunikativem Zusammensein. Mit vollem Gewahrsein wird auf das Du eingegangen, man kann sich verständigen und arrangieren. Andere werden gerecht behandelt, weil man das Gesetz des Ausgleichs, das in diesem Haus herrscht, kennt und beachtet. Gut ausgedachte und gerechte Verträge sind dann möglich, wenn sie für beide Partner Vorteile bringen. Man lernt viel über das Du, die Partnerschaft, durch das Bezogensein auf andere Menschen und weiss über sie Bescheid. Man kennt die Stärken und Schwächen anderer Menschen und vermeidet geschickt, die wunden Stellen zu berühren oder zu verletzen. Man umschifft diplomatisch alle entdeckten Mängel und stellt sich bewusst auf das Positive ein und gewinnt dadurch andere für sich. Mit der Geschicklichkeit, auf die Bedürfnisse des anderen einzugehen, erwecken manche den Anschein, als ob sie diese Bedürfnisse befriedigen wollen, es aber in Wirklichkeit gar nicht können. Verspricht man zu viel und erweckt Hoffnungen, die man nicht erfüllen kann, dann finden hier auch korrigierende Prozesse statt, Streitfälle und offene Gegnerschaften treten auf. Manche verstricken sich in diplomatische Gefechte, werden in Konflikte verwickelt, die sie gar nichts angehen, weil sie vergessen haben, sich vorher abzugrenzen und durch Verträge abzusichern.

Das 8. Haus

Bekanntlich symbolisiert das 8. Haus die Strukturen der Gesellschaft. Die Persönlichkeit ist hineingestellt in eine Welt, die strukturiert und geordnet ist und Gesetze vertritt, die wir einhalten müssen, sonst kommen wir in die Mühle. Im 8. Haus werden konkrete Bedingungen an uns gestellt, hier müssen wir spuren, unsere Pflichten erfüllen, das, was uns auf getragen wird, ausführen. Viele lehnen sich dagegen auf, weil sie es nicht einsehen wollen, dass sie eingefahrenen Schienen folgen sollen. Sie sträuben sich, weshalb bewusste Anpassungsprozesse stattfinden, die eine Wandlung herbeiführen wollen. Hier besteht vielfach ein dynastischer Auftrag, der manchmal auch als Zwang empfunden wird, mit dem man lernen muss umzugehen. Viele suchen eine Lücke in den Gesetzen und Strukturen, um sich Vorteile oder einen Platz in der Gemeinschaft zu sichern. Aber das gelingt nicht auf die Dauer, weil wir in diesem Skorpionhaus der Wandlungskraft des ewigen «Stirb und Werde» ausgesetzt sind. Keiner, der einen Planeten im 8. Haus hat, kommt daran vorbei, jeder benötigt irgendeine Korrektur seines Charakters, eine Reinigung oder eine Wandlung seiner Motive, damit er ein nützliches Glied innerhalb der Gemeinschaft, einer Gruppe oder eines Teams wird. Da auch die ganze Besitzachse 2/8 angesprochen ist, besteht hier ein weiterer Lernprozess in der richtigen Handhabung des Gesetzes von Geben und Nehmen, das wiederum durch das Gesetz der Ökonomie, also von Angebot und Nachfrage, Ursache und Wirkung, reguliert wird. Deshalb spielen im 8. Haus auch karmische Komponenten eine Rolle im Sinne: "Was Du säst, das wirst Du ernten". Manche erleben einschneidende Schicksalsschläge, Totalverluste oder werden schon früh im Leben mit der Todesfrage konfrontiert. Es ist ein Haus, wo Leben und Tod nahe beieinander bestehen, in dem die Extreme der Gegensatzpaare erlebt werden.

Wir wollen auch hier das Thema in drei Kategorien einteilen:

1. Materielle Ebene Hier vermittelt das 8. Haus materielle Vorteile, seien dies Erbschaften oder Legate des Partners, von denen man Nutzen zieht, oder man lebt von Geldern, für die man nicht gearbeitet hat. Die Gesellschaftsstruktur sichert diese Rechte, legt uns aber auch Fesseln und Pflichten auf.

2.Gefühls-Ebene

Man hat extreme Gefühle von Liebe und Hass, Freud und Leid, Belohnung und Strafe, Schuld und Sühne; man ist eifersüchtig darauf bedacht, nicht zu kurz zu kommen, alles zu erhalten, was man zu beanspruchen hat. Im Verlustfall leidet man sehr, geht durch psychische Wandlungskrisen, bis man gelernt hat, zuerst loszulassen oder zu verzichten, bevor man etwas bekommen kann.

3. Mental-Ebene

Das Denken wird klarer unterschieden zwischen «Dein und Mein», zwischen Nutzen und Zweck, zwischen dem, was ich beanspruchen darf und was ich hergeben muss. "Gib dem Kaiser, was des Kaisers ist", Menschen, die ihre Kräfte in den Dienst der Gemeischaft stellen und auf persönliche Vorteile verzichten.

Auf der materiellen Ebene sind wir meistens von den Strukturen, den Gesetzen der Gesellschaft abhängig, diese müssen unter allen Umständen eingehalten .werden. Wenn wir sie nicht einhalten, werden wir bestraft oder ausgestossen. Deshalb reagieren wir hier besonders auf Schuldgefühle und sind dadurch manipulierbar, ordnen uns ein, erfüllen unsere Pflichten und kommen gar nicht auf die Idee, dass es anders sein könnte. Um ein gesichertes Leben zu führen, wird man vielleicht Beamter, der Zeit seines Lebens für die Pension spart. Andere sind immer hinter etwas her, schieben jene, die ihnen im Wege stehen, auf die Seite, weil sie glauben, das Recht zu haben, etwas beanspruchen zu dürfen, was anderen gehört. Die Gesellschaftsstruktur, die Infrastruktur wird mit allen Mitteln des Profitdenkens und intellektuellen Raffinements beansprucht. Man ist neidisch auf alle, die es besser haben als man selbst und wartet immer auf Gelegenheiten, seine Situation zu verbessern.

Man macht sich keine Gedanken über die Folgen seines Handelns, bis einem plötzlich die Rechnung präsentiert wird. Da das 8. Haus das Haus der Transformation ist, sind bei materiellen Ich-Kernen vor allem Verluste zu beobachten, damit sie die Vergänglichkeit des Stofflichen erkennen und die Jagd nach materiellen Gütern, nach Lebensabsicherungen, nach persönlichen Vorteilen, aufgeben.

Auf der psychischen Ebene sind es die Gefühle, die von irgendwelchen Ängsten geplagt werden. Entweder befürchtet man, dass einen die Lieben verlassen oder wegsterben, oder man glaubt, nicht genügend Liebe und Aufmerksamkeit zu bekommen. Deshalb tut man alles, damit man immer jemanden hat, der einen liebt und die eigenen Bedürfnisse befriedigt. Man ist aber oft nicht ehrlich gegen sich selbst, macht sich etwas vor, stellt sich besser hin als man ist, denn das 8. Haus bringt auch hier Reinigung der Motive. Egoistische Ansprüche auf den Besitz von anderen Menschen werden durch das Schicksal korrigiert. Die Gefühle können dann auch rasch in Abneigung oder Hass umschlagen, wenn die Gefahr besteht, dass man kritisiert wird. Dann schlägt man zurück, und manche üben noch nach Jahren Revanche an jenen, die einem etwas weggenommen haben. Psychische Verteidigungsmechanismen können sich festgraben, und man reagiert immer wieder auf die gleiche Weise negativ, vor allem, wenn der Selbstwert oder die eigenen Rechte negiert werden. Um über diese Revanchehaltung Kontrolle zu erhalten, muss man durch Wandlungskrisen gehen. Die Energien, die man aussendet, kommen nämlich immer wieder auf einen selbst zurück, bis man gelernt hat, dass Selbstverteidigung keine Lösung für Probleme bringt, und dass man in allen Gefühlsbindungen erst geben lernen muss, bevor man empfangen kann. Es gibt auch die Umkehrung davon, weil das 8. Haus immer in die Extreme führt. Je nach Zeichen und Planetenbesetzung können Menschen auf dieser Gefühslebene gerade das Gegenteil tun, sie verzichten auf jeden Lebensgenuss, verlangen nichts für sich selbst, geben alles her, was sie besitzen, vernachlässigen den materiellen Besitz, sind für andere da und vielleicht sozial tätig. Andere weisen alles zurück, was von anderen kommt, manchmal auch Erbschaften. Wegen Prioritätsgefühlen wollen sie nichts aus zweiter Hand haben. Viele können deshalb nichts annehmen, weil sie nicht abhängig sein wollen oder vielleicht wissen, dass sie schliesslich dafür bezahlen müssen, weil nichts umsonst ist.

Auf der mentalen Ebene ist das Denken aktiv. Aus dem Motiv der Sicherheit heraus will man immer über alles informiert sein, damit man sich danach einrichten kann. Im 8. Haus wird man auf der Denkebene scharfsinnig und vorausschauend planen, man ist sich immer der Folgen seiner Handlungen bewusst, lernt aus vergangenen Fehlern und vermeidet die Wiederholung. Häufig entsteht daraus die "Weisheit des Pessimisten, der im vornherein verzichtet, um sich selbst Leid zu ersparen". Strukturen, Institutionen und Gesellschaftsformen werden solange unterstützt, als sie der Gemeinschaft wie auch einem selbst Vorteile bringen und der Sicherheit dienen. Wenn sie das nicht mehr tun, werden sie entweder bekämpft oder aufgelöst Versicherungsgesellschaften haben hier ihre beste Grundlage und verwalten das Kapital der Bürger für eventuelle Schäden. Das vorausschauende Denken weiss wo man vorsichtig sein muss, damit kein grosser Schaden entsteht, es weiss aber auch, wo man zuschlagen muss, wenn sich ein Feind zeigt. Hier werden die Verteidigungsmechanismen intelligent gehandhabt, bei Angriffen kann ma zum gefährlichen Gegner werder Aber das Gesetz des «Stirb un Werde» wird auch hier starr gewoi dene Mechanismen, Grausamkeit und Stolz oder veraltete Strukture umwandeln oder zerstören, damit neues Leben wachsen kann.