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Titel Ausgabe 49



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Zurück Ausgabe 49 vom 20.04.1989 • Seite 25ohne Login!

• Deutungspraxis

Schwarze Löcher

Fred Krotky

Es hat sich bislang für die Wissenschaft als sehr schwierige Aufgabe erwiesen, eine einzige Theorie zu entwickeln, die in einem einzigen Entwurf das ganze Universum beschreibt. So ist vorerst der Wissenschaftler gezwungen, auf seinem abgesteckten Forschungsgebiet mit Teiltheorien zu arbeiten. Von einer dieser Teiltheorien soll hier die Rede sein – und – wie wir diese mit unserer astrologischen Arbeit in Verbindung bringen können.

Wie man heute annimmt, weisen die meisten Galaxien in ihrem Inneren sogenannte «Schwarze Löcher» auf. Es handelt sich dabei um Konzentration von Materie mit sehr hoher Temperatur und grosser Anziehungskraft. Wenn die Gravitation so stark wird, dass auch Licht nicht mehr entweichen kann, erscheint für unsere Augen eine dunkle Zone, obwohl es sich um einen gleissenden Feuerball handelt. Wenn ein Stern zu einem Schwarzen Loch zusammenstürzt, wird das Gravitationsfeld an seiner Oberfläche stärker und die Lichtstrahlen krümmen sich weiter nach innen. Dadurch wird es für das Licht schwieriger, dem sich zusammenziehenden Stern zu entkommen. Einem in grosser Entfernung befindlichen Beobachter werden die Lichtkegel schwächer und röter erscheinen. Wenn der sterbende Stern schlussendlich einen bestimmten kritischen Radius erreicht, wird das Gravitationsfeld an der Oberfläche so stark und die Krümmung der Lichtstrahlen nach innen so ausgeprägt, dass das Licht nicht mehr entweichen kann. Nun kann sich nach der Relativitätstheorie nichts schneller fortbewegen als das Licht. Wenn dieses nicht mehr aus dem Schwarzen Loch entkommen kann, gilt das auch für alles

andere: Alles wird durch das Gravitationsfeld zurückgezogen. So gibt es eine Anzahl von Ereignissen, eine Region der Raumzeit, aus der kein Entkommen möglich ist. Eine solche Region nennt man heute «Schwarzes Loch». Ihre Grenze wird als «Ereignishorizont» bezeichnet. Dieser deckt sich mit den Wegen der Lichtstrahlen, denen es gerade nicht gelingt, dem Schwarzen Loch zu entkommen.

Wie wir sehen, scheinen Schwarze Löcher gar nicht so schwarz zu sein. Im Gegenteil, Überlegungen mit Hilfe der Relativitätstheorie und der Quantenmechanik führen neuerdings viele Wissenschaftler zur Ansicht, dass Schwarze Löcher wie heisse Körper strahlen müssen. Noch ist es der Wissenschaft nicht gelungen, ein urzeitlich Schwarzes Loch zu finden, einig ist man sich aber weitgehend darüber, dass es Gamma- und Röntgenstrahlen im erheblichen Ausmass emittieren würde.

Da Schwarze Löcher ausserhalb unseres Sonnensystems liegen, scheinen sie für das astrologische Arbeits- und Forschungsgebiet keine Bedeutung zu haben. Das heisst nun aber nicht, die Bezeichnung «Schwarzes Loch» nur als wissenschaftliche Teiltheorie zu sehen. So wissen wir ja auch von einigen anderen naturwissenschaftlichen Teiltheorien, dass sie zumindest in ihrem Ansatz die Astrologie tangieren. Denken wir beispielsweise nur an die moderne Evolutionstheorie. Sie besagt, dass der Begriff einer Kausalität "von oben nach unten" im Beziehungsgefüge von Organismus, Population und zugehöriger Umwelt durchaus vorhanden ist.

Könnten wir da nicht versucht sein, «Schwarze Löcher», «Leere Häuser» und «Eingeschlossene Zeichen» als Raumgefährten verschiedener Ebenen zu sehen? Reizvolle Vergleiche drängen sich da geradezu auf. Ganz kurz zwei Beispiele: Denken wir an eine Planetenkonzentration im MC-Bereich, dementsprechend "volle Leere" in den Häusern 12-6. Frage: Sind nun diese Häuser – abgesehen von den uns bekannten Spiegeleffekten – wirklich so leer? Oder finden hier unter anderem auch Prozesse statt, die, "wohlbehütet dank saturnischer Gravitationskraft" ein "merkurisches Entfliehen" noch nicht erlaubt? Eine weitere astrologische Betrachtungsart öffnet sich uns, wenn wir «Eingeschlossene Zeichen» zum Vergleich heranziehen. "Grenzbedingungen" scheinen ja auch hier dem «Ereignishorizont» nur eine beschränkte Fläche zu bieten.

Mit dem hier aufgestellten Gedankenexperiment kann sich jeder leicht veranschaulichen, was gemeint ist. Man muss nur einmal anfangen, sich zu überlegen, was man sich in der Welt alles "weg- oder dazudenken" kann. Die Astrologie kommt weitgehend "ohne Theorien" aus. Es lohnt sich aber immer, einige naturwissenschaftliche Teiltheorien bei der astrologischen Arbeit "dazuzudenken".