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Titel Ausgabe 8



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Zurück Ausgabe 8 vom 21.06.1982 • Seite 24ohne Login!

• Gesundheit

Astrologie, Medizin und moderne Heilweisen

Margrit Schwaninger

Heft Nr.08/21 Juni 1982

.. unter diesem Thema stand das diesjährige Himmelfahrt-Seminar, das vom Astrologisch-Psychologischen Institut in Gaflei vom 20.-23. Mai 1982 durchgeführt wurde. In luftiger Höhe der liechtensteinischen Bergwelt, Aug in Auge mit den verschneiten Gipfeln, fanden sich die zahlreichen Teilnehmer am Donnerstag ein. Die grosse Anzahl der Kursteilnehmer überforderte die Kapazität des Tourotel Gaflei bei weitem. So mussten in Triesen und Triesenberg, ja sogar in Malbun noch weitere Unterkünfte belegt, die Vorträge im grossen Bärensaal im Hotel Kulm in Triesenberg abgehalten werden. Und zu bestimmten Zeiten am Tag bewegte sich dann eine ungewöhnliche Autoschlange durch die kurvenreiche Strasse hinauf oder hinunter. Für die Mitfahrer eine Gelegenheit, die herrliche Aussicht aus verschiedenen Blickwinkeln zu gemessen. Bei Nacht und Nebel allerdings wurde die Fahrt ins eigene Hotel zu einem kleineren Abenteuer.

Dem grossen Interesse am gewählten Thema ging Bruno Huber in seinem Einführungsvortrag auf den Grund. Ängste, durch die zeitbedingte Unsicherheit und Bedrohung der Umwelt verursacht, der einseitige Standpunkt der Schulmedizin lassen uns nach neuen Möglichkeiten des Heilens und Gesundwerdens suchen. Über eines waren sich wohl alle Anwesenden einig: dass Krankheit nicht nur den Körper, sondern ebenso Seele und Geist betrifft. Das Hauptgewicht lag darum auch bei der Psychosomatik, d. h. der Erkenntnis, dass Seele (Psyche) und Körper (Soma) voneinander abhängig sind. Wolfhard König, Dipl.-Psychologe aus München, machte die Zuhörer in seinem Vortrag am Donnerstagabend mit der Definition der Psychosomatik vertraut. Er machte auf den schöpferischen Effekt einer Krankheit, den ihr innewohnenden Lernprozess aufmekrsam. Im Schnittpunkt zwischen Medizin (naturwissenschaftlich, kausal) und Tiefenpsychologie (sinnsuchend, hermeneutisch) versteht die Psychosomatik Krankheit als körperlichen Ausdruck eines unverarbeiteten Konfliktes.

Wie sich die psychosomatischen Prozesse im Horoskop zeigen, erläuterte Bruno Huber am Freitag, Er wies darauf hin, dass wir aus astrologischer Sicht nicht „nach der Krankheit im

Horoskop“ suchen dürfen, sondern nach dem Warum fragen müssen. Die Grundmotivationen Kardinal, Fix, Veränderlich in den Achsen, Zeichen und Häusern sind Ansatzpunkte, um Konfliktsituationen erkennen zu können, die unser Gleichgewicht stören. Auch die Zusammenhänge und die Zuordnung der innersekretorischen Drüsen mit und zu den Planeten geben interessante Aufschlüsse. Das Thema wurde abends in Arbeitsgruppen anhand von Beispielhoroskopen vertieft.

Aus esoterischer Sicht beleuchtete Louise Huber die Ursachen von Krankheiten. Im praktischen Bezug auf das Horoskop gab sie Anhaltspunkte, wie „ich mir selbst mein Arzt sein kann“. Die Mondknotenlinie in den Häusern zeigt unser Krankheitsverhalten, in Kombination mit den Zeichen und deren Schattenqualität den Weg, wie wir die richtige Einstellung zur Selbsthilfe finden.

Am Samstag standen morgens und nachmittags je zwei Vorträge zur Auswahl auf dem Programm. Hermann Meyer, Psychologe aus München, trug die psychosomatischen Prozesse in astrologischer Zuordnung aus seiner Sicht vor. Fritz Gehre ging auf Krankheitsbilder ein anhand von Horoskop-Dias, während sich B. A. Mertz wiederum zur Astromedizin in psychosomatischer Sicht äusserte. Kurt Rutishauser hielt seinen Vortrag unter dem Thema

„Die biochemischen Funktionsmittel astrologisch zugeordnet“.

Einen ganz neuen und aktuellen Akzent in der reichhaltigen Palette setzte Professor Keyserling aus Wien. Er führte uns ein in die Heilweise der Indianer. Sicher war die indianische Heilung, die er am Sonntag an einer Kursteilnehmerin durchführte, für die meisten der Höhepunkt. Es ist für uns ungewöhnlich und faszinierend zugleich, vom Geistigen her an die Krankheit heranzutreten, mit den Energien der Chakras, mit der Einbeziehung der guten Kräfte aller grossen Geister zu arbeiten. Das Ritual wird allen Beteiligten ein unvergessliches Erlebnis bleiben. Das Om, gesungen von acht Frauen und sechzehn Männern, die sich im gemeinsamen Willen zur Mithilfe an der Selbstheilung zum Kreis geschlossen hatten, hat manchen Teilnehmenden tief berührt.

Wird uns das Wissen der Indianer, die Kenntnis ihrer Rituale und Heilkünste aus der Sackgasse unserer einseitig orientierten Medizin herausführen können? Mir scheint, dass es vor allem ihre Erlebnisfähigkeit und das Einfühlen in die uns umgebenden natürlichen Vorgänge sind, was uns fehlt; ihre Haltung gegenüber Erde und Himmel, denen sie Achtung und Vertrauen entgegenbringen; ihre Brüderlichkeit jeder Pflanze, jedem Tier gegenüber, die deren wesenseigenen Kräfte erkennen kann.

Nicht nur durch die Heilung, auch durch die geleitete Rückführung am Abend vorher brachte Arnold Keyserling das eigene, persönliche Erleben für jeden Teilnehmer mit ein. Es war schwer, aus der Konfrontation mit den eigenen inneren Bildern erwachend, anschliessend zum vergnügten Abschiedsfest mit Tanz und Spiel überzugehen. Dass es dennoch gelungen ist, zeigen die nachfolgenden, im Spiel spontan entstandenen Gedichte über den Mond. Finden Sie heraus, in welchem Zeichen der Mond jeweils besungen wird?


Zwingt man unseren Mond, ein Gedicht zu schreiben,

kann man ihn bloss in die Enge treiben.

Lässt man ihn aber frei gestalten,

hat er grosse Potenz zu walten!

Denken ist ihm zuwider -

handeln tut er lieber!


Wir sind stets etwas schüchtern

solange wir noch nüchtern.

Auch lehnen wir uns gerne an,

sei's starke Frau, sei's starker Mann.

Es liegt jedoch klar auf der Hand,

jäh wird Gefühl gebremst durch den Verstand.


Wir haben einen schönen Mond,

den sich zu zeigen wirklich lohnt!

Wir können unsern Mond vertreten,

weil wir zu unserer Sonne beten!

Hier steh' ich, umgeben von sechs Damen,

die alle mit feurigen Augen strahlen!



Unser Mond steht im Exil,

deshalb vertragen wir soviel;

ist das Schicksal mit uns hart,

bleibt uns doch nicht viel erspart,

so haben wir doch Qualitäten,

für die wir hier Saturn vertreten.

Einzelnes woll'n wir Euch ersparen,

das könnt ihr an uns selbst erfahren .