Astrolog-Archiv

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Titel Ausgabe 2



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Zurück Ausgabe 2 vom 21.06.1981 • Seite 12ohne Login!

• Glosse

Ansturm auf die Abendkasse

Ursula Hunkeler

16.4.81: Es ist soweit. Die lange und intensive Zeit der Vorarbeit für den 1. Weltkongress der Astrologie ist geleistet. Beladen mit unseren Karteien, gefüllt mit den bestellten Kongress-Eintrittskarten sind wir unterwegs zum Kongresshaus und haben noch Zeit, uns an der API-Kasse häuslich einzurichten; noch einmal tief durchzuatmen, bevor der grosse Sturm beginnt - so dachten wir -. Aber wir wurden sofort von einigen ungeduldigen Teilnehmern erwartet. So stellen wir uns also - etwas überrumpelt und noch ganz ausser Atem - hinter den Tisch vor die kahle Wand. »Kann ich eine Publikumskarte haben?« »Leider ist für heute schon alles ausverkauft!«

Diesen Satz haben wir am Donnerstag Abend Hunderte von Malen gesagt. Lange Gesichter, enttäuschtes Achselzucken, empörte Ausrufe: »Aber ich bin doch extra von ... hierher gereist!« Das Trostpflästerli. dass eventuell nicht alle Karten abgeholt werden, klebt gut. zu gut.. Alle Augenblicke fragende Blicke, »gibt es schon ... ? -bitte reservieren Sie mir doch eine... - wann soll ich wieder kommen?« Der Strom der Leute wird dichter, schon stehen sie in Scharen vor unserem Tisch. »Wir haben reserviert-Name? - ach ja, hier: Fr. 40-, bitte - danke«, der nächste. Namen, Namen, Namen, die plötzlich Gesichter erhalten, Stimmen am Telefon, die zu Personen werden. Beim einen oder ändern blitzt ein erkennendes Aha auf.

Da ein fragendes Stirnrunzeln, denn der Name tönt so unbekannt: aha, eine KUONI-Reservation, gegenüberliegender Tisch bitte. Gegen 18.30h wird das Gedränge unübersichtlich, die Menschen werden immer mehr zu reservierten Karten, die möglichst schnell herausgegeben werden müssen. Publikumsabend, Publikumsabend. Publikumsabend ... da - ein paar Karten, die weiterverkauft werden können! Der Herr, der seine Ehefrau begleiten möchte, ist glücklich, dass er eine bekommen kann. Die Dame, die aus Deutschland anreiste, kommt im richtigen Moment wieder. Im Handumdrehen sind die Karten wieder weg, und vor unserem Tisch bildet sich eine Gruppe, die uns hartnäckig belagert, um doch noch eine Karte zu ergattern.

Für die meisten hat sich dann das lange Warten doch noch gelohnt. So gegen halb acht hat sich die Halle endlich geleert, wir sind unsere Karten für heute los. Der Kongress hat - mit über 1.600 Besuchern - begonnen, wir haben's geschafft - und sind »geschafft«. Irgendwie ist es ein erhebendes Gefühl, dass all die vielen Menschen, die über Erfolg oder Misserfolg des Kongresses wesentlich mitentscheiden werden, sozusagen »durch unsere Hände gegangen sind«.