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Titel Ausgabe 58



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Zurück Ausgabe 58 vom 23.10.1990 • Seite 22ohne Login!

• Deutungspraxis

Migräne, Körperkrankheit als Verlustverarbeitung

Monika Winkler

Ab Talpunktübergang 6. Haus litt ich unter immer häufiger auftretenden Migräneanfällen. Meine körperlichen Energien waren irgendwie erschöpft. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich durch einen grossen Leistungswillen und extreme Kampfeshaltung (Sonne/ Widder) gegen alle Widerstände ausgezeichnet. Als kardinaler Mensch (AC, IC, DC, MC kard. Zeichen) mit sieben roten Aspekten stellte ich hohe Anforderungen an mich. Eine gewisse Machtstellung und absolute Kontrolle aller Gefühle waren von grösster Wichtigkeit. Mein Leben bestand aus Arbeit für andere (AC Waage), Zielstrebigkeit und Verdrängung von Gefühlen.

Die Krankheit zwang mich nun aber in immer kürzeren Abständen zu völligem Leistungsausfall. Verschiedenste Untersuchungen bei Spezialisten mündeten schliesslich in den Satz von Robert Koch (NZZ 143 «Wege des Menschen zu sich selbst»): Die Diagnose stimmt, dem Patienten fehlt aber etwas ganz anderes.

Nach weiteren sechs Jahren ohne Besserung machte ich bei Spitze 8. Haus mit 42 Jahren erste Bekanntschaft mit der Huberschen Astrologie. Unter Anleitung begann ich mich mit der Sinnfrage auseinanderzusetzen und gewisse Horoskopkonstellationen sorgfältig zu betrachten. Welche Botschaft will mir diese Krankheit vermitteln? In Pluto/Mond-Konjunktion, Stress 11. Spitze, schienen einige Antwortenenthalten:

Als Grund für eine Mussehe wurde meine Existenzberechtigung wahrscheinlich schon sehr früh in Frage gestellt. Gemäss Cl. Weiss (Pluto) musste dieses Kind in einem gewissen Sinne bereits zu einer Zeit, zu welcher es noch gar nicht «auf der Welt» war, um sein Leben kämpfen.

Dazu kann ich mich nicht erinnern an Beziehungen und Gefühle zu Eltern und Schwester, siehe auch leerer erster Quadrant, Fremdbestimmung, passive Lebensform. Zorn, Angst, Hass, Neid, Verzweiflung durften nicht erlebt werden. Eine emotioneile Verarmung und grosse Verunsicherung trieben mich in eine graue Isolation. Meine Selbstwertgefühlsstörungen wurden gross, da jegliche Anerkennung der Eltern fehlte.

Durch unmässige Aktivität, übertriebene Sorgen und Mangel an Ruhepausen im späteren Leben (Merkur 6. Haus = äussere Lebensbewältigung mit Vernunft) versuchte ich den Gefühlsmangel aus-zugleichen. In ständigem Stress mit Sonne DC scheute ich keine Anstrengung, das berühmte Schulterklopfen in der Aussenwelt einzuholen. Das Fehlen grüner Aspekte mit Entweder/Oder-Charakter liess mich hart und die rote DU-Schranke unnahbar erscheinen. Mein Auftreten war mit Widdersonnen unübersehbar stark. Merkur in Fische half mir nicht zur diplomatischen Schauspielerei. Der blaue Stern (Spezialitäten Michael Huber), der nach aussen eine Vollkommenheitsausstrahlung zeigt, unterstrich meine Unnahbarkeit. Dabei liegt hier ein harmonisches «Ich», ein Nest mit übergrosser Sensibilität. J. P. Sartre sagte: «Was macht der Mensch aus dem, was die Verhältnisse aus ihm gemacht haben?». Ist die Migräne Teil meines ungeleb-ten Lebens (gestaute erotische Energie Venus 5. Haus/Saturn 8. Haus, die über Somatisierung abgeleitet werden kann)?

Die Migräneanfälle waren jedenfalls eine Aufforderung, mein eingefahrenes Verhaltensmuster zu überdenken und zu ändern. Reifungsschritte ermöglichten mir zu entdecken, woher mein verletztes Ich, mein verletztes Selbst, stammte. Ich sah die verkrampften Anstrengungen, Gefühlsverluste aus der Kindheit wettzumachen. Unsicherheit der Gefühle und Verlustängste sind ja «so schön» in Pluto/Mond 11. Haus enthalten. Durch die innere Besinnung wurde ich gelassener, toleranter mir und automatisch auch der Umwelt gegenüber Ich wollte meine Kinder nicht mehi dauernd zur Tätigkeit ankurbelr oder mit anderen Worten ihner eine neue Batterie geben. Meine Ansprüche an den Ehemann redu zierten sich, weil ich realisierte dass alle Menschen ihr eigene; Horoskop haben und darum so ver schieden sind.

Dieses Erkenntniskämpfen fand statt durch das 8. Haus und bei Uranus/Saturn-Konjunktion musste ich einiges leiden und lernen (auch ohne Lerndreieck . . .). Doch was sagte Fritz Gehre: Saturn/Uranus-Konjunktion = aus alt macht neu, und «ich zog ein neues Kleid an».

Im Alterspunkt stehe ich nun bald auf der Jupiter/Mars Konjunktion. Bis dahin möchte ich den Kompensationsmechanismus – Gefühlsmangel/Somatisation als Körpersprache zum Konfliktausdruck – überwunden haben. Mit Jupiter wird einem vieles klar. Im 9. Haus will ich im Denken frei werden, das 9. Haus ist ja kein Zustand, sondern ein Weg. Hier will ich zu meinen Empfindungen und Gefühlen stehen, klein beigeben, andere Ziele erreichen. Jeder Schritt, den ich weiterkomme, zählt. Luise Huber hat mich aufgefordert, meine Energien frei fliessen zu lassen und mich nicht mehr um den allfälligen Sympathieverlust in der Umwelt zu kümmern. Ich versuche das «innere Schicksal» mit dem «äusseren Lebenslauf» zu verknüpfen. Ich versuche, meine Reaktionen und die meiner Mitmenschen zu akzeptieren. Neptun im 12. Haus fordert mich auf, es mir gut gehen zu lassen ohne Schuldgefühle. Gemäss R. Schmiedhauser kann erst in dieser entspannten Haltung ein Wachstum in mir drinnen beginnen, ein Wachstum, zu dem mich drei Persönlichkeitsplaneten je mit einem geistigen verbunden rufen.

Aus Enttäuschungen, Verletzungen und Mangelerscheinungen agiere ich oft noch in «kompensatorischer Absicht». Die Migräne aber hat mir zum Umbruch verholfen und die Astrologie Zugang zum wahren Selbst ermöglicht. Nach dem schwer erarbeiteten «Loslassen» geht es mir nun merklich besser, und ich freue mich auf die Zukunft.